Thema: Verdun

  1. #1
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    Verdun

    Verdun

    Wo einstmals Dörfer, Straßen, weiße Linden,
    zerfetzt ein Stahlorkan, der nie verhallt,
    das Land, um das sich Söhne blutig schinden.
    Mit Mut, der hitzig aufeinanderprallt,
    belagern Krieger einen schwarzen Wald,
    den schwere Salven tausendfach erschüttern,
    die Stürmenden durchzuckt es schaurig kalt -
    man hört sie Nachts laut schrein, vor Schmerzen zittern.

    Wie plötzlich sie in Blitz und Dunst verschwinden,
    als gäb die Brandung ihnen keinen Halt.
    Vereinzelt sieht man sich Soldaten winden,
    am Rande eines Trichters festgekrallt,
    im Schlamm, um den die Hand zur Faust sich ballt,
    bis Brust und Haupt ernneut ins Wasser schlittern,
    ihr Rufen heiser noch nach Hilfe lallt.
    Man hört sie Nachts laut schrein, vor Schmerzen zittern.

    Und Überall kann man Verwesung finden,
    Gebeine ohne Antlitz und Gestalt.
    Der Wahnsinn lässt den klaren Geist erblinden,
    in hohlen Augen peitscht ein Blitz Gewalt.
    Gewehr und Spaten sind zur Brust geschnallt -
    Granaten die in schroffe Klauen splittern,
    zerfetzen Leiber, reißen tief den Spalt.
    Man hört sie Nachts laut schrein, vor Schmerzen zittern.

    Soldaten, Ihr, die ihr beim Angriff fallt,
    zerhackt vom Schlachterbeil aus Stahlgewittern,
    für Nichts verbrannt zu Asche und Basalt -
    man hört euch Nachts laut schrein, vor Schmerzen zittern.
    Geändert von Kleehonig (21.08.2012 um 22:30 Uhr)

  2. #2
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    Abgesehen davon, daß ich mich frage, wie man das "vor Schmerzen zittern" hören kann -
    scheinen mir vereinzelt und schwerlich unpassend gewählt.
    Ansonsten ein starkes Gedicht, das an die Sinnlosigkeit und Brutalität dieses Krieges erinnert.

    Ich bin selbst dagewesen.

    LG
    Barbarossa

  3. #3
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    Hallo Barbarossa,
    Du bist schon der Zweite der fragt wie man jemanden zittern hören kann. Wenn jemand vor Kälte oder Schmerzen zittert vernimmt man das klappern der Zähne und bei Soldaten, die vollgepackt waren mit irgendwelchem Schanzzeug was oft metallen oder hölzern war, das "rasselt" ungemein, auch wenn ich zugeben muss das dieses Geräusch hundert prozentig vom Gewehr und Trommelfeuerlärm übertönt wurde und man es nicht vernam, außer ein Verletzter lag unweigerlich neben einen, soll es die eklige Grausamkeit spiegeln.
    Wenn du ein besseres Wort für Vereinzelt hast wär ich dir sehr dankbar, und bei schwerlich ging mir glat ein Licht auf. Danke

    Du warst schon auf dem Schlachtfeld? Ich habe mir auch vorgenommen eines Tages mal nach Frankreich zu fahren und das Schlachtfeld von Verdun an zu sehen. Ist bestimmt atemberaubend.

    Liebe Grüße, Kleehonig.
    Geändert von Kleehonig (21.08.2012 um 22:31 Uhr)

  4. #4
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    hallo kleehonig

    im westen nichts neues.
    mit deinem letzten beitrag hast du gleich selber offenbart, was der wirkliche inhalt deines gedichts ist. barbarossa hatte da wohl den stildetektor ausgeschaltet.

    Du warst schon auf dem Schlachtfeld? Ich habe mir auch vorgenommen eines Tages mal nach Frankreich zu fahren und das Schlachtfeld von Verdun an zu sehen. Ist bestimmt atemberaubend.
    so was ähnliches wollte ich auch schreiben.

    viel spaß in verdun!
    wilma27

  5. #5
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    Nein, es ist nicht atemberaubend. Lediglich deprimierend.

  6. #6
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    Hallo Wilma27,
    Nein, so wie du es darlegst ist es nicht. Einen wirklichen Inhalt in dem Gedicht gibt es meiner Meinung nach nicht (mit Ausnahme von den Schilderungen des Leids der Soldaten). Im Grunde genommen ist das Gedicht nur ein Nebenprodukt eines Großen Gedichts über die Schlacht von Verdun, an der ich derzeit arbeite, wobei ich versuche den Verlauf und Einzelheiten dichterisch dar zu stellen.

    Ob man in Verdun Spaß haben wird halte ich für fraglich.

    Liebe Grüße, Kleehonig.


    Barbarossa, mit atemberaubend meinte ich nicht das es mich beflügeln wird.
    Ich dachte das sei offensichtlich.
    Die Geschichte interessiert mich einfach nur sehr.
    Geändert von Dr. Üppig (21.08.2012 um 23:08 Uhr) Grund: Bitte "Bearbeiten" nutzen

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