1. #1
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    Der Hobbydichter

    Er hat in einer stillen Stunde
    ein heiteres Gedicht erdacht
    und trägt es vor in froher Runde.
    Das hätt er besser nicht gemacht.

    Der eine ist des Lobes voll,
    der andre findet’s nicht so toll.
    Es hätte mindestens auch einer
    viel formvollendeter gereimt.

    Der Dichter wird zusehends kleiner
    und still in ihm die Hoffnung keimt,
    die Diskussion sei bald zu Ende.
    Da nimmt ein Kerl und reibt die Hände,

    flugs einen Stift zur Hand.
    Malt auf des Dichters Textvorlage
    gar Zeichen an den Rand.
    Das bringt den Autor doch in Rage.

    Er flieht aus der Banausenrunde
    und denkt: “Ich bin selbst schuld im Grunde“.
    Als ich so dasitz, ganz versonnen
    und denk an alles und an nichts,
    hat sich in meinem Kopf entsponnen
    ganz unerwartet ein Gedicht

  2. #2
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    Ein einfaches ,unterhaltsames Gedicht, mit einem seltsamen Ende, meiner Meinung nach. Vielleicht hast du aus Erfahrung gesprochen, aber das regt ja die Hobbydichter dazu an, ihr Gedicht nach dem Verfassen, tausenmal zu überdenken, und zeigt , dass die fremde Meinung wichtiger ist als die eigene.
    Was eigentlich genau das Gegenteil ist, man soll ja einfach wenn es einem gefällt, der Öffentlichkeit vorstellen und keine Schuldgefühle danach haben.

    Also der Anfang hat mir gefallen, schöne Idee, den Schluss fand ich wie gesagt verwirrend , da er eine falsche Moral aufzeigt.

  3. #3
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    Hallo GlervonGoo,

    der arme Hobbydichter hat eben gedacht er liest sein Gedicht vor und alle freuen sich und fertig. Dass es auch anders kommen kann, hätte er zumindest in Betracht ziehen müssen. Also kommt er ganz richtig zu der Einsicht: "Wer sich in Gefahr begibt..."

    LG Susi
    Als ich so dasitz, ganz versonnen
    und denk an alles und an nichts,
    hat sich in meinem Kopf entsponnen
    ganz unerwartet ein Gedicht

  4. #4
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    Lässt sich drüber streiten, es zeigt das naive und selbstbewusste Verhalten des Autors also. Aber ich finde, dass diese Leute erst dann sich weiterentwickeln können. Denn es gibt nichts schöneres als eine negative kritik für sein Gedicht zu bekommen, da man dann genau weiß, woran man arbeiten muss. Wenn alle jubeln , dann denkt man, besser gehts nicht, aber irgendwann kommt man auf den Boden und weiß, man hat nichts erreicht in dem Bereich und man weiß nicht, was man besser machen kann.

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