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Thema: Alle Menschen

  1. #16
    Dr. Üppig Guest
    Wieso, der Kritikpunkt ist doch angemessen? Barbarossa ist der Ansicht, jeder Mensch habe einen Wert, manche einen geringeren, manche einen höheren. Und du, manehans, lehnst wohl den Wert an sich ab. Da ist der Einwand, dass die Fragestellung aus deiner Sicht nicht stimmt, doch durchaus berechtigt, oder?

    mfG

  2. #17
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    Taras Bulba,

    ich wollte Rotbart nicht zu nahe treten, da ich mich ungenau äußerte. Es konnte der Eindruck entstehen, der Satz aus der Zeitung sei von ihm.

    Auf der anderen Seite hat er die genannte These immanent übernommen, da er denkt, der Mensch schlechthin habe einen Wert.

    Das wiederum kann ich nicht akzeptieren.

    Ein Mensch kann nur wertvoll für einen anderen sein. Er selbst ist wertfrei, was immer er tut und denkt.
    Aber oben hab ichs ja erläutert.

    LG
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    Eva Strittmatter

  3. #18
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    Dann mache ich es an einem Beispiel unter meinen anderen deutlich, was ich meinte und meine:

    Alle Menschen.....
    sind gleich viel wert, ausnahmslos.

    (stimmt noch nicht einmal organisch - der eine hat einen höheren Fettgehalt als der andere, der andre verfügt über eine dichtere Knochenmasse als der ein) -

    Für mich (wie ich immer betone: subjektiv) war und bleibt z.B. Bonhoeffer mehr wert als Dr.Entreß, der - nicht ohne sich daran zu weiden - KL-Häftlinge totspritze. Mit Vorliebe via Phenol in den Herzmuskel.

    So allmählich auf der Barrikade:
    Barbarossa

  4. #19
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    Barbarossa,
    nun wollen wir den Ball mal ganz flach halten und dich wieder von der Barrikade holen.

    Die Antwort auf die These:
    Alle Menschen.....
    sind gleich viel wert, ausnahmslos.

    lautet:
    sie ist im Ansatz falsch gestellt. Man kann sie so nicht beantworten.

    Einen Menschen zu bewerten ist zwar systemimmanent geworden, und zwar, weil wir ihn ökonomisiert und katalogisiert haben: Menschenware, Arbeiterpotential, Schwule, Behinderte etc., aber wir haben da nichts zu bewerten und zu beurteilen.

    Alle Menschen sind gleich(ob dick und dünn, ob klug, ob doof). Aber sie haben keinen Wert.

    Sie können nur für dich oder mich, wertvoll oder wertlos sein.

    Ihr Handeln können wir nach Gut und Böse werten. Der Mensch als solcher ist wertneutral.

    LG
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    Eva Strittmatter

  5. #20
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    Zitat Zitat von manehans Beitrag anzeigen
    [B]
    Die Antwort auf die These:
    Alle Menschen.....
    sind gleich viel wert, ausnahmslos.

    lautet:
    sie ist im Ansatz falsch gestellt. Man kann sie so nicht beantworten.

    Einen Menschen zu bewerten ist zwar systemimmanent geworden, und zwar, weil wir ihn ökonomisiert und katalogisiert haben: Menschenware, Arbeiterpotential, Schwule, Behinderte etc.,

    Alle Menschen sind gleich(ob dick und dünn, ob klug, ob doof). Aber sie haben keinen Wert.

    Sie können nur für dich oder mich, wertvoll oder wertlos sein.

    Ihr Handeln können wir nach Gut und Böse werten. Der Mensch als solcher ist wertneutral.

    LG

    Geht alles an Der aufgestellten These vorbei.
    Und w a s bedeutet wertneutral?
    Das setzt voraus, daß man keine Werte setzt. Im Gegensatz zu mir wütendem Streiter.

    Aber sie haben keinen Wert.


    Tja - da müßte man vorerst mal den Begriff "Wert" in diesem Zusammenhang exakt definieren.


    Immer noch erbost:
    Barbarossa

  6. #21
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    Rotbart,

    müssen wir uns das wirklich antun?

    also:
    Werte sind Orientierungsmaßstäbe für Handlungen und für Objekte (Holz, Lebensmittel etc.).
    Die Gesamtheit der Werte ist das Wertesystem, das für den Zusammenhalt einer Gesellschaft unumgänglich ist. Sie spiegeln sich je nach Kulturkreis in den jeweiligen Ethikvorstellungen wieder: Beispiel 10 Gebote.

    Das bedeutet, zu unterschiedlichen Zeiten haben Menschen „Werte“ unterschiedlich definiert.

    Ein Beispiel:
    Ein Mensch in unserer Zeit stielt. Er handelt wertlos.
    Ein Mensch, der vor 3000 Jahren stahl, hat wertvoll gehandelt, weil es zum Überleben der Gruppe essentiell war.

    Das heißt, ein Mensch ermöglicht anderen Menschen durch seinen Diebstahl Wertverwirklichungen, indem er ihnen das gibt, was sie zu ihrer Erfüllung benötigen und sich nicht selbst beschaffen können.

    Beide Menschen selbst, stellen also für sich keinen Wert dar. Nur ihr Handeln wird gewertet.

    Der Begriff Wert ist demnach eingebunden in drei Struktur Elemente.
    In bedürftige Menschen,
    in wertvolle Güter
    In wertorientiertes Handeln schlechthin.

    Wert ist somit gleichgesetzt mit Gütern und Handlungen.

    Zitat:
    Und w a s bedeutet wertneutral?
    wertneutral bedeutet: weder wertlos noch wertvoll, also ohne Wert.


    Alles klar?

    LG
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    Eva Strittmatter

  7. #22
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    Nicht so ganz.
    Das geht für mich sehr in philosophische Haarspalterei.
    (seit wann sind bedürftige Menschen wertlos????)
    Und läßt meinen ersten Eintrag etwas außer Acht.
    Es geht um eine Behauptung, der ich nicht zustimmen kann.

    Lieben Gruß:
    Barbarossa
    (unbesänftigt)

  8. #23
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    Lieber Rotbart,

    lies bitte noch einmal in Ruhe und emotionslos, was ich schrieb.

    Nicht nur bedürftige Menschen, alle Menschen sind wertlos.

    Bedürftige erfordern ethisch geprägtes, wertvolles Handeln. Insofern sind sie als Strukturelement
    in den Wertbegriff eingebunden.

    Und wenn du Platon, Kant, Hegel und Heidegger als Haarspalter bezeichnest, würde ich mich voller Stolz gern in diese Gruppe einreihen.

    Du hast doch auch recht gehabt, der Ausgangsfrage nicht zuzustimmen.
    Nur deine Begründung passte nicht, weil du dem Menschsein einen Wert beimaßest.

    LG
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    Eva Strittmatter

  9. #24
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    Ich bin kein Philosoph -

    aber wenn ich dem Menschen als Individuum keinen Wert beimessen kann,
    dann kann ich mich mit Nestroy äußern:
    Wenn alle Stricke reißen, häng ich mich auf.

    Entweder s i n d alle Menschen gleich viel wert (was ich verneine),
    oder sie sind g l e i c h v i e l wert ( dann bin ich so viel wert wie A.H.)


    À propos Heidegger:
    Dieses "Ins-Sein-geworfen-sein" hab ich nie kapiert.
    Und von Wertschätzung war auch nicht meine Rede.

    Aber ich hab das Gefühl, daß ich mich zerfranzle.
    Geändert von Cyparissos (30.01.2013 um 20:04 Uhr)

  10. #25
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    Ja lass es erst mal sacken. Und wenn noch Fragen sind, dann lass den Faden aus der Laberecke wegschieben. Dann gehört er in ein anderes Unterforum.

    LG
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    Eva Strittmatter

  11. #26
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    In welches?

  12. #27
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    Wenn das im Januar Laberei war, dann kann es hier bleiben.
    Wenn es eine Diskussion war, dann gehört es in das Unterforum „Diskussionen“.
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    Eva Strittmatter

  13. #28
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    Laß es untergehen!

    Mehr kann ich nicht anraten, denn meine Meinung habe ich (über?)deutlich geäußert.

    LG
    Barbarossa

  14. #29
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    Aussage:

    Alle Menschen.....
    sind gleich viel wert, ausnahmslos


    Ist so geschrieben ok.

    Der streitbare Punkt bleibt das Wörtchen „wert“.

    Da es sich wahrscheinlich mehr oder weniger um eine Redewendung handelt, ist es pauschal oder oberflächlich gemeint ok.



    Aber: Der tiefere Wert, als sein Handeln und Tun gemeint, richtet sich dann nach der genauen Betrachtung des Menschen.

    Und diese wiederum wird durch die Masse bestimmt.

    Als Einzelbetrachtung, also die Aussage eines einzelnen Menschen kann emotional verfärbt sein, also subjektiv verfärbt.

    Ebenso verfärbt die vorhandene Gegenwart mit ihren Denkweisen, den „Wert“ des menschlichen Handeln auf allen anderen zeitlichen Ebenen. Vergangenheit und Gegenwart.

    Redewendung: Was heute richtig ist, kann morgen falsch sein!

    Und, bla, bla, bla.
    Geändert von horstgrosse2 (08.02.2013 um 16:22 Uhr)

  15. #30
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    Zitat:
    "Alle Menschen ... sind gleich viel wert, ausnahmslos."

    Diese Aussage ist nicht eindeutig. Daher kann niemand diese Aussage (basiert auf das Ergebnis
    eines Vergleichs) bejahen oder verneinen. Die Beurteilungen in diesem Zusammenhang sind
    meistens eine spezifische persönliche Interpretation der Kernaussage.

    Hier möchte ich nicht die einzelnen Begriffe herauszunehmen, um eine philosophische und
    politische Analyse zu machen, sondern nur auf nicht korrekte Vergleichsmethode hinwiesen.

    Alfred Brunswig definiert den Begriff „Vergleich“ in seinem Werk „Das Vergleichen und
    die Relationserkenntnis, Leipzig/Berlin: B. G. Teubner, 1910“ wie folgt:
    „Zwei Objekte vergleichen heißt: sie aufmerksam … mit spezieller Hinsicht auf ihr
    gegenseitiges Verhältnis betrachten.” (S. 62.)

    Die wichtigste Elemente hier sind:

    1. Ein Vergleich erfordert mindestens zwei Objekte
    2. Für einen Vergleich ist weiterhin ein Subjekt erforderlich.
    3. Das Ergebnis eines Vergleichs kann die Erkennung der Verhältnisse sein.
    4. Ein Vergleich wird in einer bestimmten Hinsicht durchgeführt.

    Also bei einem Vergleich muss genau die Hinsicht deutlich sein.

    Beispiel:
    X erkennt A und B in Hinsicht auf die Höhe als gleich.
    X = Paul
    A = Apfel
    B = Birne

    Somit gibt es für die Vergleichsmethode:
    Subjekt / Objekt / Hinsicht / Relation

    Subjekt ist: Paul
    Objekt ist: Apfel und Birne
    Hinsicht ist: die Höhe
    Relation ist: gleich

    In der Aussage „Alle Menschen … sind gleich viel wert, ausnahmslos“ fehlt aber die Hinsicht.
    Theoretisch kann ein Vergleich nicht korrekt durchgeführt werden.

    Bei der Gelegenheit werde ich später noch einige weiteren Punkte erläutern.

    Gruß,
    Armin
    Geändert von Armin (15.02.2013 um 19:55 Uhr)
    Alle meine Texte: © Armin

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