1. Szene

Der Diener von Bruce Wayne kommt herein und schlägt die Vorhänge beiseite.

Alfred (aufgeweckt): Guten Morgen, Master Wayne!

Grelle Sonnenstrahlen erhellen den Raum. Bruce Wayne dreht sich verschlafen auf die andere Seite.

Wayne: Es war eine lange Nacht für mich, Alfred.
Alfred (während er ans Bett geht und die Decke wegzieht): Für Batman war es eine lange Nacht, nicht für Bruce Wayne.

Wayne (immer noch im Bett, tief in seinem Kopfkissen vergraben): Gotham City braucht Batman.
Alfred: Genauso wie Gotham Bruce Wayne braucht. (mit Blick auf die Blessuren, die Waynes Körper übersäen) Sie sehen schlecht aus. Ich hole Verbandszeug.
Wayne: Nicht nötig. Schlaf hat eine ganz hervorragend heilende Wirkung.
Alfred (während er zur Tür geht): Bedaure Sir, Ich sollte Sie ausdrücklich an einen Termin mit Mister Fox erinnern. Ich habe Ihnen Frühstück gemacht, essen Sie etwas.

Alfred geht. Bruce Wayne setzt sich auf und erblickt den Rollwagen mit dem Frühstück darauf. Er fängt an, ein belegtes Brötchen zu essen. Nach dem ersten Bissen giesst er sich Kaffee ein und nimmt einen Schluck. Alfred kommt mit Verbandszeug zurück und beginnt den frühstückenden Bruce Wayne zu verarzten. Währenddessen kann Wayne leise, gepresste Laute nicht verhindern.

Alfred (ungeachtet, während einen Verband anlegt): Das ist der Preis, den ein Bruce Wayne für Batman zahlen muss.
Wayne (stöhnt): Das weiss ich.
Alfred (während er das Ende des Verbands anklebt): Dann hoffe ich, dass Sie auch wissen, wann es dieser Preis nicht mehr wert ist, gezahlt zu werden.
Wayne: Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, Alfred.
Alfred (steht auf): Sie sind nicht mehr der Jüngste, Master Wayne.
Wayne (mit einem ironischen Lächeln): Das spricht für uns beide.
Alfred (ohne sich umzudrehen): Ich weigere mich, zwei Generationen der Wayne-Familie zu überdauern. Sie sind dieser Stadt nichts schuldig, nur sich selbst.

Alfred geht.

2. Szene

In einem kleinen Büro. Alfred und Dr. Walter geben sich gegenseitig die Hand. Auf die freundliche Anweisung hin setzt er sich dem Doktor gegenüber. Dann ein Moment drückender Stille.

Alfred: Wie geht es ihm?
Dr. Walter: Ich wünschte, ich hätte eine hoffnungsvollere Neuigkeit als „unverändert“.
Alfred (nickt schwach): Verstehe.
Dr. Walter: Er flüchtet immer noch in eine Welt voller Projektionen. Leider habe ich Grund zu der Annahme, dass er sich in diese Welt, in der er Gotham in einer Zeit beschreibt, wie sie die Stadt noch nie erlebt hat und hoffentlich nie erleben wird, immer weiter hineinsteigert.
Alfred (bemüht sich um einen festen Klang seiner Stimme): Und Sie glauben, dass seine Erkrankung mit dem damaligen Ereignis in Verbindung steht?
Dr. Walter: Das ist anzunehmen, ja. Vererbung kann ich ausschliessen. Mir sind keine psychischen Erkrankungen der vergangenen Generationen in der Familie Wayne bekannt. Allerdings ist meine Diagnose nur auf theoretische Pfeiler gestützt. Das wiederum ist alles andere als ungewöhnlich. Man darf den Körper nicht mit der Psyche vergleichen. Eine heisse Stirn, Husten, Schnupfen Heiserkeit, eindeutige Symptome, die zu dem Schluss und der Diagnose „Grippe“ führen. Verhaltensweisen sind Andeutungen, die eventuell zur Diagnose beitragen. Jedoch gibt es bei psychischen Erkrankungen eine Variable, die die Psychologie, wenn sie ehrlich ist, nicht einschätzen kann. Das Bewusstsein. Ist es tatsächlich das Bestreben des Patienten zu kommunizieren? Kann er überhaupt diagnostisch Hilfe leisten? Sind die Muster, die ein Aussenstehender sieht, relevant bei der Krankheitsfindung? Ich möchte mein Fach keinesfalls in ein schlechtes Licht rücken. Das Dilemma, mit dem sich die Geistesmedizin in ständiger Konfrontation befindet, ist mir ein Anliegen, zu zeigen. Denn in keinem anderen Bereich der Medizin ist die Kluft zwischen Wissen und Unwissen in meinen Augen grösser. Wie kann es also möglich sein, eine konkrete Diagnose zu stellen, wenn der Mensch Geist und Verstand nicht für sich erschlossen hat? (Dr. Walter atmet tief durch.) Vereinfacht gesagt, ich weigere mich, mich auf Mutmassungen zu verlassen und verschiedene Therapien anzugehen, die für mich lukrativ wären, für den Menschen aber irreparablen Schaden bedeuten könnten.
Alfred (lächelt verlegen): Ich danke Ihnen für die ehrlichen Worte.
Dr. Walter (leicht beschämt): Es tut mir leid! Manchmal verliere ich mich in meinen Gedanken.
Alfred: Meinen Sie, ich könnte ihn für einen Tag nach Hause holen?
Dr. Walter: Nein, dem kann ich nicht zustimmen, zumal es seit den jüngsten Untersuchungen Anlass dazu gibt, dass ein Aufenthalt auf dem Wayne-Anwesen einen psychotischen Schub provozieren könnte.
Alfred (versucht gefasst zu wirken): Wie meinen Sie das?
Dr. Walter: Gibt es unterhalb der Villa ein Tunnelsystem oder Höhlensystem?
Alfred: Das weiss ich nicht. Als kleiner Junge ist Master Wayne in einen Brunnen gefallen, aber ob da ein unterirdischer Komplex ist? Warum ist das wichtig?
Dr. Walter: In unseren Gesprächen spricht er immer wieder von einer Höhle, in die er zurück müsste, um sich von dem Gift zu befreien.

Alfred blickt Dr. Walter fragend an.

Dr. Walter: Sie müssen verstehen, Mister Wayne nimmt mich nicht als Arzt wahr. Er denkt, ich würde mich nur als ein solcher ausgeben und wäre in Wahrheit ein Widersacher von ihm, Batman, wie er sich nennt, und würde ihn einem Gas aussetzen, das Wahnvorstellungen hervorruft.

3. Szene

Fox hält eine Rede vor den anderen Mitgliedern des Vorstands von Wayne-Enterprises.

Fox: Ich habe Sie heute hier zusammengerufen, um Ihnen mitzuteilen, dass Mister Wayne sich komplett aus den geschäftlichen Angelegenheiten zurückziehen wird. Zukünftig habe ich die Ehre, aber vor allem die Verantwortung, dieses Unternehmen zu leiten. Für mich bedeutet das, dieses Erbe nach dem Vorbild der Waynes zu führen. Wayne-Enterprises soll sich weiter um diese Stadt verdient machen. Technologie soll sich entwickeln und die Bewohner davon profitieren. Ebenso soll die Geschichte Gothams weiter ein zu Hause haben. Halten wir uns an die Tradition und vereinen die Zukunft weiterhin mit der Vergangenheit in der Gegenwart!

4. Szene

Auf den Strassen Gothams. Menschen geniessen die weihnachtliche Stimmung, sind fröhlich und lassen sich von den Leckereien der diversen Stände verführen oder erledigen Einkäufe. Es herrscht ein typisch-weihnachtliches Treiben. An mehreren Strassenecken hängt eine Schlagzeile aus.

Bruce Wayne: Vom Urlaub in den Ruhestand.

Lucios Fox übernimmt die alleinige Leitung von Wayne-Enterprises.

5. Szene

In einem Zimmer der Gotham-Psychiatrie. Bruce Wayne starrt versonnen aus dem Gitterfenster. Es schneit seicht. Bunte Lichterketten erhellen die Nacht.

Wayne (abwesend): Ich konnte Gotham nicht retten.