Thema: Grendelwald

  1. #1
    Registriert seit
    Jan 2013
    Beiträge
    151

    Grendelwald

    Aus den Sagen des Basineslandes

    (von Maxim und seiner Mama bei der Wanderung durch den Grendelwald gedichtet):

    /Bei Grendel und seiner Mutter ließen wir uns ein klein wenig durch "Beowulf" inspirieren/

    Unerschrocken drangen sie in das Gebiet vor, das unter dem Zeichen des Drachen stand. Schon am Anfang des schmalen Pfades, der dem Lauf eines gemütlich plätschernden Baches folgte, war eine schwarze Drachentatze in den Untergrund eingebrannt. Eine Unmenge schwarzer Raben kreiste über dem zu ihrer Rechten liegenden Feld. Sie weideten sich an den im Kampf mit dem Ungeheuer gefallenen Recken, stachen Ihnen die Augen aus, piekten das weiße Fleisch der Wangen ab und rissen die goldenen Locken heraus, um den Boden ihrer Nester auszulegen.
    Eine unheimliche Stille herrschte in dem versumpften Wald, und um so näher sie kamen, um so stiller wurde es, als wäre alles Lebendige dem Tode anheimgefallen. Sie stampften durch das rostfarbene versengte hohe Gras, das sich um ihre Waden wickelte, kletterten über gebogene und gar gebrochene Baumstämme, die der Lindwurm in seiner Wut verkrüppelt hatte.
    Langsam näherten sie sich dem Waldteich, in dem der grausige Grendel, der Schrecken der Basineslandes, hauste. Die noch vor einigen Tagen meterdicke Eisdecke hat sich in eine durchsichtige Schicht aus dünnen Glimmertäfelchen verwandelt. Was mag das bewirkt haben?
    Plötzlich bemerkten sie in der Mitte des Teiches einen langen bemoosten Baumstamm, der die Form von Grendels Körper nachbildete, und dessen Fratze für immer in einem stummen Geheule erstarrt war, dessen Schwanz im Begriff, das Wasser aufzupeitschen, für immer innehielt.
    Ein mächtiger Zauber muss Grendel, als er gerade im Begriff war, seinen riesigen gepanzerten Leib aus dem Wasser aufzuschwingen, in einen grünen, im Teich ausgestreckten mürben Baumstamm verwandelt haben, sein glühender Körper schmelzte die meterdicke Eisschicht, das Feuer, das er zum letzten Mal ausstieß, versengte alles Lebende drum herum.
    Vorsichtig tasteten sie sich den Abhang herunter. In seinem jugendlichen Übermut warf der Knabe Maximus einige Stöcke in das stille Gewässer. Plötzlich breiteten sich um den Baumstamm Ringe aus, die Wasseroberfläche schlug Blasen, man ahnte mehr eine Regung in der Tiefe, als man sie wahrnahm.
    Ein noch viel grausameres Ungeheur, Grendels Mutter, war aus ihrem Winterschlaf erwacht, und wollte sich an den Menschen, die ihren Sprößling zur ewigen Starre verdammt hatten, rächen.
    Die reisenden Minnesänger rannten um ihr Leben...
    Geändert von Tali (23.02.2015 um 22:21 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden