It’s Crime - Time, Nr. 4

Licht der Finsternis.

Mein Name ist Phil Benson, Interpol-Agent. Ich bearbeite zur Zeit den Fall > Licht der Finsternis<. Wenn es Sie interessiert, dürfen Sie gern weiterlesen.

London im Nebel, haben Sie das auch schon einmal erlebt?
Nein? Na da haben Sie auch nichts versäumt.
Es ist Anfang November, da können Sie sich vielleicht vorstellen wie es hier aussieht. Seit einer Woche nur dicker Nebel und dazu diese feuchte Kälte.
Vom Schreibtisch aus sehe ich plötzlich Nebelschwaden durch mein Büro ziehen…. nanu, kommt der jetzt auch schon in die Häuser? Ach so, meine Kaffeemaschine brüht mir gerade meinen geliebten Kaffee auf, daher der Dampf.

Morgens brauche ich meinen Kaffee, so drei Tassen und ich laufe zur Höchstform auf.

Ich ärgere mich noch immer über meine eigene Blödheit in Miami und über dieses durchtriebene Luder.
Sie hatte mir nicht nur meinen Urlaub versaut, ich hatte auch diverse Rennereien wegen meiner Lizenz.

Während ich versuchte, aus dem kleinen Fenster im sechsten Stock, wenigstens ein winziges Stück blauen Himmels zu erspähen, tritt mein Chef, Oberinspektor Thomas Hohwald, in mein Büro, er schwenkt ein Fax welches er mir auf den Tisch legt.
“Sieh dir mal diese Frechheit an… ich sehe! “Da hat die Bank of India einen der größten, je gefundenen Rubine, nach London geschickt, selbstverständlich hoch versichert und dieser Klunker ist verschwunden, auf dem Weg von Neu Delhi nach Paris“!
Ich gieße uns Beide noch einen Kaffee ein und sage…. “es kann doch nur eine Lücke in Neu Delhi geben, ist der Stein wirklich auf den Weg gebracht worden und w i e genau”?
“Warum eigentlich nach Paris“?
“In London konnte keine Maschine landen, dort war nur “dicke Suppe”!
"Wer hat alles davon gewusst und wer könnte -noch- davon gewusst haben”? Thomas sagte: ”Du fliegst morgen nach Neu Delhi, wir geben dir alle Vollmachten mit, du hast freie Hand”!
“Der Stein muss wieder her, er ist ein Geschenk an die Queen”!
Übrigens, der Name des Rubins ist Licht der Finsternis“!
“Ein Geschenk an die Queen, warum kann ich nicht einmal Queen sein”?
“Ok.Thomas, ich werde versuchen die Lücke zu finden”!
“Machs gut Phil”, wir reichten uns die Hände, ich trank noch einen Kaffee, räumte meinen Schreibtisch auf, das heißt… ich steckte meinen Kugelschreiber wieder ein und verließ das Büro.

Zu Hause packte ich die nötigsten Sachen ein, ließ mir eine Pizza kommen und… ab jetzt bis Neu Delhi passierte gar nichts.

Neu Delhi im November, ist wie Frühling in Spanien, die Sonne lacht vom blauen Himmel, keine Spur mehr vom größten Monsum aller Zeiten.

Zuerst Taxi zum Hotel, etwas frisch machen, umziehen, leichten weißen Leinenanzug, flacher Strohhut, weiße Schuhe, danach mit dem Taxi zur Bank of India.
Ein Gebäude so groß wie die FBI-Zentrale bei uns in London.
An einer großen Rezeption werde ich nach meinen Wünschen gefragt,… “ja, den Boss sprechen, komme vom FBI”! Mein Ausweis wird geprüft, dann werde ich in Begleitung zweier junger Männer in die oberste Etage begleitet.
Ein großes, freundlich eingerichtetes Büro und ein ebenso freundlicher älterer Herr, der sich als Dr. Khundari vorstellt, begrüßen mich.

Es wurde Kaffe gereicht (toll) und wir kamen gleich zur Sache.

Der Stein wurde hier in der Bank aus den Tresor genommen - im Beisein des ersten Kassierers- danach im Beisein von zwei Herren der Versicherung in das Büro des Dr. Khundari gebracht, hier in ein feuerfestes Behältnis eingeschlossen.
Die zwei Herren der Versicherung wollten den Stein selbst nach London bringen. Aber der Flug wurde ja durch den Nebel in London nach Paris umgeleitet.
Ich verabschiedete mich und fuhr zur besagten Versicherung. Auch hier ein protziges Gebäude, wieder ein Büro, diesmal Chrom und Glas.

Ein Herr mittleren Alters reichte mir die Hand, bat mich Platz zu nehmen und bestellte -nachdem er mich gefragt hat- Kaffee für uns. Dann rief er die beiden “Rubin-Begleiter” in sein Büro.
Innerlich musste ich lachen… Pat und Patachon in Person.

Die Beiden waren aber versierte Vertreter der Versicherung, sie schilderten den Ablauf so:
Nach Verlassen der Bank, fuhren sie in einem Taxi zum Airport, ohne Umwege. Hier wurden sie von einer hübschen Stewardess empfangen und in einen Nebenraum geführt. Ich unterbrach, “Wieso wurden Sie dort empfangen und in diesen Nebenraum geführt, wusste man dort von Ihrer Mission”?
Die Dame wusste dass wir von einer Versicherung sind, wir hatten unsere Ausweise gezeigt, sie sagte uns aber vertraulich, dass es eine Bombenwarnung gegeben habe und die große Halle gerade geräumt wird”!
Es dauerte etwas mehr als eine Stunde, zwischenzeitlich brachte sie ihnen Kaffee und holte sie nach Ende der Durchsuchung ab um sie direkt zur Maschine zu bringen.

Ich fragte :”Ist Ihnen nicht irgend etwas aufgefallen”?
Der Lange druckste etwas verlegen herum… “Ich hatte den Eindruck, dass die Zeit sehr schnell vergangen war, auch Harphi (der Dicke) hatte den Eindruck”!
“Wie sah die Dame aus, die Sie in den Raum führte”?
“Sie war sehr hübsch, schlank und sportlich”! Der Dicke ergänzte “sie sah aus, als hätte sie nur in der Sonne gelegen, wunderschön braun”!
“Haben Sie sie noch mal gesehen, vielleicht in Paris”? Beide verneinten.
OK, ich werde morgen nach Paris fliegen.
Airport Neu Delhi, ich frage einen Bediensteten, wann es hier die letzte Bombendrohung gegeben habe? Er sagte, dass es plötzlich vor vier Tagen eine solche gab, die Halle wurde geräumt, gab natürlich großes Gedränge und Geschubse wie das meist so ist, aber die Durchsuchung war erfolglos. Danach wurde die Halle wieder frei gegeben.

Airport Paris, Charles de Gaulle, hier ließen sich keine Anhaltspunkte finden, vorerst nicht.
Eine Nacht in Paris, vom Hotel meinen Rückflug nach Neu Delhi gebucht, habe vorher aber noch zu Mittag gegessen … nein, gespeist, olala!
Wenn Sie einmal nach Paris kommen, gehen Sie ins “Maitre’-Maitre’”, dort müssen Sie unbedingt einmal essen, oh nein, speisen.

Airport > Charles de Gaulle> ich durchquere die Halle und gehe zum Schalter der < India - Airlines>, ich hole mein bestelltes Ticket ab, verstaue es in meine Tasche und sehe plötzlich, einen schönen, schlanken, gebräunten Arm, an dessen Ende eine Hand angebracht war, die eine Geldtasche hielt… mir fallen fast die Augen aus den Kopf, das ist ja meine Geldtasche, die mir in Miami gestohlen wurde!
“Mein Name ist “Gloria Lawinger“, ich möchte mein bestelltes Ticket abholen und bezahlen“!
Ich lies die Dame an mir vorbei und beobachtete sie unauffällig.
Wir hatten den gleichen Flug, sie saß drei Reihen vor mir.
In Neu Delhi nahm sie ein Taxi… ich auch, sie fuhr zum Versicherungsgebäude, ich natürlich auch.
Ich ließ mich wieder ins Chefbüro bringen. Ich fragte gerade zu: “Kennen Sie eine Miss Gloria Lawinger”?
Er sagte -"ja-, sie ist eine Freundin meiner Frau"!
“Wussten Ihre Frau und diese Miss Lawinger, vom Transport des Rubins”? Er setzte sich plötzlich hin… “ich habe meiner Frau vom Rubin am Vorabend des Transfers erzählt”!
“Sie haben Ihrer Frau vom Transfer berichtet”?
Er lächelte gequält… “sie wissen ja, wenn Frauen etwas wissen wollen… ja ich habe ihr davon erzählt”!
“Also Ihre Frau hat es ihrer besten Freundin weiter erzählt”!
“Miss Lawinger kam am Morgen zu mir und bat um ein paar freie Tage, ihre Mutter sei sehr krank”!
“Hören Sie, seit -wann- und als -was- und -wo- ist diese Miss Lawinger hier beschäftigt”?
“Ich glaube seit acht Monaten, sie ist als Sekretärin im Transferbereich tätig”!
“Jetzt hören Sie mir bitte genau zu, ich verdächtige Ihre Frau…. “sie ist nicht meine Frau, aber wir leben zusammen”!
“Also ich verdächtige diese Frau, Ihrer Mitarbeiterin von diesem Stein und seinem Transfer , berichtet zu haben”!
“Miss Lawinger wird von mir verdächtigt, einen Zwischenfall am Airport ausgelöst zu haben, bei dem unbemerkt, Betäubungsmittel in den Kaffe der beiden Begleiter getan wurde und der Stein, durch Aneignung des Schlüssels , entwendet wurde.
Eigentlich eine ganz einfache Sache, wenn man über alles informiert wurde”!
“Lassen Sie jetzt bitte Miss Lawinger her bitten”!
Miss Lawinger betrat das Büro, mich schien sie nicht zu kennen, unsere Begegnung in Miami war ja auch nur kurz gewesen.
Ich stellte mich vor und bat sie, den Inhalt ihrer Tasche auf den Schreibtisch zu auszuleeren… Geldtasche, Schlüssel, Taschentuch u.s.w., ich frage -seit wann besitzen sie diese Geldtasche? Jetzt sieht sie mich etwas länger an… "ich weiß nicht genau etwa zwei Jahre"!
“Nein Miss Lawinger, diese Geldtasche besitzen sie seit dem 23.Juli dieses Jahres, sie haben sie mir am Strand von Miami gestohlen, ich muss sagen, sehr geschickt… wo ist der Rubin”?
Jetzt wirkte sie nicht mehr so sicher… "welcher Rubin"?
“Der Rubin, den sie den beiden Begleitern auf dem Airport in Neu Delhi gestohlen haben”!
Sie rief plötzlich… "wie können sie mich so beleidigen"?
Ich spielte meinen letzten Trumpf aus, “wussten sie denn nichts von den Sicherheits Kameras auf dem Airport”?
Die Bilder zeigen, wie sie den Kaffee vergiftet haben , wie sie die Schlüssel nehmen, den Behälter öffnen und den Rubin an sich nehmen. Wo also ist der Stein”?
Sie starrt auf das zerknüllte Taschentuch aus ihrer Tasche, ich nehme und entfalte es…. da muss man erst einmal drauf kommen, im Tuch eingewickelt lag der Rubin!
“Miss Lawinger, Sie sind verhaftet“!

Ich habe mir wieder einmal ein paar Urlaubstage verdient, nein, ich verrate nicht wohin, aber soviel sei gesagt… nicht an den Nordpol!