Thema: Vom Wahren

  1. #1
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    Vom Wahren

    Solang Vernunft uns blinde Menschen leitet,
    hat Wahres Bett und Wiege in uns selber.
    Wir alle sind so schwach und zart besaitet
    und leider viel zu oft des Schlächters Kälber.

    Was wahr ist, greift bis an den Rand der Welt.
    Doch fällt Vernunft in einen langen Schlaf
    und hat das Dunkel ihr das Licht vergällt,
    erbebt das Menschsein wie der Seismograph.

    Der Mensch, das sterbliche, das höchste Wesen,
    wird Unvernunft für immer erst besiegen,
    wenn sein Verstand von Dunkelheit genesen
    und alle Sehnsucht erdenwärts gestiegen.

    Mit Dank an Goya, Robespierre,
    Hegel, Kant, Marx, Lenin u. v. a.

  2. #2
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    hallo knochenkarl
    du hast hier bislang schöne sachen eingestellt, soviel ich gesehen habe.
    nun will es der zufall, dass ich zu diesem stück einen passenden kommentar fand in deiner eigenen korrespondenz hier.
    das fand ich so erheiternd, dass ich ihn leicht umarbeitete und nun zitiere:

    Mein Eindruck ist doch, dass du dich vor allem von Literatur längst vergangener Zeiten inspirieren lässt. Dadurch entsteht m. A. kein wirklich gefühltes Gedicht, sondern das Gedicht erschöpft sich in (mehr oder weniger) geschickt angewandten Sprachbausteinen von Romantikern der postmodernen internetforen. Es entstehen keine wirklichen Beiträge zur Philosophie, sondern gereimte Zeilen. Man fühlt, dass da noch nichts wirklich Wahres hinter ist, sondern das Idol einer mehr oder weniger künstlichen Wahrheit. Das hat zuweilen etwas Kitschiges, eben Unwahres, und das spürt der Leser. Ich spüre, dass da etwas ist, das dich zum Schreiben antreibt. Wenn du aber wirklich weiterschreiben willst, dann ist das A und O, dass du weiter vordringst und alles vermeidest, was "Kunst", das heißt Künstlichkeit, produziert. Wirkliche Kunst ist immer schlicht, niemals aufgeprotzt. (ab und zu frei zitiert nach "knochenkarl, kommentar zu 'An Luna', ib., 2012).

    nüt für unguet

    wilma27

  3. #3
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    Liebe Wilma27,

    dein Kommentar gibt mir Rätsel auf. Was ich Martin Röhmer geschrieben habe, hat doch nun nicht im entferntesten mit meinem Gedicht zu tun. Was willst du mir mitteilen? Dass das Wahre aus alten Zeiten stammt? Dass heute die Lüge unwidersprochen triumphiert? Oder was? Kannst du dich, obwohl du es anscheinend lustig findest, mich aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren, etwas näher erklären?

    lg. Knochenkarl.

  4. #4
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    @Karl


    Moin, Hut ab in deiner Wortwahl, in deiner Konstruktion und dem Inhalt.

    Zitat:“Was wahr ist, greift bis an den Rand der Welt.
    Doch fällt Vernunft in einen langen Schlaf“

    Der Sinn hier scheint mir, verbesserungswürdig. Denn sie greift doch viel weiter und macht doch keinen Halt am Rande der Welt. (Eigentlich ist es ja sogar ein „Naturgesetz“)
    Vielleicht:
    Die (Logik)(Wahrheit) strahlt über den Rand der Welt.
    Die (Logik)(Wahrheit) ist Naturgesetz der Welt.

    Ansonsten, kann ich mich mit dem Inhalt identifizieren. Klasse Arbeit.

  5. #5
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    da du deine verse "offensichtlich ernst" meinst, wird es schwierig, zu erklären, was ich "augenscheinlich lustig" finde.
    ich meine, es ist erheiternd, von dir über die künstlichkeit der schwärmerischen verse eines fünfzehnjährigen zu lesen und gleich danach die künstlichkeit deines eigenen, schwärmerischen gedichts über die ratio.
    gottseidank hat aber horstgrosse2 die verhältnisse wieder gerade gerückt und den ernst der sache wiederhergestellt.
    lg wilma27

  6. #6
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    Lieber Horst Grosse,

    danke fürs Feedback und für den Hinweis, dass die Wahrheit über den Rand der Welt hinweggreift. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Ständig kommt einem dieser Einstein dazwischen. Oder woran dachtest du?


    Liebe Wilma27,

    das hast du gut beobachtet. Ich sollte am besten ganz still sein, wenn ich andere Texte kommentiere, weil ich künstlich für die Wahrheit schwärme? Das meinst du doch? Ich werde mir das überlegen. So habe ich die Sache noch gar nicht gesehen. Gut, dass du das mal aufschreibst.
    Geändert von Knochenkarl (08.08.2012 um 07:35 Uhr)

  7. #7
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    @Karl

    Nun, dein Gedicht öffnet viele Richtungen, Philosophie, Naturwissenschaft, der Entwicklungsweg der Menschheit, und, und. (Egal ob wir Marx zitieren, oder die 10 Gebote Moses, beide liegen gleich auf, es sind nur andere Wörter.)Momentan sind wir noch sehr blind, wenn im Hintergrund der Profit winkt. Dabei wird gern vergessen, wie lange wir die Tube „Erde“ noch auspressen können, wie viel Ungerechtigkeit innerhalb der Zivilisation noch zumutbar ist. Wie weit darf die Schere zwischen Reich und Arm auseinanderklaffen. Und, und. Manche müssten eigentlich den ganzen Tag mit Kopfschmerzen herumlaufen, mit Gewissensbissen, aber wenn tausende Blinde rumlaufen und sich dabei auf die Schulter klopfen und alles chic finden, dann sind Sie (sorry) Täter, Verbrecher. Alles eine Ansichtssache? Natürlich, man kann jedes menschliche Versagen schön reden, wir brauchen nur die entsprechenden gefärbten Argumente. Scheiß Philosophie, wir müssten viel mehr von der Natur lernen, dann kämen wir besser voran. Natur ist ein Bruchteil Kosmos, falsch, eher astronomische Gesetzmäßigkeit die nur auf dieser Erde gilt.

    Zitat:
    Solang Vernunft uns blinde Menschen leitet,
    hat Wahres Bett und Wiege in uns selber.
    Frage: ist es richtig, das Vernunft blinde Menschen leitet? Oder ist es so:“ solange (Blindheit)(Habier), trüb den Menschen leitet, da schläft Vernunft, noch Jahre in uns selber?
    Aber deine Gedanken gingen hier einen anderen Weg, demzufolge ist deine Aussage aus deiner Sicht richtig und meine aus meiner Sicht ebenfalls.
    Return: Einstein? Der war wahrscheinlich sehr genügsam, Erfinderich, strebsam und doch voller Zweifel. Wie war das gleich:“Ich habe tausend Versuche machen müssen um meine Theorie zu begründen, aber es wird nur einen Versuch geben um meine Theorie zu stürzen.“ (so sinngemäß)hatte er sich mal geäußert.
    Return: man merkt, ich habe Urlaub (Plau am See), normalerweise halte ich mich mit solchen Geplänkel nicht lange auf. Der Philosophen gibt es zu viele, die richtige Wahrheit liegt auf der Wiese, Wald, und im Kosmos.
    Ja ich will mich jetzt auch hier verabschieden, mit der nochmaligen Erneuerung, dein Gedicht ist stark geschrieben. (Eine kleine Hymne)
    .

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