1. #1
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    Wink Das Burgfräulein

    Das Burgfräulein

    Es kam in rauer Winternacht,
    ein Knappe zur Burg geritten,
    derweil in der Kemenate das Fräulein erwacht,
    weil sich die Ritter so laut stritten.

    Wer wohl der Beste wäre im Raufen,
    etwas anderes fiel ihnen nicht ein,
    dabei ging es nur um's Saufen,
    wie viel geht in einen Ritter rein.

    Der Knappe brachte neue Kunde,
    vom Fürsten in der Ferne,
    jetzt würde schlagen ihre Stunde,
    die Rüpel hörten es gar nicht gerne.

    Der Fürst rief sie zum Gefecht,
    das Land sei bedroht von rauen Gesellen,
    da wurde dem ersten schon mal schlecht,
    die Hunde fingen an zu bellen.

    Das Fräulein in seinem Kämmerlein,
    vernahm mit Furcht die böse Botschaft
    und freute sich auf ein Stelldichein,
    mit der so sanften, lieben Knappschaft.

    Die Ritter eilten unter großem Radau,
    zu ihren Pferden, in voller Montur,
    sie ließen zurück, die einsame Frau,
    ihre Blicke huschten über des Knappen Statur.

    Als endlich die Bande fort war in Eiligkeit
    und Ruhe sich senkte über Burg und Turm,
    da verbanden sie sich in Seligkeit,
    der Knappe eroberte sie im Sturm.


    Derweil die Ritter im Walde kämpften,
    war es drinnen warm und inniglich.
    Aus der Kemenate drangen, die gedämpften
    Laute, die aus den Liebenden entwich.

    Schon zwei Wochen später,
    das Liebesnest war noch voller Glut,
    erschienen die Ritter als Halbgötter,
    der Anblick zuhause entfachte die Wut.

    Sie zerrten den jungen Knappen
    aus den warmen Armen des Fräulein,
    sie banden ihn an einen Rappen,
    er musste erleiden schockschwere Pein.

    Er wurde bis zum Tode geschunden,
    sein Körper wurde rasch vergraben,
    das Fräulein hat es nicht verwunden
    und fristet ihr Schicksal bei den Raben.

    Und die Moral von der Geschichte,
    wenn Ritter reiten zum Kampfe aus,
    dann sollten alle halten dichte,
    sonst kommt zur Wiederkehr der Garaus.
    Poesie ist Musik in Worten.

  2. #2
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    Ich hörte sie, die traurige Kunde,
    vom Ritter und der Kunigunde.
    Ich würde sie so gerne haben,
    um sie zu trösten, nun tun`s die Raben,
    A M E N !

    Eine neue Variante -
    nicht schlecht
    BURGFRÄULEIN.
    Was man aus den Fräulein`s nicht alles zaubern kann!
    Sie sollten uns doch dankbar sein, dass wir uns mit ihnen so befassen.
    Der "alte Ritter" grüßt den HAI
    Lieber ein eckiges Etwas,
    als ein rundes Nichts.

  3. #3
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    Ja , so waren sie eben, die rauen Gesellen und wie ich schon bemerkte, das Feld ist sehr groß, das da bestellt werden soll.
    Einfälle muss der Mensch haben, dann kommt auch dabei etwas heraus.
    Lass uns doch einmal zusammen planschen, aber lege vorher die Rüstung ab, denn die rostet garantiert.
    Mit haischen Grüßen haifisch
    Poesie ist Musik in Worten.

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