Berlin -

Heute jährt sich zum 10 Mal die Gründung bzw Umwandlung der BRD in die RDL - die Republick Deutscher Leute. Vorangegangen war ja die Erkenntnis daß wir keine Menschen sind sondern nur Leute. Wir Deutsche wußten ja immer schon daß es im Leben eigentlich nur um die Leute geht, weniger um die Menschen, denn wir sind ja eigentlich keine Menschen. Es wurde wieder das Wichtigste was die Leute dachten, also ob wir gut gekleidet waren, keine Marotten hatten, niemanden ärgerten und generell vernünftige Leute waren, also nicht etwa Künstler oder Gläubige oder Liebende, das mußten wir einsehen.

So sagte heute der deutsche Leutekommissar (der Rechtsnachfolge des Bundeskanzlers), daß wir feste an der Leutheit arbeiten müßten. Leutheit kommt ja nicht aus dem Nichts und man muß im Leben immer viel an sie denken und viel für sie tun. Gewissermaßen ist sie das Ebenbild Gottes in uns, das wußte auch schon die Leutige Kirche (die Rechtsnachfolgern der Evangelischen Kirche). Und es gibt nicht nur Leutheit, also wie man zu den Leuten gehört und die Leutheit der Leute pflegt, es gibt auch die Leutigkeit, daß man besonders fröhlich ist wenn die Leute nichts an uns auszusetzen haben.

Leutheit aber verlangt von uns daß wir vorsichtig mit der Menschlichkeit sind. Es gab ja früher oft so Gedanken daß ein Mensch Gottes Ebenbild ist, auch daß es nicht so einfach getan ist damit und daß viele Menschen viele Ebenbilder sind die sich bei all der komplizierten Verschiedenheit auch noch lieben müßten und sogar verstehen. Wir können unsere Menschlichkeit nicht leugnen, das ist auch nicht ganz die ehrliche Leutheit die wir heute anstreben. Bzw, wir tragen nun einmal die Menschlichkeit herum und wir wollen ja keine tyrannischen Leute sein sondern einfach nur gute Leute. Aber diese Menschlichkeit macht eben alles suspekt, denn dann wollen die Leute immer nachdenken, nicht nur manchmal wie es sich gehört. Oder sie wollen Gott finden und nicht nur in der Kirche lassen wo die echte Leutheit geachtet wird. Jedenfalls ist echte Leutheit nie so einfach wie man so denkt. Die Leute wissen zwar Bescheid, aber es ist schwer so richtig mit sich und seiner Leutheit im Reinen zu sein so daß man weiß man gehört zu den Leuten.

Manche sagen deshalb, man muß da puristisch sein, also einfach nur ein Leut sein und nicht einmal sagen, man muß gut oder ordentlich oder klug sein. Das bringt dann schon wieder Menschlichkeit ins Spiel. Einfach nur ein Leut sein - das ist ein hohes Ziel, und nicht einfach zu erreichen. Am Besten man folgt der Goldenen Regel und läßt die Leute entscheiden ob es richtig ist was man tut. Es ist schon ein Kreuz mit all diesen Bestrebungen, es muß doch möglich sein einfach nur sein Haus zu haben, seine Arbeit und seinen grauen Kittel. Der Leutlehrer Armin Schweigeborn schrieb davon daß die Leutbestrebungen erfüllbar sind, doch dann wandelt sie sich widerum in die schlimme Exztentrizität worüber die Leute dann reden. Also verfehlt selbst Leutheit ihr Ziel.

Aber vielleicht finden das die Leute an der Leuteuniversität irgendwann heraus, wie man die Leute so richtig schön in Ruhe läßt und ihnen folgt wenn es Probleme gibt, bzw wie man schon als Kind lernt so zu handeln wie es die Leute wünschen.

Ich hoffe daß die Leute dieses Ziel erreichen. Ich weiß, wir alle hoffen das.

Ich wünsche einen leutigen Mittwoch. Ich hoffe ich genüge ihrem Urteil. Auf Wiedersehen, und bitte sein sie ruhiger in ihrer Wohnung, erkennen sie noch den alten Schlachtspruch?