1. #1
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    die letzten der laternen

    die letzten der laternen


    du trittst an dieser schwelle in die nacht
    & schwarz umgibt dich wie ein schwerer mantel
    die angst umspinnt dich still & die tarantel
    weiß sehr genau wann sie dich sticht gedacht

    hast du als du dich löstest dies gegrantel
    das magst du nicht mehr hören angefacht
    von heißer wut hast du dich aufgemacht
    & bist gesprungen wie der sparrenfantel

    als gäbe dieser irrwitz einen sinn
    nun streifst du durch das nichts einsam zu fernen
    den ganzen stolz im vorgestreckten kinn

    im dunkel blinkt das weiß von kalten sternen
    du stürmst schon stolpernd weiter drüber hin
    verloschen sind die letzten der laternen
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  2. #2
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    Hi, Walther -

    ich wage mich so selten an Deine Gedichte!
    Zum einen, weil sie so gut sind.
    Zum anderen, weil ich die permanenten Kleinschreibung grausig finde (und dann auch noch Bürozeichen à la &!!).
    Aber hier kann ich mich nicht bremsen -

    Ein großartiges Sonett, wie man es selten liest.
    Lediglich im letzten Vers stimmt es m.e. nicht:

    entweder
    erloschen
    oder
    verlöscht.

    LG
    Barbarossa

  3. #3
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    hi barbarossa,

    danke für den eintrag. verloschen stimmt tatsächlich. ich schicke den link per pn.

    das lob macht mich ein wenig sprachlos, aber ich danke dir sehr dafür.

    lg w.
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  4. #4
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    Sag mal ehrlich Walther, war das wirklich die letzte Laterne, die Du für uns hier angezündet hast?
    Da hätte doch bestimmt eine Kerze genügt!

    Gruß
    Al
    Geändert von almebo (23.07.2012 um 21:49 Uhr)
    Lieber ein eckiges Etwas,
    als ein rundes Nichts.

  5. #5
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    Hi almebo,

    ich weiß, daß ich schlechter vogonisch kann als du. aber sonettisch kann ich besser. und sterne reimt sich nicht auf kerze. nicht in sonettisch, in vogonisch schon, wenn ich mich recht erinnere.

    lg w.
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  6. #6
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    Du hattest meine Ironie missverstanden.-

    An dieser Schwelle trittst du in die Nacht
    schwarz umgibt dich dabei ein schwerer Mantel
    die Angst umringt dich still und die Tarantel
    wusste genau als sie den Stich gemacht

    Hast du als du dich löstest vom Gegrantel
    du magst es nicht mehr hören angefacht
    von heißer Wut warst du fast aufgebracht
    bist aufgesprungen wie ein Trauermantel

    als gäbe dir der Unsinn ein Gewinn
    nun streifst du durch das Haus dich zu entfernen
    mit stolzem Haupt und einem Doppelkinn

    im Dunkel blinkt das Licht von den Laternen
    du stolperst weiter und fällst knallhart hin
    mit einer Kerze könntest du es lernen.-

    Lg
    Al
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  7. #7
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    Inspiration ist doch etwas sehr Belebendes. Ich habe einfach weiter gesponnen. Danke dafür. haifisch

    Was in der Nacht nur einfach leuchten will,
    das ist am Tage mucksmäuschenstill.
    Doch manchmal müde für sich glimmt,
    ein Docht, der leise für sich sinnt:
    Ach könnt' ich nur so, so wie ich wollte,
    wenn nur die Kerze nicht so schmollte.
    Poesie ist Musik in Worten.

  8. #8
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    Hallo Walther,
    deinen über die kalten Sterne stolpernden, von der Tarantel gestochenen Nachtschwärmer habe ich mehrmals gelesen, und er wurde immer schöner! Das Gedicht lebt von diesen eindrucksvollen Bildern: der Stolz im vorgestrecken Kinn gefiel mir besonders gut.
    Sehr schön gefällt mir auch der Gedanke, dass es nicht nur eine einzige letzte Laterne gibt. Der warme Schein dieser vom Menschen angezündeten Leitlichter werden dem kalten Sternenlicht gegenüber gestellt, das gerade noch taugt, darüber zu stolpern, aber keine romantische Nähe herstellen geschweige denn wegweisend wirken können.
    Alles in allem ein sehr gutes Gedicht aus meiner Sicht. Auch wenn ich des "Sonetts" als Dichtform ein bisschen überdrüssig bin - hier passt alles zusammen!

    Ciao
    Mumpitz
    Geändert von Mumpitz (24.07.2012 um 10:05 Uhr)
    Wer nach dem Ende des Regenbogens sucht darf die Welt nicht schwarzweiß malen.
    aus: Andreas Gers, Ein Lümmel mit nur Un im Sinn, Cenarius Verlag Hagen

  9. #9
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    lb. almebo.

    in deiner verschlimmbesserung schmerzen bereits die metrikfehler. ebenso furchtbar das doppelte "mantel" und ganz schlimm die beiden terzette, die die sprache und sinn bis zum weinkrampf verbiegen. warum, frage ich dich, hast du es nicht bei deiner wirklich lustigen ersten replik belassen?

    schade!!!

    lg w.

    hi haifisch,

    auch hier gilt: dichten sollte man können. diese metrenfehler bringen mich zum wahnsinn. ebenfalls das trippel-so, das nur so dasteht, weil sonst der rhythmus nicht aufgeht, was er dann auch nicht tut. der reim immt auf innt, mann, geh ins wasser, haifisch, und fresse australier am barrier riff, aber lass um himmelswillen das dichten!

    lg w.

    lb. mumpitz,

    danke für deinen eintrag. ich wollte mir gerade aus dem fenster stürzen, habe aber aus versehen den griff abgerissen. nun steh ich da und kann nicht anders, als die sonne angrinsen.

    lg w.
    Geändert von Walther (24.07.2012 um 15:35 Uhr)
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