1. #1
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    Exclamation Hilfe Gedicht/Geschichte im Keller gefunden...

    Hallo, ich weiß nicht, ob ich in diesem Abschnitt des Forums hiermit richtig bin aber egal.
    Und zwar habe ich im Keller ein Gedicht oder eine Geschichte gefunden (ich bin mir da nicht sicher), handgeschrieben von einer Frau H. Hüby, Hüley oder Hüly kann ich nicht genau entziffern und es wurde 1978 vefasst.
    Und ich wollte von euch nun wissen ob es vllt einen tieferen Sinn hat und alles was euch noch dazu so einfällt.

    Hier der Text:

    2 rechts 2 links

    Was war das früher ne herliche Zeit
    da war die Welt noch anders als heut´
    es regneten fleißig Hände geschwind,
    von Uhrahne, Großmutter, Mutter, und Kind.
    Sie strickten mit Liebe und munter gings
    2 rechts 2 links

    2 rechts 2 links
    Da machte das stricken noch wirklich Freude
    man kannte kein perlon keine Bombergemeisle
    doch heute die Zeiten ganz anders sind
    für Uhrahne, Großmutter, Mutter, und Kind.
    Vom stricken halten sie auch nichts mehr
    sie gehen alle 4 Wochen zum Damenfrisör
    da wird gepudert geschmikt und frisiert,
    sogar die Oma wird neu renoviert
    und kommt sie dann vom Frisör nach Haus
    dann sieht sie wie Marlene Dietrich aus
    wie ein altes Märchen klingts
    2 rechts 2 links


    Früher da waren die Mädchen am Mieder
    Vergissmeinnicht und blühenden Flieder,
    kein Auschnitt gab´s keine Modeschikanen
    nichts war zu sehen. Man konnte mir ahnen,
    Heute sind die Kleiderärmelos,
    der Rücken splitternackt und blos,
    die neue Zeit ich hier betone:
    unten ´´Mini,, oben ´´Ohne,,
    Wie ein altes Märchen klings 2r. 2l.

    Hatten früher Liebende sich was zu sagen
    spazierten glückselig sie durch den Hagen
    oder wenn anders, gemeinsam mit anderen
    nacheinem gemeinsamen Ziel zu Wandern!
    heute geht´s gleich per Auto in fremde Länder
    ja, ja wie sich die Zeiten ändern.
    Wie ein altes Märchen.......

    Zu allen Zeiten hörte man sagen
    die Liebe der Männer ging durch den Magen.
    Wir haben in Garten und Küche geschafft
    wer weiß was auf den Tisch gebracht.
    Heut haben die Frauen weder Zeit noch Rühe
    schnell wird was gekocht aus der
    Tiefkühltruhe
    Wie ein altes Märchen ........

    Die jungen Männer wie brav die waren
    befangen, schüchtern und unerfahren.
    Sie liebten von allen Mädchen nur eine
    der schwören sie Treue, die vorher keine,
    Und wenn er ihr sagte Liebste sei mein
    gab er ihr ein goldenes Ringelein
    doch wehe, wenn er ihr brach die Treu
    sprang das Ringelein gleich entzwei.
    das mit dem zersprungen Ringelein
    müßt heut noch so bei den Männer sein
    dann wäre mancher schwer in Nöten
    und ließe sich öfter den Trauring löten
    Wie ein altes Märchen klingt´s .....

    Früher da hatte die Ehe bestand
    Scheidung!! hat man nicht viel gekannt
    da war auch alles ,,Echt´´ bei den Frauen
    kein Mak up, keine künstlichen Augenbrauen.
    Sie hielten gut Haus,
    sie sorgten nicht minder gut für den
    Mann und gut für die Kinder.
    Warum werden soviele Ehen geschieden??
    Die Männer sind eben unzufrieden.
    Wie ein altes Märchen ... ...

    Drum stricke solange dich das Leben beglückt
    glücklich wird wer sein pensum strickt.
    Mit zwanzig fang an und halte dich dran
    und sei stets fleißig und stricke bis dreißig
    und dann noch bis fünfzig und sechszig du bist
    mit siebzich dein Stricken zu Ende bald ist
    der Abend naht - du bist allein
    den Blick nach oben gerichtet laß sein
    Ein fröhlich Herz behalt alle Zeit
    denk gerne vergangener Jugendzeit.
    Wie ein altes Märchen klingt´s 2 rechts 2 links


    Das war zum Abschiedhaben
    im Emmy - Welter - Mütterheim

    Reichshof Feld 1978 Frau H. Hüby (oder so)

  2. #2
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    Hallo Jan643,

    ich weiß nicht, ob Du in dieser Rubrik richtig bist, denn eigentlich dürfen hier nur fremde Gedichte veröffentlicht werden, deren Autoren siebzig Jahre und länger tot sind. Da das Gedicht 1978 entstanden ist, ist diese Frist nicht gewahrt. Allerdings hoffe ich, daß unsere wachsame nachteule ein Auge zudrücken wird, denn irgendwie hat es doch etwas: das Gedicht von oder für eine alte Frau liegt 35 Jahre lang unbeachtet in einem Keller und wird, da es gelesen wird, wieder lebendig und mit diesem auch der Verfasser, der Adressat und die alte Welt, die heute weniger existiert als noch in den Siebzigern. Ich denke, wir schaden niemandem, sondern erweisen im Gegenteil Frau Hüby - oder wer auch immer - eine Ehre, wenn wir ihr Gedicht lesen und kommentieren.

    Der Verfasser des Gedichts muß die Zeit vor dem Krieg noch miterlebt haben und erinnert sich daran; es war die Zeit vor dem amerikanischen Einfluß, der unsere Welt seither so verändert hat. Der Autor war sicherlich kein großer Dichter, niemand, der sich an den Meistern deutscher Dichtkunst gebildet und von ihnen gelernt hat. Es ist das Gedicht eines Amateurs im guten Sinne dieses Wortes: eine Liebhabers (von lat amare) unserer Sprache. Solcherart Amateure gibt es viel bei uns zur Fassenacht oder Karneval, wenn die Büttenreden geschwungen werden. In diesen steckt oft viel Witz, Lebenserfahrung und auch - Wahrheit. Stellenweise erinnert das Gedicht stark an eine Büttenrede. Es steht zu vermuten, daß das Gedicht zu Ehren einer betagten Frau geschrieben wurde, deren Leidenschaft das Stricken war. Dieses Stricken zieht sich als Leitmotiv durch das ganze Gedicht.

    Leider hast Du das Gedicht etwas schlampig redigiert, vielleicht sind die Fehler auch im Manuskript. Der besseren Lesbarkeit wegen, habe ich es korrigiert. Ein Wort ist mir völlig unbekannt: "Bombergemeisle" (zweite Strophe). Es gibt auch nichts dergleichen bei google. Schau doch noch einmal nach, was tatsächlich da steht! Die Zeile "Urahne, Großmutter, Mutter, und Kind", erinnern an ein Gedicht von Gustav Schwab aus dem Jahr 1828, Das Gewitter. Und weil dieses so schön ist, gebe ich den interessierten Lesern die erste Strophe hier als Kostprobe.

    Urahne, Großmutter, Mutter und Kind
    In dumpfer Stube beisammen sind;
    Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt,
    Großmutter spinnet, Urahne, gebückt,
    Sitzt hinter dem Ofen im Pfühl -
    Wie wehen die Lüfte so schwül!
    Nun zu Ehren von Frau Hüby, Gott hab sie selig!, eine von Fehlern (möglichst) bereinigte Fassung:

    Zwei rechts, zwei links

    Was war das früher ne herrliche Zeit,
    da war die Welt noch anders als heut',
    es regten sich fleißige Hände geschwind,
    von Urahne, Großmutter, Mutter und Kind.
    Sie strickten mit Liebe und munter ging's:
    zwei rechts, zwei links

    Zwei rechts, zwei links
    Da machte das Stricken noch wirklich Freude,
    man kannte kein Perlon, keine Bombergemeisle (?).
    doch heute die Zeiten ganz anders sind
    für Urahne, Großmutter, Mutter und Kind.
    Vom Stricken halten sie nichts mehr,
    sie gehen alle vier Wochen zum Damenfrisör,
    da wird gepudert, geschminkt und frisiert,
    sogar die Oma wird neu renoviert,
    und kommt sie dann vom Frisör nach Haus,
    dann sieht sie wie Marlene Dietrich aus;
    wie ein altes Märchen klingt's
    zwei rechts, zwei links.

    Früher, da trugen die Mädchen am Mieder
    Vergißmeinnicht und blühenden Flieder,
    kein' Auschnitt gab's, keine Modeschikanen,
    nichts war zu sehen, man konnte nur ahnen,
    heute sind die Kleider ärmellos,
    der Rücken splitternackt und bloß,
    die neue Zeit, ich hier betone:
    unten "mini", oben "ohne",
    Wie ein altes Märchen klingt's
    zwei rechts, zwei links.

    Hatten früher Liebende sich was zu sagen,
    spazierten glückselig sie durch den Hagen (?)
    oder wenn anders, gemeinsam mit anderen
    nach einem gemeinsamen Ziel sie wandern!
    heute geht's gleich per Auto in fremde Länder,
    ja, ja wie sich die Zeiten ändern!
    Wie ein altes Märchen klingt's
    zwei rechts, zwei links.

    Zu allen Zeiten hörte man sagen:
    die Liebe der Männer geht durch den Magen,
    wir haben in Garten und Küche geschafft,
    wer weiß was auf den Tisch gebracht.
    Heut haben die Frauen weder Zeit noch Ruhe,
    schnell wird was gekocht aus der Tiefkühltruhe.
    Wie ein altes Märchen klingt's
    zwei rechts, zwei links.

    Die jungen Männer, wie brav sie waren,
    befangen, schüchtern und unerfahren.
    Sie liebten von allen Mädchen nur eine,
    der schworen sie Treue, der vorher keine,
    und wenn er ihr sagte: Liebste sei mein!
    gab er ihr ein goldenes Ringelein.
    Doch wehe, wenn er ihr brach die Treu,
    da sprang das Ringlein gleich entzwei,
    das mit dem zersprungenen Ringelein,
    müßt heut noch so bei den Männern sein,
    dann wäre mancher schwer in Nöten
    und ließe sich öfter den Trauring löten.
    Wie ein altes Märchen klingt's
    zwei rechts, zwei links.

    Früher, da hatte die Ehe Bestand,
    Scheidung!! hat man nicht viel gekannt,
    da war alles "echt" bei den Frauen,
    kein Make up, keine künstlichen Augenbrauen.
    Sie hielten gut Haus, sie sorgten nicht minder
    gut für den Mann und gut für die Kinder.
    Warum werden soviele Ehen geschieden??
    Die Männer sind eben unzufrieden.
    Wie ein altes Märchen klingt's
    zwei rechts, zwei links.

    Drum stricke, solang dich das Leben beglückt,
    glücklich wird, wer sein Pensum strickt.
    Mit zwanzig fang an und halte dich dran
    und sei stets fleißig und stricke bis dreißig,
    und dann noch bis fünfzig und sechzig du bist,
    mit siebzig dein Stricken zu Ende bald ist,
    der Abend naht - du bist allein,
    den Blick nach oben gerichtet laß sein,
    ein fröhlich Herz behalt alle Zeit,
    denk gerne vergangener Jugendzeit.
    Wie ein altes Märchen klingt's
    zwei rechts, zwei links.

    Das war zum Abschiedsabend (?)
    im Emmy - Welter - Mütterheim
    Reichshof Feld 1978
    Frau H. Hüby


    Mit lieben Grüßen

    Friedrich

  3. #3
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    Danke für deine Interpretation und für deine (Verbesserung)...
    Mir kam das Gedicht auch ein wenig komisch vor, aber es steht genauso wie ich es zitiert habe auf dem Papier...

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