Thema: Bube und Dame

  1. #1
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    Bube und Dame

    Du fragst sie,
    warum sie dich nicht verdiene.
    Sie lächelt und streichelt dir
    über den Kopf.
    Sie öffnet die Packung,
    Gauloises ihre Marke.
    Sie bläst dir den Rauch
    mitten ins
    Gesicht.

    Warum,
    fragst du fordernd,
    sage sie nichts.
    Sie steht langsam auf,
    wendet sich
    Von dir ab.
    Sie öffnet das Fenster,
    du siehst sie dir an.
    Der Rücken,
    die Kurve,
    die Beine so lang.

    Du schließt deine Augen
    und lehnst dich zurück,
    sie setzt sich gemütlich
    auf deinen Schoß.

    Weißt du, flüstert sie,
    was uns verband,
    das Spiel, diese Karten,
    du hast dich verbrannt.
    Geändert von Windstill (07.07.2013 um 14:33 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Windstill,

    das Ende kommt für meine Begriffe zu unvorbereitet. Die Überschrift lässt zwar an ein Kartenspiel denken, aber der Text hätte doch einige Anspielungen vertragen können. Du schlägst das Thema an, schweifst ab und kommst dann zurück. Ich frage mich, warum die beiden keine Karten spielen? Leider weiß ich nicht, was Du Dir beim schreiben gedacht hast, weshalb ich auch nicht raten will. Meiner Ansicht nach würde Dein Gedicht bei einer erneuten Überarbeitung gewinnen.

    Grüße

    Wolfgang

  3. #3
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    Hallo Wolfgang Luley,

    ich gebe dem Leser gerne Spielraum für Interpretationen, allerdings scheint dieser durch den scheinbar mangelnden Bezug des Titels zum Inhalt, eingeschränkt zu werden. "Bube und Dame" ist hier im übertragenen Sinne zu betrachten, genauso wie die letzten beiden Zeilen. Gerne verweis ich auch auf das Verhältnis dieser beiden Menschen, wer geht als "Verlierer" hervor?
    Vielleicht ist es vor allem mein Gedicht, das "verloren" hat und eine Überarbeitung wäre wirklich empfehlenswert.

    Danke Dir,

    Windstill

  4. #4
    Dr. Üppig Guest
    Ich bin anderer Meinung als mein Vorkommentator. Ich finde den Text sehr gut, ausdrucksstark, mit einem gut entwickelten Bezug zum Titel. "Bube und Dame" bedient sich einer Dichotomie, die letztlich nicht nur auf lexikaler Ebene stattfindet, sondern - im Hinblick auf das Gedicht - auch auf semantischer. Die Beziehung, das vorhin erwähnte Verhältnis der beiden Protagonisten kommt somit zum Tragen: Dame schlägt Bube, das (höchstwahrscheinlich) männliche Ich ist dem weiblichen Du unterlegen. Gerade diese Inkonsequenz bei der Verwendung der Kartenspielmetapher finde ich sehr gelungen, die Wiederaufnahme erst am Ende vollendet das Bild und macht diesen Text zu etwas Besonderem. Ich würde ihn nicht ändern.

    sehr gerne gelesen

    mfG

    EDIT: Ich würde "Sie" im 1. Vers klein schreiben.

  5. #5
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    Hallo Taras Bulba,

    freut mich, wie inhaltsanalytisch du vorgegangen bist und direkt ins Schwarze getroffen hast.
    Damit nimmst du mir jegliche Zweifel bezüglich des Titels.

    Merci beaucoup.

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