Thema: Im Grunde

  1. #1
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    Im Grunde

    Im Grunde

    Doch, im Grunde wusste er woran er war.
    Die Würfel waren gefallen, augenscheinlich gegen ihn.
    Als Herr Kohlenbeck an diesem Morgen seine täglichen Vorbereitungen traf, schien der sonst so sachliche und ernste Buchhalter, von einer leichten Selbstironie befallen zu sein. Was hatte ihn gestern Abend nur getrieben?
    Doch, er war bei Sinnen und auch Helga traf keine Schuld.
    War es ein Zufall oder war dieser Moment vorbestimmt für ihn?
    Na ja, an und für sich konnte es nur ein dummer (aber ein äußerst dummer) Zufall gewesen sein. Denn, an Bestimmung glaubt man im Hause Kohlenbeck nicht. Also versuchte er in aller Ruhe fortzufahren.
    Er stellte eine Sektflasche für den Abend in den Kühlschrank, blätterte die Seite der TV Zeitschrift um, so dass er nach der Arbeit direkt alles im Blick hatte. Er sah, dass er sich eine Sendung – markiert hatte. Es war wohl das Beste was er tun konnte, denn gerade jetzt war im seine routiniertes Leben so teuer wie nie. Prüfend schweifte sein Blick noch mal zurück in den Raum, bevor er die Türe hinter sich schloss und sich auf den Weg zu seiner Berufung machte.

    Ach, aber im Grunde wusste er es ja. Wie sollte er sich nur jetzt Helga gegenüber verhalten? Denn im Grunde müsste auch ihr klar sein, dass diese Buchung nicht mehr zu stornieren war. Aber er beschloss sein Schicksal einfach mal auf die Probe zu stellen. „Schicksal, was für ein Wort“, dachte er.
    Wie immer traf er pünktlich um 10 Minuten vor 8 Uhr im Büro ein. Und es stellte sich eine leichte Beruhigung ein, als er bemerkte, dass Helga wie immer noch nicht da war. So konnte er in aller Ruhe seinen Platz einnehmen und seinen neuen Flachbildschirm wieder in die rechte Position drehen. Von dieser Position aus konnte er alles wunderbar beobachten. Als Frau Schlüter dann um 9 Uhr erschien, war er schon vertieft im Tagesgeschäft. Ja, Helga nutzte die Gleitzeit bis zur letzten Sekunde.
    „Guten Morgen Markus!“ „Guten Morgen Helga“. „Alles normal“, dachte er sich, „Vielleicht zu normal“. Nachdem Helga sich wie immer nach einer Tasse Kaffee und dem morgendlichen Geschnatter mit Frau Becker an ihren Platz setzte, wurde er doch ein wenig misstraurig.
    Irgendwie machte ihm diese sonst so geliebte Normalität etwas nervös. Der Tag verging dann aber wie jeder andere auch. Einige Male hatte Helga ihn auf eine Sendung angesprochen die gestern Abend im TV lief. Das gehörte aber auch zum Tagesgeschäft und langsam wurde Herr Kohlenbeck fast ein wenig wütend. „Gut“, dachte er sich, als er um 16:30 seinen Rechner ausschaltete. „Bitte Fräulein Schlüter, das kommt mir nur gelegen“.
    „Bis Morgen Markus, und vielleicht kommst du heute ja mal dazu dir die neue Show anzusehen“, sagte Helga. „Angenehmen Feierabend, die Damen“, erwiderte Markus.

    Als Herr Kohlenbeck, zuhause eintraf musste er schockiert feststellen, dass weder Sekt im Kühlschrank war, noch eine TV Zeitschrift auf dem Couch Tisch. Er hatte sich geirrt. Aber das Essen stand schon auf dem Tisch. Und im Grunde, hatte er nichts Anderes erwartet.


    (Mai 2006)
    Geändert von question (02.07.2012 um 17:16 Uhr)

  2. #2
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    @question

    Moin. Lässt sich leicht lesen, finde aber den Kern nicht.
    Zitat: Denn im Grunde müsste auch ihr klar sein, dass diese Buchung nicht mehr zu stornieren war.
    A: keine Ahnung, um welche Buchung es hier geht.
    Der Inhalt läuft Richtung, „kleines Stelldichein“ (Am Vorabend?) und der Herr Buchmacher hofft auf mehr. Irgendwie fehlt mir irgendwas am Text. Ich erkenne keinen Kern, keine Haupthandlung.
    Oder mein Hirn ist vernagelt.
    Hilf mal.

    Nachtrag:
    Oder handelt es sich hier bei der ominösen „Buchung“ auf ein gestelltes Rendezvous, was in die Binsen ging?
    Dann ist der Herr Kohlenbeck, wirklich sehr kurzsichtig.
    Geändert von horstgrosse2 (03.07.2012 um 07:28 Uhr) Grund: Nachtrag

  3. #3
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    Hallo horstgrosse2,

    Danke fürs Lesen und Kommentieren. Wichtig ist für mich vor allem der Hinweis darauf, dass du keinen Kern findest. Den soll es "im Grunde" auch nicht geben. Da der Kern als Seifenblase - zumindest für Herrn Kohlenbeck - in der Luft zerplatzt. Die Geschichte soll ein kleines inneres Aufbäumen erzählen, dass aber letztlich gar nicht gewollt und für Kohlenbeck auch nicht tragbar wäre.
    Ja, die "Buchung" sollte für ein Rendezvous stehen, dass nie vereinbart wurde (nur in seiner Vorstellung).

    Trotzdem gibt es mir zu denken, dass du keine Haupthandlung erkennen kannst. Und/Oder dir das Ganze dann zu kurzsichtig ist. Da habe ich dann wohl noch etwas zu Verbessern.

    Vielen Dank für deine Meinung

    Gruß
    Question

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