Die feine Damen

Im Park sieht man sie stolz spazieren
und sich gelegentlich genieren,
wenn vor ihnen große Haufen,
von ungezogenen Hunden auftauchen.

Mit spitzem Schritt umgehen sie,
sie rümpfen die Nase, schreien nie,
das Hinderniss zu ihren Füssen,
sie entfliehen unter leisen Flüchen.

Wenn sie sich dann fortbegeben,
ist schon entschwunden, was erlebt soeben,
sie sich sittsam niedersetzen,
auf eine Bank mit Spinnennetzen.

Da wird das Taschentuch gezückt,
dem Übel erregt zu Leibe gerückt
und was ihren Blick gerade noch beleidigt,
mit forscher Frauenhand beseitigt.

Nun kehrt langsam etwas Ruhe ein,
das Gespräch unter hellem Sonnenschein,
das Auge sieht auf sattes Grün
und die Seele treibt dahin.

Sie plaudern über das milde Wetter
und wie gewachsen ist der Vetter,
erinnern sich an manche Stunden,
die sie verbracht in frohen Runden.

Sie gedenken mild der Kinderschar,
die ringsum gedeiht, wie jedes Jahr,
um aufzuhorchen, wenn es wird zu laut,
man angewidert den Verursacher schaut.

Es gibt wieder Grund sich aufzuregen,
sich von der Bank empört zu erheben
und harte Worte klingen zu lassen,
doch mit Betonung nicht zu hassen.



Erst wenn der Grund der Ungemach,
vernichtet ist, getilgt die Schmach,
kann man sich wieder hin begeben,
wovon man gerade kommt soeben.

Jetzt wird das Gebäck ausgepackt,
welches man mit Bedacht mitgebracht,
auch ein Getränk ist mit dabei,
das hält die Kehle von Krümeln frei.

Wenn alles ist zufrieden verzehrt,
man gemütlich nach Hause kehrt,
denn ihr größtes Glück, wie kann es sein,
ist doch ihr Haus, das traute Heim.