1. #1
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    George und Marcus auf Hawaii

    M: Hallo George! Da bin ich wieder! Deine süße Strand-Ukulele! La la la!

    G: Marcus, verschreck die anderen Urlaubsgäste nicht gleich am ersten Tag.

    M: Hach George, ich bin so glücklich! Hawaii ist das Schönste, was mir je passiert ist.
    Die Sonnenuntergänge, der Strand, das Meer, der Himmel... sieh nur, kein einziges Wölkchen zu
    sehn! Und erst die schnuckeligen braungebranten Boys! Zum Anbeißen! Awww!

    G: Genau, Marcus. Und nun halt die Klappe. Ich versuche zu entspannen.

    M: Du entspannst? Du liegst doch nur faul in der Sonne rum! Du hast genug gebrutzelt. Jetzt laß uns zur Abwechslung mal etwas Aufregendes unternehmen!

    G: Jetzt wird nicht gebobbt.

    M: Och George! Das meinte ich doch nicht.

    G: Kannst du dich auch mal mit dir allein beschäftigen.

    M: Wie soll man dich bloß lieb haben. Wofür sind wir gemeinsam in den Urlaub geflogen, wenn wir doch nur getrennte Wege gehen?

    G: Eben hast du noch von süßen Boys geschwärmt. Wird sich schon einer um dich kümmern.

    M: Ach George, die jungen Hüpfer interessieren mich doch überhaupt nicht. Komm, laß uns schwimmen! Das Meer ist so angenehm waaarm!

    G: So angenehm warm wie ein vollgepißtes Babyplantschbecken.

    M: George, ich bitte dich. Das Meer hat genau die richtige Temperatur. Ich bitte dich ja nur um diesen EINEN Gefallen, wenn du mir schon nicht den Rücken eincremst.

    G: Marcus, tu mir doch bitte auch einen Gefallen.

    M: Und der wäre?

    G: Geh mir aus der Sonne.

    M: Och George, so hab ich mir das mit unserem Urlaub aber nicht vorgestellt. Ich dachte, wir würden mehr Zeit miteinander verbringen!

    G: Marcus.

    M: Ja George?

    G: Gib mir ne Chance auf Erholung. Ich habe es bitter nötig.

    M: Nein George, warum ausgerechnet jetzt? Und warum benimmst du dich überhaupt so albern, statt unseren Urlaub endlich zu genießen.

    G: Von Genuß gleich welcher Art spüre ich zur Zeit herzlich wenig, Marcus.

    M: Siehst du! Warum tust du dich nur immer so schwer mit allem!

    G: Du engst mich ein, Marcus.

    M: George, du übertreibst maßlos. Wie kommst du auf diese närrischen Ideen? Willst du alles kaputtmachen?

    G: Von wegen. Nimm mal lieber deinen Elefantenfuß aus der Sandburg, die wollte ich selber kaputtmachen, wenn der fette Bengel nebenan endlich schwimmen geht.

    M: George, weißt du was? Da HAST du deine Sandburg! Und da! Und da! Und da!

    G: Danke, Marcus, vielen Dank. Der Strand hat nun deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Könntest du mir bitte einen neuen Cocktail bringen. In sandfrei.

    M: Pah, hol ihn dir doch selber. Ich bin schließlich nicht dein Dienstmädchen.

    G: Anzeichen für die Vorzüge eines Dienstmädchens kann ich bei dir tatsächlich nicht entdecken.

    M: George, du –

    G: Moment mal. Was ist das?

    M: Was ist was?

    G: Da am Horizont. Im Wasser. Da rudert einer mit den Armen. Scheint abzusaufen.

    M: Werd nicht albern, George. In Hawaii ertrinkt doch niemand.

    G: Warum wohl niemand hilft.

    M: Huch! Es stimmt! George! Da ertrinkt einer! George, tu doch etwas! Du mußt ihm helfen!

    G: Keine Sorge, Marcus. Die Eingeborenen werden sich darum kümmern. Siehst du, springt schon einer ins Wasser.

    M: Aber wir können doch nicht einfach so daliegen und nichts tun! Wenn sie unsere Hilfe brauchen!

    G: Sie ziehn ihn raus. Bewegt sich nicht mehr. Zu spät.

    M: Vielleicht braucht er eine künstliche Beatmung!

    G: Wenn du unbedingt jemand die Zunge reinstecken willst, tu es, aber ohne mich.

    M: George, du bist widerlich! Was bist du nur für ein Mensch!

    G: Genau.

    M: Oooh, er atmet wieder! Jetzt schlägt er die Augen auf!

    G: Siehst du. Wenn er dich jetzt als erstes sehen müßte, würde er vor Schreck ganz den Löffel abgeben.

    M: Weißt du was, George, ich höre dich überhaupt nicht. Ich bin taub gegen deine ständigen Beleidigungen. Und erwarte bloß nicht, daß ich je wieder ein Wort mit dir rede.

    G: Wie schön, Marcus. Bitte halt dich dran.

    M: Weißt du was, George? Ich verlasse dich!

    G: Nimm wenigstens deine Schwimmflügel mit, sonst geht’s dir wie dem andern da.

    M: Pöh, was kümmert dich das! Auf Nimmerwiedersehen, George!

    G: Tschüs Marcus.

    M: Hawaii, ich komme! Achtung Boys, braungebrannt und muskelbepackt!

    G: Oh Gott. Hoffentlich tun sie ihm nichts an. – Marcus!

    M: Was ist denn noch, George! Stör ich dich etwa immer noch beim Entspannen?

    G: Ja, Marcus, unbedingt.

    M: Soll das heißen, du brauchst mich?

    G: Nein Marcus, wirklich. Ich wüßte in keinster Weise, was ich ohne dich auf dieser verdammt langweiligen Insel anfangen sollte.

    M: Gehen wir dann endlich schwimmen, George?

    G: Surfen, Marcus, surfen.

    M: Komm beeil dich, wer zuletzt im Wasser ist, ist eine alte Schwuchtel!

    G: Ja doch, ja doch. Wo ist denn nur mein Surfbrett geblieben, das hat bestimmt dieses schrecklich dicke Kind geklaut...

    M: Rock die Welle, Surferboy! Uuuhh…!

    G: Junge, rück sofort das Surfbrett raus. Und schmier gefälligst deine Popel nicht an meinem Handtuch ab. – Hilfe! Marcus!! Der hat sie doch nicht mehr alle!!!

  2. #2
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    Ertrinkende wedeln nicht mit den Armen, weit verbreiteter Irrtum, aber Bernie und Ert auf Hawaii sind als Idee ganz witzig. Soll das ein Sketch sein? Da steht nämlich nicht, was es sein soll.
    Ich finde den Dialog etwas zu gestelzt, der Subtext liegt auf dem Silbertablett (Absicht?)
    Es ist auch zu viel Dialog und zu wenig (nämlich Null) Regieanweisung. Formale Kriterien beachten könnte auch nicht schaden.
    Man muss ein bisschen aufpassen, dass man nicht zu sehr die Klischees bedient, bei diesem grotesk- albernen Beziehungsgespräch.
    Ich würde "Schwuppe" oder "Schwucke" statt "Schwuchtel" vorschlagen, letzteres ist doch für viele eher ein Schimpfwort.

    Gruß!

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