Thema: Morgen-Grauen

  1. #1
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    Morgen-Grauen

    Morgen-Grauen

    Lärmend färbt des Morgens Grauen,
    eine dunkle Welt ins Bunt.
    Autolärm, gequälte Frauen,
    rundherum nur Schmutz und Schund.

    Wachsam lauern die Hyänen
    in der Häuser tiefer Schatten,
    ihr Geheule läßt mich gähnen,
    auch das Qieken aller Ratten.

    Ja, die Nacht hat uns verlassen,
    grelles Licht macht vieles nackt,
    Dealer lassen leer die Gassen
    Ruchlos Menschsein, nächster Akt.

  2. #2
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    Sehr schön: die erste und die dritte Strophe gefallen mir sehr gut (gerade die letzte Zeile fasst das Gedicht vom Klang und vom Bild her schön zusammen), die zweite Strophe ist mir etwas zu gewollt: "Hyänen" und "Gähnen" ergibt zwar einen netten Reim, aber beide Wörte passen meiner Meinung nach nicht so recht ins Stimmungsbild des Gedichts. Ich verstehe allerdings nicht ganz, wie die Nacht hier beim Betrachter abschneiden soll, d.h. ob so viel besser wegkommt als der Tag: schließlich sind die Hyänen, die Ratten und die Dealer doch eher nachtaktiv? Grüße, T.S.

  3. #3
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    ich spreche nicht von den tieren lieBer tom, dass sollte hier klargestellt sein - der text gehört zu meinem gesamtwerk ATROCIDAT DIE STADT DES TORMENTORS. die ratten und hyänene sind i.ü. beides tag- und nachtaktiv.
    Geändert von Goldart (15.07.2012 um 00:58 Uhr)

  4. #4
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    hallo goldart
    dieser kleine dreiakter gefällt mir sehr.
    da ist mal der auf den ersten blick unspektakuläre aufbau, der szenisches und monolog fast unmerklich entwickelt und verwebt.
    dann die bilder, welche mit Positiv- und Negativabzügen arbeiten (die Hyänen heulen / der Sprecher verstummt; der Morgen ist da / die Nacht hat uns verlassen; die Dealer sind weg / das Ruchlos Menschsein füllt die Szene).
    und der farppierende gegensatz zwischen lakonischer trochäen-zeilen-leiermusik und dichtem inhalt.
    lg wilma27
    p.s. mit dickesusi bin ich einer meinung.
    Geändert von kaspar praetorius (20.07.2012 um 12:33 Uhr)

  5. #5
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    Hallo goldart,

    müsste es statt " in der Häuser tiefer Schatten" nicht heißen "in der Häuser tiefen bzw. tiefem Schatten" ?

    LG dickesusi
    Als ich so dasitz, ganz versonnen
    und denk an alles und an nichts,
    hat sich in meinem Kopf entsponnen
    ganz unerwartet ein Gedicht

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