1. #1
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    Der Wahnsinn und das Genie

    Also sind wir hier,
    doch wer sind wir?

    Wir sind der Wahnsinn und das Genie,
    getrennt findet ihr uns nie.
    Jedes Genie ist wahnsinnig,
    jeder Wahnsinnige ein Genie.

    Die Welt soll das Genie erhören,
    Der Wahnsinn will die Welt zerstören.
    Das Genie will in die Geschichte eingehn,
    Der Wahnsinn will in Flammen stehn.

    Der Wahnsinn so unbeschwert:
    „Was ist ein Leben denn schon wert?“
    Das Genie voll entsetzten:
    „Wir dürfen niemanden verletzen!“

    Das Genie so voll Moral und Verstand,
    Der Wahnsinn findet das alles amüsant.

    Das Genie darüber deprimiert,
    wie gedankenlos der Mensch regiert.
    Will Welt und Menschen heilen,
    sonst kann niemand hier verweilen.

    Der Wahnsinn wird sich in die Welt integrieren,
    doch nur um sie zu vernichten und zu ruinieren.


    Wir kämpfen immer so verbissen,
    so ist die Person zwischen uns zerrissen.
    Nichts gemeinsames konnte halten,
    so ist diese Person gespalten.

    Mit wem willst du sprechen?
    Wir werden dir die Seele brechen.

    Ich bin der Freund den du suchst,
    ich bin der Feind den du verfluchst.

    Ein Körper mit siamesischen Seelen geboren?
    Ach, was haben wir gelacht und geweint,
    wer von uns hat verloren,
    so sind wir für immer vereint.

    Ist es zufassen,
    wie sehr wir uns hassen?
    Wie sehr wir uns lieben,
    wo wär ich ohne dich geblieben.

    Gemeinsam wurden wir erschaffen,
    gegenseitig werden wir uns dahinraffen.
    So ist es und wir werden,
    auch gemeinsam sterben.

  2. #2
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    Hallo Dani Deadly,

    ich mag deine Ausdrucksweise und die Gegenüberstellungen gefallen mir sehr gut. Dein Gedicht wirkte wie ein stimmiges Zwiegespräch auf mich.
    Anfangs trugen mich deine Verse nach außen, Richtung Gesellschaft, dann zurück nach innen, zur eigenen Seelenwelt.
    Die für mich aussagekräftigste Zeilen waren:

    „Das Genie will in die Geschichte eingehn,
    Der Wahnsinn will in Flammen stehn.“

    Ist es nicht so, dass man erst Altes verbrennen muss, um Platz zu schaffen, damit etwas Neues erwachsen kann? Der Neubeginn brauch immer zuerst ein Ende. Und das Genie braucht Leidenschaft. Erst wenn wir selbst für etwas brennen, können wir uns hingeben und aufgehen. Ich denke in Zeiten des Wahnsinns, wenn Vernunft überschritten wird, kann man neue Horizonte erreichen, und die größte Schaffenskraft haben wir dann inne, wenn wir am kreativsten sind und dieser Kreativität keine Grenzen auferlegen. Ob es nun Fluch oder Segen ist, sowohl Genie als auch Wahnsinn in sich zu haben, hängt wohl vom jeweiligen Blickwinkel ab bzw. davon, auf welcher Seite man sich gerade wieder findet. Die Balance in der Mitte zu halten, ist hier wohl das Schwerste wie Gesündeste, leider aber auch gewöhnlich...

    Liebe Grüße,
    Grau
    ~ Ich bin nicht weiß, ich bin nicht schwarz. Dazwischen ist alles möglich. ~

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