Neben Leichen lachen


Ich bin
schon zu lange unterwegs.
Da hat man
kein Empfinden mehr
für Liebe
für Trauer
für Freude
oder Hass.

Das Leben pumpt mir
Adrenalin in die Venen.
Unaufhaltsam
und ungefragt.
So überlebe ich die Tage.
Jeden einzelnen bewusst.

Es gibt Leute,
die zählen rückwärts.
Streichen Tag um Tag ab
und geraten in Panik.
Ich nicht.
Ich erfinde neue Tage
und lasse sie
neben mir auf dem Sofa
zerplatzen.
So wie ich es will.
Göttlich,
uneingeschränkt
und dekadent.

Abends
auf den Strassen
laufe ich durch all die
aufgegebenen
und verratenen
Pfützen aus Träumen,
die keiner genutzt hat.
Es spritzt,
wenn ich in sie trete.

Wie ein
allerletzter Aufschrei,
ein Flehen nach
Wertigkeit,
eine Fata Morgana
der Würde.

Ich kann sie nicht retten.
Ich muss weiter.