Der schwarze Marlin

Die zwei Freunde, Peter Marschall und Toni Grimson, besaßen zusammen ein Boot, ein Holzboot mit Motor und Notsegel, sowie einer kleinen Funkanlage. Eine kleine Kajüte, mit Koch- und Schlafgelegenheit, gehörte auch dazu.
Das Boot war nicht groß, etwa 7 Meter lang und 2,80 Meter breit. Sie hatten das Boot noch etwas "aufgemotzt", zwei starke Rutenhalter gehörten dazu, zwei kräftige Ruten mit je einer großen Rolle, auf die je 500 Meter Spezialleine aufgespult waren.
Der Fisch den sie jagen wollten war der Königsfisch unter den Fischen, der "Black Marlin", auch Schwertfisch genannt und die Spezialleine konnte auch ein Marlin, wenn er einmal festsaß, nicht zerreißen.
Peter hatte am Boden des Bootes eine kleine Kamera angebracht, die in einem wasserdichten Behälter steckte, sie war schwenkbar und er hoffte auf tolle Unterwasser Aufnahmen.
Sie machten am frühen Morgen ihr Boot seeklar. Wasser und Proviant waren schnell verstaut und langsam glitten sie aus den kleinen Hafen ins offene Meer.
Sie fuhren zuerst mit halber Kraft in die aufgehende Morgensonne, ein tiefblauer Himmel wölbte sich über ihnen, es wurde wärmer.
Das fast ruhige Meer ließ ihre Stimmung steigen. Nach zwei Stunden ging Peter nach unten und bereitete das Frühstück zu, Kaffee, Speck und Eier .
Toni stand am Ruder, im vorderen Teil des Schiffes, Peter brachte ihm einen Becher Kaffee, der heiße Kaffee tat gut. Sie blickten über das Meer, als Toni plötzlich laut ausrief: "Da, da vorn... ein Marlin"!
Dabei zeigte er mit ausgestrecktem Arm nach vorn. Peter riss den Kopf herum...ja, tatsächlich, das ist einer!
Ein großer, grau glänzender Körper flog förmlich über das Wasser.
Peter rannte zu den Ruten, löste die Verriegelung an den Rollen und mit leichtem Zischen, wurden die ins Meer gefallenen Haken durch das Wasser gezogen.
Toni drehte den Motor voll auf, so jagten sie dem Fisch nach. Jetzt war er verschwunden, Toni fuhr einen großen Kreis, angestrengt beobachtete er die Wasseroberfläche... wo war er ?
Plötzlich kam ihnen der Marlin entgegen, etwa fünf Meter von ihnen entfernt, pflügte er durch das Wasser. Er war groß, Peter schätze ihn auf etwa fünf Meter, dazu kam noch das lange Schwert.
Peter beobachtete angestrengt die Rollen, doch bis jetzt tat sich nichts, sie zogen noch immer -in schneller Fahrt- die Schnüre mit den Haken durchs Wasser. Aber plötzlich gab es einen Ruck und im gleichen Augenblick, begann sich eine der Rollen rasend schnell zu drehen.
"Er hat angebissen"! Peter schrie es förmlich hinaus, Toni nickte und begann den Motor langsam abzubremsen, der Fisch sollte es jetzt nicht zu leicht haben. Aber der zog mit gleichbleibendem Tempo das Boot hinter sich her.
Toni stoppte den Motor und versuchte langsam rückwärts zu fahren, um so dem Zug des Fisches eine Kraft entgegen zusetzen.
Sie kämpften bereits über eine Stunde, aber plötzlich ließ die Kraft des Marlin nach, die Schnur spannte sich nicht mehr .
Die Männer blickten über das Wasser, Toni zuckte mit den Schultern... war der Fisch weg?
Urplötzlich tauchte er neben dem Boot auf, so als wollte er schauen, was ihn da so festhielt?
Jetzt zog er wieder an, nahm Fahrt auf und zog das Boot wieder, immer schneller werdend, hinter sich her. Wieder drosselte Toni den Motor.
Peter hatte inzwischen die Unterwasser Kamera eingeschaltet, er hoffte auf gute Bilder.
Jetzt begann Peter die abgespulte Schnur wieder aufzurollen, als der Marlin plötzlich das Boot rammte, es war ein gewaltiger Schlag. Toni brach sich dabei den Arm. Er fluchte wie wild, dann sah er zu Peter, er lag am Boden und blutete stark aus einer Kopfwunde.
Er wollte zu Peter gehen, als ein weiterer Schlag ihn über Bord riss, im Wasser treibend sah er, wie der Marlin auf ihn zu schwamm.
Den Stoß des Schwertes spürte er nicht mehr!
Im Boot kam Peter langsam zu sich, er rief nach Toni... keine Antwort, dann sah er ihn... im Wasser treibend, voller Blut!
Wieder schwamm der Marlin gegen das Boot, diesmal fiel Peter in die Kajüte... Wasser stürzte über ihn, er spürte, wie sich das Boot drehte!
Zwei Tage später fingen Fischer einen großen Marlin, in seinem Maul steckte ein starker Haken mit einer langen Schnur.
Ein im Wasser treibender Gegenstand weckte ihre Neugier, sie zogen eine Unterwasser Kamera an Bord.

Abends, im Hafen, sahen sie auf dem Film, den Angriff des Marlin auf Toni und den Todesstoß.


Diese Geschichte ist frei erfunden,
Ä'hnlichkeiten sind rein zufällig.