Seite 1 von 2 12 Letzte

Thema: Die Inversion

  1. #1
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    4.290

    Die Inversion

    Akzentuierte Wortstellung und Inversion

    Ziel: Kenntnisse und anwendungsrelevante Hinweise zur Inversion, Einsatz und Wirkung der Inversion, Methoden zur Vermeidung unschöner Inversionen
    Vorkenntnisse: Subjekt, Prädikat, Objekt, Verben, Nachteules Lexikon, Satzgefüge und Nebensätze/Gliedsätze

    1. Einleitung
    In diesem Text geht es um die Analyse von Texten, die Möglichkeiten, die Aussage eines Textes durch seine Struktur zu verändern, und die Vielfalt, die sich daraus ergibt.
    Insbesondere betrachte ich hier Inversionen. Inversionen sind mE eines der am schlechtesten eingesetzten Stilmittel, die aber dennoch gute und interessante Gelegenheiten bieten, einem Text eine andere Wendung zu geben. Richtig eingesetzt halte ich Inversionen für ein durchaus brauchbares 'Werkzeug', wenn man so will.

    Warum ist es nötig, auf Inversionen aufmerksam zu machen?

    A. Gedichte sind zum Teil voll von Inversionen, bei denen Yoda schlecht werden würde.
    B. Gedichte Sind zum Teil sehr 'langweilig', weil sie stets die selbe Satzstruktur in Versen aufweisen.

    Wann sind Inversionen also "schlecht"? Gibt es auch "gute" Inversionen?

    Wie bringt man mehr Vielfalt in den Text? (Möglichkeiten dazu sind etwa Inversionen und Enjabements.)


    2. Satzbau
    Zunächst einmal müssen wir uns die 'normale' Gliederung eines Satzes in Erinnerung rufen:
    Subjekt Prädikat Objekt 1 ...
    Beispiel: Martin spielt mit dem Hund.


    Eine Inversion ist nun die Umkehr, die Umstrukturierung des Satzes.
    Beispiel:
    Mit dem Hund spielt Martin.
    Hier käme uns noch nicht das Würgen. Der Satz liest sich noch immer ganz brauchbar, im Gegenteil: Wir haben sogar noch eine zusätzliche Information untergebracht, nämlich die Betonung der Tatsache, dass Martin MIT DEM HUND spiel, und nicht mit seiner kleinen Schwester, dem roten Feuerwehrauto oder dem Legomännchen.
    Vertauschen wir ausgehend von ursprünglichen Satz, kann sich aber auch Folgendes ergeben:
    Spielt Martin mit dem Hund?
    Aber hier handelt es sich um eine Frage - wir sind uns also nicht sicher, sondern fragen, ob etwas passiert.
    Die Satzbausteine bleiben hier immer dieselben - je nachdem, wie wir sie anordnen, sehen wir also einen unterschiedlichen Inhalt vor uns.

    3. Inversion
    Warum ist es aber nun so, dass uns die obige Inversion nicht so schlimm vorkommt, dass wir sie genauso gut lesen und verstehen können, ohne dass uns speiübel wird und wir nach einem Kübel suchen, damit die Kotze nicht den Bildschirm trifft?

    Wie bei allen Stilmitteln, von Antithese bis hin zu Zeugma, muss man die Form beherrschen, dass sie gut ankommt. Dazu gehört das theoretische Wissen sowie die praktische Übung.


    Widmen wir uns aber wieder der Inversion: Ein besonders gelungenes Beispiel ist mE ein Vers aus einem Gedicht von Adalbert Chamisso: "Wohl wandert' ich aus in trauriger Stund'".
    Die gute Wirkung, die Chamisso dadurch erzielen kann, liegt in mehreren Faktoren begründet. Einerseits die Alliteration, welche dadurch noch stärker wirken kann. Zweitens der Rhytmus (Daktylus), welcher sehr ruhig, aber auch melancholisch wirkt. Drittens die Tatsache, dass die Inversion sehr mild bzw sanft scheint. Der Satz wurde nicht mit einem Messer zerstückelt und beliebig wieder zusammengesetzt - nein, er wurde mit chirurigischer Präzision und mit Fingerspitzengefühl verändert. Der vierte Grund liegt in der Inversion selbst: Sie lenkt unser Augenmerk auf das Wort 'Wohl'. Es wird also durch die Satzstellung das 'Wohl' besonders betont, wodurch der Gegsatz zum 'trauriger' deutlicher wird. Die Antithese funktioniert damit besser. Das Wohl am Anfang, das trauriger am Ende.

    Bei diesen Veränderungen ist auf eine Sache zu achten:
    Subjekt Prädikat Objekt 1 ...
    Das wäre die 'normale' Stellung.
    Beispiel: Ich spiele Karten mit Thomas bei Oma

    Ebenso möglich (d.h. ohne, dass man wie Yoda klingt) ist die folgende:
    Objekt X Prädikat Subjekt Objekte ...
    (man beachte: Das Prädikat steht nach wie vor an der 2. Stelle.)
    Beispiel:
    Karten spiele ich mit Thomas bei Oma
    Mit Thomas spiele ich Karten bei Oma
    Bei Oma spiele ich Karten mit Thomas

    Diese Beispiele sind ebenso verständlich, wir haben sogar eine zusätzliche Möglichkeit, etwas zu betonen - warum sollte man die Inversion also nicht verwenden?

    Diese Frage ist selbstverständlich nur rhetorischer Natur. Die Inversion kann man in diesem Maße natürlich verwenden. Der einzige Grund, warum vor dem Gebrauch abzuraten sind, sind jene Inversionen, die ganz eindeutig schlechter Stil bzw grammatikalisch falsch sind.
    Würden wir etwa:
    Karten ich mit Thomas bei Oma spiele
    bilden, so wäre davon eher abzuraten.

    In einem lyrischen Kontext hat man da zwar dennoch einen großeren 'Handlungsspielraum', der Unterschied zwischen einem lyrischen Kunstgriff in Sachen Inversion und einem beschissenen Stil ist aber teilweise gering. Wie bei jedem anderen Stilmittel auch, sollte man die Inversion beherrschen (bzw üben), bevor man sie in einem solchen Grenzfall einsetzt.

    Auf jeden Fall anwendbar ist aber jene, bei der das Prädikat an zweiter Stelle steht (siehe oben). Sie ist sogar nicht nur 'anwendbar', sondern sogar - meines Erachtens - sehr gut anwendbar. Erst dadurch können wir Abwechslung in einen Text bringen und inhaltliche Akzente setzen.

    4. Die Inversion in der Lyrik
    Für Fortgeschrittene ist auch die Anwendung und Kombination weiterer Stilmittel eine interessante Herausforderung: Dazu beachte man auch das obige Beispiel von Chamisso, ich habe allerdings ein weiteres mitgebracht:

    Zitat Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: Faust I V. 558f.
    Die Welt ist groß, klein ist der Verstand.“

    „Ach Gott! Die Kunst ist lang, / Und kurz ist unser Leben.
    Man beachte den Gegensatz: groß/klein bzw. lang/kurz

    Die Anordnung ist hier schematisch wie folgt: Subjekt1 Prädikat1 Objekt1 - Objekt2 Prädikat2 Subjekt2
    (merke: Inversion im zweiten Teil)

    bzw farblich:

    SatzteilAdjektiv 1 / Adjetiv 2 Satzteil 2
    bzw:
    SatzteilAdjektiv 1
    Adjetiv 2 Satzteil 2
    In dieser Darstellung sieht man farblich das 'X', weswegen dieses Stilmittel auch Chiasmus genannt wird.
    Wie hier im Beispiel lässt sich der Chiasmus durchaus gut in Verbindung mit Antithesen anwenden.



    Der 'Trick' an Inversionen ist mE wie bei allen anderen Stilmitteln auch das Fingerspitzengefühl und der maßvolle Einsatz. Fingerspitzengefühl soll heißen: Der Satz soll nacher noch verständlich sein. Eine Objekt-Prädikat-Subjekt Anordnung ist gut, eine Yoda-hat-seine-Freude Anordnung nicht.

    Ein weiterer pratkischer Hinweis:
    Oft liest man ein Gedicht, in dem Verse folgender Struktur vorkommen:
    Subjekt - Objekt/Adjektiv - Prädikat - Punk.
    zB. Ich in deine dunklen Augen blicke.

    In einem lyrischen Text mag eine solche Verdrehung bisweilen entschuldigt werden, schön ist die Verdrehung allerdings nicht. Sie ist auch kein Beispiel einer guten, gelungenen und wirkungsvollen Inversion. Nehmen wir aber an, dass 'blicke' wegen des Reims () an letzter Stelle stehen muss. In diesem Fall könnten wir die 'normale' Stellung:
    Ich blicke in deine dunklen Augen
    sowie die Variante:
    In deine dunklen Augen blicke ich

    vergessen. Außerdem wäre die Version:
    In deine dunklen Augen ich blicke.
    auch nicht viel besser. Die vielleicht naheliegende Lösung, den Teil mit 'in deine dunklen Augen' einfach in den nächsten Vers zu verbannen, ist möglich. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Vers:
    Ich blicke
    zu kurz sein wird. Man könnte also entweder einen kurzen Satz davor stellen oder einen Satz aus dem vorherigen Vers fortführen.
    Vers 1 Bla Bla Bla Beistrich Bla
    Bla bla bla Verb. Ich blicke
    in deine dunklen Augen. Bla bla Bla

    Ist schon einmal besser. Weil es natürlicher klingt. Welche Möglichkeit haben wir noch? Nun, wenn wir das erste Konzept hernehmen:
    Ich in deine dunklen Augen blicke.
    So können wir uns fragen, wie wir diese Satzstellung erreichen, sodass sie natürlich ist. Es gibt eine Möglichkeit, bei der diese Satzstellung (Verb am Satzende) die korrekte und natürliche ist. Wir verwenden einen Gliedsatz:
    Version 1:
    Bla Bla Bla Bla Bla Bla Bla Bla,
    wenn ich in deine Augen blicke.

    Version 2:
    Bla Bla Bla Bla Bla Bla, wenn/weil/als/während/...
    ich in deine Augen blicke.


    Und schon hätten wir eine natürlichere Stellung. Der Vers wirkt nicht mehr auf den Reim hingebogen, die Satzstellung ist nicht mehr zu bemängeln. An dieser Stelle sei ganz allgemein erwähnt, dass derartige Gliedsatzkonstruktionen oft eine sehr einfache und elegante Problemlösung sind.
    Geändert von MisterNightFury (07.04.2014 um 11:08 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Dec 2013
    Beiträge
    230
    Vielen Dank für Deine Mühen zur schriftlichen Betrachtung lyrischer Stilmittel!
    Mir erscheint dieses dringend geboten - auch wenn mir Dein Aufsatz teilweise wie eine Reparaturanleitung verbogener Verse erscheint. Solch ein pragmatisches Vorgehen mag im Wurstladen seine Berechtigung finden, wo man stets überlegt, noch etwas zu retten. Ob solche Umdeklarierung jedoch die Poesie zu retten vermag, steht auf einem anderen Etikett.

    Das beginnt schon bei den simplen Beispielen

    Mit dem Hund spielt Martin.
    Hier käme uns noch nicht das Würgen. Der Satz liest sich noch immer ganz brauchbar, im Gegenteil: Wir haben sogar noch eine zusätzliche Information untergebracht, nämlich die Betonung der Tatsache, dass Martin MIT DEM HUND spiel, und nicht mit seiner kleinen Schwester, dem roten Feuerwehrauto oder dem Legomännchen.
    Das ist so nicht richtig. Die Sinnbetonung liegt zwar auch am Satzanfang, allerdings mehr noch am Satzende. Hier wird daher die Tatsache betont, dass sich Martin um den Hund kümmert und nicht etwa Dieter. Auch ist es richtig, dass die Wortstellung Frage-, Haupt- und Nebensätze kennzeichnet. Doch würde ich deshalb noch lange keine Yoda-Panik verbreiten, sind Philien und Phobien doch oft Geschwister.

    Wenn ich mir den als Lyrikgau dargestellten Vers anschaue, wo in einem Aussagesatz das Verb zuletzt auftritt ...

    Ich in deine dunklen Augen blicke.
    ... dann wirkt das zwar unbeholfen, aber das kann ja auch (z.B. ironische) Absicht sein. Es kommt dann nicht nur auf eine passende Konjunktion an, die den Vers zum Nebensatz umbiegt, es kann auch eine komische Wirkung entstehen, z.B.:

    Mich sogleich zu trösten vom Geschicke
    Ich in deine dunklen Augen blicke.
    Es kommt stets darauf an, ob die Wirkung solcher Inversionen nicht auch sinnvoll genutzt werden kann:

    Ich in deine dunklen Augen blicke,
    finde dort nur mehr die alte Zicke.
    Hier drückt das Aneinanderstoßen der Verben "blicke, finde" eine unmittelbare, zwanghafte Assoziation aus. Der Verzicht auf konditionale Konstruktionen mit "wenn, als" verleiht dem Vers hier mehr Unmittelbarkeit und Direktheit. Wortstellungen müssen nicht immer schön sein: Es kommt darauf an, sich ihrer Wirkung zu bedienen.

    Viele Grüße

    JB
    Meine Sandburg, die ist fein -
    Deine tret ich besser ein!

  3. #3
    - mu - Guest
    Danke Dir JB
    "Wortstellungen müssen nicht immer schön sein: Es kommt darauf an, sich ihrer Wirkung zu bedienen."
    D A N K E !!!
    Ich möchte deshalb hier einen Teil ( = 2. Strophe von insgesamt 8 !!!!!!!! ) meines absoluten Lieblingsgedichts mit wahnsinniger Wortstellung zitieren:
    ( HILFE ! ist es von Brentano oder A.von Arnim oder von ? Jedenfalls der Inbegriff von Romantik ( für mich ))

    " Herr Gott, ich preise Dich im Stillen, um Deiner Werke Pracht,
    " des Bruder Mondes und der Sterne willen, die Du gemacht !
    " Denn sie verklären meiner Nächte Dunkel und Frieden trinkt das Herz,
    " blick ich empor, löst freundlich ihr Gefunkel mir jeden Schmerz.
    " Ich schau das Bild der Ewigkeiten im Sternenschein
    " und nimmer werd im Wandel ich der Zeiten ganz ungetröstet sein.

    Wirklich unglaublich das
    wie überhaupt alle ACHT........
    ( Und auch mit keinem Metrik-Schema wäre diese umwerfende Sprachmusik zu fassen !!! Oder ? )
    - mu -
    Geändert von - mu - (07.04.2014 um 12:53 Uhr) Grund: Frage nach der Metrik....

  4. #4
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    4.290
    Hallo euch beiden,

    @ JB:

    Mir erscheint dieses dringend geboten - auch wenn mir Dein Aufsatz teilweise wie eine Reparaturanleitung verbogener Verse erscheint. Solch ein pragmatisches Vorgehen mag im Wurstladen seine Berechtigung finden, wo man stets überlegt, noch etwas zu retten. [...] Auch ist es richtig, dass die Wortstellung Frage-, Haupt- und Nebensätze kennzeichnet. Doch würde ich deshalb noch lange keine Yoda-Panik verbreiten, sind Philien und Phobien doch oft Geschwister.
    Keinesfalls will ich Yoda-Panik verbreiten, mir ging es eher um das Gegenteil. Die Inversion an sich ist ja nichts Schlechtes, sie ist ein Stilmittel. Gut angewendet hat die Inversion einen tolle Wirkung. Leider wird sie eben nicht immer wirkungsvoll eingesetzt, sondern oft eher aus Faulheitsgründen, und gerade hier denke ich, dass es ja durchaus einfache Möglichkeiten gibt.

    ... dann wirkt das zwar unbeholfen, aber das kann ja auch (z.B. ironische) Absicht sein. Es kommt dann nicht nur auf eine passende Konjunktion an, die den Vers zum Nebensatz umbiegt, es kann auch eine komische Wirkung entstehen,
    Natürlich ist die Wirkung immer entscheidend. Das gilt aber für alle Stilmittel und "Fehler" - auch der Verzicht auf Rechtschreibung, Grammatik etc kann im richtigen Text die entsprechende Wirkung haben. Und hier geht es ja auch nicht um die Inversionen, die ohnehin schon super sind, sondern eben gerade um die unschönen und unbeholfenen.

    Hier drückt das Aneinanderstoßen der Verben "blicke, finde" eine unmittelbare, zwanghafte Assoziation aus. Der Verzicht auf konditionale Konstruktionen mit "wenn, als" verleiht dem Vers hier mehr Unmittelbarkeit und Direktheit. Wortstellungen müssen nicht immer schön sein: Es kommt darauf an, sich ihrer Wirkung zu bedienen.
    Mir war durchaus klar, dass ein konkretes Beispiel immer schwierig ist, da du schon recht hast: Auch dieses Beispiel kann im richtigen Zusammenhang eigentlich ganz gut sein. Man kann hier nicht allgemein von gut oder schlecht sprechen, ohne den konkreten Fall zu kennen. Mir ging es eher darum, allgemein aber doch anhand eines Beispiels zu zeigen, was und wie es gemacht werden kann.

    Danke für deine Anmerkungen und Ideen. Ich werde den Aspekt der Wirkung, bei dem du vollkommen recht hast, noch stärker einbauen im Text.

    @ mu:
    Ein schönes Beispiel. Danke für den Hinweis. Aus der Romantik fand ich auch noch Günderodes Ägypten (das mE ein absolut lesenswertes Gedicht ist) sehr gelungen:

    Meine Sonn’ ein gierig Feuer,
    Nie gedämpft durch Nebelschleier,
    Dringt durch Mark mir und Gebein
    In das tiefste Leben ein.

    Danke euch beiden!

    LG,
    maXces

  5. #5
    Registriert seit
    Dec 2013
    Beiträge
    230
    Zweifellos ein Vers aus den Sonnengesängen des Heiligen Franziskus!

    Soweit ich den Ausführungen Hugo L. Müllers vertrauen darf, stammt deren erste Übertragung aus dem Italienischen in Deutsche Prosa von Franz Brentano, einem Neffen des berühmten Clemens. Der Kunsthistoriker Max Lehrs machte daraus die bekannten Verse .

    Auch die 1. Strophe geizt nicht mit Inversionen:

    [...]
    Des Lenzes Blüten und des Sommers Ähren,
    des Herbstes Trauben dank ich ihr,
    kein anderes Geschöpf zu Deinen Ehren
    spricht lauter mir.

    Ich halte das Naserümpfen ob solcher Konstruktionen für unangebracht. Das gilt auch für die Sätze Meister Yodas: Sie sollen die große Weisheit des Meisters ausdrücken, einen Vergeistungsgrad dokumentieren und eine Abgehobenheit vom normalen, alltäglichen Sprachgebrauch bewirken. Nichts anderes möchte Lyrik. Zu gern sind hier Dichter dazu bereit, sich zur Steigerung des Ausdruckes Freiheiten in Schreibweise, Orthografie und Interpunktion herauszunehmen. Bei der Wortstellung jedoch wirken sie teilweise recht kleinlich, dabei ist gerade sie die Mutter der Sprachwirkung.

    Ich halte dieses reflexhafte Absuchen von Versen nach Inversionen für ebenso so sinnvoll, wie das Betrachten eines Weges mit dem Vergrößerungsglas, wenn man auf Landschaftsbeschreibungen aus ist. Dieses lehrerinnenhafte Rotstreichen ist bestenfalls ein zweiter Schritt, nachdem man begriffen hat, worauf das Gedicht zielt, aber es ersetzt diesen nicht.

    Liebe Grüße

    JB



    Nachtrag für maXces,

    Wir haben unsere letzten Beiträge fast zeitgleich geschrieben - und es zeigt sich darin eine sehr schöne Übereinstimmung. Ich würde mir noch mehr solcher Stilmittel-Diskussionen wünschen!

    Gern gelesen.

    JB
    Meine Sandburg, die ist fein -
    Deine tret ich besser ein!

  6. #6
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    4.290
    Hallo JB,

    Zu gern sind hier Dichter dazu bereit, sich zur Steigerung des Ausdruckes Freiheiten in Schreibweise, Orthografie und Interpunktion herauszunehmen. Bei der Wortstellung jedoch wirken sie teilweise recht kleinlich, dabei ist gerade sie die Mutter der Sprachwirkung.
    Ich könnte mir vorstellen, dass das daran liegt, dass der Grat zwischen einer gelungenen und einer verhunzten Veränderung der Wortstellung oft recht schmal ist. Wenn du dir hier im Forum einige Inversionen raussuchst, sind da wahrscheinlich auch zahlreiche Negativbeispiele dabei. Eine bewusste Änderung der Rechtschreibung ist, da sie bewusst ist, auf die Wirkung abgestimmt, Inversionen aus Faulheit hingegen sind oft mir einer gänzlich unpassenden Wirkung behaftet. Zweifelsfrei kann man aber auch sagen, dass eine gezielt und bewusst eingesetzte Inversion ein gutes Stilmittel ist.


    Wir haben unsere letzten Beiträge fast zeitgleich geschrieben - und es zeigt sich darin eine sehr schöne Übereinstimmung. Ich würde mir noch mehr solcher Stilmittel-Diskussionen wünschen!
    Gerne. Welches Stilmittel wäre aus deiner Sicht denn besonders interessant?

    LG,
    maXces

  7. #7
    - mu - Guest
    Lieber JB
    D A N K E für diese glasklare Ortung der Herkunft meines Lieblingsgedichts !
    Das ist mir SEHR wertvoll !
    Die Fassung von Brentano ( und da denkt man also fälschlich nur an einen !)
    ist öfter zu finden, ist aber viel spröder
    und entspricht wohl diesem schlichten Heiligen,
    den ich von allen am allerliebsten mag !!!
    DANKE nochmals
    - mu -

  8. #8
    Registriert seit
    Dec 2013
    Beiträge
    230
    Zitat Zitat von maXces Beitrag anzeigen
    Ich könnte mir vorstellen, dass das daran liegt, dass der Grat zwischen einer gelungenen und einer verhunzten Veränderung der Wortstellung oft recht schmal ist. Wenn du dir hier im Forum einige Inversionen raussuchst, sind da wahrscheinlich auch zahlreiche Negativbeispiele dabei. Eine bewusste Änderung der Rechtschreibung ist, da sie bewusst ist, auf die Wirkung abgestimmt, Inversionen aus Faulheit hingegen sind oft mir einer gänzlich unpassenden Wirkung behaftet. Zweifelsfrei kann man aber auch sagen, dass eine gezielt und bewusst eingesetzte Inversion ein gutes Stilmittel ist.
    Ich bin ja selbst ein Geschädigter, wie sich hier gut nachlesen lässt:
    http://www.gedichte.com/threads/1859...-Weltuntergang

    Zitat Zitat von maXces Beitrag anzeigen
    Gerne. Welches Stilmittel wäre aus deiner Sicht denn besonders interessant?
    Die Trennung von Dichtendem und Lyrischem Ich.
    Mit scheint, hier in Deutschland tut man sich mit dieser Trennung besonders schwer: Zumeist wird beides als Einheit betrachtet und das auch noch gegen die Aussage des Autors.
    Hier wäre es hilfreich, die Stilmittel der Distanzierung (z.B. Ironie, Übertreibung, Sprachstil) an Beispielen darzulegen.

    Liebe Grüße

    JB
    Meine Sandburg, die ist fein -
    Deine tret ich besser ein!

  9. #9
    Registriert seit
    May 2010
    Beiträge
    6.219
    Alle Äuerungen hier in Ehren:

    Aber es gibt nicht nur auf Poetry sog. Gedichte, die mit Inversionen der übelsten Art gespickt sind.
    Die weder einem künstlerischen noch einem poetischen Ziel dienen, die lediglich davon Zeugnis ablegen, daß der Dichter/die Dichterin mit unserer Sprache nicht umzugehen weiß.

    Der schriebe natürlich

    mit Sprache unserer umzugehen nicht weiß

    (wenn es hoch kommt!).
    Ich verkneife mir (noch!) Beispiele.
    Ja, verkneifen will ich sie mir!

  10. #10
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    4.290
    Hey Cyparissos,

    die mit Inversionen der übelsten Art gespickt sind.
    Die weder einem künstlerischen noch einem poetischen Ziel dienen, die lediglich davon Zeugnis ablegen, daß der Dichter/die Dichterin mit unserer Sprache nicht umzugehen weiß.
    Genau, und darum gehts ja auch: Es gibt gute und es gibt schlechte - der Unterschied ist eben die Wirkung.

    Ja, verkneifen will ich sie mir!


    LG,
    maXces

  11. #11
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    4.290
    Hallo,

    Die Inversion kann ein Stilmittel sein, wird auch oft als solches verkauft, ist aber in 99% der Fälle eher eine Angelegenheit für die Logopädie.
    Genau. Gerade da wollte ich ja auch ansetzen, dass die Inversion als Stilmittel bewusst eingesetzt werden kann, aber dass Faulheits-Inversionen relativ simpel verhindert werden können.

    Sich auf die Altmeister zu berufen macht keinen Sinn, denn früher wurde so manches...was wir heute als Inversion werten...tatsächlich auch so aus/gesprochen.
    Das ist bei Reimen/unreinen Reimen oft auch so, dass die Aussprache dahingehend anders war. Dennoch kann man die Beispiele der Inversionen anführen, wenn die Wirkung passt.

    LG,
    maXces

  12. #12
    Registriert seit
    Dec 2013
    Beiträge
    230
    Zitat Zitat von Cyparissos Beitrag anzeigen
    Aber es gibt nicht nur auf Poetry sog. Gedichte, die mit Inversionen der übelsten Art gespickt sind.

    Ich verkneife mir (noch!) Beispiele.
    Ja, verkneifen will ich sie mir!
    Zitat Zitat von maXces Beitrag anzeigen
    Genau, und darum gehts ja auch: Es gibt gute und es gibt schlechte - der Unterschied ist eben die Wirkung.

    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Die Inversion kann ein Stilmittel sein, wird auch oft als solches verkauft, ist aber in 99% der Fälle eher eine Angelegenheit für die Logopädie. Sich auf die Altmeister zu berufen macht keinen Sinn, denn früher wurde so manches...was wir heute als Inversion werten...tatsächlich auch so aus/gesprochen.
    Zitat Zitat von maXces Beitrag anzeigen
    Genau. Gerade da wollte ich ja auch ansetzen, dass die Inversion als Stilmittel bewusst eingesetzt werden kann, aber dass Faulheits-Inversionen relativ simpel verhindert werden können.
    Liebe Inversionsstil(blüten)kritiker,

    wäre es nach den zahlreichen unverbindlichen Allgemeinplätzen jetzt nicht langsam an der Zeit, mit konkreten Beispielen aufzuwarten? Oder soll auch dieser Faden der Labertod ereilen?

    fragt freundlichst

    JB
    Meine Sandburg, die ist fein -
    Deine tret ich besser ein!

  13. #13
    Dr. Üppig Guest
    Ich denke, wir brauchen hier nicht wirklich Beispiele - es genügt auch, einfach maXces's Ausführungen mal zu lesen, bevor man postet. Er sagt eindeutig, dass die Inversion ein stilmittel ist, welches sowohl gut als auch unglücklich eingesetzt werden kann. Was mich erstaunt, dass der nächste Kommentator dann ca. so antwortet: "Ja, aber die Inversion kann gut sein oder auch schlecht!" maX bestätigt dann seine bereits im Anfangspost aufgestellte These, und der nächste Kommentator schreibt dann ca.: "Ja, aber die Inversion kann gut sein oder auch schlecht!"

    RTFM

    maXces hat hier einen sehr guten Faden zum Thema Inversion beigesteuert; die Quintessenz mag folgendermaßen aussehen: Der Einsatz der Inversion sollte, wie bei jedem Stilmittel, wohlüberlegt geschehen. Wird sie grund- und wahllos verwendet, verliert sie ihre Wirkung und verleiht dem Text eine unfreiwillig komische Note.

    mfG

  14. #14
    Registriert seit
    Dec 2013
    Beiträge
    230
    Zitat Zitat von Taras Bulba Beitrag anzeigen
    Ich denke, wir brauchen hier nicht wirklich Beispiele - es genügt auch, einfach maXces's Ausführungen mal zu lesen, bevor man postet. Er sagt eindeutig, dass die Inversion ein stilmittel ist, welches sowohl gut als auch unglücklich eingesetzt werden kann. Was mich erstaunt, dass der nächste Kommentator dann ca. so antwortet: "Ja, aber die Inversion kann gut sein oder auch schlecht!" maX bestätigt dann seine bereits im Anfangspost aufgestellte These, und der nächste Kommentator schreibt dann ca.: "Ja, aber die Inversion kann gut sein oder auch schlecht!"

    RTFM

    maXces hat hier einen sehr guten Faden zum Thema Inversion beigesteuert; die Quintessenz mag folgendermaßen aussehen: Der Einsatz der Inversion sollte, wie bei jedem Stilmittel, wohlüberlegt geschehen. Wird sie grund- und wahllos verwendet, verliert sie ihre Wirkung und verleiht dem Text eine unfreiwillig komische Note.

    mfG
    Lieber Taras Bulba,
    ich möchte Dich bitten, Deinen Moderatorenton a la "wir brauchen hier nicht wirklich ..." einzuschränken und als Beitragender allein für Dich zu sprechen.

    Ich denke hingegen, eine Aussage der Art "die Inversion ist ein Stilmittel, das gut oder unglücklich eingesetzt werden kann", ähnelt vom Gehalt der beliebten Wetterprognose "wenn der Hahn kräht auf dem Mist ...".

    Viel hilfreicher wäre es hingegen in meinen Augen, Beispiele aufzuzeigen und zu erörtern, ob und warum dort eine Inversion als sinnvolles Stilmittel eingesetzt wurde oder nicht. Im übrigen habe ich mich bemüht, den sinnvollen Einsatz der Inversion anhand des von maXces angeführten Verses auch konkret am Beispiel zu belegen. Stilmittelbetrachtungen machen für mich nur Sinn, wenn sie an Beispielen demonstriert werden. Nichts anderes ist in #1 passiert, nur dass dort die Vermeidung von Inversionen an Beispielen demonstriert wurde, der sinnvolle Einsatz hingegen nicht.

    Wenn andere Dimensionen behaupten, dass manches, was heute als Inversion gilt, früher normaler Sprachgebrauch war, dann würden mich auch dazu konkrete Beispiele interessieren.

    Insgesamt wurde hier bisher noch wenig Gutes über die Inversion gesagt. Dabei ist sie in der Lyrik ein wichtiges, ein charakteristisches Stilmittel. Sie hemmt den Lesefluss und intensiviert die Sprachmelodie und die Bedeutung der Wörter.

    Dazu Beispiele:

    Friedrich Hölderlin:

    „Ein Zeichen sind wir, deutungslos.
    Schmerzlos sind wir und haben fast die Sprache in der Fremde verloren.“


    Diese Zeile könnte ohne Umstellung heißen:
    Wir sind ein deutungsloses Zeichen. Wir sind schmerzlos und haben fast die Sprache in der Fremde verloren.
    Mit der normalen Satzbauweise geht erkennbar poetisches Potenzial verloren.

    Friedrich G. Klopstock:
    „Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung.“

    Johann Wolfgang v. Goethe:

    Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind
    Er hält in den Armen das ächzende Kind
    Erreicht den Hof mit Müh und Not;
    In seinen Armen das Kind war tot.“

    Zum letzten Beispiel ahne ich hier bereits den Kommentar: "Ja, lieber Goethe, da bist auch Du mal wieder dem Anfängertrick Inversion verfallen, um den Reim zu retten."
    Das mag zwar auch ein Grund gewesen sein, aber zugleich setzt das "tot" hier den dramatischen Schlusspunkt.

    Zur gefälligen Anregung

    Mit freundlichen Grüßen

    JB
    Meine Sandburg, die ist fein -
    Deine tret ich besser ein!

  15. #15
    Dr. Üppig Guest
    Lieber James Blond,

    Ich möchte dich bitten, deine Behauptungen über meinen Ton nicht pauschalisierend und generalisierend zu verwenden. In meinem "Moderatorenton" hätte ich geschrieben: Keine Beispiele verwenden!

    Gerade das, was du ansprichst, hat mich in diesem Faden gestört und mich zu meinem vorherigen Beitrag bewegt: Gut die Hälfte der Kommentare hätte allein durch Lesen vermieden werden können, weil sie lediglich die aufgestellten Thesen paraphrasieren und somit, wenn ich deine Worte verwenden darf, "unverbindliche Allgemeinplätze" bleiben.

    Natürlich liegt es dir frei, Beispiele auch zu liefern, falls du welche wünschst; wenn du denkst, dass es mit Beispielen hilfreicher wäre, solltest du daran denken, mit deinen Beiträgen allein für dich zu sprechen.
    ...
    Du siehst, wenn man alles allzu ernst nimmt, kann man auch vernünftige Argumente im keim ersticken. Ich bin durchaus nicht gegen eine interessante Diskussion. Nun zu deinen Beispielen:

    Ein Zeichen sind wir, deutungslos.
    Schmerzlos sind wir und haben fast die Sprache in der Fremde verloren.
    Hier muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen einer grammatisch korrekten Inversion und solcher, die syntaktisch nicht mehr tragbar ist.
    In diesem Beispiel sind beide Verse grammatikalisch nicht falsch. Die Umstellung dient hier der Akzentuierung der durch ihre ungewöhnliche Position hervorgehobenen Wörter. Allerdings ist eine solche Inversion noch syntaktisch tragbar, weil sie, gerade weil sie einen Nutzen trägt, auch im allgemeinen Sprachgebrauch gefunden werden kann.
    "Warum ich es nicht gesehen habe? Dunkel war's , ich sag's doch!"
    Das Stichwort in diesem Fall ist poetische Verfremdung, also eigentlich, das, was du als poetisches Potenzial bezeichnest.
    An diesem Beispiel sieht man auch, warum Inversionen unterschiedlich gut aufgenommen werden: Wenn sie grammatikalisch noch tragbar sind, werden sie viel eher akzeptiert.


    Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung.
    Hier ist es in der Tat so, dass diese Genitivkonstrukiton einem damaligen Sprachgebrauch entsprach: "Des Müllers Sohn"
    Mit diesem Beispiel hast du also auch eine weitere These bekräftigt, dass der Bezug auf Dichter der Vergangenheit daran scheitert, dass sie - im Gegensatz zum sie kopierenden Stil - authentisch waren. Diese Genitivkonstrukiton ist heutzutage jedoch nicht üblich, weshalb sie logischerweise nicht authentisch wirkt, wenn sie in einem kontextbezogen modernen Text vorkommt. (Es sei denn, der Text hält sich auch sonst an eine antiquierte sprache; dann wäre die Inversion zwar textintern passend, der Text insgesamt aber immer noch nicht authentisch. Aber da kommen viele Abers ins Spiel, eine generalisierende Aussage kann da lediglich die Grenzen umreißen.)


    Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind
    Er hält in den Armen das ächzende Kind
    Erreicht den Hof mit Müh und Not;
    In seinen Armen das Kind war tot.
    Reim- und auch rhythmusverschuldet, das könnte man Goethe hier vorwerfen. Allerdings muss man hier zwei Dinge berücksichtigen. Erstens: Die Inversionen sind hier noch (bedingt) grammatikalisch tragbar. Zweitens: Der vorliegende Text ist eine Ballade. Er lebt also nicht zuletzt von der dramatischen Spannung, die du selbst auch angesprochen hast, und auch von der lyrischen Umsetzbarkeit - was in diesem Fall und zu jenen Zeiten meistens den Vortrag meinte.
    Wenn man sich beispielsweise die vielen Vertonungen des Erlkönigs anhört, fällt oft eine Übereinstimmung im letzten Vers auf: Er wird immer stückchenweise gesungen. In seinen Armen (Pause) das Kind () war () tot. (Wobei die Pause nach "Armen" ganz oft zu hören ist, während die anderen variieren.)

    Was mir an deinen Beispielen gefällt, ist, dass sie aufzeigen, wie differenziert man das Thema der Inversion betrachten sollte. Meines Erachtens ist maXces' Thread hier für diese differenzierte Betrachtung prädestiniert; der Autor schafft es, an das Thema der Inversion vielseitig heranzuführen und für das Stilmittel an sich zu sensibilisieren. Denn meines Erachtens wird manchmal zu oft die Inversion pauschal als des Teufels schwarze Handschrift in der Lyrik vorverdammt.

    mfG

Seite 1 von 2 12 Letzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden