Der Regisseur wurde laut: "Haalt!! Was ist denn das für ein Reflex da hinten rechts? Hat da einer seine Bierflasche hingestellt? Kinder, guckt doch auf sowas!"
Es war ein Stück Plastikfolie, die sich in eine Ecke irgendwie verirrt hatte, und die sofort von einem Studiomitarbeiter entfernt wurde.
"Action!", gab nun wieder der Regisseur seine Anweisung, die jedoch gleich danach durch sein "Cut!" abgelöst wurde. Er schüttelte den Kopf und bemerkte, diesmal ruhig: "Durch's Bild laufen, das haben wir doch immer wieder gern!" Der Studiomitarbeiter, der die Plasikfolie entfernt hatte, war aus Unachtsamkeit nochmal durch die Szene gelaufen.
Arthur Johnson, als Besucher und zum ersten Mal in einem Filmstudio, beobachtete alles mit Interesse und war einigermaßen erstaunt, wie genau und diszipliniert hier gearbeitet wurde.
Die Dreharbeiten waren an diesem Tag gegen 19 Uhr zu Ende und er trank in einer Studioecke noch ein Bier mit Henry Wilson, einem Mitglied der Direktion.
"Sie sehen also, wie exakt wir hier arbeiten", sagte Wilson. Er fuhr fort: "Bei diesem Projekt haben wir aber auch viel Zeit. Der Film soll erst in zwei oder drei Jahren herauskommen."
Johnson begann mit der ihn am meisten interessierenden Frage: "Ihr Unternehmen ist doch geheim und bestens abgesichert!? Warum haben Sie mich als Besucher zugelassen, nur weil ich in einem Preisausschreiben gewonnen habe?" Er war jahrzehntelanger Abonnent einer Filmzeitschrift und wurde als der erste Gewinner ausgelost. Er hatte alle Fragen, die nicht ganz einfach waren, richtig beantwortet.
Wilson erwiderte: "Nun, die Sache wurde allergründlichst überlegt und abgesprochen. Also, Sie haben ja die intensiven Psycho-Tests gut bestanden, die uns das in diesem Fall Wichtigste, nämlich Ihre zuverlässige Verschwiegenheit gezeigt haben, wie es auch bei unseren sehr zahlreichen Mitarbeitern der Fall war. Wir könnten Ihnen bei uns auch einen Job anbieten; wir brauchen ja auch immer neue Leute. Wir würden Sie in unseren Filmstudios einsetzen. Sie scheinen sich ja in der Materie auszukennen. Der Film, bei dessen Produktion Sie heute zusehen durften, ist zur Zeit unser größtes Projekt. Übrigens haben wir uns schon immer nur zum Schein mit Ufos und Außerirdischen beschäftigt. Es gibt sie beide nicht."
Johnson nahm einen großen Schluck aus seiner Bierflasche und bemerkte :"Wenn ich nun aber doch etwas draußen davon erzählen würde...!?"
Mit einem vielsagenden Lächeln bekam er die Antwort: "Niemand würde Ihnen glauben. Und außerdem: wir hätten da so Möglichkeiten, dies im Nullkommanix abzustellen...!!"
Johnson war beeindruckt und vernahm weiter: "Dieses aktuelle Filmprojekt zeigt eine Marslandung mit 13 Astronauten, wobei wir die Zahl 12 an Astronauten, die wir bislang, natürlich nur im Studio, den Mond haben betreten lassen, mit einem Schlag sozusagen toppen wollen. Wie gesagt, das momentan wichtigste Projekt hier in Area 51. Wir drehen sowas aus guten Gründen hier und nicht in Hollywood."
Nachdem beide ihre Bierflasche ausgetrunken hatten, durfte Johnson noch einen Blick in das Nachbarstudio werfen.
Dort waren noch die, wenn auch im Laufe der Jahre etwas verblassten, Kulissen des im Jahr 1969 gedrehten Mondlandungsfilmes zu sehen.
Für 5 weitere bemannte Mondlandungen in den Jahren 1969 bis 1972 schienen merkwürdigerweise keinerlei Kulissen vorhanden zu sein, wobei anzumerken wäre, dass sich Johnson nicht so ganz traute, Wilson nach den näheren Umständen dieser Events zu fragen. Vor allem, ob dazu auch Filme gedreht wurden, und wenn ja, ob diesselben misslungen waren, weil ein eventuell winziger Reflex in den Lichtspielen diese nicht geeignet schienen, sie zu veröffentlichen.
Herr Johnson hat das Stellenangebot angenommen, da ihm das Salär dafür nicht unattraktiv erschien.