1. #1
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    der ehrliche landmann an vorderster front (bucolica wilmae I)

    ehrlicher landmann, der du dich fleißig von früh bis spät um
    acker und krume, aussaat und ernte kümmerst,
    kämpfst gegen unbill des wetters, schädlinge, fallende preise,
    vorschriften, welche nicht du noch der herrgott erfanden,
    betest zum himmel um hilfe in deiner not.

    da! aus den wolken flattert ein zettel langsam hernieder
    dir vor die füße, du nimmst ihn hoch und liesest:

    Lieber Bauer, seit Adam und Evas Rausschmiss aus Eden
    haben der Gutmensch und andere Götzen auf Erden das Sagen!
    Deshalb ist Gutmenschendämmerung elftes Gebot!

    Landmann! Du stehst an der Front im täglichen Krieg mit Dämonen!
    Ernte dafür meinen Segen, ich steh dir zur Seite!
    Halten wir kräftig zusammen, gelingt uns der Exorzismus!
    Äcker und Wiesen befreit, des Gutmenschen ledig,
    sichern wir Adam und Eva das tägliche Brot!
    Geändert von kaspar praetorius (24.01.2015 um 11:38 Uhr)
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  2. #2
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    Guten Abend Matthias,

    "Es wäre ein grober Fehler, vom Thema der Bukolik - der seligen Naivität in einer noch heilen Natur - auf die Einfalt ihrer Autoren zu schließen.“ (aus Wiki)

    Was soll das sein? Es ist kein richtiges Distichon, falsche Pentameter, Hexameter mit Auftakten nach der Zäsur. Soll sich vielleicht die ironisierende Botschaft der Worte gleichermaßen in der Form widerspiegeln?

    Falls ja, lass ich es einfach so stehen. Dennoch schade, dass du die Botschaft nicht perfekter gefasst hast.

    lg Hans
    Solange Glut ist, kann auch Feuer sein...
    Eva Strittmatter

  3. #3
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    hallo wilma,
    mit viel Vergnügen las ich dein Spottgedicht und mit noch größerem Vergnügen schrieb ich eine Fortsetzung!


    Und der Landmann las diese Botschaft,
    und während er sich darob wunderte,
    tat sich die Erde auf,
    ein Schrei ertönte
    und der entsetzte Landmann
    sah einen Mann,
    den man den Spötter nannte,
    in einer Erdspalte verschwinden.
    Da,ein weiterer Zettel flatterte von oben,
    auf dem geschrieben stand:
    Wackerer Landmann,
    von nun an wirst du Ruhe haben!
    Und nun erst war der Landmann wirklich glücklich,
    er ging zu seinem Weibe
    und beide schliefen friedlich ein.

    Verzeih mir,aber ich konnte nicht anders!
    Cara
    Geändert von Cara 1963 (24.01.2015 um 23:43 Uhr)

  4. #4
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    hallo manehans

    nett, dass du es immerhin angeschaut hast.
    ich bin nun allerdings der meinung, dass du, ob als landmann oder als lyriker, trotz aufgesetzter brille noch ein auge übrige haben müsstest für form, die sich aus der form selbst ergibt. den mund nur aufgrund von metrologischen schlagwörtern zu verziehen, steht dir genauso schlecht an, wie "das elend unserer zeit" dem "gutmenschen" anzulasten. leider habe ich wohl mit dem titel deinen blick fehlgeleitet. trotzdem...

    hallo cara 1963

    danke für den spitznamen und für die weiterdichtung.
    aber kurz mal im ernst: poltitik (auch schlechte politik) reitet nur allzu gerne auf dem rücken von gefährlichen schlagwörtern oder eben "mythen". ob nun "die kopftuchträgerin" oder "der gutmensch", beide "pferdchen" werden sehr gerne von leuten gesattelt, welche zu klug (oder auch zu dumm) sind, um uns klar und offen zu sagen, in welche richtung sie uns reiten wollen.
    deshalb kann ich, bei all meiner angeborenen ironiebereitschaft, nicht annehmen, dass ich als "spöttischer störenfried" belächelt und verharmlost werde, wenn ich mich gegen solche "mythen" wehre.

    schönen sopnnteg
    w.

  5. #5
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    hallo wilma,
    auf keinen Fall sehe ich dich als "spöttischen Störenfried"!Sowieso nicht! Und in diesem Fall schon gar nicht,wo ich mir noch keine
    abschließende Meinung gebildet habe. Aber dein spöttisches Gedicht,das du manehans "vor die Füße warfst",amüsierte mich und
    rief meine Spottlust hervor.

    LG,Cara

  6. #6
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    @Wilma,

    wenn ich die Form eines fremden Gedichtes ironisieren möchte, mag es sinnvoll sein, in einer gewürfelt-ironisierenden Form zu antworten.

    Soll meine Ironie nur den Inhalt treffen, dichte ich inhaltlich in gefälliger Form oder lass es bleiben.

    Benutze ich jedoch grundlos Beides zugleich, kupiert die schlechte Form den eigenen Inhalt.

    Der Leser ahnt, die Botschaft des Gedichtes schwächelt, als dass sie hinreichend für sich selbst sprechen könnte.
    Und wird sie dann auch noch, ermüdend-repetierend, vermittelt, geht’s mit ihr vielleicht ganz bergab.

    Schön fände ich, nichts über Privates, wie meine Tätigkeit, in Kommentaren oder im Userprofil von mir preisgegeben, in fremden Gedichten verspottet, lesen zu müssen.

    Das hat etwas mit Taktgefühl zu tun und könnte ein Grund sein, dieses Forum zu verlassen.

    Ich würde mich freuen, mal wieder etwas Mitreißendes von dir zu lesen.

    Vielleicht über Luzern. Im Sommer war ich dort und habe mich spontan in diese zauberhafte Stadt verliebt.

    Schönen Sontag
    Solange Glut ist, kann auch Feuer sein...
    Eva Strittmatter

  7. #7
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    hallo manehans,
    es tut mir leid,wenn ich dich gekränkt haben sollte!Als ich wilmas Gedicht las,dachte ich :" O,er läßt aber nicht locker!" Das amüsierte mich irgendwie,wobei ich nicht genug bedachte,dass du das Gedicht keineswegs lustig finden würdest.
    Also schrieb ich eine Spontanfortsetzung,wollte dich aber keineswegs verletzen!!

    liebe Grüße,Cara

  8. #8
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    Werter, geschätzter Forumskollege manehans

    Dein letzter Beitrag trifft mich schmerzend.

    Wir haben eine Differenz über den unreflektierten Gebrauch des politischen "Mythos" "der Gutmensch" in einem Gedicht.
    Wir haben ausserdem zwei läppische Missverständnisse zu klären: Einerseits, dass die Form meines Textes oben eine ironische Spitze gegen die (uns gemeinsame!) Vorliebe für antike Dichtungen sein könnte. Andrerseits, dass deine Tätigkeit, die du selbst in einen Zusammenhang mit "den Gutmenschen" gestellt hast, in die Diskussion nicht einbezogen werden dürfe.
    Es tut mir Leid, dass diese beiden Punkte deinen Sinn für Humor so sehr strapaziert haben, dass du von Wegzug sprichst.

    Auch über dem Thema Luzern könnten wir uns trefflich in die Haare geraten. Ich könnte bitterböse Zeilen über diesen Ort schreiben. Sollte ich es einmal tun, bitte ich dich, das nicht persönlich zu nehmen.

    Werte, geschätzte Forumskollegin Cara 1963

    Ich glaube, du musst hier nichts auf deine Kappe nehmen. Wenn du es so empfindest, dass ich diesen Text jemand "vor die Füße geworfen" hätte, ist das kein Drama. "Spöttischer Störenfried" bin ich mit Freude und Leidenschaft, es ist für mich kein Schimpfwort. Satire ist nötig, auch im Kleinen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es einen ernsten, in meinen Augen zur Störung mehr als berechtigenden Hintergrund gibt.

    Ich wünsche uns allen weitere erholsame Stunden mit Gedichten, mit viel Geduld.

    Und einen schönen Tag euch beiden
    wilma27
    Geändert von kaspar praetorius (26.01.2015 um 10:38 Uhr) Grund: Ergänzung an Cara

  9. #9
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    Guten Tag, liebe Leser,

    per Pn habe ich mit Wilma die Angelegenheit gütlich bereinigt.

    lg manehans
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    Eva Strittmatter

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