1. #1
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    Über Brücken

    Mädchen fahren Fahrrad
    *Über Brücken,
    Die Haare wehen
    Ein Tag nach dem Sturm:
    Auf Pfützen zittert der Wind.
    Geändert von Dante (06.04.2015 um 19:45 Uhr)
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    Niquita / Moderatorin

  2. #2
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    Punkt vergessen oder auf Akkusativ verzichtet?

    Ich weiss jetzt, dass das nur ein kleiner ausschnitt deines geplanten grossen gemäldes ist (richtig so?), deshalb nehme ich den in nur zwei zeilen (von 4 nach 5) bewältigten stilbruch von der neo-neuen-sachlichkeit hin zur vor-postmodernen-ausdrucks-schnulze kritiklos für wahrscheinlich dem ganzen dienend und genau an andere puzzleteile passend an.

    Aber das Bild gefällt mir.
    Ich verstehe so gut, was du meinst: Ich sehe auch immer nur Mädchen auf den Fahrrädern. Oft frage ich mich, wer eigentlich die vielen leeren Velos über Brücken und durch Strassen steuert.

    Schönen Abend
    wilma27

  3. #3
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    Hallo Wilma,

    einigen wir uns auf "romantische Komponente" eingebettet ins Alltagsgeschehen. Vergessen hab ich eigentlich nichts; man könnte ein Semikolon setzen am Ende der dritten Zeile, aber so fließt es eben besser ineinander ...

    Danke für deine Amerkungen.

    Der Dante
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    Niquita / Moderatorin

  4. #4
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    nein, lieber dante, von dir gibt es verse, die belegen, dass der alltag selber die romantische poesie darstellt.
    deshalb keine einigung. falls nicht, wie gesagt, diese bipolarität sich in den andern puzzlestücken fortsetzt und damit struktur schafft.

    nun, da ging es um geschmack, wesbezüglich ich mich ja bekanntlich stets auf abwegen befinde.

    aber beim andern geht's um grammatik. wenn du auf punkt oder strichpunkt oder komma verzichtest, verlangt gerade dieses überfliessen den akkusativ "einen tag". es sei denn, du verzichtest auf die übrigen satzzeichen gleichfalls.

    wümsche gute einbettung
    w.

  5. #5
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    Soweit ich weiß kann man das so sagen; siehe z.B.: "Ein Tag nach dem Samstag" von Márquez. Zeile drei und vier stehen in losem Zusammenhang, sind aber kein eigenständiger Satz; und die Satzzeichen - das hab ich schon einmal erklärt - setze ich, um die Lesegeschwindigkeit bzw. die Bezüge zu ordnen, unterliegen aber keinen sauberen, orthografischen Regeln ... (kann man gut finden oder nicht )

    Sonnige Grüße!

    Dante
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    Niquita / Moderatorin

  6. #6
    Dr. Üppig Guest
    In "Ein Tag nach dem Sturm" geht es ja auch um den Tag, daher steht er im Infinitiv. In deinem Fall hat aber wilma27 Recht.

    mfG

    EDIT nach unten: Aber ja, ich meinte Nominativ... Ich Depp.
    Geändert von Dr. Üppig (07.04.2015 um 20:53 Uhr)

  7. #7
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    @ t.b.
    wenn du erstens präzisierst, dass unterschieden werden muss zwischen a) "nähere Bestimmung dieses Tages" (als "Tag nach dem Sturm") wie bei Marquez und b) einer "näheren Bestimmung des Wehens" (durch Zeitangabe: "wieviele Tage nach dem Sturm", nämlich einen),
    wenn du weiter das Wort Infinitiv durch Nominativ ersetzt,
    dann sind wir genau einer Meinung. ("wir sind eine Meinung"? )
    ich vermute, dantes smiley soll andeuten, dass er den unterschied kennt, aber sich diebisch freut, mich ins Stolpern gebracht zu haben.

    @ dante

    Menschen fahren Autos/
    Im Regen"""
    Die Pfützen? Gischten
    Ein Tag nach *Dante:
    Am Bildschirm schwappt die Kunst.

    was du über deinen umgang mit satzzeichen zu wiederholen beliebst, zeugt nicht gerade von grossem vertrauen ins eigene handwerk. damit stehen wir vor der letzten menschlichen frage: was bleibt?

    *Wünsche ich
    Euch beiden *wünsche ich einen schönen: Tag

  8. #8
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    Hallo ihr! Frohe Ostern!

    Also, again^^:

    Mädchen fahren Fahrrad
    *Über Brücken,
    Die Haare wehen[.]
    [Es ist] Ein Tag nach dem Sturm:
    Auf Pfützen zittert der Wind.

    Und eben nicht, ich schreib's mal als Satz:

    Mädchen fahren Fahrrad über Brücken, die Haare wehen einen Tag nach dem Sturm: Auf Pfützen zittert der Wind.

    So ist das nicht gedacht. Sondern so:

    Ein Tag nach dem Sturm:
    Mädchen fahren Fahrrad
    *Über Brücken,
    Die Haare wehen
    Auf Pfützen zittert der Wind.

    Ich mag es aber; dass die Leichtigkeit des Augenblicks, diese "Unbekümmertheit" der Mädchen vorne mit dem "Nach dem Sturm" kontrastiert, dessen Nachwehen noch ein Zittern auf den Pfützen ist ... so nach dem Motto: Obwohl der neue Tag unbeschwerter ist, ist es dennoch nicht ganz überstanden ... das wollte ich emotional andeuten.

    Klarer?

    Der Dante
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    Niquita / Moderatorin

  9. #9
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    Hey ferdi,

    also, naaa gut^^; ich würde dann ein Semikolon setzen wollen ... :


    Mädchen fahren Fahrrad
    *Über Brücken,
    Die Haare wehen;
    Ein Tag nach dem Sturm:
    Auf Pfützen zittert der Wind.

    "Fahren Rad": Ich hasse Dopplungen, und ich liebe die Kürze: von daher eigentlich sehr gut: nur scheint mir dadurch das eigentliche Bild undeutlicher zu werden mit: "Mädchen fahren Rad über Brücken"; evtl: "Mädchen radeln über Brücken" ... hmmm .... ^^

    Danke dir/euch!

    Der Dante
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    Niquita / Moderatorin

  10. #10
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    Zitat Zitat von Dante Beitrag anzeigen
    So ist das nicht gedacht. Sondern so:

    Ein Tag nach dem Sturm:
    Mädchen fahren Fahrrad
    *Über Brücken,
    Die Haare wehen
    Auf Pfützen zittert der Wind.
    Das, lieber Dante, wäre hier meine bevorzugte Variante:
    Ganz zentral der Titelvers, in der Mitte bzw drumherum die Handlung/ die Szene, als Rahmen bzw wieder drumherum die Szenerie;
    Zeitangabe als Einleitung V1 - Handlung 2-4 (oder: Szenenstück - Ort - Szenenstück) - Naturbild als Ausklang;
    im Mittelteil Mensch ("Mädchen", "Haare") und Kultur ("Fahrrad", "Brücke") - aus der Imagination des Handlungsbildes assoziiere ich noch so etwas wie Freunde, Hobby, Spaß; du nennst es "Unbekümmertheit" - im äußeren Teil gegensätzlich dazu Natur ("Tag", "Pfütze"), auch aktiv ("Sturm", "Wind"), wobei dieses Thema auch im Mittelteil durchs "wehen" angedeutet ist, aber das ist der durch die Bewegung von den Mädchen selbst erzeugte Zug.

    Zunächst berichtet das Schlagwort "Sturm" vom Tosen, Wüten, energischen kraftvollen Aktiv-Sein der Natur, aber: Das ist vorbei (der Tag danach). Nun hat der Mensch Zeit, Gelegenheit, sich auszutoben. Währenddessen ist die Natur nicht ganz leer, tot, sondern macht Pause, erholt sich, atmet wieder ruhig (der leichte Wind).

    Andere Varianten lassen sich selbstverständlich fast gleich deuten, eben nur in anderer Ordnung.

    LG BS

    Obstipui steteruntque comae et vox faucibus haesit
    Vergil: Aeneis III, 48

    Ich erstarrte, meine Haare standen zu Berge.
    Und die Stimme blieb stecken mir im Hals.

  11. #11
    Registriert seit
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    Ein Tag nach dem Sturm:
    Mädchen radeln
    *Über Brücken,
    Die Haare wehen
    Auf Pfützen zittert der Wind.



    Hallo Blobstar,

    habe diese Variante (oben) gestern noch zwischengeparkt ... bin aber nicht ganz überzeugt. Trotzdem vielen Dank für deine ausführlichen Anmerkungen ...

    Sonnige Grüße!

    Der Dante
    Geändert von Dr. Üppig (07.04.2015 um 20:54 Uhr) Grund: Doppelpost
    Signatur editiert da Verwendung von Fremdlinks

    Niquita / Moderatorin

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