1. #1
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    bis mein Atem fällt




    bis mein Atem fällt



    Fliege, fliege, Seelenspatz!
    Flieg hinaus in diese Welt!
    Flieg zu deinem Lieblingsplatz,
    bis dein Trauerhimmel fällt.
    Grüße mir den Ozean,
    tanz mit Allen dieser Welt.
    Zeig mir das, was ich nicht kann.
    Bis die Sehnsucht von mir fällt.


    Flieg mit mir zum Traumreich hin,
    hinter all den hohen Bergen.
    Hin zum Ursprung, zum Beginn.
    Tanze dort mit Feen und Zwergen.
    Küsse Blumenblüten, die Natur.
    Alle Vögel, alle Bäume.
    Alle Schönheiten in Feld und Flor;
    Lasse fliegen meine Träume!


    Fliege, fliege, Seelenspatz!
    Flieg hinaus ins Zauberfeld!
    Flieg zu deinem Lieblingsplatz,
    bis dein Sonnenhimmel fällt.
    Grüße mir den Ozean!
    Tanz mit Allen dieser Welt.
    Zeig mir das, was ich nicht kann,
    bis mein Atem still dann fällt.


    Und wenn ich vor den Ahnen stehe,
    du schwaches Menschenkind dein Los.
    Erzähle ich des Schicksals Wege
    und binde mich von allem los.
    ...
    ..
    .





    Danke Cyparissos, für die Korrektur
    .
    Geändert von horstgrosse2 (08.04.2014 um 09:38 Uhr) Grund: geändert

  2. #2
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    Hallo, Gedankenspringer -

    bis mein Atem still dann fällt.
    Hatte ich nicht
    "bis mein Atem innehält"
    angeregt? Macht nichts.
    Und die letzte Strophe - ist die neu?

    Cyparissos mit dem nachlassenden Gedächtnis
    grüßt!

  3. #3
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    Hi horstgrosse,

    kleiner Versuch zur Agnostikerseele?
    Das ist witzig, weil ich neulich auch etwas zu diesem Thema gepostet habe.
    Allerdings scheint Deine Seele sehr viel flugpotenter zu sein als meine - was Du ihr so alles abverlangst!

    Was ich nicht verstehe
    inhaltlich: Soll sie Dich bespaßen (klingt ein bisschen so)? Und wer steht dann vor den Ahnen? Du ohne Seele oder ist sie zum Sterben zurückgekommen?
    Mir würde das Gedicht ohne den letzten Vers, der inhaltlich eigentlich banal ist, besser gefallen, weil dann die schönen Bilder von Flug und Tanz im Kopf bleiben.

    formal:
    Alle Schönheiten in Feld und Flor;
    Da stolpere ich beim Lesen. Und soll es wirklich Flor heißen?

    Erzähle ich, des Schicksals Wege
    Warum das Komma?

    Gerne gelesen!
    LG
    Maria

  4. #4
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    @ Cyparissos




    Grüße.

    Ja es stimmt, das mit deinem Vorschlag.


    Aber die Bedeutung der Aussagen sind zweigleisig. „Atem innehalten“ so wie Bewunderung, Vorsicht. Aber, „bis mein Atem still dann fällt“ geht Richtung ableben, oder abebbende Erregung. (das ist mir gleich)

    Nun, restlos überzeugt bin ich noch nicht, ob meine Variante die bessere wäre.

    Die letzte Strophe ist neu, sie steht auch im Jambus.

    Danke dir für das Kommen.

    @ Okotadia


    Grüße.

    Dein Zitat:“
    kleiner Versuch zur Agnostikerseele?“

    A: Möglich, vielleicht bin ich das auch. Charaktere in eine bestimmte Sparte zu schieben finde ich sowieso Nonsens. Ich bin Horst, egal wie mich andere bewerten.

    Also, Zitat: „Seelenspatz“

    Die Bezeichnung „Seelenspatz“ ist global gesehen. Ob Menschen eine Seele haben, ist nicht konkret nachgewiesen. Vermutungen gibt es viele. (Pro&Kontra).
    Demzufolge, könnte der Seelenspatz, auch gut als Gedankenspatz fungieren. Aber für eines muss ich mich ja wohl, für die Leser hier, entscheiden. Und mein Wissen und mein bauch sagten eindeutig „Seelenspatz“ funktioniert.

    Somit erklärt sich deine Frage, Zitat: „inhaltlich: Soll sie Dich bespaßen (klingt ein bisschen so)?“ viel besser.
    Oder kannst du dich gedanklich nicht über etwas freuen? Natürlich muss man beim Lesen hier, manche Schranken überwinden, so wie:“das ist ja gar nicht möglich“.

    Zitat: „Alle Schönheiten in Feld und Flor; „
    1. „Flor“ ist gleich. Blumen-, Blütenfülle, Blumenpracht
    2. Fülle, Menge blühender [schöner] Blumen [der gleichen Art]; Fülle, Menge von Blüten [einer Pflanze]
    „Flur“ ist gleich:. offenes, unbewaldetes Kulturland; b. in Parzellen eingeteilte landwirtschaftliche Nutzfläche …c. abgegrenztes Teilstück einer Flur; Gewann
    Flur ist zwar der bessere Reim, Flor aber das bessere Bild. Was ist wichtiger im Gedicht, das Bild oder der Reim?

    Return:
    Zitat:Und wer steht dann vor den Ahnen? Du ohne Seele oder ist sie zum Sterben zurückgekommen?
    Ja das Komma ist falsch am Platz, danke. (darfst öfters kommen)

    Der letzte Vers besitzt steht in einem anderen metrischen Muster. Während der letzte Vers im „ruhigen“ Jambus steht, sind die vorher gehendenden Verse im „jagenden“ Trochäus“ geschrieben.
    Das zeigt, dass hier etwas „Neues“ beginnt. Ein Gedankensprung“ in Richtung letzter „Raum“ die letzte Aufgabe. Usw.
    So habe ich mir das gedacht. Sooo, ich denke es reicht.
    Danke euch Zweien.
    Tschüss.
    Geändert von horstgrosse2 (08.04.2014 um 09:46 Uhr)

  5. #5
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    Hallo nochmal,

    Charaktere in eine bestimmte Sparte zu schieben finde ich sowieso Nonsens. Ich bin Horst, egal wie mich andere bewerten.
    Es war gar nicht meine Absicht, Deinen Charakter zu bewerten. Hat denn Glauben oder Nichtglauben überhaupt etwas mit dem Charakter zu tun?
    Ich fand einfach interessant, dass Du die Seele in einen kleinen Vogel verwandelst (wobei ein Spatz meines Wissens nicht gerade Langstreckenflieger ist) und fliegen lässt. Eine ähnliche Vorstellung hatte ich auch, nur dass bei Dir der Seelenspatz vom LyrI willentlich auf die Reise geschickt wird, während die Seele in meiner Vorstellung zunächst fremd bestimmt ist, sich dann eigenständig ein wenig umhertreibt - das LyrI weiß nicht genau wo - um später zurückzukehren.

    Den Kontrast unserer Vorstellungen finde ich reizvoll. Als Nichtgläubige (im Sinne einer Kirche oder Sekte) habe ich trotzdem eine diffuse Vorstellung von Seele als eine Art individuelles Konglomerat von Wille/Bewusstsein, Wunsch/Gefühl und Kultur/Fremdbestimmung, doch erstaunlicherweise - und das ist mir erst durch den Vergleich der beiden Gedichte bewusst geworden - unterstelle ich ihr einen Eigen- und einen Fremdantrieb, der nicht meinem Willen unterliegt.
    Für Dich ist sie, wenn ich das richtig verstanden habe, eher ein Paradiesvogel, der für das schwache Menschkind Verheißungen sammelt, bevor es sich zu den Ahnen gesellen muss.

    Flor: Ich habe mir schon so etwas gedacht. Meine Meinung: Man merkt die Absicht und ist verstimmt, zumal vorher schon die Blumenblüten bemüht werden. Hoffe, Du nimmst mir diese Kritik nicht übel.

    War schön, nochmal drüber nachzudenken!
    LG
    Maria

  6. #6
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    @Okotadia



    Hallo.

    Zitat:
    „Charaktere in eine bestimmte Sparte zu schieben finde ich sowieso Nonsens. Ich bin Horst, egal wie mich andere bewerten. „


    Diese Feststellung war allgemein gehalten. Ich werde nicht leicht nervös, keine Angst.

    Seelenspatz. Bezieht sich eher auf das Fliegen und die Größe, Unscheinbarkeit, Verletzlichkeit.

    Spruch: „Er ist mit seinen Gedanken wieder mal abseits“

    Den musste ich mir als Schüler oft anhören. (Auch später noch, auch jetzt noch)


    Nein Kein Paradiesvogel, eher das „Reine“ auf der Suche nach „Reinen“. Um später sagen zu können, ich habe es versucht. Versucht die Reinheit zu finden, sie war seltenst vor meinem Fuß.
    Reinheit als Globales gesehen gibt es noch nicht. Reinheit im Sinne von:“frei von negativer Energie“
    Return:
    Das Philosophieren möchte ich nicht ausbauen. Nicht jeder Kern ist durchlässig, aufnahmebereit.

    Ja, das mit den „Flor“ ist doppelt gemoppelt,“

    Danke dir und tschüss.

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