Seite 1 von 2 12 Letzte
  1. #1
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106

    Ergebnisse des Wettbewerbs November/Dezember 2015

    Hallo zusammen,

    beginnen möchten wir mit einer Ankündigung in eigener Sache: In der Wettbewerbsleitung gab es eine kleine Änderung. Unsere Neumoderatorin Thrillermietze wird maXces ersetzen, der sich nun vermehrt um die Kritik des Monats kümmern wird.
    Außerdem wird das System, nach dem zukünftig die Anzahl der Stimmen bei Gedichte-Wettbewerben ermittelt werden, in den Faden Richtlinien für weitere Wettbewerbe eingefügt.

    Beim diesmaligen Wettbewerb gab es so viele Gedichtbeiträge wie seit Mai 2008 nicht mehr! Das hat uns sehr gefreut! Zwar wurden auch von mehr Usern als beim letzten Wettbewerb Stimmen abgegeben, und zwar genau drei mehr, als Gedichte eingesendet wurden. Etwas Luft nach oben gibt es beim aktiven Stimmrecht trotzdem noch. Aber das packen wir das nächste Mal auch noch!

    Die Wettbewerbsleitung gratuliert allen Siegern und bedankt sich herzlich bei allen aktiven und passiven Teilnehmern, die diesen Wettbewerb, wie auch alle anderen Wettbewerbe, erst möglich und spannend machen!
    Es folgen die Gedichte mit Zuteilung zu den Usern und der Platzierung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Eure Wettbewerbsleitung
    PS: Ihr könnt weiterhin Themen für den nächsten Wettbewerb vorschlagen.
    Bitte beachte die Richtlinien der Wettbewerbe.

    Hier findest du alles zum aktuellen Wettbewerb.

    Du findest einen Kommentar gut? Dann schlag ihn doch einfach zur Kritik des Monats vor!

  2. #2
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106
    And the winner is (mit ganzen 7 Stimmen):

    Ruhezeiten

    Die Seele des Flusses
    versucht sanft Dich zu küssen

    Sie haucht Dir Liebe nass in den Morgen


    Die Worte erstarren
    klirrend an Deiner Rinde

    Ihren Atem fängst du in deinen Zweigen

    von heimlicheFeder

  3. #3
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106
    Den zweiten Platz belegt mit 6 Stimmen:

    Fundus

    Wenn sich das Warten zeigt
    ist es novembergrau
    mit einem Hauch von Blau
    aus unbewohnten Himmeln

    Wenn dich das Warten ruft
    schweigt es als kahler Baum
    du aber träumst Dir Raum
    für Blätter, Vogelstimmen

    Wo hört das Warten auf?
    Siehst es im Nebel kaum
    hältst deine Furcht im Zaum
    doch musst die Ohnmacht kosten

    Lässt dich aufs Warten ein
    In seinem Hauch von Blau
    entdeckst du Grün im Grau
    vertraust auf Winterknospen

    von Okotadia

  4. #4
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106
    Die Bronzemedaille teilen sich mit jeweils 5 Stimmen:

    Nebel steigt

    Wenn Tag und Nacht, beherrscht von allen Wettern,
    des Meeres Kräfte Wogen an das Land
    der hohen Küste rollen, manchmal schmettern,
    doch stetig fräsend in die Felsenwand,
    wenn Elemente aufeinanderprallen
    und wieder in den Urzustand verfallen,
    wenn sich Natur mit den Gewalten paart,
    dann zeigt der Augenblick sich aufgeklart.
    Der Nebel steigt, die Welt wird grau geflutet,
    das Land versinkt, ein Bild wird eingekreist,
    wie schön hat sich das Dasein angemutet,
    wie hart erkämpft es sich der Lebensgeist.

    Wenn regungslos bizarre Baumgestalten
    am Abgrund eines steilen Ufers stehn,
    sich gegenseitig wie verzweifelt halten,
    damit sie nicht zusammen untergehn,
    wenn Mütter ihre eignen Jungen schützen
    und wie ein starker Baum die Kleinen stützen,
    wenn sich ein solches Drama offenbart,
    dann zeigt der Augenblick sich aufgeklart.
    Der Nebel steigt, die Welt wird grau geflutet,
    das Land versinkt, ein Bild wird eingekreist,
    Magie erfüllt die Szene und es blutet
    das Herz aus Sorge um den Lebensgeist.

    Wenn sich das Schicksal schließlich selbst besiegelt,
    Gerechtigkeit sich nicht ums Dasein frommt,
    ein Intellekt im anderen sich spiegelt,
    noch während es ihm zu Bewusstsein kommt,
    wenn Spiegelbilder sich nicht unterscheiden
    und es gelingt, im Herzen mit zu leiden,
    wenn solch Erkenntnis sich zusammenschart,
    dann zeigt der Augenblick sich aufgeklart.
    Der Nebel steigt, die Welt wird grau geflutet,
    das Land versinkt, ein Bild wird eingekreist,
    und wie von selbst erfüllt sich unvermutet
    mit Hoffnung dieser alte Lebensgeist.

    von Falderwald

    und




    Wir waren

    das blut
    in meinen adern lass
    ich erstarren
    wir?
    filigran graut
    erinnerung aus
    verschwindet
    von hier an
    tot
    und doch tief
    verwurzelt

    von Kiryl

  5. #5
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106
    Drei Gedichte sind mit jeweils 4 Stimmen knapp am Treppchen vorbei gerauscht:

    Abendnebel

    Berührungen verklingen.
    Auspendelt Tages Schwung.
    Bleib wach, mein Herz. Und singe.
    Es naht dir Dämmerung.

    Der Baum entrinnt den Sinnen,
    wird Wald, wird schwarzer Fleck.
    Im Abendfluß ertrinken
    der Dinge Glanz und Schreck.

    Schon legt die Nacht sich feucht und
    schwer auf Haut und Haar.
    In jedem Ton Erleuchtung:
    Alles tönt nur einmal.

    Ich kann dich nicht retten
    vorm Untergang des Lichts.
    Im Reich der Silhouetten
    tönt Abschied. Und weiter nichts.
    Nur Abschied - und weiter!

    von Artname

    sowie




    Aussicht

    Vor meinem Fenster graut die Welt,
    frisst grausam mir die Zuversicht.
    Die Wunderaktie fällt und fällt
    aus den Wolken aller Träume
    und im Schatten kahler Bäume
    verliert sich jedes Hoffnungslicht.

    von Eremit

    und




    Seelenlandschaft

    Ich hab dich mir als Blumenwiese vorgestellt,
    als Welt, in der die Sonne niemals untergeht,
    voll Wonne und ein bisschen abgedreht,
    mit einer steten Brise Glück am Himmelszelt.

    Als du mich aber in dein wahres Inn'res ließest,
    sah ich nur bleichen Nebel dort und krumme Eichen
    bar jeder Farbe, knorrig, kahl, wie ernste Zeichen
    in einem kalten Krater stehen. Leise hießest

    du mich Erschreckten, doch genauer hinzusehen,
    und führtest flüsternd, wärmend mich an deiner Hand,
    bis im gedämpften Licht und Laut ich ruhig stand.

    Da sah ich deine Bäume wie im Tanz sich drehen
    und ihre Äste sich in Zärtlichkeit ergehen.
    Du rührtest mich zu Träumen in Deinem Seelenland.

    von Michael Domas

  6. #6
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106
    Den fünften Rang belegt mit 3 Stimmen:

    Wie wir uns vernebeln!

    Lebensfraktal greifen

    die Straßenäste

    da hinein,

    wo sie Himmel durchbluten.

    Umhüllt

    sehe ich dich

    im ausklingenden Jahr.

    von Terrorist
    Geändert von WBL (19.12.2015 um 00:25 Uhr)

  7. #7
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106
    Diese drei Gedichte haben es mit je 2 Stimmen auf den 6. Platz geschafft:

    Ascheflug aus Phönixnestern

    Alte Augen suchen nach Licht,
    die Zeichen der Zeit sind wirr
    und schwer zu lesen.
    Wie Spiegelsprünge dicht an dicht,
    graue Milch aus Tupper- Geschirr,
    die Farben sind großes Kino gewesen.-

    Im Nebel steht wie ein Gebet
    ein Wesen jenseits aller Zeit;
    um seine alten Zweige weht
    ein Dunsthauch aus der Dunkelheit,
    der jedoch nicht vorm Licht entflieht,
    sondern den wahren Zauber sieht:

    Schwarzgrau mein Geäst,
    ist der Himmel doch nah,
    ich fühl noch das Nest,
    sah wie Leben geschah…

    Ich bin Lebensbaum
    und an meinem Ast
    wiegt sich noch Flaum;
    weit jenseits von Last,

    wohnt in mir die Stille,
    bin so tief wie das Meer,
    bin unendliche Fülle,
    bin unendlich leer…

    von macin

    neben




    Nebel

    Anna! Schön, dass du wieder hereinschaust.
    Mama! Ich bin Lena. Die Anna ist tot.
    Anna ist tot?
    Warum sagt mir das keiner?
    Mama, du hast zwei Töchter,
    und ich bin Lena.
    Ja sicher! Du musst die Lena sein.
    Und Anna kommt morgen?

    von manehans

    und




    Waldspaziergang

    Graue Nebelwände zügeln meine Sinne,
    gestatten mir, ganz tief in mich hinein zu seh’n,
    ich kann den reinsten Teil vom Ich erfahren,
    wie es schon lang, zu lang nicht mehr gescheh’n.

    Ich streife sacht, mit zärtlich leichten Schritten
    durch diesen Wald, der fast verwunschen scheint,
    in sanftem Einklang lösen sich die Fesseln,
    ich fühl’ mich frei und ganz mit mir vereint.

    Was lang mein Herz schon kalt und leer geschwiegen,
    wird nun versöhnlich, hat kaum noch Gewicht,
    ich lächle laut hinein ins Nebelwallen,
    doch Augenblick, ich glaub’ hier stimmt was nicht.

    Oh Scheiße Mann, mein Hund ist weg
    und plötzlich fällt mir wieder ein,
    die Hündin, die am Waldrand wohnt,
    die dürfte grade läufig sein...

    ...dämlicher Nebel.

    von Susigrün

  8. #8
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106
    Neun Gedichte hatten immerhin einen Bewunderer, der eine Stimme dagelassen hat:

    BA Ramba Bam Bam

    Hörst du diese Stimme die linkend mir spricht,
    siehst du dieses graue verseichte Gesicht?
    Ich füll dir die Tage mit saubersten Grau,
    so atme es ein, richtig tief, ja nun schau!

    Dein Schattenbild habe ich dir hier gemalt,
    die Wärme entzogen, mit Nebel bezahlt.
    Entseelt ist dein Handeln gestorben die Lust,
    der Atem nur flach und so kraftlos die Brust.

    Nur Feen in Grau tanzen ihren Triumph,
    die Welt ist verschwunden im wässrigen Dumpf.
    Doch nächtliche Kälte beendet den Pein,
    es reift diesen Spuk und die Luft wird ganz rein.

    Ein Morgen mit tausenden Sternen im Frost
    mit seltsamen Tönen die Luft aus Nordost.
    Vom Tale her hört man den trommelnden Mann
    er schlägt klare Töne:“ Ba Ramba Bam Bam“.

    von horstgrosse2




    Der Jagdhund

    Blind vertrau ich ohne Scheu
    dir, mein Freund, wir bleiben treu!
    Weidmannsheil! Die Hatz beginnt,
    wenn das Jagdhorn wieder klingt!

    Wie vertraut ist mir der Klang,
    deiner Sohlen sanfter Gang…
    Buntes Laub, es spukt im Wind,
    glaub die Wunder, kleines Kind!

    Dies ist unsre Zweisamkeit,
    für das Ende - nie bereit
    und wir beide, doch allein,
    dürften nicht zusammen sein!

    Geisterst noch auf unsrem Pfad,
    Tod zerreisst nicht diesen Draht -
    meines Schattens treuster Schein,
    ich erlaube dir jetzt frei zu sein!

    Auf der Alm, beim grossen Baum
    träumst du deinen letzten Traum
    und fällt es mir auch ach so schwer,
    Freund, du stellst das Wild nicht mehr!

    von narrenschiff




    Die Art und Weise wie wir Menschen lieben, die wir einmal geliebt haben

    Mein Kaffee ist längst schon wieder erkaltet
    Doch meine Hände lassen die Tasse nicht los
    Draußen schafft es die Sonne nicht mehr durch
    den Nebel als wäre sie müde wie ich

    Und wenn ich dir sage, dass ich dich nicht
    Mehr liebe
    Dann weiß weder du oder ich
    Ob ich lüge

    Wenn alte Gewohnheiten schwer zu durchbrechen sind
    Dann sind schlechte Gewohnheiten unüberwindbar
    Ich denke alte Liebe täuscht uns
    Wir wissen nicht wohin damit

    Und so liegt sie am Boden unserer Seele
    und verweilt
    Es ist weniger wie Schmetterlinge und Champagner
    Sondern mehr wie verblassende Bilder

    Eher wie einen Baum aufzuschneiden, um herauszufinden
    Wie alt er ist
    Mehr wie die Sonne, die es an manchen Tagen nicht schafft
    Durch die Wolken zu brechen

    von Lostüü




    morgenhauch

    mit kühlem atem
    neues leben eingehaucht
    geistiges erwachen
    in frische eingetaucht

    kleine tropfen perlen
    sie tränken still die welt
    umhüllen sie und stärken
    in grauem himmelszelt

    gedämpfte wiesen liegen
    sacht unter feuchter decke
    dumpfe schritte wiegen
    mich sanft auf meiner strecke

    der weg ist kaum zu sehn
    doch hab ich keine sorge
    genieß den innerlichen frieden
    genieß den nebel früh am morgen

    mit kühlem atem
    ist ein neuer tag erwacht

    von ein Denker




    Nebelfrost

    Wieder lastet dieses Grau wie Blei auf meinen Schultern,
    es scheint, als ob des Baumes Äste Hände wären,
    Zweige Finger, welche mich berühren um zu saugen,
    zu rauben, was der Lebenswinter mir an Kräften ließ.

    Nebelschwaden rauben meine Sicht, sie lassen keine
    Konturen, keine Farben, keine Wärme weilen,
    legen ihren Schleier über meine vagen Träume,
    wodurch der letzte Keim an Freude matt im Eis erstarrt.

    Böen wehen mir das angegraute Haar in Strähnen
    zerzaust in mein Gesicht, die angejahrten Wangen
    spüren nichts, gefühllos temperierte Haut aus Leder,
    gegerbt von viel zu vielen Jahren ohne Halt und Sinn.

    Friede ist zum leeren Wort, zum Nichts verkommen,
    bedeutungslos im Krieg, es kämpft ein jeder gegen
    jeden. Letzten Endes bleibt als Hoffnung übrig:
    Warte. Nur ein Weilchen. Auf den letzten Freund.

    von Melete




    Sonne

    Die letzte Sonne deiner Welt,
    dem Weltenrand entfallen,
    die Tränen grau gefällt,
    die dich umwallen,
    Dorre deiner Schatten Pracht,
    und schwarzer Sehnsucht Krallen,
    Darbe deines Todes Nacht,
    in letzte Welt gefallen.

    von anamolie




    Vor der längsten, der kältesten Nacht

    Hand in Hand
    ertaubt, erblindet, ergeben,
    käm da ein Specht und schnitzte ein Loch
    für uns beide
    zu fliehen auf weitestem Weg

    Fuß bei Fuß
    erhellt, erstritten, erschrocken,
    käm da ein Esel und beugte den Rücken
    für uns beide
    zu halten die störrische Rast

    Kehle an Kehle
    erfahren, erhoben, ertrunken,
    käm da ein Otter und bleckte die Zähne
    für uns beide
    zu kühlen den hitzigen Satz

    Wimper an Wimper
    erbleicht, erglüht, ersonnen,
    käm da ein Falter und spielte den Dritten
    für uns beide
    zu saugen den salzigen Tau

    Blick für Blick
    erwacht, erlebt, erloschen,
    käm da ein Falke und schenkt seine Linsen
    für uns beide
    zu scheuchen den schamlosen Tort

    von Pius Pup




    Wahre Trugbilder

    Wahre Trugbilder

    Ein heisses Bad nehmen

    Sich anschleichen und über ihr stehen

    Dem Kranken Erleichterung verschaffen

    Auf sie runtergaffen

    Ihm ist einer abgegangen

    Ihre Wärme eingefangen

    Wohlig eingehüllt

    Von einem Schauer erfüllt

    Alles wird gut ausgehen

    Doch plötzlich kann ich mich sehen

    Verlorengehen

    Wie angewurzelt dastehen

    Ein lebloser Körper am Boden

    Neben seinen Hoden

    Aufgehängt im Gummibaumland

    Mit dem Haartrockner in der Hand

    Verängstigt und allein und alt

    Wegen mir wurde allen bitterkalt

    von L A F Strässler

    und




    Wieder sehen

    Nebel entfernt, erblindend, alle Ferne,
    so auch der Sonne Helligkeit, die Sterne,
    aus Nahem werden geistergleiche Schatten,
    ein Aussehen, sie so noch niemals hatten.
    Schließ ich die Augen, bleibe wartend stehen,
    kann so, erinnernd mich, die Ferne wieder sehen.
    Alleinseins Stille, zwingend schenkt den Frieden,
    den ich im Leben sonst, instinkthaft fast, gemieden.
    Mein Atem spricht, allein, was will er sagen?
    Ratlos, versuche ich ihn trotzdem nicht zu fragen.
    Die Welt wirkt unsichtbar, bedrückend kleiner,
    der Nebel macht sie mehr, fast ganz zu meiner.
    Ich wünsche mir der Nebel würde endlich wieder weichen,
    ach, Sonne, ich will wieder sehend, Dich erreichen.

    von wenigviel

  9. #9
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    1.106
    Drei Gedichte sind leider ohne Stimme geblieben:

    Blüten des sterbenden Lebens

    Zwei Samen werden gesät,
    fruchten auf Grund dem selben,
    einer für das Leben steht,
    einer für den Abgrund schwelgt.

    Tränen der Trauer und der Freud
    sollen gießen jene Phänomene,
    die wurzeln im Grund der Mutter,
    die Leben schenkt und jenes nimmt.

    Vom Lächeln bewegt,
    sich Hier ein Knöspchen regt,
    noch zurückhaltend der Duft
    spießt er Hoffnung durch die Luft.

    Von Trauer bekleckst,
    Dort ein Knöspchen wächst,
    strenges Aroma sich entfaltet,
    Schwärze, die Dort waltet.

    Dies Farbenspiel auf Mutters Grund,
    mal hell, mal dunkel, vielerlei bunt,
    nun gedüngt vom Lachens Mund,
    Humor und Schadenfreud pflegen gesund.

    Die Seeligkeit Hier gießt,
    die Blüte nun weit sprießt,
    wohlwollend vernommen,
    wird sie Liebe bekommen.

    Dort der Kummer im Überwasser,
    welkt jene Blüte immer blasser,
    kein Beachten, man lass es,
    sodann wachsen Dornen des Hasses.

    Die Kälte schlägt an, der Winter klopft,
    zur Blume flüstert Mutters Hauch,
    „Es ist vorbei, sterben musst du auch.“
    Sie lächelt Hier, die letzt‘ Glücksträne tropft.

    Dort nun eine Blume wächst, gar erwacht,
    doch auch zu ihr flüstert Mutters Hauch,
    „Es ist vorbei, sterben musst du auch.“
    Doch Blütes Zorn in voller Pracht:

    „Mein Sterben schon lang vollzogen war“
    Ein Leben muss her, der Mutter wird’s klar,
    sie schickt Zuneigung, was die Blume spürt,
    ein letzt‘ Lächeln, was zum Tode führt.

    von Erdnuss

    und




    Entkleidet

    Das Leben hat sich dunkelgrau entkleidet
    Das taube Fühlen unerträglich vorherrschend
    Der Winter offenbart der Wahrheit Kälte
    Wer ahnte schon, worauf sie hinaus wollten?

    Betrachte ihn und sieh - geschockt er leidet
    Vergeltung für die Quälerei'n erflehend
    Mit Mut und schützend er sich vor sie stellte
    Was hätte er noch für sie machen sollen?

    Ihr junges Fleisch zerschnitten und gefoltert
    Noch achtlos an den kahlen Baum geworfen
    Der zarte Körper Blut verschmiert, geschändet
    Die Seele musste alles sehen, leidet

    Wie welkes Laub sein Herz erfriert, verwittert
    Kaum lassen Träume Zukunft noch erhoffen
    Sein kurzes Leben scheint mit ihr verendet
    Von uns wird er als Asylant entkleidet

    von TinaH

    und




    Ewiger Dunst

    Du hast den Dunst getragen,
    zwischen jedem Haar umhüllt,
    es tropfte auf unsere Nasen,
    bis er verdunstete und schwill.

    Du hast mich tief angesehen,
    meine Blicke nicht widerstanden,
    ich konnte nicht widerstehen,
    und ich hab`s nicht verstanden.

    Liebe ist ein Tausch von Blut
    von Vergangenem und Jetzt
    von dem was kommen wird,
    wie Nebel erfüllt es dein Herz.

    Ich habe dich verloren,
    zwischen Jupiter und Mars,
    in den unendlichen Mengen
    hinter anderen Händen.

    Ich werde mir Flügel bauen,
    und ein Haus auf einem Berg,
    meine Augen werden zu dir schauen,
    und meine Liebe auf dein Herz.

    von Wortetanzen

  10. #10
    Registriert seit
    Feb 2006
    Ort
    Im Herzen des Vogtlandes
    Beiträge
    5.222
    @?
    Danke für den Punkt.

    Und danke den Schreibern & Bewertern.

    Gewinnern 1 bis ?. danke: Danke für die Worte, die Teilnahme, duftes Publikum gute Texte.



    @manehans


    Tja, ich reich dir die Hände. Mir geht es ähnlich. Mutter 82 Jahre.

    @? Denen ohne Punkte.

    n
    Nicht das Gedicht war falsch, manchmal ist der Tag falsch.

    @anamolie

    Dein Anderes, das jetzt läuft ist Metaphern stärker. Nein, das hier ist ruhig und sehr gut.



    Return:
    Egal wie viel Stimmen. Die Masse machts. Ich bin stolz , Gedichte Com ist aufgewacht. Jetzt noch paar „kleine“ Kooperationsvorschläge zu den andren Gedichts-Hochburgen, hier im Internet, speziell geprägt Richtung Wettbewerbs- Gedichte. Und rumms. 25 Gedichte stehen auf der Plattform. Und Deutschland, (wir Dichter) leben und gewinnen.
    Gehts langsam an, aber geht’s.
    Geändert von horstgrosse2 (19.12.2015 um 01:43 Uhr)

  11. #11
    Falderwald Guest
    Ich bedanke mich für alle Stimmen, die mein Text bekommen hat und selbstverständlich auch bei der WBL, die diesen Wettbewerb gewohnt souverän durchgeführt hat.

    Ich finde es toll, dass so viele Texte zusammengekommen sind, das hat die Sache interessant und spannend gemacht.

    Meine Glückwünsche gehen an heimlicheFeder, Okotadia und Kiryl.

    Alle anderen bitte nicht traurig sein, es wird neue Wettbewerbe und damit auch neue Chancen geben.
    Dabeisein ist alles und der Spaß sollte zählen.

    Also, heimlicheFeder, dann reiche ich hiermit die aktuelle Krone an dich weiter, mögest du sie in Würde tragen.


    Liebe Grüße

    Falderwald



  12. #12
    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    Bremen
    Beiträge
    801
    Hallo,

    auch ich möchte mich bei allen Mitwirkenden bedanken und heimliche Feder gratulieren.
    Dass ein kurzes, nicht gereimtes und doch sehr stimmungsvolles Gedicht gewonnen hat, freut mich.

    Aber auch viele der anderen Beiträge haben mir gut gefallen. Es ist interessant zu lesen, welche Vielfalt an Assoziationen ein einzelnes Foto auslösen kann.
    Liebe Weihnachtsgrüße an alle

    Okotadia

  13. #13
    Registriert seit
    May 2006
    Ort
    hannover
    Beiträge
    3.317
    dank dir okotadia
    habe mich schon intern gemeldet bei der wbl aber auch hier noch einmal ein dickes danke fuer die muehen die ihr euch macht, damit andere hier ihren spass haben. ich habe die stimmvergabe sehr neugierig verfolgt und es war ein kopf an kopf rennen bis zur letzten sekunde. okotadia... dein werk hat mir sehr sehr gut gefallen... die stimmung ist um einiges hoffnungsvoller und liebevoller als in meinem werk. war zum schluss denk ich wirklich nur eine bauchsache wer gewinnt aber auch meine stimme hatst du dir ergattert gehabt . den lieben bewertern die meinem werk hier ihre stimme gegeben haben sei auf diesem wege auch gedankt. werde die goldene farbe mit stolz ueber den zeitraum tragen.
    fand es auch sehr erstaunlich wie viel man in dieses bild interpretieren kann nächstes mal sollte man nach genre bestenlisten machen. mir hat jeden fals keines nicht gefallen. freue mich schon auf die nächste runde
    wissen zerstört... denken befreit

    MEINE WERKESAMMLUNG
    Meine Lesetips quer durchs Forum Sehnsucht,Mondlicht,Winterwind,Wasserspiele,die Uhr
    ©
    T.C.

    alle meine werke bekommen von mir ( nicht ohne grund ) ein copyright aufgedrückt! wer eins kopieren möchte, BITTE FRAGEN!!

  14. #14
    Registriert seit
    Jun 2012
    Ort
    bei München
    Beiträge
    58
    Liebe Leute,
    Auch von mir ein herzliches Dankeschön an meine Wähler! Der zweite Podestplatz in Folge macht mich schon ein wenig stolz angesichts der enormen Qualität der anderen Beiträge. Kann es sei, dass es kürzere Gedichte einfacher haben ( Falderwalds Epos mal ausgenommen)? Egal.
    Meine Glückwünsche an den absolut verdienten Sieger heimlicheFeder (ich liebe kurze Gedichte ), an Okotadia und Falderwald.
    Danke auch an die WBL, dass ihr das auf die Beine stellt.

    Für den nächsten Wettbewerb unterstütze ich die Idee von Susigrün, ein potenziell humorvolles Thema zu suchen.

    Ich wünsche euch allen kreative Feiertage, und ein tolles 2016.

    Liebe Grüße,
    Kyril
    "...eine Sättigung herrlicher Zeichen / die im Licht / ihrer fehlenden Erklärung baden."
    (Jean-Luc Godard)

  15. #15
    Registriert seit
    Aug 2010
    Ort
    Köln
    Beiträge
    1.933
    Liebe Teilnehmer,

    seid doch bitte so mutig wie der Sieger und stellt Eure Beiträge noch mal extra ein, damit man sie auch im Einzelnen besprechen kann, der Wettbewerb hat doch eine interessante, exemplarische Anthologie erbracht.

    Deshalb vielen Dank nochmal an die WBL. maXces schrieb mit, dass man das Foto unter der Angabe der Quelle verwenden darf.

    Im Übrigen schließe ich mich horstgrosses "Return" an

    Michael
    Geändert von Michael Domas (22.12.2015 um 01:25 Uhr)

Seite 1 von 2 12 Letzte

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Ergebnisse des Wettbewerbs November/Dezember 2017
    Von WBL im Forum Gedichte-Arena
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 01.01.2018, 19:26
  2. Ergebnisse des Wettbewerbs November/Dezember 2016
    Von WBL im Forum Gedichte-Arena
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 21.12.2016, 17:07
  3. Ergebnisse des Wettbewerbs Mai/Juni 2015
    Von WBL im Forum Gedichte-Arena
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 21.06.2015, 13:01
  4. Ergebnisse des Wettbewerbs März/April 2015
    Von WBL im Forum Gedichte-Arena
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 18.04.2015, 16:58
  5. Ergebnisse des Wettbewerbs November/Dezember 2014
    Von WBL im Forum Gedichte-Arena
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 22.12.2014, 22:03

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden