Thema: cosmic.codex

  1. #1
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    cosmic.codex


    .
    ~~

    das sandkorn am ufer ward ufer
    der tropfen im fluss ward fluss
    die welle auf dem ozean ward ozean
    der ton im klang ward klang
    der stern in der galaxie ward galaxie
    die seele in der zweiheit ward einheit

    ~~~
    ~
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  2. #2
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    Cosmic Codex

    Interessantes Werk, Yoapharél, wirklich.
    Ich kann es nicht ganz entschlüsseln, doch das allgemeine Thema (Natur und Universum) gefällt mir außerordentlich. Vor allem der letzte Vers

    die seele in der zweiheit ward einheit
    lässt bei mir einen a-ha-Effekt verlauten. Lediglich Vers 4 scheint ein wenig aus der Reihe zu fallen:

    der ton im klang ward klang
    Der Klang zu Stern, Ufer und Sandkorn. Du beschreibst Entstehung von Leben/das Leben am Wasser und plötzlich kommt der Ton hinzu. Ist dies gewollt?

    VG Martin

  3. #3
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    Ich bin wieder überwältigt von diesem schönen Gedicht. Den letzten Satz verstehe ich als Heilung, eine zwispältige
    Seele findet zu sich selbst.
    LG E.Chatterfield

  4. #4
    Zündfunke Guest

    re

    Hi,

    von der Idee an sich bin ich sehr beeindruckt, ich hab die ersten zwei Zeilen gelesen
    und dachte:boah, geil)...Z3+4 könnte man m.E. auch weglassen,
    den Wassergedanken greifst du ja schon vorher auf, der Ton im Klang verlässt ein bißchen
    die Ebene des Materiellen, ich fand den Gedanken etwas strange, wenn Töne in Klängen
    zu Klängen werden ohne eine gewisse Harmonie zu verlieren. Wenn ich das weiterspinne,
    dann erinnert mich das an den Sound, wenn man alle Tasten eines Keyboards/Pianos etc.
    gleichzeitig anspielt
    Letzte Zeile is auch genehm, ich vermute du wolltest die
    Entstehung des Universums andeuten,
    zumindest kam mir dabei so die Frage nach einem Urteilchen das polarisiert/e
    oder so ähnlich...

    Ja doch, ziemlich cool.

    greetz &

  5. #5
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    Hi ihr Drei,

    habt Dank für eure Gedanken zu meinem Werklein, sowie für euer vielfaches Lob!

    Eure Interpretationen sind interessant, entsprechen jedoch nicht ganz meiner Intention.

    Vielmehr griff ich hier die Analogie von „Gott“ (als höchstes Bewusstsein) und Ozean auf. Dieser Ozean ist in Wahrheit nur ein Bewusstsein, welches sich in verschiedenen Wellen (Seelen) ausdrückt. Letztlich sind die Wellen auch der Ozean, wirkliche Trennung besteht nicht; alles was ist, besteht aus derselben Essenz, alles ist eins. Das lässt sich auf die Sandkörner, die Teile des Ufersandes sind und doch eine Einheit bilden, übertragen, auf die Tropfen im Fluss, auf die Töne im Klang und die Sterne in der Galaxie, um nur einige Beispiele, die mir hier auch einen poetisch verwertbaren Rahmen boten, zu nennen.

    @ Chatterlady:

    Den letzten Satz verstehe ich als Heilung, eine zwiespältige
    Seele findet zu sich selbst.
    die seele in der zweiheit ward einheit

    Letztendlich kann man es auch so sehen, denn die dualistische (in gewissem Sinne kranke, da egobehaftete und leidende) Seele findet auf der letzten Stufe ihrer Reise, in ihrer vollkommenen Heilung (Erleuchtung) zu sich selbst, zu ihrem wahren Selbst bzw. vielmehr Nichtselbst (zurück).

    @ angel-rhymez:

    Z3+4 könnte man m.E. auch weglassen,
    den Wassergedanken greifst du ja schon vorher auf
    Ist richtig, jedoch wollte ich eine kontinuierliche Linie vom Kleineren zum Größeren darstellen und hab mich dabei zunächst noch ein wenig in ähnlicher Materie bewegt. O.k., den Klang würde ich im Größenverhältnis nach der Galaxie ansiedeln (der ist in allem), habe mich aber aus Gründen des harmonischeren Übergangs so entschieden (Stern/Galaxie nach Welle/Ozean passt hier nicht so wirklich).

    der Ton im Klang verlässt ein bißchen
    die Ebene des Materiellen,
    Die Existenz manifestiert sich eben auf vielen Ebenen und in mannigfachen Facetten. Ich finde den Klang hier sehr passend, als Urklang des Seienden – als das Seiende selbst. Alles im Kosmos schwingt, besteht im Grunde aus derselben Energie (nur eben auf verschiedenen Schwingungsfrequenzen). ,Alles ist in allem – und alles ist in mir.’

    ich fand den Gedanken etwas strange, wenn Töne in Klängen
    zu Klängen werden ohne eine gewisse Harmonie zu verlieren. Wenn ich das weiterspinne,
    dann erinnert mich das an den Sound, wenn man alle Tasten eines Keyboards/Pianos etc.
    gleichzeitig anspielt
    Ein Klang besteht ja (meist ) aus verschiedenen Tönen. Sie können harmonischer oder disharmonischer Natur sein, analog zu der Vielfalt des Lebens.

    Letzte Zeile is auch genehm, ich vermute du wolltest die
    Entstehung des Universums andeuten,
    Nein, eher wollte ich hier andeuten, wie eine vereinzelte Welle auf dem Ozean wieder voll und ganz Ozean wurde/wird (Erleuchtung).

    „Gott“ ist wie der Stille Ozean, er schafft Wellen, um sich selbst zu erfahren. Erst durch die Wellen kann sich der Stille Ozean erfahren und in gewisser Weise entfalten (auf vielfältige Art). Ozean und Wellen unterscheiden sich nur darin, dass der Ozean still und ewig ist, die Wellen sich hingegen bewegen, ihre Größe und Formen verändern und nur für eine gewisse Zeit existieren.
    Aus dem ewigen Absoluten, dem reinen Bewusstsein, „Gott“, entsteht das ewig veränderliche Relative, die Schöpfung, „Gott“ in Form.

    Das meinen mein LI und ich, ohne jedoch irgendwas oktroyieren oder gar lehren zu wollen (anscheinend tut man gut daran, es in diesem Forum immer wieder aufs Neue zu betonen).

    Also, nochmals ein liebes Dankeschön an euch!


    Liebe Grüße
    Yoa
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