1. #1
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    wimpern schlag

    wimpern schlag


    es glitzert wie kristalle in der nacht
    als hätte jemand lichter angemacht
    der horizont ist dunkel über dacht
    & milchig reisen sie durch diese nacht

    die sterne deren funkeln fasziniert
    wenn staub & scheibe sonnen glut gebiert
    das nichts den neuen anfang zelebriert
    ist da ein hauch der macht dass es mich friert

    der mich nach deiner rechten greifen lässt
    & du du lässt das zu & hältst mich fest
    wir staunen über uns ein kleiner rest

    vom zweifel ists obs werden wird obs bleibt
    der eine träne mir ins auge treibt
    wo sie ein kurzer wimpern schlag zerreibt
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  2. #2
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    Lieber Walther,

    mal ein total durchgereimtes Sonett.

    wimpern schlag


    es glitzert wie kristalle in der nacht
    als hätte jemand lichter angemacht
    der horizont ist dunkel über dacht (überdacht ?)
    & milchig reisen sie durch diese nacht (wer, „sie“?)

    die sterne deren funkeln fasziniert
    wenn staub & scheibe sonnen glut gebiert (sonnenglut ? gebiert im Singular?))
    das nichts den neuen anfang zelebriert (dass ?)
    ist da ein hauch der macht dass es mich friert („macht“ aus „Krieg der Sterne“? Lieber: hauch von macht? Satz?: Wo steht das Verb für das Subjekt „sterne“ ?)

    der mich nach deiner rechten greifen lässt
    & du du lässt das zu & hältst mich fest
    wir staunen über uns ein kleiner rest

    vom zweifel ists obs werden wird obs bleibt
    der eine träne mir ins auge treibt (ehrlich ?)
    wo sie ein kurzer wimpern schlag zerreibt (Das gefällt mir auf einmal, paradox. wimpernschlag ?)

    Na, Du hörst, ich kann mit dem Gedicht wenig anfangen, das Nebeneinander von gewaltigem Kosmos und extraschlichtem Händedruck vertrag ich nicht mehr recht. Obwohl mich die Verschachtelungen der letzten Strophen interessant fand, aber sie gehen eben nicht ganz auf.

    Aber ich könnte verstehen, wenn es jemandem gefällt

    Michael

  3. #3
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    werter michael,

    die schreibung ist gewöhnungsbedürfig aber absicht. das weglassen der satzzeichen auch. ich gebe dir einen tip für schnellleser, die sich einfach keine zeit mit geformter sprache nehmen wollen.
    es glitzert wie kristalle in der nacht /
    als hätte jemand lichter angemacht /
    der horizont ist dunkel über dacht /
    & milchig reisen sie durch diese nacht /

    die sterne / deren funkeln fasziniert /
    wenn staub & scheibe sonnen glut gebiert /
    das nichts den neuen anfang zelebriert /
    ist da ein hauch / der macht / dass es mich friert /

    der mich nach deiner rechten greifen lässt /
    & du / du lässt das zu & hältst mich fest /
    wir staunen über uns / ein kleiner rest

    vom zweifel ists / obs werden wird / obs bleibt /
    der eine träne mir ins auge treibt /
    wo sie ein kurzer wimpern schlag zerreibt /
    wie man sieht, paßt die grammatik ausgezeichnet, man muß eben sprachgefühl haben oder genau lesen und nachdenken, wie es denn wohl paßt. das aber ist die absicht, wenigstens ein teil davon, warum so geschrieben wurde und nicht anders.

    der rest ist allgemeinbildung. zu der auch gehört, daß der "wimpernschlag" ein zweitbedeutung hat, die der kennt, der ein wenig spaß an der astrophysik hat, die nichts, aber auch gar nichts, mit astrologie zu tun hat, wenn man einmal davon absieht, daß beide sich im die sterne und planeten drehen.

    lg w.
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  4. #4
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    Lieber Walther,

    Du machst es einem schwer, nicht persönlich zu werden, aber eine Bemerkung von Yoapharél hat mich dazu gebracht, noch einmal zu antworten.

    Mich beschäftigt an der Art, wie Du jetzt einige Gedichte geschrieben hast, welche Rolle die Verrätselung in der Literatur spielt, auch in der epischen. (Bei Trivialliteratur habe ich schon oft gestaunt, wie schwer es einem da gemacht wird. Da bietet z.B. schon die erste Seite 5 Personen auf und wird die Story so in einzelne Häppchen geschnitten, dass man kaum folgen kann. Dabei würde man von einer solchen Literatur doch eher Entspannung erwarten.)

    Von Gedichten verlange ich nicht, dass sie sich dem ersten Lesen erschließen. Am liebsten sind mir die, von denen ich, z.B. durch ihren Wohlklang, verlockt werde, den Sätzen bis in ihre Verschlingungen und Ambivalenzen hinein zu folgen und dabei immer Neues zu entdecken, Peter Hacks z.B. bietet das meisterlich.

    Die Schwierigkeiten jedoch, die Deine Brüche mit der Rechtschreibung und Interpunktion verursachen, empfinde ich als unnötig und hässlich. Natürlich ärgere ich mich über mich, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin, dass „macht“ in S2Z4, als Verb und nicht als Substantiv gemeint ist, frage mich aber, weshalb der Autor solche Missverständnisse provoziert, das sind doch Rätsel ganz an der Oberfläche. Meine Devise ist: Schreibe so verständlich wie möglich und so komplex wie nötig.

    Das Geheimnis sollte nicht durch künstliche Mittel erzeugt werden, sondern sich zeigen.

    Michael

  5. #5
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    lb. michael,

    niemand verlangt, den weg, den ich gerade gehe, für gut und richtig zu befinden. es gibt leute, denen dieses spiel mit der sprache liegt bzw. zusagt. es gibt andere, und das wird möglicherweise sogar die mehrheit sein, denen liegt das gar nicht. sie finden das nur schrecklich.

    die frage ist nicht, daß man das schrecklich findet, sondern vielmehr, wie man das sagt. denn eines steht außer zweifel: wenn ich sonette schreiben, dann sind diese in jeder hinsicht sauber durchkomponiert und formal in ordnung. der vers libre hingegen ist mit viel liebe und mühe geformt und jede formulierung überlegt eingesetzt. der autor hat sich bei seinen texten also immer etwas gedacht.

    wie gesagt: man muß mir nicht folgen. dennoch kann man sich die mühe machen, herauszufinden, was der autor vorgehabt hat zu sagen. auf der reise wird einem das eine oder andere an erkenntnis dann zufließen, wenn man sich auf das konzept einläßt. tut oder will man das nicht, ist es evtl. besser, die texte ganz links liegen zu lassen. das mag sein und vermag ich nicht abschließend zu beurteilen.

    danke fürs hereinschauen und kommentieren.

    lg w.
    Geändert von Walther (18.09.2012 um 20:28 Uhr)
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