mein name ist tom. ich bin ein friedliebender mensch.
man kennt mich als ruhigen, humorvollen, netten kerl der keiner fliege etwas zu leide tun würde.
doch an manchen tagen packt mich die zerstörungslust.
angestaute agressionen werden freigesetzt.
die wut über alles und jeden, nimmt freien lauf.
so auch letzten sonntag.
ich hatte schon beim aufwachen so ein komisches gefühl im magen. ich ging ins bad um mein morgentliches ritual zu vollführen, ( analyse des allgemeinen zustandes ) und schaute in ein paar dunkle gemeine augen. normalerweise gehe ich jeglicher streiterei oder gewalt aus dem weg. doch nicht an diesem tag. ein breites grinsen erschien auf meinem noch von der nacht gezeichnetem gesicht. das wohlige gefühl ganz und gar dem bösen verfallen zu sein, durchzog meinen körper. während ich mich anzog, wüteten die wildesten fantasien in meinem kopf. ich sah mich über eine hilflose gestallt gebeugt. die linke hand am kragen des wurmes, der es wagte sich mir in den weg zu stellen. die rechte, zur faust geballt, zielte genau auf sein viel zu großes kinn. das grinsen wollte garnicht mehr verschwinden. ich verlies die wohnung, und ging zu meinem auto. die beste möglichkeit sich streit zu suchen, ist einfach in der gegend herum zu fahren und darauf zu warten das irgendwer einen fehler macht. stunden vergingen. an solchen tagen wird man weder genötigt, noch geschnitten oder sonst provoziert. als wenn alle wüssten was ihnen blüht. dann endlich, ich fuhr gerade eine ruhige nebenstraße mit tempo 80 entlang als aus einem in zweiter reihe stehenden wagen ein älterer mann ausstieg. gerade als wir uns auf gleicher höhe befanden, riss er die arme hoch, wedelte mit seinen fäusten und schrie mich wütend an. >>SIND SIE WAHNSINNIG, SIE IRRER?<<. ich trat auf die bremse. der wagen hielt mit quietschenden reifen an. das adrenalin schoß mir in den kopf, machte meine sinne scharf, bereit zum angriff. >>ja.<< sagte ich leise, und stieg aus. mit festen schritten trat ich meinem opfer entgegen. sein kopf war so rot, das er aussah wie ein tollwütiger hummer. >>sie hätten jemanden verletzten können.<< rief er mir mit zitternder stimme zu. >>dich zum beispiel?<< fragte ich. >>genau.<<. er bekam angst. >>DAS KANN ICH NACHHOLEN.<< schrie ich ihm ins gesicht. mit der grazie einer katze und der geschwindigkeit einer maus, flüchtete er in sein auto und verriegelte die türen. ich versetzte der fahrerseite einen tritt. der motor heulte auf, und er gab gas. ich rannte ihm noch ein stück hinterher, und dann zu meinem wagen. der motor lief noch. gerade als ich zur verfolgung ansetzten wollte, fuhr ein anderes auto aus einer ausfahrt heraus und blockierte mir den weg. knapp einem zusammenstoß entkommen, stieg ich platzend vor zorn wieder aus. >>MACH DAS DU WEG KOMMST!<< brüllte ich. hinter dem steuer sahs ein alter verängstigt drein schauender mann. neben ihm beugte sich eine alte frau vor, und rief durch das geöffnete fenster >>es tut mir so leid. wir haben sie einfach übersehen. geht es ihnen gut?<<. meine fingernägel bohrten sich in meine hand. jeder muskel sehnte sich nach einem schlag. ich wollte ihn aus dem auto zerren, anschreien, verprügeln.. dann sah ich den ausdruck auf seinem gesicht. voller angst und schuldgefühlen. von einer sekunde auf die andere, wurde ich mir der situation bewusst. beinahe hätte ich einem alten netten mann und seiner frau, den schlimmsten tag ihres lebens beschert. und alles nur weil ich meine agressionen nicht unter kontrolle hatte. >>beim nächsten mal..<<, ich erhob mahnend den finger, >>..besser aufpassen.<<. erleichtert lächelnd und nickend, fuhren sie davon. ich stand noch eine weile einfach da, und schaute ihnen hinterher. plötzlich hupte mich jemand an. buchstäblich im letzten moment sprang ich zur seite. ein wagen rauschte milimeter an mir vorbei. >>HAST DU EIN KNALL?<< schrie ich,und wedelte mit erhobener faust dem fahrer hinterher. dieser hielt an und setzte den rückwährtsgang. als er wieder neben mir war, stieg er aus. ein hühne, mindestens zwei meter, gute hundert kilo. er ging auf mich zu und fragte ganz ruhig, >>hast du irgendein problem?<<. >>du hättest mich fast überfahren.<< grummelte ich kleinlaut. das letzte was ich sah, waren die übergroßen ringe an seiner hand. als ich wieder zu mir kam, brummte mir der schädel. immernoch benommen, fuhr ich zurück in meine wohnung. ich ging ins bad um den schaden zu begutachten. eine riesige beule prangte an meiner stirn. mein ganzes gesicht hatte etwas von einer faulen tomate. "ich hab die schnauze voll" dachte ich, legte ein bruce willis film ein, und überlies es ihm die schläge zu verteilen..

[Geändert durch ImBored am 10-10-2001 um 15:37]