1. #1
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    Vorangestellter Genitiv

    Hallo zusammen!

    Ich verwende in meinen Gedichten sehr gerne den vorangestellten Genitiv ("des Vaters Haus" anstatt "das Haus des Vaters" (nachgestellter Genitiv)), der etwas veraltet ist und den Texten daher eine schöne Alters-Note verleiht.
    Nun habe ich allerdings ein paar Probleme damit und konnte auch nirgends Antworten zu dieser heute seltenen Form des Genitivs finden.

    Beispiel - ohne Problem:
    "Ich ging in des Tunnels Schwarz hinein."

    mit Problemen:
    "Du warst mir einst des Tunnels Ende(s) heller Schein"
    Das ist ein anscheinend ein doppelter vorangestellter Genitiv - "du warst mir einst der helle Schein des Endes des Tunnels". Ist das überhaupt grammatikalisch möglich? Wenn ja, wird dem Wort "Ende" ein 's' zugefügt oder nicht?

    "Ich hörte des Fuchses Stimme." (kein Problem)
    "Ich lauschte der/des(?) Fuchses Stimme." --> die Stimme, also das, worauf sich der Genitiv bezieht, steht nun im Dativ. Verändert sich nun der Artikel?? Nachgestellt würde es ja heißen "Ich lauschte der Stimme des Fuchses" und nicht "des Stimme des Fuchses".
    Was meint ihr?

    Vielen Dank!!
    Leo
    Schwer werden meine Augenlider.
    Draußen nichts als Dunkelheit.
    Ein Gedicht schreib' ich nun wieder,
    als hätt' ich Zeit dafür befreit.

    (aus "Lebenskreis")
    Meine Homepage mit allen meinen Gedichten, die ich Stück für Stück ins Forum stellen werde

  2. #2
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    Ich mag den vorangestellten Genitiv auch sehr und verwende ihn, wo er paßt (oder auch nicht paßt).
    Du scheinst nur ein kleines Problem mit

    Du warst mir einst des Tunnels Ende(s) heller Schein"

    zu haben.
    Ich bin mir sicher (kanns aber nicht beschwören), daß es den doppelten v.G. nicht gibt.
    Also "Ende" ohne das Genitiv-s.

    "Ich lauschte der/des(?) Fuchses Stimme." -
    geht nicht.
    Ich lauschte der Stimme des Fuchses ist korrekt.
    Hier m u ß man die Umschreibung anwenden.

    LG
    Barbarossa

  3. #3
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    Des Tunnelendes heller Schein.
    Ich lauschte des Fuchses Stimme. (geht doch)

    Gruß

    J.
    Oh lodernd Feuer! (Nero in Quo vadis)

  4. #4
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    Lieber LeoO,

    mir scheint, hier geht einiges ein bisschen durcheinander. Selbstverständlich kann man sagen: des Tunnels Dunkels.
    Es kommt auf die Sprach-/Stilebene an. In einem ansonsten in halbem Umgangsdeutsch geschriebenen Text würde das einen Lacher erzeugen. Der Text muss also insgesamt in einer einheitlichen Sprach-/Stilebene verfasst sein, außer man will einen bestimmten (erhellenden) Effekt damit beim Leser erreichen.

    Bei deinem Beispiel "Ich lauschte des Fuchses Stimme" handelt es sich nicht um zwei Genitivbildungen, sondern nur um eine, und zwar "des Fuchses". Nimm "des Fuchses" heraus, dann heißt der Satz "Ich lauschte der Stimme" (Frage: wem?) "der Stimme" ist Dativ. Also 1. Genitiv, 2. Dativ.

    Lieben Gruß
    Knochenkarl

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