1. #1
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    Romeo & Julia - Eine komdiantische Tragdie in 5 Aufzgen

    Ich habe mir mal den Original-Text und Shakespeare vorgenommen und etwas berarbeitet. Story, Figuren und Sinn der Geschichte bleiben alles das selbe, jedoch habe ich den Text in einer etwas moderneren Sprache verfasst und mir auch erlaubt hier und da einige witzige Dinge einzubauen. Der Ursprung geht nicht verloren, es werden auch einige Zitate aus dem Original auftauchen.

    Handelnde Personen:

    - Escalus, Prinz von Verona
    - Graf Paris, Verwandter des Prinzen
    - Bruder Lorenzo und Bruder Johannes, Franziskanermnche
    - Montague und Grfin Montague, Hupter des Hauses Montague
    - Capulet und Grfin Capulet, Hupter des Hauses Capulet
    - Romeo, Montagues Sohn
    - Mercutio, Verwandter des Prinzen und Romeos Freund
    - Benvolio, Montagues Neffe und Romeos Freund
    - Balthasar und Abraham, Romeos Diener
    - Julia, Capulets Tochter
    - Zweiter Capulet, Vetter des Vaters Capulet
    - Tybalt, Neffe der Grfin Capulet
    - Simson, Gregorio, Peter, Anton und Hannes Bediente Capulets
    - Der Erzhler
    When you have excluded the impossible, whatever remains, however improbable must be the truth.
    - Sherlock Holmes

  2. #2
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    Erster Aufzug
    Erster Auftritt

    Der Erzhlertritt auf, auf ihn ist ein Lichtspott gerichtet.

    Erzhler: „Schn zu sehen, dass sie doch alle so zahlreich erschienen sind; ich selbst hatte damit zwar gar nicht gerechnet, aber… (er winkt ab) Nun zu dem, wieso sie heute eigentlich gekommen sind: Wir befinden uns im Norden Italiens, Verona um genau zu sein. Dort werden wir auf zwei reiche Familien treffen, den Capulets und den Montagues. Diese beiden Familien befinden sich schon seit lngerem in einem Streit; (etwas leiser, mehr fr sich selbst) warum wei eigentlich niemand mehr so wirklich… Wie auch immer. Doch aus diesen beiden Feinden wird ein Liebespaar empor steigen, die diesen alten Streit hinter sich lassen werden. Aber ich will nicht schon alles vorwegnehmen. Lassen wir die Menschen, um die es hier geht selbst zu Wort kommen, in zwei Stunden dieser Bhne. (kurze Pause, dann etwas gehssig) Ja, so lange msst ihr jetzt hier sitzen. Aber nun genug des Vorgeplnkels, ich geh jetzt besser. Ich wnsche ihnen viel Spa!“

    Erzhler ab, der Lichtspott erlischt. Kurz darauf wird die ganze Bhne beleuchtet; ein ffentlicher Platz in Verona. Simson und Gregorio treten auf.
    Simson mit wachem Blick, Gregorio mit den Hnden in den Hosentaschen.

    Simson (auf Gregorios Hnde deutend): „Die solltest du besser nicht in die Tasche stecken.“

    Gregorio: „Bin halt ein Taschenspieler.“

    Simson: „In dieser Gegend solltest du deine Hnde immer zu Fusten geballt haben. Du weit, welche Leute hier herum laufen.“

    Gregorio: „Als knntest du da jemanden gro verletzen.“

    Simson: „Wenn ich aufgebracht bin kann ich schnell zuschlagen.“

    Gregorio: „Mein lieber Simson: weder wirst du schnell aufgebracht, noch kannst du schnell zuschlagen.“

    Simson: „Glaub mir: wenn ein Montague jetzt hier auftauchen wrde werde ich aufgebracht. Ich wrde es mit jedem Jungen und Mdchen der Montagues aufnehmen.“

    Gregorio: „Das ist bei den stumpfsinnigen Idioten von Montagues auch nicht sehr schwer. Aber wieso denn mit den Mdchen aufnehmen? Du solltest dich besser von ihnen aufnehmen lassen, wenn du verstehst, was ich meine… (er lacht)

    Simson: „Mir doch egal! Ich wrde jedem Montague die Visage polieren! Sie sollen die Knchel meiner Faust zu spren bekommen, bis sie bluten!“

    Gregorio: „Ich glaube dein Bedrfnis wird sich gleich erfllen: da kommen zwei Montagues.“

    Abraham und Balthasar treten auf.

    Simson: „Okay, dann sollen sie nur kommen. Ich bin vorbereitet, ich kann dir den Rcken decken.“

    Gregorio: „Den Rcken? Willst du wieder heimlich abhauen?“

    Simson: „So etwas brauchst du von mir nicht zu frchten.“

    Gregorio: „Als du das das letzte mal gesagt hast bin ich auf der Intensivstation wach geworden…“

    Simson: „Am besten lassen wir sie anfangen, falls das am Ende vor dem Gericht landen sollte.“

    Gregorio: „Wenn sie vorbei kommen zieh ich eine Fratze, mal sehen, ob sie sich darin selbst wieder erkennen.“

    Simson: „Okay, wenn du willst. Die einzige Geste, die die verstehen ist hchstens jemanden einen Vogel zu zeigen.“ (er tippt sich an die Stirn)

    Abraham (zu Simson): „Hast du mir gerade einen Vogel gezeigt?!“

    Simson: „Nein, ich hab nur einen Vogel gezeigt. (macht die Geste ins Nichts; wendet sich an Gregorio) Ist das Recht auf unserer Seite, wenn ich doch ja sage?“

    Gregorio: „Nein.“

    Simson (zu Abraham, nicht ganz ernst): „Nein, natrlich nicht. Euch zeige ich doch keinen Vogel, wie kommt ihr darauf?“

    Gregorio: „Sucht ihr etwa Streit?“

    Balthasar: „Nein, ihr etwa?“

    Simson: „Wenn du Streit suchst kann ich dir gerne helfen. Wir arbeiten bei einem reichen und starken Mann.“

    Balthasar (sarkastisch): „Ja, keiner ist besser.“

    Simson: Na, aber klar!“

    Benvolio nhert sich.

    Gregorio (zu Simson): „Es steht doch wohl auer Frage, wer hier die Strkeren sind, oder?“

    Simson: „Gregorio, jeder Mensch wei doch, was fr Trantten die Montagues sind.“

    Abraham (aufgebracht): „Haltet die Klappe! Ihr habt doch nur Angst vor uns!“

    Simson: „Wir berzeugen dich gern vom Gegenteil!“

    Simson und Gregorio werfen sich auf Abraham und Balthasar; sie prgeln sich.
    Benvolio kommt angerannt.

    Benvolio (versucht sich zwischen sie zu drngen): „Was macht ihr Idioten denn schon wieder?! Ihr habt doch keine Ahnung, was ihr tut!“ (er bringt sie auseinander)

    Tybalt kommt herbeigeeilt.
    Die vier Diener schauen sich weiter aufgebracht an.

    Tybalt: „Schlgst du dich etwa mit den Angestellten meines Hauses, Benvolio? Wie kannst du es wagen?!“

    Benvolio: Moment! Ich habe versucht den Streit zu verhindern!“

    Tybalt: „Du brauchst mir nicht ins Gesicht zu lgen! Wehr dich, du Memme!“

    Tybalt attackiert Benvolio. Simson, Gregorio, Abraham und Balthasar nehmen ihre Schlgerei ebenfalls wieder auf.
    Capulet und Grfin Capulet treten auf.

    Capulet: „Was ist denn das fr ein Lrm? (sieht die Streiterei) Holla! Na dann wollen wir mal…“ (will dem Streit entgegen gehen)

    Grfin Capulet (ihn festhaltend): „Halt! Was tust du denn da?! Wozu willst du dich noch selbst in das Getmmel werfen?!“

    Capulet (versucht sich loszureisen): „Es geht hier um unsere Familie! Da kommt schon der alte Montague und grinst mich gehssig an!“

    Montague und Grfin Montague treten auf.

    Montague (von seiner Frau gehalten): „Capulet, du Stmper!- Jetzt lass mich doch endlich los!“

    Grfin Montague: „Damit du nachher wieder weinend auf dem Sofa sitzt? Vergiss es, du nherst dich ihm keinen Meter!“

    Beide Mnner reisen sich los und wollen aufeinander zu gehen, doch Prinz Escalus tritt mit Gefolge auf. Zunchst bemerken nur die Oberhupter der Huser sein Anwesen, die Prgelei geht weiter.

    Prinz: „Ihr aufrhrerischen Hooligans! Schon wieder bespritzt euer Blut meine Straen!- Hrt ihr mir wohl zu! (die Streiterei erstirbt; alle hren ihm zu) Seid ihr etwa wilde Tiere?! Es ist doch immer dasselbe mit euch! Knnt ihr auch etwas anderes, als euch die Kpfe gegen die Wand zu schlagen?! Zum dritten Mal schon in diesem Monat muss ich den Streitschlichter spielen, schon zum dritten Mal habt ihr, Capulet und Montague, meine Straen in ein Schlachtfeld verwandelt! Die Brger Veronas haben schon Angst ihren Kopf aus dem Fenster zu strecken, weil ihr unsere Stadt verstrt! Jetzt geht nach Hause, alle!- Capulet, sie kommen mit mir; Montague, sie erwarte ich heute Nachmittag auf dem Marktplatz. Und jetzt verschwindet, bevor ich euch verhaften lasse!“

    Prinz, sein Gefolge, Capulet, Grfin Capulet, Tybalt, Simson, Gregorio, Abraham und Balthasar ab.

    Montague (zu Benvolio): „Was war denn diesmal der Grund fr euer Verhalten? Was ist passiert, Neffe?“

    Benvolio: „Ich bin schon mal nicht dran Schuld! Die vier haben sich schon geschlagen, als ich die Strae entlang gegangen bin. Ich wollte sie voneinander trennen, doch da kam Tybalt und hat mich einfach angegriffen. Whrend ich um mein Leben gekmpft habe seit ihr hinzugekommen und dann hat der Prinz uns getrennt.“

    Grfin Montague: „Aber mein Romeo war nicht bei dem Streit, oder? Hast du ihn heute schon einmal gesehen?“

    Benvolio: „Eine Stunde vor Sonnenaufgang, ich bin gerade von einem meiner nchtlichen Streifzge gekommen, hab ich ihren Sohn in der Nhe des Waldes gesehen. Ich wollte zu ihm gehen, doch als er mich gesehen hat ist er schnell in den Wald hinein gegangen. Ich hab ihn gelassen; ich hatte keine Lust ihm um die Uhrzeit noch in den Wald zu folgen.“

    Montague: „Schon oft hat man ihn dort nach einer langen Nacht gesehen, doch irgendetwas steckt dahinter, das verrt mir mein vterlicher Instinkt. Selbst zu Hause ist er oft allein und sperrt sich in sein Zimmer ein; er wird wohl einen Grund dafr haben…“

    Benvolio: „Und wissen sie den Grund?“

    Montague: „Nein und er redet auch nicht.“

    Benvolio (wie mit einem Dummen redend): „Haben sie es schon mit Nachfragen probiert?“

    Montague: „Natrlich und andere auch. Aber trotzdem sagt er nichts und ist weiter so in sich gekehrt…“
    Romeo erscheint in einiger Entfernung.

    Benvolio: „Heh, schaut, da kommt er ja. Jetzt knnen sie ihn doch noch mal fragen.“

    Montague: „Ich berlass das besser deinen fhigen Hnden. (zu seiner Frau) Gehen wir, Schatz.“

    Montague und Grfin Montague ab.

    Benvolio: „Wie geht’s, Vetter.“

    Romeo: „Wie spt ist es?“

    Benvolio (schaut auf seine Armbanduhr): „Kurz nach neun Uhr.“

    Romeo: „Gott, so spt ist es schon wieder! Hey, sag mal: war das mein Vater, der da so schnell verschwunden ist?“

    Benvolio: „Ja, er war es. Aber sag mal: wo kommst du denn jetzt noch her?“

    Romeo: „Ich hab viel nachgedacht letzte Nacht…“

    Benvolio (ihn aufziehend): „Etwa eine lieblose Nacht gehabt?“

    Romeo: „Nein.“

    Benvolio: „Ahh, also doch nicht lieblos.“

    Romeo: „Ach, Quatsch! Obwohl, vielleicht liegst du gar nicht so falsch… (sein Blick fllt zu Boden) Ist das da Blut auf dem Boden?! Also gab es doch wieder einen Streit, von dem ich vor wenigen Minuten gehrt habe! Wie schafft ihr es nur euch stndig, wegen Dingen wie Hass und Liebe in die Haare zu kriegen? Ihr kennt doch nichts anderes als (er sucht nach den richtigen Worten) als- als lieblichen Hass und streitschtige Liebe.“

    Benvolio beginnt zu lachen.

    Romeo: „Ich fhle zwar Liebe, doch wenn ich daran denke hasse ich, was ich fhle.- Wieso zur Hlle lachst du?!“

    Benvolio (sarkastisch): „Ich liebe es, wenn du so geschwollen redest.“

    Romeo: „Sei ruhig! So ist die Liebe nun mal. Die Freundschaft, die du hier an den Tag legst macht die Sache auch nicht gerade einfacher. Ich hab keine Lust mir dein bldes Gerede anzuhren, Ciao.“ (wendet sich zum gehen)

    Benvolio (hlt ihn fest): „Heh, warte, war doch nur ein kleiner Scherz. Was reagierst du denn gleich so ber?“

    Romeo: „Tut mir leid, Benvolio. Ich bin letzter Zeit nicht ich selbst.“

    Benvolio: „Ist an deiner Mutlosigkeit nicht zu bersehen. Aber jetzt sag doch mal: was ist das denn jetzt mit dir und (er formt ein Herz mit seinen Hnde und kann ein lachen nicht unterdrcken) der Liebe?“

    Romeo: „Gut, okay, ich sag’s dir: ich hab mich verliebt.“

    Benvolio: „Wusst ich’s doch!“

    Romeo: „Sie ist wirklich ein hbsches Mdchen, ihr Name ist Rosalinde. Sie ist nicht gerade leicht zu beeindrucken, sie lsst sich nicht schnell um den Finger wickeln, aber sie ist trotzdem eine echte Schnheit.“

    Benvolio: „Und ist sie so eine, die auf- du weit schon… Enthaltsamkeit, kein (er gestikuliert wild mit seinen Hnden das Wort beiseite) vor der Ehe?“

    Romeo: „Ja, ist sie. Sie ist so schn und clever, aber doch verzichtet sie auf Liebe.“

    Benvolio: „Dann kann ich dazu nur eines sagen: hr auf an sie zu denken.“

    Romeo: „Nicht denken war zwar schon immer meine Strke, aber diesmal ist es schwieriger.“

    Benvolio: „Gib deinen Augen mal etwas Freiheit. Es gibt so viele andere Frauen in dieser Stadt.“

    Romeo: „Du kannst es ja gern damit versuchen, doch schaff es erstmal ein Mdchen zu finden, dass meine bertrifft. (er wendet sich ab zum gehen) Du kannst mich nicht zum vergessen zwingen… Wir sehen uns.“

    Romeo ab.

    Benvolio: „Immer das selbe mit ihm…“

    Benvolio ab, er folgt Romeo.
    Das Licht der Bhne erlischt.
    When you have excluded the impossible, whatever remains, however improbable must be the truth.
    - Sherlock Holmes

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