Hallo zusammen

Wir haben die Aufgabe erhalten, den Inhalt von Klopstocks "Der Zürchersee" zu analysieren. Die Lehrerin hat mit meinen Interpretationsansätzen nicht übereingestimmt und meinte, dass alles Blödsinn sei. Ist es denn so falsch? Falls jemand weiß, worum es in der Ode geht, wäre ich über eine Antwort dankbar.

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- Es geht nicht um eine Landschaftsbeschreibung, sondern darum, welche Empfindung die Landschaftspracht im lyrischen Ich auslöst, was das lyrische Ich beim Anblick der Landschaft empfindet.
- Die erste Strophe ist die Schlüsselstrophe, denn sie zeigt, worum es in der gesamten Ode geht.
- Die folgenden 18 Strophen sind lediglich weitere Beispiele für die verschiedenen Empfindungen und sich daraus ergebenden Wünsche des lyrischen Ichs.
- Die erste Strophe stellt außerdem klar, in welchem Verhältnis der Mensch zur Schöpfung steht und welchen Stellenwert das Intellektuelle (= das Denken, die Gedanken) hat.
- Das Denken spiegelt die Empfindungen wieder.
- Das Denken/also die Theorie braucht jedoch einen starken Gegenpart, etwas Greifbares. Diesen Part übernimmt die Fahrt auf dem Zürcher See, die Natur, die Landschaft.
- Die Seefahrt ist zwar nicht Handlungsträger, jedoch liefert sie zahlreiche Anschauungen, die Empfindungen beim lyrischen Ich hervorrufen, durch die das lyrische Ich sich zum Handeln aufgerufen fühlt.
- 4. und 5. Strophe: Das Schiff hat den Zürcher Hausberg, den Uetliberg (Uto), passiert und die Schweizer Alpen rücken ins Blickfeld der Passagiere. Beim Anblick der Alpen schlägt ihr Herz höher.
- 6. Strophe: So empfindsam und gut gelaunt singen die Passagiere Oden und zitieren Gedichte.
- 7. und 8. Strophe: Das Schiff erreicht die Insel Au, das Ziel der Fahrt und die pure Freude, als Göttin bezeichnet, bricht über alle herein.
In den folgenden Strophen lässt das lyrische Ich seine Gedanken schweifen:
- 11. und 12. Strophe: Thema: Wein und seine Wirkung aufs Gemüt bei ausgelassenem Genuss
- 13., 14. und 15. Strophe: Das lyrische Ich denkt über die Folgen des Dichtens, über den Ruhm des Dichters nach, über dessen Endlichkeit (dass er nicht ewig leben kann), aber dass seine Werke über seinen Tod hinaus weiter bestehen und Anerkennung haben werden.
- 16. Strophe: Es wird beschrieben, dass das Glück darin gipfelt, wenn man es mit einem Freund teilen darf. Es gleicht der Ewigkeit, wenn man eine Freundschaft zu jemand anderem hat.
- 17. und 18. Strophe: Das lyrische Ich ist zwar voller Glücksgefühl, jedoch denkt es auch an jene Freunde, die nicht bei ihm sein können und in ganz Deutschland verstreut leben.
19. Strophe: Wenn die Freunde da sein könnten, würde der dunkle Schattenwald sich ins „Elysium“ verwandeln und alles wäre vollkommen.

Fazit:
Obwohl am Anfang der Ode die Stimmung ausgelassen und heiter ist, wird sie zum Ende hin und gegen Abend gedämpfter, trauriger. Das lyrische Ich befindet sich zwar in netter Gesellschaft, es wird gesungen und die Beschreibungen sind positiv, lebendig, doch die engsten Freunde können diesen Augenblick nicht mit ihm teilen, was es traurig stimmt.