Die Heldburg

©Hans Hartmut Karg
2012

Als ich sie erstmals sah und zu ihr stieg,
Begann mein ach so junges Herz zu weinen,
Denn nur ein sehr verkohltes Steinwerk blieb
Und ließ sich nicht mit meinen Traumbildern vereinen.

Erst als die unselige Brudergrenze aufgehoben,
Kam echte Renovierungsabsicht auf.
Man muss die Heldburger schon kräftig loben:
Sie forderten und förderten den Restaurierungslauf.

Und immer schöner wurden Mauern, Zinnen,
Das Dach, jetzt abgedichtet und gedeckt.
Wo einst der Regen konnte ungehindert rinnen,
Da wurde endlich dieser wahre Schatz entdeckt.

Wir brauchen in Europas Mitte diese Wunderburg
Als Zeichen von Vergangenheit, Geschichte:
Hat da ein Weltenschöpfer und Demiurg
Nicht diese Steine aufgetürmt, hin zu dem Lichte?

Bald wird in vierzig Sälen endlich ausgestellt,
Wo ein Museum aller Burgen das bewirbt,
Was jene längst vergangene Welt und Zeit
Uns gab – bevor auch unsere Zeit erstirbt.

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