Thema: Nerhegeb

  1. #1
    Registriert seit
    Nov 2011
    Beiträge
    1.013

    Nerhegeb

    ein rahmen für träume der stummen,
    wo viele betrachter verdummen:
    denn sie finden kein richtiges maß
    und verlieren sich hinter dem glas,
    das die tiefsten geheimnisse birgt
    und für manche verzweifelte wirkt
    wie die pforte zur besseren welt,
    die man oft für die wirklichkeit hält,
    vor der jeder zu leben vergisst,
    der nicht ahnt, wie gefährlich sie ist:
    im zauber, die spieglung verwehren,
    zu zeigen, was herzen begehreN.
    Geändert von Blobstar (15.08.2012 um 16:34 Uhr) Grund: Überarbeitung

  2. #2
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    10.904
    Schade dass das kein Akrostichon ist, sonst hätte man den starken Sinnzusammenhalt auch noch an der Form festmachen können. Aber du zeigst uns ja stellvertretenderweise dafür die Macht einer sich selbst transzendierenden Projektionsfläche(Glas) welche nur andeutungsweise zum Schluss Spiegelcharakter(gefährlich) bekommt

    LG RS
    Geändert von Terrorist (12.08.2012 um 14:46 Uhr)
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
    Registriert seit
    Nov 2011
    Beiträge
    1.013
    Hallo Robert,
    ich denke nicht, dass ein Akrostichon wirklich den Sinn mit der Form verbindet, denn, wie du selber sagst, ist der Sinn " die Macht einer sich selbst transzendieren Projektionsfläche", die allerdings nicht nur projiziert, sondern auch reflektiert. Und die Reflexion, also hier Spiegelung, einer Schrift erreicht man durch Rückwärts- und nicht Senkrechtlesung der Schrift. Ich wollte euch zwar nicht zumuten, das ganze Gedicht rückwärts lesen zu müssen, habe aber zumindest den Sinn des Titels über eine solche Reflexion vermittelt. Ich denke, das ist passender als ein Akrostichon.
    LG BS

  4. #4
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    10.904
    Es war auch nur ein Scherz Und ich habe Erotik rückwärts gepostet. Also findet alles seine Entsprechung.
    Schön mal sich ganz unbefangen über die tiefsten Geheimnisse auszutauschen...

    LG RS
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  5. #5
    Registriert seit
    Nov 2011
    Beiträge
    1.013
    Aha. Da dein Kommentar nicht offensichtlich als Scherz präsentiert war, konnte ich das doch nicht ahnen. Da nun aber eine von zweinhalb Zeilen nicht ernst gemeint ist, weiß ich kaum, was du wirklich von dem Gedicht hältst. Kannst du nicht einmal deutlich schreiben, wie du ein Gedicht findest?

  6. #6
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    10.904
    Hallo. Ich werde nicht gern deutlich, erst recht nicht bei einem alles ausweichenden Gedicht. Da du von reflektierender Macht sprichst, ist auch klar, dass du die Anspielung zu Glas nicht verstanden hast. Das ist eigentlich nicht mein Problem, aber es zeigt mir, dass dein Bezugpunkt der Geheimnisse das nicht gefundene richtige Maß ist, was übelste Diffamierung ist. Findest du das besser, oder wäre es jetzt doch so OK gewesen, wie es war?

    LG RS
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  7. #7
    Registriert seit
    Nov 2011
    Beiträge
    1.013
    Da du von reflektierender Macht sprichst, ist auch klar, dass du die Anspielung zu Glas nicht verstanden hast. Das ist eigentlich nicht mein Problem,
    Nun ja, anscheinend nicht, aber ist das nicht vielmehr ein weiterer Grund, deutlichere Kommentare zu schreiben? Denn eigentlich ist es doch dein Problem, wenn ich dich nicht verstehe, oder willst du gar nicht verstanden werden?

    Findest du das besser, oder wäre es jetzt doch so OK gewesen, wie es war?
    Aber dennoch ist dieser Kommentar um einiges besser als der erste, denn er zeigt mir deutlich, was deine Meinung über dieses Gedicht ist(, wenn sie denn diesmal ernst gemeint ist) und zwar in diesen drei Punkten:

    Hallo. Ich werde nicht gern deutlich, erst recht nicht bei einem alles ausweichenden Gedicht.
    aber es zeigt mir, dass dein Bezugpunkt der Geheimnisse das nicht gefundene richtige Maß ist,
    was übelste Diffamierung ist.
    Du findest dieses Gedicht also ausweichend (wem oder was denn?) und verleumdend (wen oder was denn?). Vorab, ich akzeptiere deine Meinung. Allerdings war es nicht meine Intention, diese Meinung beim Leser zu erreichen. Deswegen bin ich interessiert, ob ich etwas am Gedicht ändern oder erklären sollte. Dazu fehlen mir nur ein paar Belege für deine Meinung. Welche Verse sind ausweichend, welche verleumdend und inwiefern?
    Da an das mittlere Zitat das über Diffamierung angeknüpft ist, kommentiere ich dieses erst, wenn du die Fragen über die Diffamierung beantwortet hast.

    BS

  8. #8
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    10.904
    Also gut, schaffen wir mal ein Paradebeispiel für künstliche Diskussionsverlängerung. Wer Geheimnisse hat, findet nicht das richtige Mass. Also ist Dekadenz gut für deine Zwecke. Auch wenn du das nicht verstehst ist es eigentlich ziemlich einfach von der Denkstruktur und der Themendurchdring her und deinem deshalb ausweichenden Gedichtes, weil keine konkreten Bekenntnisse drin sind nur kryptische Relationen, wie das hier:

    die man oft für die wirklichkeit hält,
    vor der jeder zu leben vergisst,

    LG RS

    PS: Vielleicht kannst du aber auch wirklich nichts dafür,
    wenn du mehr schreibst als du selber verstehst.
    Geht wohl jedem so
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  9. #9
    Registriert seit
    Nov 2011
    Beiträge
    1.013
    Wer Geheimnisse hat, findet nicht das richtige Mass.
    Zum Einen würde ich sagen, dass das nicht ganz der richtige Zusammenhang ist. Zum Anderen ist es viel zu sehr verallgemeinert, denn nicht jeder, der Geheimnisse hat, findet nicht das richtige Maß. Aber keine Sorge, eigene Fehler gebe ich zu. Ich denke nämlich, die fehlerhafte Zeile erkannt zu haben in
    "bei dem die Betrachter verstummen",
    das ich geändert habe zu
    "wo viele Betrachter verstummen".
    Jetzt klingt es nicht mehr, als ob es um jeden Betrachter geht; jeder kein richtiges Maß findet. Denn das ist ja nicht der Fall, wie später noch im Gedicht gesagt wird. Richtig ist nämlich "jeder [...],
    der nicht gefährlich er [der Spiegel] ist".
    Deswegen will ich hier auch nicht von Dekadenz = kulturellem Niedergang erzählen, denn dann hättest du auch mit deinem Vorwurf von Diffamierung recht, aber das wollte ich ja nicht und habe es auch entsprechend korrigiert.

    Und mit dieser Änderungen halte ich mich auch recht genau an Dumbledores Aussagen über den Spiegel Nerhegeb, der übrigens nicht wirklich existiert. Woher sollte ich dann Bekenntnisse einbringen? Oder wolltest du ein lyrisches Ich? Das hätte ich wohl nicht so detailliert darstellen können, wie ich es bräuchte. Aber zurück zu Dumbledores Aussagen, die für dich vor allem interessant sein sollten, weil sie die zwei von dir zitierten Verse enthalten:

    Zitat Zitat von Dumbledore
    Es gab Menschen, die vor dem Spiegel dahingeschmolzen sind, verzückt von dem, was sie sahen, und andere sind wahnsinnig geworden, weil sie nicht wussten, ob ihnen der Spiegel etwas Wirkliches oder auch nur etwas Mögliches zeigt.
    Zitat Zitat von Dumbledore
    Es ist nicht gut, wenn wir nur unseren Träumen nachhängen und vergessen zu leben
    Da ich schon denke, dass man diese Zitate aufeinander beziehen kann, ist auch keine kryptische Relation zwischen den Versen.

  10. #10
    Longshanks Guest
    Hallo Blobstar,

    als Potterfan komme ich um diesen Text nicht herum. Allerdings finde ich den Ansatz in einigen Teilen (subjektiv wie alles was hier noch folgt) für nicht geglückt.

    ein rahmen für bilder der dummen
    Aus dem Kopf zitiert: „er zeigt nicht mehr und nicht weniger als das tiefste, verzweifelste Sehnen des Herzens“. Das ist mE was grundlegend anderes als "Bilder der Dummen". Selbst Dumbledore sieht Bilder in dem Spiegel. Er lässt sich nur nicht davon einwickeln.

    Von daher wäre mein Einstieg:
    wo alle Betrachter verstummen (= in dem Augenblick, in dem sie hineinsehen.).
    weil Träume die Logik verdummen.

    Nicht als Vorschlag für deinen Text, sondern um die Aussage zu überdenken.

    denn sie finden kein richtiges maß
    und verlieren sich hinter dem glas,
    im Traum sich im Glas? hier ist ein auch Rhythmuswechsel, der unangenehm auffällt. Die zwei Zeilen davor sind mit Auftakt begonnen, nun versuchst du eine Doppelsenkung gefolgt von Betonung xxX

    wie die pforte zur besseren welt,
    die man oft für die wirklichkeit hält
    Das stimmt so nicht. Die Betrachter verlieren sich darin und vergessen die Wirklichkeit, wenn sie sich einlullen lassen oder ignorieren die Wirklichkeit absichtlich.

    vor der jeder zu leben vergisst,
    der nicht ahnt, wie gefährlich er ist:
    Hier ist der Bezug „Pforte“. „der“ ist dann stimmig, aber nicht „er“ sondern dann konsequenterweise „sie“ oder wenn du „Spiegel“ willst dann „dem“ und „er“.

    gezwungen zum antlitz verwehren,
    zum zeigen, was herzen begehreN
    Diese zwei Zeilen sind schreckliches Deutsch und der Sinn ist auch nicht stimmig. Was du sagen willst, weiß ich schon. Aber der Spiegel ist nicht gezwungen, das Bild zu verwehren. Wir erinnern uns „der glücklichste Mensch der Welt sähe nur sich selbst“.

    Gruß

    Longshanks

  11. #11
    Registriert seit
    Nov 2011
    Beiträge
    1.013
    Hallo longshanks,

    als Potterfan komme ich um diesen Text nicht herum. Allerdings finde ich den Ansatz in einigen Teilen (subjektiv wie alles was hier noch folgt) für nicht geglückt.
    Dass du Potterfan bist, habe ich ja selbst schon bei deinem Gedicht "Pi-pa-potions" gemerkt. (Hast du dort eigentlich schon geantwortet? Ich weiß es nicht mehr.) Daher freue ich mich auf deinen Kommentar.

    Aus dem Kopf zitiert: „er zeigt nicht mehr und nicht weniger als das tiefste, verzweifelste Sehnen des Herzens“. Das ist mE was grundlegend anderes als "Bilder der Dummen". Selbst Dumbledore sieht Bilder in dem Spiegel. Er lässt sich nur nicht davon einwickeln.

    Von daher wäre mein Einstieg:
    wo alle Betrachter verstummen (= in dem Augenblick, in dem sie hineinsehen.).
    weil Träume die Logik verdummen.

    Nicht als Vorschlag für deinen Text, sondern um die Aussage zu überdenken.
    Diese Bedenken sind gerechtfertigt und dein Vorschlag gefällt mir. Ich habe ihn nicht übernommen, aber er hat mir geholfen, eine Variante zu finden:

    ein Rahmen für Träume der Stummen,
    wo viele Betrachter verstummen.

    Ist das besser?

    im Traum sich im Glas? hier ist ein auch Rhythmuswechsel, der unangenehm auffällt. Die zwei Zeilen davor sind mit Auftakt begonnen, nun versuchst du eine Doppelsenkung gefolgt von Betonung xxX
    Der Rhythmuswechsel ist beabsichtigt, aber ich dachte mir, dass er einigen schwer fallen könnte. Dafür habe ich die Verse in diesem Rhythmus mit Einsilbigen begonnen, sodass man auch so lesen kann:

    XxXxxXxxX
    Vielleicht findest du das ja angenehmer.

    Das stimmt so nicht. Die Betrachter verlieren sich darin und vergessen die Wirklichkeit, wenn sie sich einlullen lassen oder ignorieren die Wirklichkeit absichtlich.
    Manche vergessen die echte Wirklichkeit, weil sie das Bild des Spiegels auch für wirklich halten oder zumindest für möglicherweise wirklich. Siehe dazu das entsprechende Zitat von Dumbledore in dem Kommentar zu Robert.

    Hier ist der Bezug „Pforte“. „der“ ist dann stimmig, aber nicht „er“ sondern dann konsequenterweise „sie“ oder wenn du „Spiegel“ willst dann „dem“ und „er“.
    Stimmt, da habe ich mich einmal vertan. Hab's korrigiert.

    Diese zwei Zeilen sind schreckliches Deutsch und der Sinn ist auch nicht stimmig. Was du sagen willst, weiß ich schon. Aber der Spiegel ist nicht gezwungen, das Bild zu verwehren. Wir erinnern uns „der glücklichste Mensch der Welt sähe nur sich selbst."
    Ich weiß, was du meinst, hatte aber keine zufriedenstellende Alternative für "gezwungen", habe es jetzt mal verändert. So besser?
    LG BS

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden