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Thema: Palaverecke

  1. #61
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    Hallo liebe Cara,

    zu dem Wort Palaver habe ich mal Wikipedia befragt und hier die Auflösung:

    Der Begriff Palaver (früher: Palaber) bezeichnet ein langwieriges und häufig eher oberflächliches Gespräch.[1][2] Im Deutschen ist der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch daher eher negativ belegt. In ethnologischen Untersuchungen anderer Länder kommt jedoch ein anderer Sinn zum Vorschein: Das Palaver dient dem Zweck, das Gegenüber vor den entscheidenden Gesprächsphasen etwas näher kennenzulernen.

    In der afrikanischen Kultur entspricht das Wort hierbei der Bedeutung von „Versammlung“. In großen Teilen Afrikas gehört das Palaver zu den guten Umgangsformen; umso länger, je wichtiger die Angelegenheit und je höhergestellt die Beteiligten sind.

    Mir macht es überhaupt nichts aus, wenn hier jemand, so wie du jetzt, eine Frage stellt. Ich will als Themenerstellerin auch gar nicht im Mittelpunkt stehen und das Diktat führen. Das kann ich gerne freistellen und dem überlassen, der was zu sagen hat, was allgemeine Dinge anbelangt.

    Zu deiner Frage:

    Für mich ist der Inhalt eines Gedichtes immer wichtiger.
    Dichtkunst ist für mich allerdings auch die hohe Kunst des Geschichtenschreibens in einer bestimmten, und dem Geschriebenen Ausdruck gebenden Form. Das Können, was dahinter steckt, ist so vielschichtig, dass ich da auch echt Respekt vor habe, vielleicht auch, weil ich es nie gelernt habe. Folge ich dann den Diskussionen und Erklärungen unter einem Gedicht, tun sich Seiten auf, die mir wirklich fremd sind. Wird eine Reimform gewählt und es klingt, empfinde ich es so, als würde der Text noch verstärkt werden.

    Ein ungereimtes Gedicht, woran ich mich selbst schon versucht habe, ist da ganz anders. Manchmal, da bin ich auch ähnlich, hat diese Form dann aber eher was von einer Erzählung. Das muss nicht schlecht sein, aber es ist anders. Hier wird der Focus nur noch auf den Text und den Ausdruck geleitet, so dass auch genau das nur zu bewerten ist.

    Ich glaube beim Reimen kommt das Handwerk + Text zum Tragen und beim ungereimten Gedicht auf die Fähigkeit des Dichters, durch Text und Wortwahl zu glänzen.

    Hat ein Gedicht keine oder wenig Aussage, kann es mich in keiner der Formen begeistern.

    LG
    Die Minos
    Falschen Menschen kann man nichts Falsches sagen

  2. #62
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    Jetzt verzeichnet dieser Faden schon so viele Views, wird also ständig gelesen, und keiner der werten Mituser mag auf eine explizite "Dichterfrage" antworten?

    Versteh einer das Forum ...

    LG
    Die Minos
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  3. #63
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    Es ist eben die gelungene Symbiose von Inhalt und Form, die den gemeinen Leser zu einem geneigten werden lässt. Wobei hier die Form weder eine geometrische noch eine mathematische Größe "verkörpert", sondern mehr den Rhythmus bedingt und begleitet.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #64
    Dr. Üppig Guest
    "ottos mops" ist für mich ein Beispiel eines Gedichts, das nur mit der Form und nicht mit der Aussage glänzt - und solcherlei Beispiele gibt es zuhauf, ob für die Form oder für die Aussage. Nicht immer ist das Zusammenspiel von Form und Inhalt entscheidend, wobei ich anmerken muss, dass mich persönlich solche Texte mehr ansprechen.
    Es gibt genug freirhythmische Gedichte, die mit ihrer Aussage bestechen, ohne einem bestimmten Rhythmus (bzw. dem, was man in der Literaturwissenschaft unter Rhythmus versteht) zu folgen. Sarah Kirsch ist da, vor allem mit ihren Prosagedichten, zu nennen.
    Andererseits gibt es auch, wie oben angeführt, auch genug Gedichte von der Gegenseite. Was in einem Text für das persönliche Lesevergnügen ausschlaggebend ist, sollte als ebenso persönliche Entscheidung zu überlassen sein.

    my two cents
    (Und an dieser Stelle Entschuldigung an das Forum für lange Abwesenheit - habe umzugsbedingt kein Internet und nutze jede Gelegenheit, hier zu stöbern. Finde diese Wiederbelebungsmaßnahme übrigens hammer - Danke an Minos. )

    mfG

  5. #65
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    hallo Taras Bulba,
    an "ottos mops kotzt" kann ich mich gut erinnern.Das Gedicht durfte in keinem Lesebuch für die Grundschule fehlen.Anhand von"ottos mops"
    sollten die Schüler das Interpretieren lernen.Ich fand damals keinen rechten Zugang zu dem Gedicht.

    LG,Cara

  6. #66
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    Guten Abend

    und an Taras: Na ja, noch läuft dieser Faden etwas holprig, man könnte auch sagen es sind kleine Knötchen drin.

    Viel habe ich auch nicht zu berichten. Der Winter, oder was man dieses Jahr so Winter nennt, kam heute mit 5 Grad + daher. In den nächsten Tagen sind sogar Temperaturen bis 10 Grad drin. Jetzt werden sicher viele Leute sagen, schön, das ist doch immer gut für die Heizkostenrechnung, aber ehrlich gesagt hätte ich es schon mal gerne ein paar Tage kalt und Schnee würde mich auch freuen.

    Ich mags nicht, wenn die Jahreszeiten so ineinander übergreifen, dass man nicht mehr weiß, hat man nun einen etwas kühleren Herbst, oder aber schon etwas Richtung Frühjahr. Sogar die Krokusse stehen kurz vorm Erblühen.

    Na ja, es ist, wie es ist und so wirds auch bleiben.

    Noch einen schönen Abend an alle!

    LG
    Die Minos
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  7. #67
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    Ach Minos, wenn du Schnee möchtest, musst du nur an die Costa Brava. Da wurden wir während des Trainingslager von plötzlichem Schneefall überrascht. Allerdings fing es bei der Landung im Airpark Karlsruhe/Baden auch angefangen zu schneien, als wir ausstiegen. XD Hatte also vielleicht auch mit uns zu tun gehabt.... XD
    Meine Sydnatur:
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  8. #68
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    Huhu Nachteule,

    Schnee an der Costa Brava? Ich dachte da trägt man eher sowas hier, zumindest tät aber die Farbe passen!



    Aber vielleicht seid ihr auch einfach eiskalte Jungs, wenn euch der Schnee so verfolgt.

    LG
    Die Minos
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  9. #69
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    Guten Tag Minos und alles, was da sonst noch mitpalavert,

    habe vor einigen Tagen Gogols Erzählung "Taras Bulba" ausgelesen und es mir hat es gefallen, weil Gogol in unverbrauchten Bildern geschrieben hat, die so manches Gedicht bereichern könnten.
    Mit dem Versuch, diese Kosaken-Geschichte in Hexametern nachzuerzählen, bin ich vorerst kläglich gescheitert.

    Und da bin ich auch schon bei deiner Frage: gereimt oder ungereimt.

    Für mich war das nie eine polarisierende Alternative, da es auch immer das zum Thema passende Versmaß zu bedenken gilt.
    Ich denke, jeder sollte mit Reimen und festem Versmaß beginnen. Sie sind und bleiben die Basis. Die so genannten ungereimten "freien" Gedichte, funktionieren nur, wenn das Handwerkliche von Grund auf beherrscht wird.

    Ist wie beim Musizieren; wie willst du Jazz-Improvisationen spielen, wenn du Tonart, Rhythmus und Akkorde nicht fest im Hinterkopf verankert hast?

    Etwas anders ist es mit dem Hexameter. Der führt eine Stufe weiter, weil du das Augenmerk immer stärker auf einzelne Silben, ihre Stärken und Längen fokussieren musst. Ich hätte nie gedacht, wie schwer diese Versform zu erarbeiten ist, wenns denn gut werden will. Und man glaubt nicht, wie schwierig es ist, Reime zu vermeiden; wie schnell sie dir ungewollt in die Feder fließen. Und ein guter Hexameter lässt am Ende niemals den Reim vermissen! Dennoch wirst du ihn immer als "gedichtet" lesen, weil Rhythmus und versteckte Assonanzen dem Ganzen ein festes Gefüge geben.

    Ansonsten gilts, Weidezäune zu reparieren, Bäume, Hecken und Sträucher zu stutzen und auf den Frühling zu warten. Bleibt da noch Zeit zum Dichten? Ein bisserl noch!

    lg manehans
    Solange Glut ist, kann auch Feuer sein...
    Eva Strittmatter

  10. #70
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    Hey,

    also im Nachhinein durfte ich mir sagen lassen, das sei dort relativ normal. Sonst waren wir immer nach Fasching dort und es war außer Windig doch recht warm. Aber da die Runde zu früh anfängt wurde es diesmal vorher. Und man muss ja auch 33 Sitzplätze in einem Flugzeug erst mal bekommen. Da ist man dann schon eingeschränkt, was das Datum angeht... (aber es blieb leider nichts liegen)
    Ich schob es auf die eiskalte Stimmung die herrschte.

    Ob man ein Gedicht reimt oder nicht muss immer das Gedicht entscheiden. Findet man keine Reime, dann soll man es auch nicht erzwingen. Dass man allerdings die Basics beherrschen muss, um die freien Formen zu wählen, stimmt schon. Nur kann man auch ein gebundenes Gedicht ohne Reime schreiben.
    Wobei der Hexameter schon für sich beschließt, keinen Reim zu wollen. Wenn dir der Hexameter Probleme macht, kannst du auch ein Distichon schreiben. Da hast du nur jeden zweiten Vers einen Hexameter und bekommst sozusagen Entspannung. Das wird zwar meist für Elegies (?) verwendet, muss man aber nicht.

    Man kann auch während körperlicher Arbeit im Kopf dichten. Lenkt ab und erleichtert dadurch die Arbeit. (Vor allem bei "stumpfsinniger" Arbeit, bei der man sonst nichts denken muss und die man aus dem ff beherrscht.)

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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  11. #71
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    Nachtuhl,

    da hast du schon Recht. Auch bei körperlicher Arbeit, kann etwas entstehen. Im Kopf. Die Idee. Das grobe Muster.
    Doch die Feinarbeit, das Suchen, das Feilen, Verschieben und was sonst noch alles, das geht nur im Sitzen mit Stift oder Keyboard. Und es braucht Zeit. Viel Zeit. Jedenfalls bei mir.
    Andere mögen da unbekümmerter sein. Und manchmal beneide ich sie.

    Was die Entspannung beim Distichon anbelangt, da hab ich so meine Zweifel. Gute Distichen zu schreiben, sind für mich nicht weniger anspruchsvoll als Hexameter.
    Aber, was darüber palavern?
    Auf geht’s! Word ruft. 

    lg manehans
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    Eva Strittmatter

  12. #72
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    Hi Minos,

    Schöner Gedanke, einfach zu palavern. Ich bin ja gern auch mal ein verbindlicher Typ. Aber palavern, um sich kennen zu lernen: Das erinnert mich an meine Reisen in die USA. Ich brauche immer einige Tage, um wieder zu lernen, Gespräche mit Fremden zunächst mit einem Palaver, beispielsweise übers Wetter, zu beginnen. Nach und nach zu bemerken, wie sich im Smalltalk automatisch heraus stellt, welche Kommunikation der Einzelne bevorzugt. Der Eine redet gern ironisch, der Anderer freundlich, ein Dritter gern polemisch. Immer wieder find ich Freude daran, beim Smalltalk Menschentypen statt Positionen kennen zu lernen. -

    Als Musiktexter bin ich mehr auf Inhalte fixiert: Den Grund entdeckte ich aber erst hier: Wenn Du auf Musik schreibst, ist Dir die Form ja zu weiten Teilen bereits vorgegeben. Der finale Texter wird so mehr zum Dienstleister der Musik. -

    Als Lyriker hingegen musst ich nun selber die Musik schreiben. Und so gesehen entdecke ich gerade, wie sehr die Entscheidung für eine spezielle Form automatisch den Inhalt prägt. Mal ganz grob gesagt: Daktylen laden mich eher zu einem erzählenden Tonfall ein als eine kurzzeilige Ballade, wo ich eher versuche, Sinneinheiten provokativ kurz zu präsentierten. Wie es etwa Grönemeyer tut.

    Über den Reim hab ich gerade die letzen Tage mehrfach geschrieben. Ich finde es spannend, meinen Sinn von etwas anderem als dem Reim führen zu lassen. Das zwingt mich mehr, in mich hinein zu lauschen. Dazu kommt, dass ich langsam Inhalten gegenüber etwas altersmild werde .

    Auweia. Für ’n Palaver ganz schön ville. Also: Reden wir übers Wetter...

  13. #73
    Dr. Üppig Guest
    Wetter?
    Wether the weather ist good...


    Ich HASSE Ikea! Ich kann mir gar nicht vorstellen, warum so viele Leute davon begeistert sind. Bis auf das Essen vielleicht...

  14. #74
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    Apropos Wetter (entschuldigt, bitte, den Themenwechsel!): Ich kam arg ins Schwitzen, als ich unlängst "Nebelloch" in meine Suchmaschine eingegeben hatte und an zweiter oder dritter Stelle mein kürzlich eingestelltes Haiku und die dazugehörigen Kommentare fand. Ich wusste zwar, dass das Gedichteforum für jeden zugänglich ist, aber, mich so unerwartet und schnell im Internet wiederzufinden, jagte mir dann doch einen gehörigen Schrecken ein! Schnell habe ich den Titel ändern lassen - und bin nun deutlich erleichtert.

    Möchte auch sonst nicht, dass meine Bekannten etwas von meinen Dichtversuchen erfahren. Ob es daran liegt, dass ich zu wenig Selbstvertrauen habe, was mein Geschriebenes anbelangt? Andererseits erfuhr ich gestern von einem Bekannten unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit, dass er dichte. - Also bin ich nicht allein!

    Nachteule, das mit der stumpfsinnigen Arbeit und den dichterischen Ideen habe ich auch festgestellt; noch mehr: frühmorgens, wenn der Kopf noch frei von allen Eindrücken des Tages ist, und ich noch gar nicht "zu denken" begonnen habe, kommen mir die besten Ideen. Oder heute, nach dem Fasching etwas übernächtigt, entstand gleich ein Gedicht voller Albernheiten. Ansonsten fehlen mir auch immer mehr die Ideen und Inhalte, je älter ich werde. Artname benennt es schön: "altersmilde"! Darüber ließe sich streiten, ob man weiser wird oder auch nur uninteressierter (ein Minuspunkt?). Habe noch nicht ernsthaft darüber nachgedacht.

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntagnachmittag!
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

  15. #75
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    Bei Männern hat die Altersmilde etwas mit dem nun deutlich niedrigeren Testosteronspiegel zu tun. Nur aufgrund des höheren Alters, wird man nicht wirklich weise. Die Frauen werden nach den Wechseljahren für gewöhnlich "milder". Hat bei beiden also auch etwas mit Ende des "Balzverhaltens" zu tun. Man wird gelassener und kann sich nun mehr auf andere Dinge konzentrieren. In "gelassen" steckt auch "unter-lassen" - und das trifft es m.E. am besten. Auch wenn wir auf den Mars fliegen können, folgen wir immer noch den gleichen niedrigen Instinkten wie vor 100000 Jahren.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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