1. #1
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    Post Interpretation zu "Du und ich" (Max Dauthendey)

    Hallo, habe mal ne Interpretation zu "Du und ich" geschrieben und würde mich über positive und
    negative Kritik sowie Verbesserungsvorschläge sehr freuen.
    Hier ein Link zum Gedicht: http://www.handmann.phantasus.de/g_duundich.html
    Hier meine Interpretation:

    GEDICHTSINTERPRETATION

    In dem zu einem unbekannten Zeitpunkt geschriebenen Gedicht „Du und ich“ von Max Dauthendey geht dem ersten Eindruck nach um die tiefe Verbundenheit zweier Wesen, welche durch das Gedicht nicht umbedingt als Menschen zu identifizieren sind, da das Gedicht in einem Inneren Monolog geschrieben wurde.

    In der ersten von zwei Strophen, ist ein Kreuzreim zu finden, wobei die zweite Strophe aus zwei Paar- und einem umarmendem Reim besteht. Im Gedicht ist kein regelmäßiges Metrum zu finden, was darauf hinweisen könnte, dass das Gedicht moderner ist, da moderne Gedicht oft kein regelmäßiges Metrum vorweisen.
    Es sind wenig Metaphern im Gedicht zu finden, was aus meiner Sicht dafür sorgt, dass das Gedicht gut verständlich und nicht irreführend ist. Der Autor verwendete nicht immer einen logischen Satzbau bzw. klar als solche zu erkennende Sätze, worin ich eine gewisse Ungezwungenheit und Verträumtheit sehe.

    Der Titel des Gedichtes macht von Anfang an deutlich, dass es sich in dem Gedicht um zwei sich nahestehende Personen handelt doch auch beim weiteren Lesen wird dies klar. In dem Gedicht schreibt der Autor über die neugewonnene „wunschlose Seeligkeit“ (Z. 2), des lyrischen Ich’s sowie eine starke Veränderung durch und für ein nicht weiter beschriebenes lyrisches „Du“. Dabei betont das lyrische Ich die plötzliche, als unmöglich erschienene Veränderung, so z.B in Zeile 10: „Und Holz wird Eisen, Eisen Holz“ oder auch „Der Alltag wird zur Sonntagszeit“ (Z. 4). Meiner Meinung nach möchte der Autor damit die Kraft der Liebe und Möglichkeit der Veränderung bei starker Überzeugung ausdrücken. Der Autor behandelt hierbei ausschließlich die positive Seite der Liebe und möchte meinen Ansichten nach damit die Botschaft übermitteln, dass Liebe etwas gutes ist was uns und unser Leben zum Guten verändern kann. So zum Beispiel in Vers 6 und 7: „Und Menschengöttlichkeit
Fühl' ich bei dir durch dich“ und auch „Mein Blut im Paradies für mich.“ (Z. 14) Mit der letzen Zeile: „Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich“ könnte gemeint sein, dass man durch die Liebe alte und/oder schlechte Erinnerungen und Erfahrungen vergessen oder überdecken kann.

    Zusammenfassend könnte man sagen, dass der Autor uns mit seinem Gedicht also die schöne Seite der Liebe zeigen möchte, die in der Lage ist glücklich zu machen und Wunden heilt.
    Mir hat das Gedicht gut gefallen, da es einen wärmenden und nicht traurigen Eindruck hinterlässt und einem gegebenenfalls auch Kraft für das eigene Leben und die eigenen Beziehungen gibt.

    -----------------------------

    wie gesagt: würde mich total freuen wenn sich jemand die Zeit nimmt das alles zu lesen und mir was dazu zu sagen :=)

  2. #2
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    Hi Ilei,
    ich würde mir auf deiner stelle mit dem Menschen und Monolog noch mal genauer überlegen, da ich einen Widerspruch in sich sehe:
    "welche durch das Gedicht nicht unbedingt als Menschen zu identifizieren sind, da das Gedicht in einem Inneren Monolog geschrieben wurde."

    LG
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  3. #3
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    Post Hmm

    Ist das so, das in der Literatur nur Menschen einen inneren Monolog führen können? ICh meine: Klar der Autor hat sicherlich keine Goldhamster gemeint, aber rein hypotetisch?

  4. #4
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    ich denke mir: weil wir Menschen sind können wir denken , alles andere ist eine Parabel, was wieder rum auf Menschen bezogen ist.
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  5. #5
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    Guten Morgen, Ilei,

    doch, es handelt sich im Gedicht um Menschen. Dafür gibt es in zwei Versen sogar ganz konkrete Hinweise:

    Der Alltag wird zur Sonntagszeit,

    Um uns. Und Menschengöttlichkeit
    Alltag-Sonntag-Menschen. Und "Menschengöttlichkeit" sagt m. E. aus, dass sich hier ein Mensch "göttlich fühlt" - durch die Liebe. Diese Worte würden in diesem Zusammenhang sicher keine "Götter" oder ähnliche Wesen verwenden.

    In dem zu einem unbekannten Zeitpunkt geschriebenen Gedicht „Du und ich“ von Max Dauthendey geht es dem ersten Eindruck nach um die tiefe Verbundenheit zweier Wesen, welche durch das Gedicht nicht unbedingt als Menschen zu identifizieren sind, da das Gedicht in einem Inneren Monolog geschrieben wurde.
    Ich fände es also besser, wenn du die entsprechende Aussage änderst, bezogen auf die Hinweise, die ich hier zuvor gab. Du hattest hier auch ein "es" vergessen und einen kleinen Tippfehler drin.

    In der ersten von zwei Strophen ist ein Kreuzreim zu finden, wobei die zweite Strophe aus zwei Paar- und einem umarmendem Reim besteht. Im Gedicht ist kein regelmäßiges Metrum zu finden, was darauf hinweisen könnte, dass das Gedicht moderner ist, da moderne Gedicht oft kein regelmäßiges Metrum vorweisen.
    Es sind drei Paarreime und ein umarmender Reim. Im Gedicht ist übrigens ein sehr regelmäßiges Metrum zu finden, lediglich Vers 1 weicht davon ab, und da das erste Wort in Vers 2 gleich ein Verb ist, das prosodisch eigentlich betont werden muss (der Vers, der sich mit diesem reimt, beginnt (korrekt betont) ebenfalls mit einer betonten Silbe), entstand bei dir wohl der Eindruck, dem wäre nicht so. In der zweiten Strophe sind Vers 5 und 6 um eine Silbe verkürzt, besitzen daher klingende Kadenzen, während ansonsten nur stumpfe Kadenzen zu finden sind. Der "Dreh", den Max Dauthenday im ersten Vers des Gedichts verwendet, ist durchaus zulässig und öfter zu finden - der erste Versfuß am Versbeginn wird "umgedreht", d. h. hier gibt es statt eines jambischen einen trochäischen. Normalerweise dient das dem "Auflockern" eines stringenten Metrums, das sonst auch mal zum Leiern neigen kann. Ungewöhnlich ist hier, dass es gleich am Anfang geschieht. Darüber solltest du nachdenken: Warum gerade am Anfang, was beabsichtigte der Autor damit, was wollte er beim Leser damit erreichen? Um "Auflockern" konnte es ihm ja nicht gehen - welchen Effekt wollte der Autor erzielen? Und schau dir das Metrum noch einmal genauer an.

    Es sind wenig Metaphern im Gedicht zu finden, was aus meiner Sicht dafür sorgt, dass das Gedicht gut verständlich und nicht irreführend ist. Der Autor verwendete nicht immer einen logischen Satzbau bzw. klar als solche zu erkennende Sätze, worin ich eine gewisse Ungezwungenheit und Verträumtheit sehe.
    Auch Gedichte, in denen viele Metaphern zu finden sind, können gut verständlich sein - Metaphern werden nicht verwendet, um Leser "irrezuführen". Selbst im Alltag verwenden wir häufig Metaphern. Wenn du zu einem Freund sagst: "Mensch, heute saß ich im Unterricht wie auf glühenden Kohlen, konnte die Pausenklingel kaum abwarten." oder "Ich stand da und fühlte mich, als ob mir jemand einen Kübel Eiswasser über den Kopf geleert hätte!". Alltagsmetaphorik. Hier ist doch ganz klar, dass mit "glühenden Kohlen" starke Ungeduld und mit dem "Kübel Eiswasser" eine erschreckende, plötzlich eintretende Erkenntnis gemeint ist. Texte können dann schwer verständlich sein, wenn sie "stark verschlüsselt" (verborgene, zusätzliche Bedeutungsebenen) oder sehr "kryptisch" geschrieben oder mit Absicht so verfasst werden, dass sie Leser irreführen sollen. Aber das ist bei diesem Gedicht hier ganz sicher nicht der Fall:

    Und Holz wird Eisen, Eisen Holz
    Und Stolz wird Demut, Demut Stolz.
    Die Liebe "stellt die Welt (des LI) auf den Kopf" - was übrigens auch eine Metapher ist, die du sicher kennst. ^^

    Das Gedicht enthält einige Metaphern, nicht wenige. Z. B. Vers 2 in Strophe 1. Auch hier gibt es eine Metapher. Ich schlage vor, du suchst im Gedicht noch einmal intensiv nach solchen und ähnlichen Formulierungen.

    Der Autor verwendet schon einen "logischen" Satzbau - lyrisch könnte man in einem Liebesgedicht schon (metaphorisch betrachtet ) als logisch ansehen. Zudem, als Beispiel, verwendet der Autor auch rhetorische Stilmittel, ein Beispiel findet sich in Vers 1, Strophe 2. Wenn du in die Suchmaschine "rhetorische Stilmittel" eingibst, kannst du z. B. bei Wikipedia eine lange Liste finden, schau sie dir mal an.

    Der Titel des Gedichtes macht von Anfang an deutlich, dass es sich in dem Gedicht um zwei sich nahestehende Personen handelt, doch auch beim weiteren Lesen wird dies klar.
    Abgesehen davon, dass ein Komma fehlt, hast du hier die Aussage "doppelt gemoppelt". Formuliere besser dahingehend um, dass das Gedicht von Anfang an den Eindruck erweckt, dass es sich um zwei sich nahestehende Personen handelt, was beim weiteren Lesen (noch) klarer wird.

    Der Titel des Gedichtes macht von Anfang an deutlich, dass es sich in dem Gedicht um zwei sich nahestehende Personen handelt doch auch beim weiteren Lesen wird dies klar. In dem Gedicht schreibt der Autor über die neugewonnene „wunschlose Seligkeit“ (Z. 2), des lyrischen Ich’s sowie eine starke Veränderung durch und für ein nicht weiter beschriebenes lyrisches „Du“. Dabei betont das lyrische Ich die plötzliche, als unmöglich erschienene Veränderung, so z.B in Zeile 10: „Und Holz wird Eisen, Eisen Holz“ oder auch „Der Alltag wird zur Sonntagszeit“ (Z. 4). Meiner Meinung nach möchte der Autor damit die Kraft der Liebe und Möglichkeit der Veränderung bei starker Überzeugung ausdrücken. Der Autor behandelt hierbei ausschließlich die positive Seite der Liebe und möchte meinen Ansichten nach damit die Botschaft übermitteln, dass Liebe etwas Gutes ist was uns und unser Leben zum Guten verändern kann. So zum Beispiel in Vers 6 und 7: „Und Menschengöttlichkeit
Fühl' ich bei dir durch dich“ und auch „Mein Blut im Paradies für mich.“ (Z. 14) Mit der letzen Zeile: „Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich“ könnte gemeint sein, dass man durch die Liebe alte und/oder schlechte Erinnerungen und Erfahrungen vergessen oder überdecken kann.
    Hier findet sich deine ganz persönliche Auffassung, deine Interpretation. Da "mische" ich mich also nicht hinein. Nur bitte "Seligkeit" mit einem e und "Gutes" großschreiben.

    Zusammenfassend könnte man sagen, dass der Autor uns mit seinem Gedicht also die schöne Seite der Liebe zeigen möchte, die in der Lage ist glücklich zu machen und Wunden heilt.
    Mir hat das Gedicht gut gefallen, da es einen wärmenden und nicht traurigen Eindruck hinterlässt und einem gegebenenfalls auch Kraft für das eigene Leben und die eigenen Beziehungen gibt.
    Auch hier deine persönliche Sicht.

    Ich hoffe, meine Hinweise sind dir von Nutzen.

    LG,

    Melete
    Geändert von Melete (01.10.2013 um 10:32 Uhr) Grund: Kleine Korrekturen.
    Freiwillige Selbstverpflichtung 3:1

    Ich habe jetzt genau das richtige Alter. Muss nur noch herausbekommen, für was.

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