Was die meisten Leute nicht wissen: In Wien wohnte der letzte lebende Drache. Jeden Sonntag wurde ihm eine Jungfrau zum Frass vorgeworfen von seinen Anhängern, den Jüngern des Drachen.
Da ich schon immer ein Drachentöter werden wollte, kramte ich mein Schwert hervor. Seit ich letzten Sommer den letzten lebenden Troll erlegt hatte, hatte ich es nicht mehr gebraucht. Ich ging in den Wald und fällte einige Bäume damit, um sicher zu stellen, dass es noch tauglich war.
Beim Blick auf eine Landkarte stellte ich fest, dass Wien südöstlich von meinem Heimatort lag. Ich kramte meinen goldenen Kompass hervor und lief mit dem Schwert auf dem Rücken in Richtung Wien.
Es war mir klar, dass ich mich mental auf den Kampf vorbereiten musste und so stellte ich mir vor, welche Tricks der Drache wohl auf Lager hatte und wich in Gedanken seinem Flammenatem aus. Ich fragte mich, ob es sich wohl um ein dreiköpfiges Exemplar handelte, denn das einzige, was ich über den Drachen wusste, war sein Name, den ich aus geheimen Gründen hier nicht verraten will.
Ich war am Abend losgelaufen und es war schon halb Nacht, als ich einer Strasse entlang lief. Und das ist der einzig wahre Teil der Geschichte: Zwei Polizisten hielten an und nahmen mich mit auf den nächsten Polizeiposten. Sie erklärten mir, dass Österreich ein sehr grosses Land sei und riefen meinen Eltern an. Diese holten mich ab und brachten mich wieder nach Hause.