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  1. #16
    königindernacht Guest
    Und um euch ganz durcheinander zu bringen:

    Im schnelllebigen, modernen Japan hat dich das Haiku inhaltlich inzwischen von der reinen Naturbezogenheit gelöst und greift gesellschaftliche Themen ebenso auf wie Themen aus dem Großstadtleben.

    Mein Haiku dazu:

    Geschlossenes Tor
    Staubnetze auf der Werkbank-
    Die Spinne webt noch

    Auch Gedichtformen entwickeln sich weiter.

    Herzlichst, KÖ

  2. #17
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    Zitat Zitat von königindernacht
    Mein Haiku dazu:

    Geschlossenes Tor
    Staubnetze auf der Werkbank-
    Die Spinne webt noch

    Auch Gedichtformen entwickeln sich weiter.

    Herzlichst, KÖ
    Und wie hübsch es sich weiter entwickelt! Hast du es auch noch einzeln ein gestellt?
    Wie eine Klippe sollst du unbekannte und ungewöhnliche Wörter meiden (Julius Caesar de analogia)

    Neu: Drum halte still
    Die volle Schale (Werkverzeichnis)

  3. #18
    biddy Guest
    Herausgenommen aus Zerreißprobe.
    Nachteule
    -Moderator-


    Ob nun Haiku oder nicht, mir hat deines Spaß gemacht in der sonstigen Silbenlangeweile hier.
    Der Dreizeiler war unter "Japanische Formen" abgestellt worden.

    Nicht nur für einen Haiku, sondern auch für jeden anderen lyrischen Mehrzeiler jenseits des Kalauers gilt, dass sich sein verdichteter Inhalt nur dem erschließt, der sich auf ihn einlässt, wobei die Interpretation individuelle Spielräume haben kann. Wer dazu nicht bereit oder in der Lage ist, hat nichts davon. Der macht's dann wie der Fuchs, Jazemel, der nicht an die Trauben kommen kann und sie deshalb für sauer erklärt.

    Ein Haiku schlägt nicht mit dem Holzhammer zu, um die Fantasie der Rezipienten zu plätten. Es wird allenfalls die Farbe des Holzes geschildert, oder der Ton, mit dem der Hammer in einen Holzkopf kracht. Den Rest darf sich der Leser dazutun.

    biddy
    Geändert von Nachteule (28.11.2014 um 01:29 Uhr)

  4. #19
    Jazemel Guest
    Das hat weniger was mit Trauben zu tun, sondern mit der immer wieder aufbrandenden Diskussion hier, was nun Haiku ist und was nicht. Die allerwenigsten Haiku hier sind 'echte' Haiku.
    Viele Dreizeiler hier bestehen schlicht aus einen, in der 5-7-5 Silbenregel, gehacktstückten Satz (ungeachtet dass es weniger Silben sind, da es eigentlich Moren sind). Die nächste Steigerung sind dann die objektive Naturbetrachtung, und das kigo, das Jahreszeitenwort - und das war es.

    Vollständig 'vergessen' wird das kireji, das zäsursetzende Schneidewort, ebenso wie der sprachliche Klang, oto, sowie die Kommunikation mit dem Leser, das Auslösen von Assoziationsketten (von der immer mal wieder humorvollen, augenzwinkernden Komponente ganz zu schweigen).

    Insofern meint die Füchsin Jazemel, dass es vollkommen wurscht ist, wie die Überschrift dieser Rubrik ist, da sie zu 98% nicht mit dem gefüllt ist, was die Verpackung verspricht.

    Schnürende Grüße,

    Jazemel


    rauschen des windes
    beim zug durch den wald - fuchsspur
    am morgen im schnee
    (ewatsch)


    Geändert von Jazemel (26.11.2014 um 11:22 Uhr)

  5. #20
    biddy Guest
    Ich hab was gegen Pauschalurteile, Jezamel, vor allem gegen die solcher, die sich mit dem, was sie schlecht machen, offenbar gar nicht wirklich beschäftigt haben.

    Allerdings nehme ich sie in diesem Falle nicht ernst. Wozu auch?

    biddy

  6. #21
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    Hallo Jazemel,

    Vollständig 'vergessen' wird das kireji, das zensursetzende (Fettschrift Artname)Schneidewort,
    Ein freudscher Versprecher?

  7. #22
    Jazemel Guest
    Zitat Zitat von biddy Beitrag anzeigen
    Ich hab was gegen Pauschalurteile, Jezamel, vor allem gegen die solcher, die sich mit dem, was sie schlecht machen, offenbar gar nicht wirklich beschäftigt haben.
    Jup, hab ich auch. Beispielsweise wenn mithilfe des eingedeutschtem Verständnis eines Haikus, kritisiert wird. Was dir so offenbar schein, ist eher Trugschluss.
    Ich hab mich sehr mit Poesieform Haiku beschäftig, nicht nur mit den (nicht unerheblichen) sprachlichen Unterschieden, auch mit der Entstehung, der Weiterentwicklung, den kulturellen Unterschieden. Was in die deutsche Haikudichtung übernommen wurde, was einfach ausgelassen wird. Viele kulturspezifische Elemente, die sich in Japan über Jahrhunderte entwickelt haben, wie etwa das Saijiki, eine Art Jahreszeitenwörteralmanach, haben in der deutschsprachigen Haiku-Dichtung keinen Platz. Nicht erst da beginnen die großen Unterschiede.
    Traditionell wird in Japan das Jahr nach dem japanischen Mondkalender eingeteilt und enthält neben Frühling, Sommer, Herbst und Winter meist auch die Kategorie Neujahr. In ausführlichen Saijiki findet sich außerdem die Einteilung in Beginn, Mitte und Ende der Jahreszeit, beispielsweise in Frühsommer, Hochsommer und Spätsommer. Dazukommt dass Kyōto, historisch betrachtet, lange Zeit das Zentrum der japanischen Literatur war, darum werden die jahreszeitlichen Phänomene meist nach den Gegebenheiten der ehemaligen Hauptstadt des Landes eingeteilt. Die unterschiedlichen Arten eines Kigo werden dabei üblicherweise in sieben weitere Bereiche unterteilt:
    1. Wetter (jikō)
    2. Astronomie (tenmon)
    3. Geografie (chiri)
    4. Der Mensch (jinji)
    5. Religion, Glaube (shūkyō)
    6. Tiere (dōbutsu)
    7. Pflanzen (shokubutsu)

    Hierzulande ist zum Beispiel aber die Meinung weit verbreitet, das der Mensch, oder der Glaube als Kigo falsch sind.

    Das nur als Beispiel, dass alleine schon das Kigo eine wesentlich komplexere Angelegenheit ist, als die überall nachzulesenen Kurzanleitungen für das Schreiben von Haikus, an denen sklavisch festgehalten wird.

    Eine einzige Definition von Haiku gibt es nicht, noch würde sie Sinn machen. In Japan selbst hat sich die Definition der Gedichtform seit ihrer Entstehung immer wieder verändert und wurde je nach vorherrschendem Zeitgeist neu interpretiert.
    Man kann es so sehen, dass es sich bei deutschen Haiku lediglich um eine Imitation der japanischen Regeln handelt, oder dass die deutschsprachigen Dichter ihrem Haiku eine eigene Interpretation gegeben und es an den eigenen Kulturraum angepasst haben. Sicher dient dabei Japan nach wie vor als Vorbild für den deutschsprachigen
    Raum, aber gleichzeitig hat eine produktive Umformung und kreative Aneignung an die eigenen Bedürfnisse stattgefunden und der Kulturtransfer ist daher bereits auf der Stufe der produktiven Rezeption angekommen.
    Sowohl das japanische zeitgenössische Gendai Haiku (modernes haiku), als auch das deutsche moderne Haiku beschäftigen sich mit jeweils neuen Sujets und freieren Formen und haben sich als Gegenstück zur
    traditionellen Dichtung platziert.

    Insofern ist der Text von wenigviel genauso sehr, oder nicht, ein deutsches Haiku, wie alle anderen hier eben auch.



    Zitat Zitat von biddy Beitrag anzeigen
    Allerdings nehme ich sie in diesem Falle nicht ernst. Wozu auch?
    Weils dann kompliziert wird und nicht schnell abzuhandeln ist, vermute ich mal.

    Jazemel

    @ Artname
    Möglicherweise
    Wird korrigiert.
    Geändert von Jazemel (26.11.2014 um 11:41 Uhr)

  8. #23
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    Hallo Jazemel,

    Zitat Zitat von Jazemel
    Eine einzige Definition von Haiku gibt es nicht,
    In jeder Hinsicht (siehe mein Posting #8) einverstanden.

    Zitat Zitat von Jazemel
    noch würde sie Sinn machen
    Doch! Macht es mMn durchaus. Sonst landen wir nämlich kommentierend sofort in der Beliebigkeit. Wie lautet denn Dein Anspruch an ein Haiku?

    Lg

  9. #24
    Jazemel Guest
    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Doch! Macht es mMn durchaus. Sonst landen wir nämlich kommentierend sofort in der Beliebigkeit. Wie lautet denn Dein Anspruch an ein Haiku?

    Lg
    Hallo Artname,

    schwer zu sagen ohne eine Abhandlung zu verfassen.
    Kurz gehalten würde ich sagen, in aussagekräftiger Reduzierung.
    Ich mag die (deutschen) Haiku am liebsten, die sich beim Lesen entfalten, die offen sind für eigene Gedanken
    und Assoziationen.
    Die verführerischste Versuchung ist, ein Haiku in der dritten Zeile mit einem Kommentar abzuschließen. Dieses Abschließen reduziert ein Haiku auf drei Zeilen Lesetext, dabei lebt ein Haiku davon, nach drei
    Zeilen überhaupt erst anzufangen.
    Klar kann man jetzt sagen, dass wenigviel genau das macht, was auch stimmt. Doch bei dem Text hier gefällt mir einfach der leise Humor der dritten Zeile, der mich an genau den Humor von Issa erinnert. Ähnliches hatte ich bei einem Froschhaiku von Ney. Die beiden Haiku sind durchaus qualitativ unterschiedlich finde ich, doch haben sie genau das, was ich bei vielen anderen Haiku hier vermisse, sie bewirken etwas in mir. Es gibt noch zwei, drei weitere User, die es geschafft haben, eine Emotion, oder weiterführende Bilder entstehen zu lassen.
    Ich bin eben Inhaltsfetischistin was Gedichte angeht, ob nun Haiku oder Sonett, oder freie Verse u.s.w., Und viele Haiku hier, empfinde ich eben als leer, oder viel zu gezwungen. Die Meinung muss niemand teilen.

    Ich denke wirklich, dass eine einzige Definition keinen Sinn macht, weil sich Poesie und auch die Haikupoesie eben beständig entwickelt. Diskutieren kann man, wenn man Lust dazu hat, aber einen einzig richtigen Standpunkt gibt es nicht, finde ich.

    Gruß,

    Jazemel

  10. #25
    biddy Guest
    Was du dir da geschwind über einen Hauku zusammengegegockelt hast, Jazemel, sei dir unbenommen. Das kann sich jeder selber erklicken.

    Ich hab mich an deinem
    Ob nun Haiku oder nicht, mir hat deines Spaß gemacht in der sonstigen Silbenlangeweile hier.
    aufgehalten, wenn du dich bitte erinnerst, und zuvor festgestellt, dass du dich mit keiner Silbe an dem beteiligt hast, was "hier" im letzten halben Jahr eingestellt wurde. Ich wiederhole deshalb:
    Ich hab was gegen Pauschalurteile, Jazemel, vor allem gegen die solcher, die sich mit dem, was sie schlecht machen, offenbar gar nicht wirklich beschäftigt haben.

    Allerdings nehme ich sie in diesem Falle nicht ernst. Wozu auch?
    Was wirst du als nächstes posten, um uns zu beweisen, dass man Gedichte auch dann schlechtmachen kann, wenn man sich gar nicht mit ihnen beschäftigt hat? Wir sind gespannt, denn wir wären auch gern so begnadet!

    biddy

  11. #26
    Jazemel Guest
    Da tauchen bei mir kurz drei Frage auf
    - wer gestorben ist und dich zu Gott ernannt hat, da du so genau zu wissen glaubst, womit ich mich beschäftige und womit nicht.
    - das letzte halbe Jahr ist ausschlaggebend weil.....?
    - wenn es so easy zusammenzuklicken ist, warum tut es dann anscheinend keiner und benutzt die 08/15 Schablone?

    Schade dass du nicht Produktiveres hattest zufügen können.

    Gleichwohl, ich schrieb auch, meine Meinung muss niemand teilen. Warum mir die meisten Haiku hier nicht gefallen, habe ich Artname geschrieben, alles andere wäre Wiederholung.

    Jazemel

  12. #27
    biddy Guest
    Da tauchen bei mir kurz drei Frage auf
    - wer gestorben ist und dich zu Gott ernannt hat, da du so genau zu wissen glaubst, womit ich mich beschäftige und womit nicht.
    - das letzte halbe Jahr ist ausschlaggebend weil.....?
    - wenn es so easy zusammenzuklicken ist, warum tut es dann anscheinend keiner und benutzt die 08/15 Schablone?
    Ganz einfach - weil

    • du im letzten halben Jahr unter dieser besagten Rubrik nicht auftauchst
    • ich seit einem halben Jahr diese Rubrik (und eigentlich nur diese) verfolge und feststelle, dass sich dort gar nicht so viele Nieten tummeln, wie du präpotent unterstellst
    • Gockelwissen allein keine Grundlage für künstlerisches Schaffen sein kann.


    Vielleicht gockelst du noch unter "Kunst"?

    biddy

  13. #28
    Jazemel Guest
    also versteht, nach deiner logik, nur jemand, was ein roman ist, der im letzten halben jahr einen geschrieben hat. sein missfallen oder gefallen eines gemäldes, darf nur der ausdrücken, der selbst ausstellt, einen film nur der kritisieren, der selbst einen gedreht hat. .oh, und maxces dürfte eigentlich gar kein gedicht, kritisieren, da er noch nicht eines eingestellt hat. das ist, mit verlaub, schwachsinn.


    ich hab nicht gesagt, dass nur nieten in dieser rubrik vertreten sind, ich habe gesagt, dass ich die meisten haiku hier langweilig finde. warum steht auch in diesen faden. so sehr du nun auch bemüht bist, meine meinung ins lächerliche zu stellen, so wenig wird das was ändern. ob du mich nun fuchs, oder gockel nennst, oder anderes unterstellst. letztendlich war mein kommentar für wenigviel und nicht für dich, insofern kann dir meine meinung gleich sein und mir deine. auf einen nenner werden wir ohnehin nicht kommen, vielleicht auch gerade wegen des halben jahres, in dem du in dieser rubrik aktiv bist.

    und nun setzt noch deinen abschluss darunter und gut ist.

  14. #29
    biddy Guest
    Du schriebst nicht nur
    Ob nun Haiku oder nicht, mir hat deines Spaß gemacht in der sonstigen Silbenlangeweile hier.
    sondern auch noch
    Insofern meint die Füchsin Jazemel, dass es vollkommen wurscht ist, wie die Überschrift dieser Rubrik ist, da sie zu 98% nicht mit dem gefüllt ist, was die Verpackung verspricht.
    Eindeutiger geht's gar nicht.

    Um an den "Romanen" Dritter herummeckern zu können, muss man freilich nicht selber welche schreiben (können). Das hat ja auch niemand behauptet. Aber man sollte sie gelesen haben, bevor man sich daran aufhält und überheblich mit der Pauschalkeule angerannt kommt.

    Die Nummer mit
    letztendlich war mein kommentar für wenigviel und nicht für dich, insofern kann dir meine meinung gleich sein und mir deine.
    zieht hier nicht, Jazemel. Du hast in deiner Zuschrift 98 % aller Nutzer dieser Rubrik verunglimpft und wirst dir deshalb gefallen lassen müssen, dass man dir Paroli bietet.

    Als währschaften Kritiker sollte man dich nach alledem sicher nicht betrachten.

    biddy

  15. #30
    Jazemel Guest
    ach mist, da wollte ich aufhören mit diesen topicfernen geplänkel, aber ich finde deine rumpelstielzchenargumetation wirklich reizvoll.
    ich verunglimpfe niemanden, wenn ich 98% der haikus langweilig finde, da es um drei geschriebene zeilen geht und nicht um die personen, welche die drei zeilen geschrieben haben.
    ich weiß nicht, was daran so schwer zu begreifen ist, wenn ich auch schreibe, dass niemand diese meinung teilen muss. du bauscht, aus welchen grund auch immer, etwas auf und gerierst dich als der gerechte von dot.com. finde ich ebenso irritierend wie lustig.
    ein wenig komme ich mir vor, als wäre ich gegen einen bovist gestoßen und der gibt nun reichlich dampf ab.

    wie auch immer....

    Zitat Zitat von biddy Beitrag anzeigen
    Als währschaften Kritiker sollte man dich nach alledem sicher nicht betrachten.
    nein, das muss man wahrhaftig nicht. ebensowenig wie man dir zustimmen muss.

    amüsierte grüße,

    jazemel

    https://www.gedichte.com/showthread.php/191184-Haiku

    Geändert von Jazemel (15.07.2015 um 13:50 Uhr)

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