Märkte

©Hans Hartmut Karg
2012

Natürlich braucht der Mensch rundum Versorgung,
Global fließen die vielen Warenströme,
Und Leute freuen sich, wenn die Besorgung
Im Einkauf nicht vernichtet Wohlstand und Löhne.

Geizig und billig und für jedes Portemonnaie
Müssen die Moden im Geschmack sich selbst ausleben:
Was für den Sommer wichtig und kreiert in tiefem Schnee
Ist doch des Menschen Wille und Konsumbestreben.

Kann so der Mensch sich davon noch befreien,
Von Kaufzwängen, Werbung und Aktionismus?
Sind es nicht Märkte die mit lautem Schreien,
Am End´ Dir geben nur den Judaskuss?

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich,
Doch ist der Markt denn auch sein eigener Wille,
Wenn Arm und Reich sind doch nicht wirklich gleich
Und Warenmacht erschlägt die Welt und jede Stille?

Natürlich ist des Menschen Sein auch Jahrmarkt
Und Leben bleibt Option und Angebot.
Doch wo der Markt im Übermaß erstarkt,
Entstehen Leere, manchmal tiefe Seelennot.

Kein Markt darf uns darüber täuschen,
Dass wir nur konsumieren wollen
Und dass mit den Basargeräuschen
Er sich Befriedigung kann holen.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
Sonst dürstet seine leere Seele,
Denn Haben ist allein kein Sein,
Freiheit er anders sich erwähle.

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