1. #1
    Registriert seit
    Aug 2011
    Ort
    Im mittleren südlichen Niedersachsen
    Beiträge
    183

    HÜTET DIE GÄRTEN.

    Hütet die Gärten.
    _____________________
    Erste Anfänge im Juli 1944.
    Teil I.
    Eröffnung und Autobiografie

    Es gibt einen Hafen,
    da fährt kaum ein Schiff.
    Und wenn eines fährt,
    so in unbestimmte Fernen.
    Und es kommt wenn es ankommt,
    von sehr weit schon her.
    Und einer steigt aus,
    und der kommt übers Meer.
    Mit gläserner Fracht von den Sternen.
    WALTER ANDREAS SCHWARZ.
    Grand Prix de la Chanson - Lugano, 1956.


    VIELE NAMEN, Personen und Begebenheiten,
    sind frei erfunden, es sollte niemand persönlich
    angegriffen, verfolgt oder beleidigt werden.
    Diese Arbeit dient nur zur Aufklärung, Mahnung
    und zur Anzeige, der vergessenden Freundschaften.
    Der allgegenwärtigen politschen Ohnmachten.
    Der dubiosen wirtschaftlichen Machenschaften.
    Der endlosen religiösen Einbahnstraßen,
    und somit der vielen
    - ALLTÄGLICHEN TRAGÖDIEN -
    auf dieser, unserer einzigartigen Welt.

    DAS GARTENSPORTEREIGNIS, ist willkürlich entstanden,
    könnte sich aber in ähnlicher Form auf den vielen Schau- und
    Sportplätzen, dieser Welt, sich jeder Zeit so zugetragen haben.
    Bei den, in den Krisengebieten angeführten Opferzahlen
    könnte es leider zu Übereinstimmungen kommen.

    emka. 25.08.2012

    DIE REDEWENDUNG.
    "Hütet die Gärten", ist aus heutiger Sicht von mir geformt worden,
    gegossen in eine neuzeitliche-globale, in eine sehr flüchtige Zeit.
    Wo Blauäugigkeit, Glaube und Vertrauen den wirtschaftlichen Ruin bedeutet.
    So Verlässlichkeit, die Freundschaft und Treue, eine verschmähte Tugent ist.
    Wo der heroische-gehobene Ausruf, ein Mann ein Wort, edle Scheiße ist.
    So die Gefahr, die fernen Feinde und die fremden Freunde, eine absolute Nähe ist.
    Wo keine Scheiße ist, da ist aber auch kein einzig wahres Leben!

    Wo man nicht nur lautmalerisch, mal was vom Tisch fegen sollte,
    wo man in der Wirklichkeit, mal einen Neuanfang starten sollte.

    Wo Bomben, Krieg, Terror und Hass, Demokratisierungsanschläge,
    und der religiöse Vergeltungswahn, geregelte Tagesabläufe sind.
    Wo die Politik und die Mächtigen, die Promis und die Wichtigen,
    und alle die, die über die weltweit ausgelegten roten Teppiche flanieren.
    Wo die großen Zapfenstreiche, mit allem Geschmeide und Ehrensold,
    schmissig im Fackelschein, und militärisch exakt, zelebriert werden!
    Sowie auch die sportlich Erfolreichen, die clean, Persil gebadet sind.
    Die Welt ist voller Gallionsfiguren, voller geschönter Vorbilder,
    voller Scharlatane und Nonsens, ist dickeprallevoll mit Ikonen.
    Die Helden auf den Welt - Bühnen, in den massenhaften Farbfilmen,
    und die Helden aus dem echten - aufopfernden stressigen 3D Leben?

    Wo alles schwadroniert, gaukelt und lasziv poussiert.
    Stöckelnd und tief dekoltiert, ach wie freundlich,
    ein Lächeln, so schaut die neue Braut,
    ein Lächeln, wenn es auch nur geklaut,
    und alles was auch sonst noch so vornehm tut,
    dezent pupt, und liebreizend - proffessionell modelt.

    Wo alles überrissen wird, hier die Glorie.
    Dort aber sind das Elend und die Not
    der vielen anderen Menschen.
    Und es werden immer mehr Menschen
    hin und her gereicht, mit Lügen vertröstet,
    abkassiert, bestohlen, verarscht und ganz
    und gar locker, vom Freund betrogen.

    Wo alles, die Flora, Fauna und die Ressorcen,
    unsere Welt, massiv bedroht werden, wie auch
    wir, die armseligen und dekadenten Menschen.

    emka. 25.08.2012

    HÜTET DIE GÄRTEN.

    Das ist mein Elternhaus, und das ist das Plumpsklo.
    Die drei Hühnerzwinger und der dunkle Schweinestall.
    Das ist das alte Flüchtlingsehepaar im Erdgeschosszimmer.
    Das sind die alten grauen Holz - Bracken in der Vorstadt.
    Viele Vertriebene und Heimkehrer waren damals unterwegs,
    nicht immer und überall waren sie willkommen, waren sie Gold!
    Viele, und andere Heimatlose wurden in die Baracken gepfercht.
    Das Glück unserem, Flüchtlingspaar, ward nur wenigen hold.
    Ihre Verwandtschaft reiste mit Sack und Pack, mit 4 Kindern
    in einem weinroten Indian Motoradgespann, 2-mal zu Besuch an.
    Der jüngste Sohn kam oft vorbei, ab mitte der 50ziger mit seinem
    Hansa-Lloyd Leukoplast Bomber. für uns Jungs, ein Erlebnis!

    Das sind die Brombeeren und der dicke Stachelbeerbusch,
    die Erbsensträucher und die fast geraden Bohnenstangen.
    Der Kartoffelacker, Engerlinge und die Maikäfer aus dem
    Schuhkarton, verfüttert an die Hühner, frei laufend oder im
    Zwinger, das Schwalbennest unter dem Stalldach.

    Kindergeburtstage, Jungs mit Leibchen und langen Strümpfen.
    Die Mädels mit Kleidchen und Schleifchen im blonden Haar.
    Milchsuppe gab es im Eingangsbereich der alten Volksschule.
    Aus dem Kindergarten bin ich immer wieder ausgebüxt.

    Die heiße Schlachtebrühe, mit der Milchkanne,
    die frische Knackwurst, getragen ins Nachbarhaus.
    Die reifen Kirschen im Juli/August,
    und mein gezimmertes Baumhaus.

    An der alten B3 den amerikanischen Militärlastern zuwinken,
    große Aufregung gab es, wenn die Keks- Wurst- und die
    Trockenmilchdosen uns Kindern entgegenflogen.

    Mein erster Schultag, mit Lehrersöhnchen Edgar, später
    musste ich ihn des öffteren verteidigen, weil die beiden
    Knotenbeuteljungs ihm ständig Kloppe angedroht hatten.

    Rolli der kranke Igel, beerdigt am Heckenbusch.
    Ulli unser erster Kater, sein markanter weißer Ringel am
    Schwanzende. Ulli, der sich bald auf und davon machte.
    Pieter, ein vorzeige Wellensittich, saß wie gemalt auf
    Vaters Brillenbügel. Das Fernsehzeitalter hat er noch
    erreicht. Dann ist er eingegangen, an Vereinsamung.

    Das erste UKW Radio, BFN und Mr. Pumpernickel's
    andersartige neue Welt. Satchmo: Vaters Neger Musik.

    MUTTER ELSES,
    Teppichklopfstange unterm Kaiserwilhelm- Apfelbaum.
    Elses unermüdliche Gartenarbeit, ihr Ernteeinsatz,
    frisches Gartengemüse, ihr Bohnensalat. Kuchenbleche
    voll mit erlesenden Zwetschgen- und Apfelkuchen.
    Ihre allgegenwärtige Fürsorge und meine Zuckertüte.
    Die Manschesteranzüge für ihre jungs und die der zwei
    Nachbarjungs. Mit langer Hose, Strickbündchen und
    Reißverschluss. In gemeinsamer Zusammenarbeit,
    mit der Mutter beider Spielkameraden. Es wurde
    ausgemessen, geschnippelt, gehäkelt und genäht.
    Ihr Wäschebottich in der feucht dampfenden Waschküche.
    Ihre liebevollen unzähligen Knüttereien, angesetzte lange
    Strümpfe zum Leibchen, Socken, Strickjacken und
    Pullover, behäkelte Kleiderbügel. Die Gardienen Fransen
    an meiner Indianerhose.

    OMA, Johanne: Junge, ich mach dir ein Zuckerbrot.
    Oma, haste mal nen Groschen?
    Ihr verkrüppelter Zeigefinger, ihre Steckrüben.
    Jungs, was auf den Tisch kommt wird aufgegessen.
    Ihre Märchenstunden, und ihr verschnupfter Unterrock.

    OMA, Anna: Ihre kleine Wohnung unter dem Dach!
    Oma Anna, die Perle meiner Kindheit! Ich saß stundenlang
    an der Hoftreppe, auf meinen kleinen Köfferchen, wenn es
    Richtung Oma Anna, per Post - Omnibus gehen sollte.
    Ihr kleiner und gut sortierter Garten am Blasebach.
    Ihr in alten Bierflaschen abgefülltes Osterwasser,
    ihre Lebewohl - Hühneraugenpflaster mit Raspel
    in der markanten Blechdose.
    Meine ersten Ausflüge in Omas Kiepe, zum Bäcker,
    zum melken und tränken der Viecher auf der Schnippelwiese.
    Milch schleudern in der Waschküche, Butter rühren und abschöpfen.
    Mein Blech - Renn - Auto vom Krämer Vordertertür.
    Omas, beide Jungs waren im Krieg, kehrten spät heim.
    Oma, bekochte französische Krieggefangene, die für die
    Rüstung arbeiten mußten, den kleinsten - Andree,
    hatte sie als Ersatzsohn in ihr Mutterherz geschlossen.
    Das es ihm gut erging, die Kunde erreichte die Familie in
    Frankreich durch Erich, ihr jüngster, als Wehrmachtssoldat.

    TANTE, Luise: die klassische Nachkriegstante, Luises
    Ziegenbutter gab stets zu meinen Geburtstagen.

    VATER, seine turbulenten Arbeitsverhältnisse in der
    Nachkriegzeit, er war ein guter Maschinenschlosser mit
    Meisterbrief und dezent gemischten politischen Aktivitäten.
    Die Tabaks-Schneidemaschine, seine gelben Raucherfinger.
    Per Drahtesel, ich vorne auf dem Lenker, wurden
    Möbelpolituren und Stinke-Doras ausgetauscht.
    Vaters Bücher: Mein Kampf ist verschollen, Hitler wie ihn
    keiner kennt, ein 100 Bilder Dokument aus dem Leben
    des Führes. Die deutsche Geschichte, von der germanischen
    Vorzeit bis zur Gegenwart, Leipzig 1937. So wie der Leitfaden
    russisch für Ausbilder im Metallerhandwerk liegen vor.
    Ein kleines verbeultes Emaille fürs Revers - hat überlebt.
    Sein Volkssturmgewehr, eine Mauser VG 1, hat er eingeölt
    und in Ölpapapier vergraben, wo, das hat nie verraten.
    Vaters Reichsmeisterschule, seine Arbeitsdienst- und
    die Bernd Rosemeyer - Schwelgereien, sein Führerschein,
    und der Steigerzug der freiwilligen Feuerwehr vor Ort.
    Seine akkuraten und geraden Kartoffelacker - Furchen,
    auf Bauer Seufkers Land auf dem Wehrberg, und im Garten.
    Die präzisen Grundstücks- die Arbeiten am Hause, im Garten.
    Der Dompfaff, der oft im Frühjahr auf seinem Spatenblatt saß.
    Vaters Landesmeisterschaften im Tapeten kleistern.
    Unerreicht, Vaters kreativen Malereien.
    Mein erster bunt bemalter Tomahawk.

    OPA, Karl: Portepeeträger unter Kaiser-Wilhelm II.
    Seine akkuraraten, und runden Brennholzmieten.
    Opa, das Essen zur Arbeit bringen, im Henkelman.
    Seine Zigarrenstumpen, die speckigen Stuben Gardinen.
    Trotz Kugelbauch und einem Gardemaß von 1,54 Meter,
    zehn einbeinige Kniebeugen bei einem Anlauf, null Meter.

    HELMUT,
    mein großer Bruder der die Ostereier immer auf
    Augenhöhe in den Landstraßen- Begrenzungspfosten versteckte.
    Die zugehörigen Eisenrohre waren in den Nachkriegswirren abgängig.
    Kein Hasenarsch und mit Kiepe, konnte je so gezielt, so hoch hüpfen.

    KALLE, sein grenzenloses Heimweh,
    Kalle der auf allen Kinderfotos 2-mal drauf ist.
    Die reifen Kirschen im Juli, gemeinsam, wie auch im
    Herbst, aus riesigen Baumkronen die Äpfel gepflückt,
    direkt in Oma Johannes blauer Schürze.

    Wenn Hanne und Manne los zogen,
    dann war meistens was im Busche,
    sie streiften dann so um manche Ecke.
    Sicht ging dann immer vor Deckung,
    pflegten Kriegsrat hinter der dornigen Hecke.
    Unerschütterlich, sie waren Lauser und Buben,
    aber nie und nimmer, waren sie Spitzbuben.

    Die schrullig alte Nachbars Tante, Donna Maria.
    Die spät und spektakulär getauften Nachbarjungs.

    Mit der Dämmerung zog oft die ganze Rasselbande
    von der Schnitzeljagd in Richtung Strassengaslaternen,
    umstöberten mit Funzeln und den Taschenlampen
    schon mal die Kirschen in des Nachbars Gärten.

    Winterspiele gab es dann auch bei Frost und Schnee,
    es wurden die Libbys Milchblechdosen zertrümmert
    bis zum Tauwetter und der Eisschmelze auf dem See.

    Vom Fußballbolzen, Feder- und dem Völkerball, vom
    Kriegspfad, Indianerspiele und der Friedenspfeife,
    nach dem Freibad-Eckentauchen und Turmkriegen,
    vom Bademeister, Totenkopf- und den Freischwimmern,
    oder vom Tagesschulausflug nach Else, nach Hause kommen.
    Mit den Wickinger-Modellautos auf der Bürgersteigsmauer
    entlang, tagelang auf Fernfahrt. Der Krupp - Titan mit dem
    Ackermann 3-Achsanhänger ward schwerst beladen,
    an den Tankstellen gab es Mutter Elses Kamillentee
    abgefüllt in leere Bügelverschluß - Bierflaschen.

    Zaunlatten zu Schwertern - Ritterrüstungen, Silberbüchsen,
    die Flitzebögen, selbstverständlich auch die Seifenkisten -
    alles selbstgemacht. Balsaholz Modellflugzeugmontage im
    Sommer unter dem Schatten spendenden Boskop-Apfelbaum.
    Technisches Zeichnen a la Konrektor Walla, mit dem
    Reißbrett und dem verstellbaren Tuschegriffel,
    unter den selbigen süß/sauren Schattenspender.

    Es war eine herrliche Kindheit, wir haben damals nichts vermißt.
    Doch eines, es wurde auch damals schon abends schnell dunkel.

    MUTTER, Elses Vorgarten, eine Blumenpracht, für alle die
    vorbei kamen, gingen Passanten ohne Aufmerksamkeit vorbei,
    beim nächsten Mal war Else zur Stelle, schnappte sie sich
    liebevoll diese Kultur - Banausen.

    emka. 25.08.2012

    Siehe auch Hütet die Gärten Teil II. und Teil III.
    Geändert von emka (26.04.2013 um 15:38 Uhr) Grund: die fremden Freunde, div. Ergänzung, siehe Teil II. + III. sich, Bauer Seufker,
    Lieber einen Öltupfer unter dem Getriebe meines uralten - MG's
    als eine mittelschwere Ölpest in des lieben Nachbar's - Garten.

    Der Vogelzug. - alle meine Texte: ab 001 - EDEN: sind willkürlich angelegt,
    und aus der Vogelperspektive zu betrachten, zur Zeit pflegt die Vogelwelt
    alle Unarten der "vergangenden Menschheit"

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. den gärten
    Von schneewanderer im Forum Natur und Jahreszeiten
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 08.02.2013, 16:40
  2. HÜTET DIE GÄRTEN. III.
    Von emka im Forum Gesellschaft
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 28.08.2012, 02:09
  3. HÜTET DIE GÄRTEN. II.
    Von emka im Forum Gesellschaft
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 27.08.2012, 09:22
  4. Gärten
    Von zorba im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 05.07.2010, 08:31
  5. In fremden Gärten...
    Von mrsmerian im Forum Archiv
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 05.01.2004, 23:22

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden