Thema: weißt du

  1. #1
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    weißt du

    weißt du


    ach weißt du nein du weißt ja nichts & nichts
    hast du verstanden zu verstehn wärs leicht
    gewesen hättest du die hand gereicht
    du gabst mir eine seite des gesichts

    nur die mir abgewandte scharf geschnitten
    im licht des abendrots zur nacht gedreht
    die wunden offen heilung war verweht
    weil uns die bösen teufel ruchlos ritten

    die seite mit dem schwarzgestrichnen lid
    das hassvoll zuckend in die tränen biss
    sie war es die ich vorher immer mied

    weil sie mich aus den kühnsten träumen riss
    es gäb ein morgen nach dem schwarz der wacht
    ich sah es wie du gingst du hast gelacht
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  2. #2
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    hallo walther
    es muss doch mal wer anmerken, dass hier ein richtig tolles gedicht ist!

    du transplantierst hier den souverän leichten umgang mit ver-verster prosasprache, wie ich ihn aus deinen terzetten u.ä. kenne, auf ein sonett. und du streichst auch allen übrigen ballast (interpunktion, grossschreibung). übrig bleibt ein allerfeinstes distillat einer "frauenleiche" (man riecht noch ihr "parfüm").
    sofern der inhalt echt erlebt wurde, darf ich sagen, dass ein liebeskummer-krieg in diesen strophen seinen sinn findet. täusche ich mich, oder ist das LI auch erleichtert, dass das tränen-hass-monster aus strophe3 nun weg ist? strophe 4 scheint dem zu widersprechen. doch die letzte zeile lässt raum zur interpretation.

    mir scheint die drittletzt zeile etwas verunglückt (besonders, wenn man den wichtigen anschluss an die nächste sucht).
    ich schlage vor:
    weil sie mich aus den kühnen träumen riss
    oder
    die mich aus meinen kühnsten träumen riss
    ich hoffe, man spürt einen unterschied zu deiner lösung.

    lg wilma27

  3. #3
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    hi wilma27,

    danke für deinen freundlichen einleitenden worte und die spannende interpretation. in der tat ist der text in form, inhalt und erzählweise etwas sperrig, wobei ich ehrlich zugebe, daß ich ebendas bei meinen experimenten dieser art, seien sie gereimt oder nicht, billigend in kauf nehme. man kann nicht weiterkommen ohne risiko, und das kann eben auch den totalabsturz eines texts zur folge haben.

    in der tat stand in der ersten fassung dein vorschlag "weil sie mich aus den kühnen träumen riss". ich habe dann, bewußt auf das geflügten wort "aus den künsten träumen reißen" anspielend, den vers so geändert, wie er jetzt ist. du siehst, die debatte, die du hier mit nachvollziehbarem und gutem grund anstößt, habe ich in mir bereits geführt - und mich für die jetztige fassung entschieden.

    ich hoffe, das zeigt dir, dass dein vorschlag angekommen ist - wenn ich ihn auch jetzt nicht umsetze, was nichts heißt. texte bleiben am ende nie so, wie sie sind, wenn man sie später nochmals anpackt, und das wird auch bei diesem gedicht so sein.

    lg w.
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