LYRIK: Hilfreiche Bücher (ältere) oft kostenlos aus dem www. im pdf Formatoft im Download von google.com und anderen Portalen

Hallo Schreibfreunde!
Nachfolgend möchte ich an dieser Stelle einige Literaturempfehlungen geben, die mein Lyrikinteresse entweder bereichert ,oder auch voran gebracht haben.. DAS BESONDERE DARAN: Diese Bücher kann man oft kostenlos als pdf von google books oder auch anderen Portalen (Bibliotheken) herunterladen. Es handelt sich um Bücher, die frei von Urheberrechten in digitalisierter Form (pdf) allen Interessierten offen stehen.
Diese Bücher sind zum Großteil als Lehrwerke oder auch universitäre Schriften (wissenschaftliche Beiträge, Doktorarbeiten, Vorlesungsskripte) verfaßt. Laßt euch vom zum Teil fürchterlich geschraubten Sprachstil nicht abschrecken. Der Informationswert zu manchem selten besprochenem Thema ist ungemein hoch. Für alle, die etwas weiter „forschen“ möchten – z.B. zu einem bestimmten Thema, sind die vielen Quellen- und Autorennamen in den Büchern sicherlich sehr nützlich.

Nach den bibliografischen Daten folgt jeweils ein Kurzeindruck...natürlich aus persönlicher Sicht.


Gerber,Gustav (1885) Die Sprache als Kunst. Erster Band 2.Aufl. R.GAERTNERS VERLAGSBUCHHANDLUNG HERMAN HEYFELDER

Diese mehrteilige Werk gibt neben den vielen kunstästhtetischen Ansichten auch grundsätzliche Gestaltungsmöglichkeiten mit und durch Sprache wieder. Es betrachtet die Sprache in ihrer Entwicklung in Verbindung mit dem Menschen und lotet ihre Möglichkeit als „Kunstmedium „ aus
Während „Das System der Künste“ (Kap.1) sicher auch für Lyrikanfänger interessant sein könnte, sind die nachfolgenden Kapitel schon eher etwas für tatsächliche Sprachliebhaber, die auch an den Wurzeln der Sprache Erkenntnis und AHA Erlebnisse suchen.
Einiges an diesem Buch hat sicher nix von seiner Aktualität verloren.


Stiefel, Heinrich (1913) Die italienische Tenzone des XIII. Jahrhunderts und ihr Verhältnis zur provenzalischen Tenzon. In Romanistische Arbeiten. Herausgegeben von Dr. Carl Voretzsch. Verlag Max Niemeyer Halle a. S. (1914)

Dieses Buch ist etwas für Freunde des Streitgedichtes (Tenzone) und des Sonetts. Denn Sonette waren die Hauptgedichtsform in der frühitalienische Tenzonen geschrieben wurden. Der Autor beleuchtet geschichtliche Ursprünge, nennt viele Autoren und zitiert eine Menge schöner Beispiele (häufig in italienischer Sprache). Das das Buch für universitäre Zwecke verfaßt wurde, merkt man ihm natürlich im Sprachstil an – aber dies wird durch den „Wert“ der vielen Informationen zum Thema mehr als „wett“ gemacht.

,Kopisch, August (1842) Die göttliche Komödie des Dante Alighieri. Metrische Übersetzung nebst beigedrucktem Originaltexte mit Erläuterungen, Abhandlungen und Register. Enslin´sche Buchhandlung (Ferdinand Müller)

Ganz klar ein erhellender Band zu Dantes berühmter Komödie. Viele Dichter und auch er selbst greifen immer wieder in Gedichten auf diesen Stoff zurück.

Kekule, Karl, von Biegeleben, Ludwig (1844) Die Reime des Francesco Petrarca. Übersetzt und erläutert von Karl Kekule und Ludwig von Biegeleben. Erster Band. J.G.Cottascher Verlag

Sicher ein Muß für alle Sonettliebhaber und Freunde frühitalienischer Lyrik. Neben der Lyrik sind die Erläuterungen und die Zitate aus Dokumenten und Schriften von Petrarca sicherlich als Hintergrundliteratur interessant.

Apel, August (1816) Metrik. Zweiter Theil. Leipzig in der Weigand´schen Buchhandlung 1816

Primär geht es im zweiten Teil um „alle besonderen Versarten“. Sehr erhellend sind die metrischen und rhythmischen Erläuterungen dazu. Für die Metrik werden die alten Symboliken verwendet. Für die rhythmischen Erläuterungen verwendet der Autor Rhythmusnoten – und dies sehr anschaulich.
DAS BESONDERE: Die versarten werden nicht nach Länge oder Herkunft gegliedert – sondern nach dem Auftreten der klassischen Versfüße, also: Spondeus, Daktylus, Anapest, Trochäus, Jambus und gemischten Versen. Ebenso werden noch verschiedene Metren in Versen näher angeschaut.
Empfehlenswert.

Voß, Johann Heinrich ()Homers Odyssee übersetzt von Johann Heinrich Voß. Erste Übersetzung, neuer Abdruck mehrt mit erläuternden Anmerkungen aus den hinterlassenen Papieren des Übersetzers. Herausgegeben von Abraham Voß Professor in Kreuznach. Leipzig,Verlag von Immanuel Müller, 1843

Dieses Buch zeigt in wunderbarer Weise die Ergebnisse der Bemühungen von Johann Heinrich Voß, den antiken griechischen Hexámeter in deutscher Sprache so genau wie möglich anhand Homers Odyssee nachzubilden. Dieser Nachbildung in quantitativer Metrik (Klanglängen) hat Voß mit seinem Werk „Zeitmessung der deutschen Sprache“ (1802) eine Grundlage gegeben. Sein fast 30 Jahre andauernder Briefwechsel mit väterlichen und verehrten Freund Klopstock – der zum gleichen Thema arbeitete, liest sich stellenweise wie ein Krimi.
Dieses Buch wird auch heute noch als eine der besten Nachdichtungen der originalen Odyssee in Klang, Metrum und Rhythmus angesehen.
Wer etwas darüber lernen möchte, wie sich Rhythmus (Abfolgen von Klanglängen und Akzente) auf Lyrik auswirkt sollte diese Bücher studieren.
Voß schrieb seine Werke in einer kunstgesellschaftlichen Phase der Rückbesinnung auf die Antike. Mit der Absicht, Seine Metrikuntersuchungen als allgemein gültig für die deutsche LyrikSprache einzusetzen, ist er letztendlich gescheitert. Er war aber einer der herausragensten Persönlichkeiten der deutschen Lyrik, der insbesondere durch seine Untersuchungen und genauen Übersetzungen viel für die deutsche Literatur getan hat.

Voß, Johann Heinrich (1802) Zeitmessung der deutschen Sprache. Beilagen zu den Oden und Elegien. Königsberg MDCCCII, bei Friedrich Nicolovius

Die Nachbildung des antiken griechischen Hexámeters in deutscher Sprache beschäftigte zwei der ganz großen deutschen Dichter über dreißig Jahre. Es ist erstaunlich mit welcher Akrebie sie dabei vorgingen und eine Unzahl an genauen Untersuchungen zur deutschen Sprache hervorbrachten.
Klopstocks „Messias“ und Voßens „Odyssee“ gelten als Ergebnisse dieser Bemühungen.
Voß versucht in diesem Buch die wichtigsten Grundlagen seines quantitativen Metrikverständnisses darzulegen. Dabei unterschiedet er 5 Klanglängen, beschäftigt sich mit Spondeen und Zäsuren.
Unglaublich beeindruckend...und für alle ein Muß, die etwas tiefer ins deutsche (rhythmische) Sprachverständnis eintauchen möchten.
Voß schrieb seine Werke in einer kunstgesellschaftlichen Phase der Rückbesinnung auf die Antike. Mit der Absicht, Seine Metrikuntersuchungen als allgemein gültig für die deutsche LyrikSprache einzusetzen, ist er letztendlich gescheitert. Er war aber einer der herausragensten Persönlichkeiten der deutschen Lyrik, der insbesondere durch seine Untersuchungen und genauen Übersetzungen viel für die deutsche Literatur getan hat.


(1813) Klopstocks Werke. Dritter Band. Der Messias Erster Band. Bey Georg Joachim Göschen. 1813

Der Messias ist eines der Hauptwerke Klopstocks. Sein Bemühen, antike griechische Hexámeter in Klang, Metrum /Rhythmus für eine möglichst genaue Übertragung antiker Texte, nachzubilden, ist auch in diesem Werk spürbar.
Unzählige Male hat er seine Texte überarbeitet, korrigiert und neu herausgegeben lassen. Diese Ausgabe ist ca. 15 Jahre nach seinem Tod erstellt, also eine weit fortgeschrittene Arbeit.
Besonders in Sachen Rhythmus und Klang kann auch heute von Klopstock vieles lernen. Der Meister gilt als „Erfinder“/Schöpfer der freien Verse in deutscher Sprache.