1. #1
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    Nacht(eulen)gedanken

    Oder: Zwischen den Bildern


    Was läuft im Comic zwischen seinen Bildern?
    Ist es so langweilig, dass keiner es erträgt?
    Erscheint es so brutal, man darf nichts schildern,
    Weil Superman die Bösen lebendig zersägt?

    Was sagen Claus und Gundula, wenn keiner etwas hört?
    Verpassen wir so alles wirklich Wichtige?
    Die weltbewegende der Nachrichten, die uns empört?
    Erörtern sie: „War Klebers Schlipps der Richtige?“

    Was macht ein Gott, wenn niemand zu ihm betet?
    Und ärgert es ihn, wenn sein Heiligtum verstaubt,
    Weil keiner mehr für ihn die Hände knetet?
    Verpufft ein Gott, wenn niemand wirklich an ihn glaubt?
    Geändert von Nachteule (25.04.2013 um 02:31 Uhr) Grund: V1 verschlimmbessert
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  2. #2
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    Ich habe dieses Gedicht zwei mal gelesen und muss leider sagen, dass es mir nicht sehr gut gefällt. Ich finde, der einzig interessante Gedanke bleibt: "Was passiert mit Gott, wenn niemand mehr zu ihm betet", der Rest ist für mich zu einfach zu beantworten und in Metaphern kann ich es auch schlecht bringen. Die Reime klingen meiner Meinung nach etwas sehr gezweckt, ich finde, wenn man keinen guten Reimfluss zu schreiben vermag, sollte man lieber gar nicht reimen, als dann "schlecht", hier würde eher "umständlich" passen. Was ich auch noch etwas kritisieren würde, wären die Themen, welche ich - bis auf die Einleitungsfrage nicht miteinander verbinden kann. Für mich stehen hier eher drei kurze Texte, als ein dreistrophiger. Ich hoffe, du nimmst mir meine Kritik nicht persönlich übel, wer immer du auch sein magst.

  3. #3
    Derolli Guest
    Liebe Nachteule,

    geschickt an dem Text finde ich dass du hier der Superlativ, welchen man doch eher erwarten würde, unterlässt:
    Die weltbewegende der Nachrichten, die uns empört?
    Eine weltbewegende Nachricht/die weltbewegenste Nachricht - damit deutest du wohl daraufhin, dass wir uns über Dinge den Kopf zermartern, die absolut unwichtig sind und schneller vergehen, als die Tageszeitung. Zu deiner Theorie mit dem Gott der nicht existiert, wenn niemand an ihn glaubt, solltest du mal Terry Pratchetts "einfach göttlich" lesen. Die Bibel sagt dazu das was in Lukas Kapitel 19 Vers 39 und 40 steht.

    Liebe Grüße

  4. #4
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    Hallo ihr beiden,

    @alonor

    schade, dass ich dich nicht überzeugen konnte, aber das passiert auch mal und ist für mich kein Beinbruch. Ich kann damit leben.
    Was mich persönlich aber enttäuschend ist ist, dass die Reime eigentlich schon den Inhalt transportieren, den ich rüberbringen wollte. Sie haben sich eigentlich ergeben. Dass "wichtig" und "richtig" recht ausgelutscht sind, ist mir bekannt, aber meine Theorien waren halt so angelegt. Entweder es geht um die Krawatte oder ein Nachricht, die uns nicht zugemutet werden soll.
    Der Zusammenhang zwischen den Strophen soll sein, dass man bei allem nicht wirklich weiß, was eben passiert. Wenn oben rechts steht "fünf Minuten später" oder "Am nächsten Morgen", dann wissen wir eben nicht, was passiert ist, ob die Darsteller auf dem Klo waren, was aßen oder eben die politischen Gefangenen lebendig zersägen. Ebenso, wenn das ganze Bild grün ist und "Kall, puff, Peng" drinsteht.
    Wenn die Kamera wegfährt ist es auch (für mich, als Normalsterblicher) nicht möglich, zu verstehen, was in der Tagesschau, den Tagesthemen oder sonstwo gesprochen wird.
    Und was mit einem Gott geschieht, wird dann wirklich niemand sagen können (außer die Götter selbst).

    Ich hoffe, du nimmst mir meine Kritik nicht persönlich übel, wer immer du auch sein magst.
    Nö, wieso sollte ich? Du sagst deine Meinung, die ich dir auch glaube.
    Wer ich bin, steht oben. Aber du brauchst keine Angst vor VoldeMOD haben. Für den bist du ein kleiner Fisch...

    @Dolly

    Eine weltbewegende Nachricht/die weltbewegenste Nachricht - damit deutest du wohl daraufhin, dass wir uns über Dinge den Kopf zermartern, die absolut unwichtig sind und schneller vergehen, als die Tageszeitung.
    Ich meinte eigentlich, wie oben angedeutet, eine Nachricht, die man uns nicht zutrauen will. Aber eine, die nicht wirklich wichtig ist, da ihre Halbwertszeit sehr gering ist, kann ich mir da auch vorstellen. So eine Ehe von Matthäus oder so...
    Zu deiner Theorie mit dem Gott der nicht existiert, wenn niemand an ihn glaubt, solltest du mal Terry Pratchetts "einfach göttlich" lesen. Die Bibel sagt dazu das was in Lukas Kapitel 19 Vers 39 und 40 steht.
    Wie du das Bibelzitat mit dem Glauben an Götter in Verbindung bringen willst bleibt für mich gerade rätselhaft...
    Den Buchvorschlag habe ich mir mal bei Wikipedia angesehen und er klingt wirklich interessant!

    Danke euch beiden für eure Kommentare!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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  5. #5
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    Liebe Nachteule .

    Hier meldet sich die Krümelkackerin, die es zwar auch nicht besser macht, aber Unzulänglichkeiten durchaus aufdecken kann:
    Was geschieht im Comic zwischen seinen Bildern? Ja, genehmigt! Betonter Auftakt, gelungener Trochäus: XxXxXxXxXxXx
    Ist es so langweilig, dass keiner es erträgt? Huuups? Wattn dattn? XxxXxxXXxXxX
    Erscheint es so brutal, man darf nichts schildern, Genehmigt, schöner runder Trochäus: xXxXxXxXxXx

    Weil Superman die Bösen lebendig zersägt? Nee ich? Also entweder Trochäus oder Daktylus. Solch Mischmasch is nich: xXxXxXxxXxxX

    Was sagen Claus und Gundula, wenn keiner etwas hört? Könnte sein, dass die Preußin hier anders betont. Für mich ists nicht stimmig: xXxXxXxxxXxxX
    Verpassen wir so alles wirklich Wichtige? Ganz nett, aber nicht einzuordnen: xXxxXxxXxXxx
    Die weltbewegende der Nachrichten, die uns empört? Nee, wo ist dein Sprachgefühl hin:
    xXxXxxxXxxXxxX Das liest sich, wie ein Bagger krabbelt.
    Erörtern sie: „War Klebers Schlipps der Richtige?“ Genehmigt. Schöner Trochäus: xXxXxXxXxXxX


    Was macht ein Gott, wenn niemand zu ihm betet? Sehr schön: xXxXxXxXxXx

    Und ärgert es ihn, wenn sein Heiligtum verstaubt, Schon wieder dieser Mischmasch, ich fass es nicht: xXxxXxxXxxxX
    Weil keiner mehr für ihn die Hände knetet? Perfekt im Trochäust – gelungen: xXxXxXxXxXx
    Verpufft ein Gott, wenn niemand wirklich an ihn glaubt? Prächtig! xXxXxXxXxXxX
    Tja, inhaltlich für mich sehr überzeugend, besonders S3. Technisch für dein Sprachgefühl und meine Lesart ein Debakel.

    Unterschiedliche Metren können ein Gedicht sehr spannend gestalten, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber innerhalb eines Verses das Metrum zu wechseln, das sich in den folgenden Versen nicht wiederholt, nee, das geht nicht! Da versöhnen selbst die wirklich guten und treffenden Reime nicht.

    Müsste ich jetzt Noten verteilen, dann gäbe ich für Inhalt und Bilder ein „Sehr gut“ und für die Ausführung ein „gerade noch Ausreichend“.

    Nu haste dein Fett weg
    Herzliche Grüße und eine Gute Nacht,
    Medusa.
    Geändert von Medusa (01.08.2012 um 20:14 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Medusa,

    Hier meldet sich die Krümelkackerin, die es zwar auch nicht besser macht, aber Unzulänglichkeiten durchaus aufdecken kann:
    Willkommen im Klub.

    Ist es so langweilig, dass keiner es erträgt? Huuups? Wattn dattn? XxxXxxXXxXxX
    Das lese ich etwas anders. Eher jambisch. Ein wirkliches Gewohnheitsmetrum wird sich da zwar noch nicht eingeschlichen haben, aber das "ist" ist als nicht sooo wichtig, während "es" dann (für mich) schon eher betont sein sollte. Das "Dass" dann aber auch wieder nicht wirklich wichtig ist. Kann aber verstehen, wie du es liest...

    Weil Superman die Bösen lebendig zersägt? Nee ich? Also entweder Trochäus oder Daktylus. Solch Mischmasch is nich: xXxXxXxxXxxX
    da gibts keine Ausrede, da habe ich "lebendig" verkackt. Schuldig im Sinne der Anklage!

    Was sagen Claus und Gundula, wenn keiner etwas hört? Könnte sein, dass die Preußin hier anders betont. Für mich ists nicht stimmig: xXxXxXxxxXxxX
    Ja, da betonst du etwas etwas anders. Das muss auf der ersten Silbe betont werden. Aber ich sehe gerade, dass da eine Silbe fehlt. (Allerdings nur bei dir!) Die letzte Silbe von Gundula müsste dann betont werden, weil das Einheitsmetrum das vorgibt. , das Metrum mit der Zäsur endet und weil wir so drei unbetonte nacheinander haben...

    Verpassen wir so alles wirklich Wichtige? Ganz nett, aber nicht einzuordnen: xXxxXxxXxXxx
    Verpassen wir so alles wirklich Wichtige.
    die "festen" betonten Silben habe ich mal fett gemacht. Die anderen werden betont, wegen weil. Eben die drei Silben oder, wegen der Gewöhnung an ein binäres System. (Machst du unten dann ja auch... allerdings liest du da binär)

    Die weltbewegende der Nachrichten, die uns empört? Nee, wo ist dein Sprachgefühl hin:
    xXxXxxxXxxXxxX Das liest sich, wie ein Bagger krabbelt
    Gewohnheitsmetrum... Ende der zweiten Strophe müsste das schon sitzen... allerdings hattest du ja oben schon Probleme, womit das Gewohnheitsmetrum sich nicht einstellen kann...

    Tja, inhaltlich für mich sehr überzeugend, besonders S3. Technisch für dein Sprachgefühl und meine Lesart ein Debakel.
    Immerhin Idee gut...

    Müsste ich jetzt Noten verteilen, dann gäbe ich für Inhalt und Bilder ein „Sehr gut“ und für die Ausführung ein „gerade noch Ausreichend“.
    Ich nehme die erste!

    Danke auch dir für deinen Kommentar!

    soviel habe ich doch gar nicht...

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
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    (Der Buchstabe)
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  7. #7
    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen

    Was mich persönlich aber enttäuschend ist ist, dass die Reime eigentlich schon den Inhalt transportieren, den ich rüberbringen wollte. Sie haben sich eigentlich ergeben. Dass "wichtig" und "richtig" recht ausgelutscht sind, ist mir bekannt, aber meine Theorien waren halt so angelegt.
    Ich finde auch nicht, dass dein Text Zweckgereimt oder ausgelutscht daherkommt, deswegen habe ich als Umschreibung "umständlich" gewählt: Es liest sich für mich persönlich so (vielleicht bin ich ja auch eine Ausnahme) - holperig. Ich würde nicht einmal soweit gehen, das Metrum als schlecht zu bezeichnen doch verläuft der Satz recht unpoetisch, abgesehen vom Reim. Wie zwei Sätze, die eben zufällig auf einen Reim hinauslaufen, weniger wie ein gedichteter Text.
    Dass du mir nicht böse bist, macht mich froh, ich habe es mir nur angewöhnt anzumerken, da manche Menschen leider nicht den guten willen in der Kritik sehen mögen.
    Liebe Grüße, Alonor

  8. #8
    Derolli Guest
    Liebe Nachteule,

    also meines Erachtens, agt der Bibeltext aus, dass Gott nicht auf Menschen angewiesen ist. Er als allmächtiger Schöpfer kann jeden zwingen (selbst die Steine) seine Diener zu sein. Doch das hat er nicht nötig, nein er verzichtet auf Menschen die ihm nicht dienen wollen, die nicht an ihn glauben wollen, aber er will das wenigstens bekannt gemacht wird, dass er in seiner Güte die Möglichkeit eingeräumt hat ihn kennenzulernen. Wie liest du den Text sonst, vorallem im hier auftretenden Zusammenhang?

    Liebe nachdenkliche Grüße

  9. #9
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    Hallo zusammen,

    @alonor
    Danke, dass du dich noch einmal gemeldet hast! Das beruhigt mich aber! Ich hätte sonst im falschen glauben gelebt. Das klingt für mich schon viel besser.

    @Dolly
    Ich bin jetzt nicht Bibelfest, sondern würde mich als getauften Atheisten bezeichnen (kann man wohl an "das Gericht" sehen), aber ich interpretiere das eher so, dass die Jünger die Menschen ja ruhigstellen wollen, weil Jesus nicht als "König" tituliert werden soll... Und eher, dass es so offensichtlich ist, dass die Steine das selbst merken würden. (so in etwa...)

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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