Karoline Battermann<o:p></o>

Seefugus und Mirano 2 – Ihrerstes Abenteuer<o:p></o>
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Seefugus kam jetzt wirklich auf alle Reisen mit. <o:p></o>
Mirano setzte sich sogar manchmal auf Seefugus Rücken. Wenn er das tat,staunten die Seeleute. Nur einmal hatte sich ein junger Matrose getraut. Da hatsich Seefugus aber gefreut, kann ich euch sagen. Er hat nämlich gesagt: „Na,endlich traut sich mal einer außer Mirano auf meinen Rücken zu steigen!“ Derjunge Matrose war so überrascht über Seefugus Antwort, dass er sofort mitSeefugus eine Runde schwimmen wollte. Nach dieser Runde erfuhr die ganzeMannschaft davon. Jeder wollte auf Seefugus reiten. So aber kam es zu demersten Abenteuer, von dem ich euch berichte.<o:p></o>
Inzwischen waren schon drei Wochen vergangen, seit der junge Matrosees gewagt hatte, auf Seefugus Rücken zu steigen. Langsam abersicher verbreitete sich die Neuigkeit, dass Seefugus zahm war und jeden aufsich reiten ließ. <o:p></o>
So erfuhr auch der Pirat Piranodores davon. Sein Schiff hieß„Schrecken der Meere“, und er wollte Seefugus für sich erobern. Zudem kannteauch er Mirano. Denn er war ja überall bekannt. Piranodores war ebenfallsüberall bekannt. Selbst Mirano kannte ihn. Dass er ihn aber eines Tages treffenwürde, glaubte Mirano nicht einmal im Traum. Er glaubte auch nicht, dass er ihnschon sehr bald kennenlernen würde. Es würde nämlich nur noch sechs Monatedauern.<o:p></o>
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Sechs Monate sind keine Ewigkeit. Sie vergehen auch nicht wie imFlug. Nein, sechs Monate sind zwar ein halbes Jahr, aber wenn man wie MiranoKapitän war, ja, dann, dann vergingen sechs Monate relativ schnell. Sokam es dann auch: Der erste Monatverging, der zweite, der dritte Monat war schnell vorüber, dann folgte dervierte, der fünfte und schließlich kam der sechste Monat.<o:p></o>
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Mirano, Seefugus und dieanderen Seeleute ahnten nicht, dass Piranodores schon in einer Stunde da seinwürde. Piranodores hatte befohlen, dass er alleine, als Kaufmann verkleidet undin einem Ruderboot zu Mirano und Seefugus kommen wollte. Denn er wollte janicht, dass Mirano ihn erkannte. Als Miranos Schiff in Sicht kam, dachte Piranodores bei sich: Eswar eine gute Idee von mir Seefugus auf diese Art zu entführen.“ Obwohl erSeefugus noch nicht entführt hatte, wusste er, dass sein Plan glücken würde.Kaum zu glauben, aber es gelang ihm auch. Und zwar so: Als er an Miranos Schiffankam, gab er sich aus ein verirrter Kaufmann zu sein und bat um Unterkunft.Weil Mirano ein gutes Herz hatte, gab er ihm eine schöne Kajüte. In der Nachtaber, als Seefugus und die anderen längst schliefen, ging er zu Seefugusund streichelte seine Schuppen. So verführte er Seefugus. Dabei gab er ihm einStück Seetang das Seefugus sofortverschlang. Damit lockte er Seefugus zu seinem Ruderboot. Das Seil, welchesPiranodores mitgenommen hatte, band er an seinen Bug. Das andere Ende band er an SeefugusHals. Seefugus war noch nicht ganz wach, deshalb merke er kaum etwas. Als er war, gab er Seefugus eine Schlaftablette damit er wieder einschlief. Dastat er dann auch. Glücklich und zufrieden ruderte Piranodores-mitSeefugus-davon. Am nächsten Morgen war Piranodores schon wieder auf seinemSchiff und segelte weiter. <o:p></o>
Auf Miranos Schiff aberherrschte an diesem Morgen große Aufregung. Seefugus war fort! <o:p></o>
Wo konnte er nur sein? Keiner wusste darauf eine Antwort. Nur derjunge Matrose, der zuerst auf Seefugus Rücken gestiegen war, sagte: „Wir müssenihn suchen.“ <o:p></o>
Unter der allgemeinen Aufregung hörte man diesen Satz kaum. NurMirano hatte ihn vernommen. Er meinte: „Ruhe, bitte. Ich möchte euch sagen,dass Natalo, der jüngste Matrose auf diesem Schiff, sich doch als aller erster– außer mir – auf Seefugus Rücken getraut hat. Gerade eben hat er gesagt, dasswir Seefugus suchen müssen. Das werden wir auch. Morgen werden Natalo und ichmit der Suche beginnen. Ich möchte nur Natalo mitnehmen. Packt den Proviantein. Wir nehmen das kleine Ersatzschiff.“<o:p></o>
Natalo lächelte. Er war froh, dass er sich als erster auf Seefugusgetraut hatte. In der Nacht konnten er und viele andere kein Auge zu tun. Alsdie Sonne schon längst untergegangen war, schlief Natalo endlich ein. Er träumte von Seefugus. <o:p></o>
Am nächsten Morgen wurde er von Mirano geweckt. Schläfrig öffnete erdie Augen, stand auf und zog sich an. Seine Sachen hatte er längst eingepackt,deshalb ließ er sich nochmal auf sein Hängemattenbett plumpsen. Plötzlich fielihm ein, wer Seefugus entführt haben konnte. Es könnte Piranodores gewesensein, denn er hatte so verdächtige Fußabdrücke gesehen. Er raste zu Miranos Kajütentür und klopfte an.Sofort sagte Mirano: „ Herein!“! Nataloöffnete die Tür, sah Mirano an und meinte atemlos: „Kapitän, ich glaube,Piranodores hat Seefugus entführt.“ Mirano sah ihn an. „Wie kommst du denndarauf?“, fragte Mirano vorsichtig. „Piranodores wollte doch immer einSeeungeheuer haben und, außerdem…“ er holte tief Luft, „habe ich auf dem Gangso verdächtige Fußabdrücke gesehen.“ Sie beschlossen als erstes PiranodoresSchiff aufzusuchen und Seefugus dort – vielleicht – zu finden. <o:p></o>
Gesagt, getan.<o:p></o>
Sie fuhren los, und suchten den ganzen Tag nach Piranodores Schiff.Am Abend, als die Sonne unterging, sahen sie am Horizont ein Schiff, das – wieMirano erwähnte – wie Piranodores Schiff aussah. Mirano und Natalo wolltenbeide sofort hin rudern. Sie taten esauch. <o:p></o>
Schnell wie der Blitz fuhren sie zu dem Schiff. Und tatsächlich: Eswar Piranodores Schiff!<o:p></o>
Sie fuhren mit ihrem Schiff hinter einen Felsen und warteten. Endlichwaren alle Lichter auf dem Schiff aus, nur in einer Luke brannte noch einkleines Licht. <o:p></o>
Natalo und Mirano ruderten leise auf das Schiff zu. Natalo entdeckteein herabhängendes Tau, auf das er und Mirano kletterten. <o:p></o>
Als sie oben auf dem Schiff ankamen, hörten sie zwei Stimmen. Dieeine war Piranodores Stimme, die andere kannten sie nicht. Lautlos schlichenMirano und Natalo sich hinunter zu den Kajüten. Während sie dorthin gingen,wurden die Stimmen immer lauter. Mirano und Natalo störte das nicht weiter. Voreiner der Kajüten Türen blieben sie stehen und lauschten. So machten sie es beijeder Tür bis zum Ende des Ganges.<o:p></o>
Hinter der letzten Tür aber hörten sie ein komisches Geräusch. Es klangwie: „Roch-Hin-! Mirano! – Roch – Ho - ! Mirano komm her! – Roch – hin -!Mirano! -“ und so weiter. „Das kann nur Seefugus sein,“ meinte Mirano, drücktedie Türklinke herunter und öffnete so die Tür. Dahinter lag – zusammengerolltwie ein Schlauch – Seefugus!! <o:p></o>
Zuerst staunten Mirano und Natalo ein bisschen, aber dann erinnerteMirano sich, dass Seefugus ihm einmal erzählt hatte, dass er drei Tage ohneWasser an Land überleben konnte. Mirano rannte zu Seefugus und klopfte ihm aufden Hals. Müde öffnete Seefugus die Augen und rief voll Freude: „ Mirano,Natalo was macht ihr denn hier?“ Mirano antwortete: „Wir wollen dichzurückbringen. Am besten wir brechen gleich auf.“ Seefugus rappelte sich aufund ging mit Mirano und Natalo durch die Tür. <o:p></o>
Natalo bemerkte, dass die beiden Stimmen immer noch da waren. Leise –ganz leise – schlichen sie den Weg zurück, den sie gekommen waren. Deshalbmussten sie auch an der Tür vorbei, hinter der die Stimmen zu hören waren. Dortwaren sie besonders leise. Doch gerade als sie vorbeigingen öffnete sie sichund heraus kam: Piranodores!<o:p></o>
Blitzschnell rannten sie weiter zu dem Tau, an dem sieemporgeklettert waren. Doch Piranodores hatte sie bemerkt und rannte hinterher.Weil er ein Holzbein hatte, war er nicht so schnell. Gerade als Mirano undNatalo auf dem Schiff waren, erreichte Piranodores das Tau. Schnell rudertensie los und Seefugus schwamm ebenfalls schnell hinterher. <o:p></o>
Als die Sonne aufging, kam die Seerose in Sicht. <o:p></o>
Mirano und Natalo ruderten schneller, weshalb sie kurzdarauf die Seerose schon erreichten. <o:p></o>
Die Mannschaft jubelte, weil Seefugus, Mirano und Natalo glücklichund gesund zurückgekommen waren. <o:p></o>
Dieses war das erste Abenteuer von Seefugus und Mirano. <o:p></o>
Ob Seefugus jemals ein anderes Seeungeheuer kennenlernt?? Das erfahrtihr in dem Band „Seefugus und Mirano 3 – Ein neuer Freund für Seefugus“. VielSpaß beim Lesen!!<o:p></o>
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Karoline Battermann<o:p></o>
18.07.2012<o:p></o>
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