Thema: Frühlicht

  1. #1
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    Frühlicht

    Frühlicht

    ©Hans Hartmut Karg
    2012

    Schon grau gefärbt die Wolkenberge,
    So ziehn sie über Bäumen auf,
    Verwandeln Hochhäuser in Zwerge
    Und richten ihren Tageslauf.

    Man hört nichts, denn die Stadt, sie schläft,
    Die Turteltauben flirten, gurren.
    Im fernen Grund ein Köter kläfft
    Und Winde an den Schnüren zurren.

    Es ist die Zeit der stillen Wendung
    Zum frühen Herbst, weg von den Sommern.
    Und während alles bei der Erntung,
    Ist reich das Land – bis hin nach Pommern.

    Kühl wird es, immer später hell:
    Der Umschwung kommt, und zwar unmerklich.
    Und während nichts mehr wirklich grell,
    Bekämpfen Schatten sich verwerflich.

    Die Nächte werden länger, kälter,
    Die Sonne bleibt oftmals verborgen,
    Und dunkelgrüner jetzt die Wälder:
    Der Alte macht sich ernsthaft Sorgen.

    Der Wunsch, dem einzig er noch lebt,
    Wenn er des Frühlichts schwache Streuung,
    Will, dass er zu den Kräften strebt,
    Trotz Tau, trotz Wind und tiefer Dräuung.

    *

  2. #2
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    Hi Dr. Karg,

    Sehr feine Naturdichtung!
    Der Titel lässt mich förmlich "atmen".

    Das wirkt wie aus dem Leben genommen, gerissen, und trotzdem geht das Poetische nicht abhanden. Durch die geschickte Wortwahl.
    Nicht schlecht.

    LG
    Martin

  3. #3
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    Lieber Martin Römer,
    vielen Dank für das einfühlende Verständnis! Ich werde mich auch weiterhin bemühen.....
    Herzliche Grüße H. H. Karg

  4. #4
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    Lieber Dr. Karg -
    auch ich muss meine Anerkennung für diese schönen Zeilen "deines eigenen Stils" hier hinterlassen.
    In der 2. Str. "schläft und kläfft" vielleicht Worte suchen, die gleich sanft oder gleich stark wirken in der Reimung.
    Sonst sind deine Gedichte immer sehr natürlich in der Ausdrucksweise und man kann sich in die Natur
    oder Geschehnisse hineinversetzen.
    LG E.Chatterfield (Kämpfe derzeit mit m. d. Einstellung eines Neucomp., wo die Fa.(Lehrling) nichts zusammenbringt ausser
    mir das Geld aus dem Taschl zu ziehen, 260 Euro bereits fürs Einrichten gezahlt und kann noch kein
    E-mail schreiben, keinen Brief schreiben .... statt google heißt es jetzt bing, auch das musste ich mir selbst suchen ...
    es ist fürchterlich. Eine Woche renne ich mir schon die Haxn aus, nie ist was fertig, dann hudri wudri, keiner hat Zeit.
    Fürchterlich einfach. - Mit Bing komme ich jetzt Gott sei Dank in Gedichte.com. wo ich immer gerne lese die Gedichte der anderen.

    10-8- 11.52
    Danke für die Antwort. Ich möchte hier bleiben oder sonst ganz weitweggehen (viell. mit meinem Mann nach
    Südostasien). Ich muss leider jammern und nörgeln, weil wirklich keiner sich bemüht, etwas Zufriedenstellendes dem Kunden zu machen. Der muss zuerst eine Odysse in Domino mitmachen, bevor etwas funktioniert.
    Und ich ärgere mich, weil zum Abkassieren haben sie keine Hemmungen.
    Man fühlt, daß eine Zeit auf uns zukommen wird, wo es nur mehr Reiche und nur mehr Arme geben wird.
    Diese Computerexperten müssten das ja auf Anhieb hinbringen, da kenne ich mich ja manchmal schneller aus
    dabei.

    "schläft und darauf kläfft" tut mir weh in den Ohren, weil da die Reimung zu kontrastreich ist.
    E.Chatterfield
    Geändert von LadyChatterfield (10.08.2012 um 12:59 Uhr)

  5. #5
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    Liebe Lady,
    jetzt weiß ich nicht, ob Dich meine Antwort erreicht hat. Deshalb will ich es nochmals versuchen.
    Immer noch bin ich auf der "Jagd nach dem einfachen Wort" und suche nach der Tiefe der einfachen Sprache. Dabei kann es natürlich geschehen, dass nicht immer die treffendsten Worte gewählt werden. Aber ich bemühe mich auch weiterhin.....
    Was Dein persönliches Schicksal anbelangt:
    Leider habe ich selbst keine Firma und bin mit einer riesengroßen Familie (vier Kinder, vier Schwiegerkinder und vierzehn Enkelkinder) im Ruhestand bzw. im Unruhestand gesegnet. Aber DU solltest Dir die Antworten zu den folgenden Fragen überlegen und ehrlich beantworten:
    1. Was kann ich sehr gut (auch als Hobby)?
    2. Gibt es dafür auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich Berufschancen?
    3. Was möchte ich gern?
    4. Wäre ich bereit, mich auch in einem anderen Bundesland zu bewerben?
    Ich drücke Dir die Daumen und wünsche Dir bei Deinen Selbsterforschungen viel Erfolg!
    Herzliche Grüße H. H. Karg

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