1. #1
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    Lightbulb Die Frau und der Stein des Anstoßes

    Zum Stolpern braucht sie nichts als Füße
    und den Stein des Anstoßes trägt sie nicht in sich selbst -
    nein, nein - Gott bewahre - der klebt
    unter der Sohle
    und kostet zudem
    einen Haufen Kohle.
    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  2. #2
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    Die Frau und der Stein des Anstoßes

    Hallo Eremit,

    mit diesem kurzen Gedicht hast Du die Schuhe einmal von der Sohle aus betrachtet. Der Stein der unter der Sohle klebt, verursacht den direkten Schmerz mehr als der Stein, der im Innern getragen wird und die Psyche belastet. Es gibt Schmerzen und es wird gestolpert, was zu allerlei Problemen führen kann, die auch Kosten verursachen.
    Die Aussage ist symbolisch, wozu auch die freie Darstellung gut passt.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Hallo Eremit,

    ja, genau! Frauen in hochhackigen Schuhen brauchen keine Stolpersteine, sie tragen sie an den Füßen! Warum tun sie
    sich das an und geben auch noch irre viel Geld dafür aus? Modediktat oder weil sie meinen, dass Männer sie in flachen
    Schuhen weniger sexy finden?

    Das Schuhthema finde ich hier prägnant und nachdenklich machend umgesetzt.

    LG Xenia

  4. #4
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    Hallo Eremit,
    Du bist Philosoph, das hatte ich schon immer gedacht. Jetzt ist es an einer Schuhbetrachtung ganz deutlich geworden. Hans Plonka hat es dann gedeutet und Xenia auch, auf eine andere Art. Schuhe sind schon so was! Da kann man viel draus lesen. (zur Erklärung: ich bin Sherlock Fan, deshalb das Wort lesen.)
    Jedenfalls eine gute Idee die Schuhe von Grund auf zu betrachten.
    Danke und liebe Grüße, Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  5. #5
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    neulich hat eine junge frau in zürich die strassenbahn nicht mehr erwischt wegen diesen hier treffend beschriebenen steinen. ich war ordentlich schadenfreudig
    wenn ichs noch etwas weiterspinnen darf: du packst das übel wörtlich an der wurzel, denn wer unten schon so dinger dran hat sieht oben ziemlich sicher nicht besser aus. ich frag mich dann immer: wo sind in diese fällen die vielbeschworenen "besten freundinnen" die einem offen sagen: "das sieht scheisse aus,"

    so, das war jetzt kein gedichtekommentar, aber du siehst, dein text hat mich angeregt, das ist auch ein qualitätsmerkmal

    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  6. #6
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    Lieber Eremit .

    Sie sind wirklich zum Totlachen, diese jungen Frauen, die mit den klobigen Teilen und mit krummen
    Knien durch die Gegend stapfen.

    Dass du diese Dinger als Steine bezeichnest, trifft genau, auch wenn sie nicht schwerer als andere
    Schuhe sind und farbenfroher als dieselben.

    Du versuchst dich mal wieder in freier Lyrik? Nicht schlecht. Ich meine, es könnte besser klingen,
    darf aber eigentlich gar nichts dazu sagen, weil ich keine Ahnung davon habe .

    Ich mag das Bild, das du verdichtest, es ist aber nicht nur lustig. Mädchen und Frauen, die sich
    derart verunstalten, sich dieser hässlichen Mode offenbar kritiklos unterwerfen, sich möglicherweise
    die Gesundheit ihrer Knochen oder Muskeln ruinieren und auf einen schönen Gang verzichten, sind
    bedauernswert, oder? Wiegt das den Pfiff irgend eines Knaben auf?

    Deine Verse gefielen mir erst, und dann recht gut, nachdem ich mich eingelesen und die Bilder
    erkannt hatte .

    Herzliche Grüße,
    Medusa.



    Lieber Leporello .
    Freundinnen warnen vor modischen Fehltritten? Glaubst du auch an den Klapperstorch ?
    Herzlich,
    Medusa.
    Geändert von Medusa (20.08.2012 um 18:01 Uhr)

  7. #7
    Derolli Guest
    Lieber Ermit,

    mein erster Gedanke ging auch in richtung der Deutung von Xenia44, aber dann stolpere ich selbst immer wieder über diese Aussage:
    den Stein des Anstoßes trägt sie nicht in sich selbst
    Wenn es dir nur um Moderdummheiten geht, denen man sich willenlos unterwirft, dann trägt sie den Stein des Anstoßes doch in sich selbst, aber nicht unter der Sohle, sondern über dem Hals. Könntest du also etwas anderes als Highheels damit gemeint haben? Etwas wozu sie gezwangen wird, es aber selbst als falsch erkennt?

  8. #8
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    Hallo Hans,
    was Du aber auch alles herausliest . Frauenschuhe und Seelenschmerzen wäre ein echt interessantes Thema ...

    Hallo Xenia44,
    ja ich bin in der Tat immer wieder erstaunt, was sich viele Frauen unter die Sohlen schnallen, selbst Frauen, die sonst sehr pragmatisch veranlagt sind.

    Hallo Klatschmohn,
    Sind die Philosophen nicht die Kollegen, die ihr Umfeld interpretieren und erklären? Ich fühl mich eher als Beobachter meines Umfeldes.

    Hallo leporello,
    ich hab Dich im Forum eigentlich als einen sehr moderaten und netten Lyrikfreund wahrgenommen. Dass Du Schadenfreude entwickeln kannst, wenn es einer jungen Frau den Boden unter den Füßen wegzieht erstaunt mich sehr ...
    Die Ratschläge der besten Freundinnen werden ja nicht benötigt. Die Betroffenen wissen ja meist selbst sehr genau, wie verrückt es ist, mit solchen Klamotten an den Füßen herum zu laufen.

    Hallo Medusa,
    ja, ich versuche es immer wieder mal mit freien Versen. Mir gefallen eigentlich auch gelungene freie Verse immer wieder, nur finde ich, sind sie schwieriger zu schreiben als formgebundene Gedichte.

    Hallo Derolli,
    glaubst Du wirklich, dass eine Frau jemals zugibt, dass sie den Stein des Anstoßes in sich selbst trägt? Du tätest sicher auch gut daran, ihr solches nicht zu unterstellen . Auch solltest Du die anschließende Beteuerung des LI (stell Dir dazu am besten ein betont unschuldig aussehendes Gesicht vor ) in Deine Überlegungen einbeziehen.

    Vielen Dank Euch allen für Eure netten Kommentare.

    LG Eremit
    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
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    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

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