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  1. #1
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    Sind die Studenten die wahren Schuldigen?

    Was kann Deutschland tun um wieder einigermaßen brauchbare Bürger heran zu züchten? Junge Menschen, die für irgend etwas stehen und im besten Fall auch einstehen. Rächt es sich jetzt, dass da seit vielen Jahren nur noch blutleere Pfeifen unsere Universitäten bevölkern?
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  2. #2
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    Hallo AndereDimension,

    Dein erster Satz hier:
    Was kann Deutschland tun um wieder einigermaßen brauchbare Bürger heran zu züchten?
    führt, wenn er ernst gemeint sein sollte, den Titel Deines Fadens:
    Sind die Studenten die wahren Schuldigen?
    ziemlich ad absurdum.
    Versuch es vielleicht besser noch einmal und dann irgendwie etwas anders.

    Mit liebem Gruß und etwas Kopfschütteln, wenigviel
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  3. #3
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    Hallo wenigviel,

    ich habe das Gefühl, AndereDimension wünscht sich ein Arbeitslager, in dem die Menschen zu systemtreuen Bürgern herangezüchtet werden. Akademiker braucht man da vielleicht 10%, wenn es hoch kommt. Und die bilden die politische und wirtschaftliche Elite. Der Rest ist ja im Arbeitslager. Oder ähnlich wie in "Schöne neue Welt". Ihm wird es im Arbeitslager sicher gut gefallen, denn da werden keine unerwünschten Personen hinkommen. Man hat ja Torwächter, die auf die studierte Elite hören und von ihrem Vorgesetzten Hörigkeit eingetrichtert bekamen, genau wie die ganzen Arbeiter. Das wären super brauchbare Bürger. Selbstbestimmtes Leben ist scheiße. Bildung ist scheiße. Darum beschwert man sich ja auch über fehlende Bildung von Flüchtlingen...na ja...
    ich glaube, dass das jetzige System schon passt. Wenn es wirklich so wäre, wie AndereDimension es sich vorstellt, wären wir nicht so gut aus der Krise herausgekommen, sondern hätten große Probleme. (Das heißt nicht, dass die Länder mit den großen Problemen ein schlechteres Bildungsystem haben. Auch der Wirtschaftsmix spielt eine Rolle.)

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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  4. #4
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    Zitat Zitat von Andere Dimension
    seit vielen Jahren nur noch blutleere Pfeifen unsere Universitäten bevölkern
    Danke für das nette Kompliment! *Ironie aus*

    Vielleicht solltest du dein Weltbild mal ein wenig gerade rücken!

    MfG,
    Thrillermietze
    Zeige denen, die dich fallen sehen wollen, dass du ohne Flügel fliegen kannst.


    Auf den Spuren der Krimikatze

  5. #5
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    Mao Zedongs Kulturrevolution in umgekehrter Richtung. Wir lassen mal wieder die ganz alten ran und die Jugend geht ab zur schweren Feldarbeit oder am besten gleich.... Mmmmh
    Was die Züchtung betrifft: Da muss ich erst den Vorsitzenden vom örtlichen Kaninchenzüchterverein konsultieren, wie da die Auslese genau funktioniert.
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  6. #6
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    Hallo wenigviel,

    mit der/deiner Frage hatte ich gerechnet. Nein, nicht absurd, sondern berechtigt und genau so gemeint, denn es geht ja evtl. darum diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Jene, die "züchten", gehörten einst auch zu den blutleeren Studenten. Ich schrieb "seit vielen Jahren". Menschen ohne Konturen züchten ihre Abbilder. Lass dir dich mal die "großen Themen" der letzten 30 Jahre , bis einschließlich heute, durch den Kopf gehen.

    Wozu hat sich jemals auch nur ein einziger Student zu Wort gemeldet, wogegen rebelliert, wofür eingesetzt, worauf aufmerksam gemacht? Wo gab gibt es so etwas wie eine Boheme? In meinen Augen sind das nur noch auf ihr eigenes Wohl bedachten Egoisten. Hauptsache nicht auffallen, gut durchs Studium kommen, möglichst schnell einen gut bezahlten Job finden und an Bahnhöfen Stofftiere verteilen- Augen zu und durch.
    Ich wohne in einer Studentenstadt, überall werden Aushilfen gesucht - jobbende Studenten? Fehlanzeige! Papi schleppt die Möbel, nagelt die Bilder an die Wand, bezahlt das Appartement und dem Töchterchen noch den roten Ford Fiesta. Alles Bestens! Auf die Straße gehen? Für was? Für wen? Zeitverschwendung - und womöglich gefährlich. Man hat ja Twitter und Facebook, die Hardliner einen eigenen Blog *bibber* das muss reichen.

    Gruß, A.D.
    Geändert von AndereDimension (07.01.2016 um 06:09 Uhr)
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #7
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    Hallo AndereDimension,

    alles was Du aufführst und überdeutlich wird es damit:
    Ich wohne in einer Studentenstadt, überall werden Aushilfen gesucht - jobbende Studenten? Fehlanzeige! Papi schleppt die Möbel, nagelt die Bilder an die Wand, bezahlt das Appartement und dem Töchterchen noch den roten Ford Fiesta. Alles Bestens! Auf die Straße gehen? Für was? Für wen? Zeitverschwendung - und womöglich gefährlich. Man hat ja Twitter und Facebook, die Hardliner einen eigenen Blog *bibber* das muss reichen.
    zeigt doch, dass als Antwort auf Deine Titelfrage und deren Fortsetzung:
    Sind die Studenten die wahren Schuldigen?
    Was kann Deutschland tun um wieder einigermaßen brauchbare Bürger heran zu züchten?
    und selbst bei Verwendung von nur ganz einfacher Logik, die Studenten nicht die Schuldigen sein können und sind.
    Denk mal in Ruhe darüber nach und ich denke, Du wirst auch darauf kommen, zumal auch die jetzigen Studenten doch schon Ergebnis einer Züchtung sind und zudem bei Züchtungen noch nie die Zuchttiere sondern ausschließlich die Züchter das Resultat der Züchtung zu vertreten haben, selbst wenn ihnen das bei einem Misserfolg nicht immer einleuchten will und sie anschließend gerne die Schuld der Zucht andiskutieren wollen.


    In diesem Sinne müssten wir hier, müssen es aber nicht, weitermachen.
    Mit liebem Diskussions-Gruß, wenigviel
    Geändert von wenigviel (07.01.2016 um 09:31 Uhr)
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  8. #8
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    Hallo a.D.,

    dein letzter Post macht deine Position etwas verständlicher. Die Studentenbewegung der Vergangenheit trat weitgehend für die Liberalisierung der Gesellschaft ein. Viele Forderungen davon wurden einigermaßen umgesetzt, wie Geschlechtergerechtigkeit, freie Auslebung der Sexualität, Durchlässigkeit des Bildungssystems, Überwindung transfaschistischer Politik aus Nazi-Deutschland etc. Die Probleme der Neuzeit sind aber andere, vordergründig der Sozialabbau. Wie du schon bemerktest, sind Studenten von sozialer Benachteiligung wenig betroffen, haben also keine persönlichen Motive. Ich würde mich weniger davon leiten lassen, dass Studenten per se idealistisch handeln müssen. Die Bewegung, die du vll erwartest, kann also nur von denen ausgehen, die heute benachteiligt sind, wie Niedriglöhner, Herkunftsdiskriminierte, Armutsrentner (auch zukünftige) und Hartz 4-Empfänger wie auch Aufstocker.
    Ergo der Mensch bewegt sich erst, wenn es für ihn und seine nächsten unbequem wird. Das liegt in seiner Natur. Zur Entschuldigung der Studierenden muss man sagen: Wenn die Eltern sich zum Esel machen, dann soll ihrem Wunsch entsprochen werden. Haben diese etwa zu ihrer Studentenzeit bloß für den Wohlstand gekämpft, der es ihnen heute möglich macht, ihren Kindern die eigene Selbstherrlichkeit vorzuführen, die letzere in diese jugendliche Gesellschaftsapathie führte ? Es sind die subtil materialistischen elterlichen Werte, auf die heute akademischer Nachwuchs naturgemäß reagiert. Soviel zur Schuld der Studierenden. Doch diese Gleichgültigkeit führt den Webfehler des Systems vor, der den Niedergang dessen geradezu unausweichlich macht. Es ist die Widersprüchlichkeit einer paternalistischen Wohlstandskultur, die auf das Recht des stärkeren baut, auf Leistungsauslese und Umweltzerstörung. Junge Menschen spüren das, sind aber Gefangene ihrer eigenen, erlernten Bequemlichkeit und damit gleichzeitig vom egoistischen Erfolg ihrer Eltern paralysiert.
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  9. #9
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    Hey,

    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    In meinen Augen sind das nur noch auf ihr eigenes Wohl bedachten Egoisten.
    Also könnte man deine Frage umstellen in:
    sind die Studenten ein gebildetes und liberales Pegida? Weil, die Pegidaisten schauen auch nur auf ihr eigenes Wohl, zum Nachteil anderer. Die Studenten, nach deinem eindimensionalen Weltbild, genauso, nur halt ohne Nachteil anderer. Sehe ich das richtig?
    Aus deinen Aussagen entnehme ich, dass du entweder nie Student warst, oder wenn, dann vor genau 31 Jahren. Demnach weiß ich nicht, ob du weißt, wie die Probleme eines Studenten aussehen und mit was er sich im Alltag durchschlagen muss. Damit würdest du dich allerdings für deine Fragestellung qualifizieren. Sonst bleibt das ein auf falscher Motivation beruhende Vermutung, die du als Tatsache hinstellst.

    Gruß
    Nachteule
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  10. #10
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    Hallo Arkadier,

    herzlichen Dank dafür, dass Du dir, ungeachtet deiner eigenen Haltung zu diesem Thema, die Mühe gemacht hast dem Kern meines Anliegens nachzuspüren. Dass Du ihn auch erfasst hast,ist dabei eher nebensächlich.

    Zitat

    Ich würde mich weniger davon leiten lassen, dass Studenten per se idealistisch handeln müssen. Die Bewegung, die du vll erwartest, kann also nur von denen ausgehen, die heute benachteiligt sind, wie Niedriglöhner, Herkunftsdiskriminierte, Armutsrentner (auch zukünftige) und Hartz 4-Empfänger wie auch Aufstocker.
    Ja, genau das ist der Kern, auch wenn wir da unterschiedlicher Meinung sind.

    Wie wir beide wissen... hat selten die Politik... sondern fast immer die Gesellschaft... für grundlegende Veränderungen gesorgt. Aber wer verkörpert (heute noch) die Gesellschaft? Wer gibt ihr ein Gesicht? Es steht nirgendwo geschrieben, dass die Studenten dafür zuständig sind, doch hatte das einst in Deutschland eine große Tradition. Angefangen mit der Deutschen Revolution...wo...anders als bei der französischen...die Mittelschicht und die Intellektuellen aufbegehrten- wenn auch mit wenig Erfolg und ohne geschichtliche Relevanz. Der Student der Neuzeit ging aus Betroffenheit, nicht aus Getroffenheit auf die Straße. Ihn berührte das Schicksal des Anderen - und so machte er es zu seinem. Diese Leute hatten das nicht nötig, denn sie wurden nur selten auch persönlich getroffen. Und dabei ging es nicht nur um die Deutschen, sie gingen für die Iraner (gegen den Schah), für die Vietnamesen, für die Israelis...und und und...auf die Straße. Sie hätten sich zurücklehnen können und sagen" Das geht mich alles nichts an".
    Und heute? Es gibt zig mal mehr und ernsthaftere Themen als damals, aber kaum noch jemanden der ihnen ein Gesicht gibt. Man macht alle vier Jahre sein Kreuzchen, lehnt sich zurück und beobachtet was geschieht. Es gibt für alle Themen noch Grüppchen von Aktivisten, aber wer sollte die hören/können?
    Es ist ja nicht so, dass es diese Studenten nicht mehr gibt. Es gibt sie überall, nur in Deutschland nicht mehr.
    Nimm die Fußball-WM 2014 in Brasilien als Paradebeispiel: Die Studenten demonstrierten gegen einen WM, die sich das Volk überhaupt nicht leisten konnte. Um die WM zu finanzieren wurden alle mögliche soziale Projekte gekürzt oder eingestampft. Die Studenten forderten, dass man das Geld für die Armen ausgibt, für Schulen, Geld um die Menschen aus den Slums ztu holen, usw. Sie selbst betraf das am wenigstens. Sie gehören später zur Elite, werden ein gutes Auskommen haben, müssen nicht ins Slums wohnen, können auf der ganzen Welt arbeiten. Diese Demo ging tagelang um die Welt - wurde viel beachtet.Du findest viele solcher Beispiele, nur eben in Deutschland nicht. Natürlich sind dafür nicht nur die Studenten verantwortlich, aber sie waren schon eh und je ein Indikator für den Zustand unserer Gesellschaft. So blutleer die Studenten sind, so blutlos sind wir alle.

    Hallo Nachteule,

    auf einige deiner Punkte bin ich schon in der Antwort an Akadier eingegangen, aber ergänzend möchte ich noch sagen: Es pielt doch überhaupt keine Rolle ob ich Student war/bin...oder ob ich abends bei Aldi den Hof kehre. Wäre dies das Kriterium, dann müssten wir alle zu fast allen Themen schweigen. Nicht nur der Bahnfahrer darf sich über die Streiks der GDL ärgern und kann sich ein Urteil bilden. Das kann jeder, auch wenn er noch nie in einen Zug gestiegen ist.

    Und:

    Zitat

    Demnach weiß ich nicht, ob du weißt, wie die Probleme eines Studenten aussehen und mit was er sich im Alltag durchschlagen muss.
    Der arme Student von heute - jetzt kommen mir aber gleich die Tränen


    Es grüßt euch
    A.D.

    - - - - - - - - - - Doppelpost zusammengeführt

    Hallo Arkadier,

    herzlichen Dank dafür, dass Du dir, ungeachtet deiner eigenen Haltung zu diesem Thema, die Mühe gemacht hast dem Kern meines Anliegens nachzuspüren. Dass Du ihn auch erfasst hast,ist dabei eher nebensächlich.

    Zitat

    Ich würde mich weniger davon leiten lassen, dass Studenten per se idealistisch handeln müssen. Die Bewegung, die du vll erwartest, kann also nur von denen ausgehen, die heute benachteiligt sind, wie Niedriglöhner, Herkunftsdiskriminierte, Armutsrentner (auch zukünftige) und Hartz 4-Empfänger wie auch Aufstocker.
    Ja, genau das ist der Kern, auch wenn wir da unterschiedlicher Meinung sind.

    Wie wir beide wissen... hat selten die Politik... sondern fast immer die Gesellschaft... für grundlegende Veränderungen gesorgt. Aber wer verkörpert (heute noch) die Gesellschaft? Wer gibt ihr ein Gesicht? Es steht nirgendwo geschrieben, dass die Studenten dafür zuständig sind, doch hatte das einst in Deutschland eine große Tradition. Angefangen mit der Deutschen Revolution...wo...anders als bei der französischen...die Mittelschicht und die Intellektuellen aufbegehrten- wenn auch mit wenig Erfolg und ohne geschichtliche Relevanz. Der Student der Neuzeit ging aus Betroffenheit, nicht aus Getroffenheit auf die Straße. Ihn berührte das Schicksal des Anderen - und so machte er es zu seinem. Diese Leute hatten das nicht nötig, denn sie wurden nur selten auch persönlich getroffen. Und dabei ging es nicht nur um die Deutschen, sie gingen für die Iraner (gegen den Schah), für die Vietnamesen, für die Israelis...und und und...auf die Straße. Sie hätten sich zurücklehnen können und sagen" Das geht mich alles nichts an".
    Und heute? Es gibt zig mal mehr und ernsthaftere Themen als damals, aber kaum noch jemanden der ihnen ein Gesicht gibt. Man macht alle vier Jahre sein Kreuzchen, lehnt sich zurück und beobachtet was geschieht. Es gibt für alle Themen noch Grüppchen von Aktivisten, aber wer sollte die hören/können?
    Es ist ja nicht so, dass es diese Studenten nicht mehr gibt. Es gibt sie überall, nur in Deutschland nicht mehr.
    Nimm die Fußball-WM 2014 in Brasilien als Paradebeispiel: Die Studenten demonstrierten gegen einen WM, die sich das Volk überhaupt nicht leisten konnte. Um die WM zu finanzieren wurden alle mögliche soziale Projekte gekürzt oder eingestampft. Die Studenten forderten, dass man das Geld für die Armen ausgibt, für Schulen, Geld um die Menschen aus den Slums ztu holen, usw. Sie selbst betraf das am wenigstens. Sie gehören später zur Elite, werden ein gutes Auskommen haben, müssen nicht ins Slums wohnen, können auf der ganzen Welt arbeiten. Diese Demo ging tagelang um die Welt - wurde viel beachtet.Du findest viele solcher Beispiele, nur eben in Deutschland nicht. Natürlich sind dafür nicht nur die Studenten verantwortlich, aber sie waren schon eh und je ein Indikator für den Zustand unserer Gesellschaft. So blutleer die Studenten sind, so blutlos sind wir alle.

    Hallo Nachteule,

    auf einige deiner Punkte bin ich schon in der Antwort an Akadier eingegangen, aber ergänzend möchte ich noch sagen: Es pielt doch überhaupt keine Rolle ob ich Student war/bin...oder ob ich abends bei Aldi den Hof kehre. Wäre dies das Kriterium, dann müssten wir alle zu fast allen Themen schweigen. Nicht nur der Bahnfahrer darf sich über die Streiks der GDL ärgern und kann sich ein Urteil bilden. Das kann jeder, auch wenn er noch nie in einen Zug gestiegen ist.

    Und:

    Zitat

    Demnach weiß ich nicht, ob du weißt, wie die Probleme eines Studenten aussehen und mit was er sich im Alltag durchschlagen muss.
    Der arme Student von heute - jetzt kommen mir aber gleich die Tränen


    Es grüßt euch
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    - - - - - - - - - - Doppelpost zusammengeführt

    Hallo Arkadier,

    herzlichen Dank dafür, dass Du dir, ungeachtet deiner eigenen Haltung zu diesem Thema, die Mühe gemacht hast dem Kern meines Anliegens nachzuspüren. Dass Du ihn auch erfasst hast,ist dabei eher nebensächlich.

    Zitat

    Ich würde mich weniger davon leiten lassen, dass Studenten per se idealistisch handeln müssen. Die Bewegung, die du vll erwartest, kann also nur von denen ausgehen, die heute benachteiligt sind, wie Niedriglöhner, Herkunftsdiskriminierte, Armutsrentner (auch zukünftige) und Hartz 4-Empfänger wie auch Aufstocker.
    Ja, genau das ist der Kern, auch wenn wir da unterschiedlicher Meinung sind.

    Wie wir beide wissen... hat selten die Politik... sondern fast immer die Gesellschaft... für grundlegende Veränderungen gesorgt. Aber wer verkörpert (heute noch) die Gesellschaft? Wer gibt ihr ein Gesicht? Es steht nirgendwo geschrieben, dass die Studenten dafür zuständig sind, doch hatte das einst in Deutschland eine große Tradition. Angefangen mit der Deutschen Revolution...wo...anders als bei der französischen...die Mittelschicht und die Intellektuellen aufbegehrten- wenn auch mit wenig Erfolg und ohne geschichtliche Relevanz. Der Student der Neuzeit ging aus Betroffenheit, nicht aus Getroffenheit auf die Straße. Ihn berührte das Schicksal des Anderen - und so machte er es zu seinem. Diese Leute hatten das nicht nötig, denn sie wurden nur selten auch persönlich getroffen. Und dabei ging es nicht nur um die Deutschen, sie gingen für die Iraner (gegen den Schah), für die Vietnamesen, für die Israelis...und und und...auf die Straße. Sie hätten sich zurücklehnen können und sagen" Das geht mich alles nichts an".
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    Hallo Nachteule,

    auf einige deiner Punkte bin ich schon in der Antwort an Akadier eingegangen, aber ergänzend möchte ich noch sagen: Es pielt doch überhaupt keine Rolle ob ich Student war/bin...oder ob ich abends bei Aldi den Hof kehre. Wäre dies das Kriterium, dann müssten wir alle zu fast allen Themen schweigen. Nicht nur der Bahnfahrer darf sich über die Streiks der GDL ärgern und kann sich ein Urteil bilden. Das kann jeder, auch wenn er noch nie in einen Zug gestiegen ist.

    Und:

    Zitat

    Demnach weiß ich nicht, ob du weißt, wie die Probleme eines Studenten aussehen und mit was er sich im Alltag durchschlagen muss.
    Der arme Student von heute - jetzt kommen mir aber gleich die Tränen


    Es grüßt euch
    A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  11. #11
    Dr. Üppig Guest
    Zitat Zitat von AndereDimension
    Der arme Student von heute - jetzt kommen mir aber gleich die Tränen
    Und genau mit dieser Aussage hast du eindrucksvoll bewiesen, dass deine Behauptung, ein jeder dürfe seine Meinung ausdrücken, Müll ist.
    Da in unserem Staat Redefreiheit herrscht, ist es im Grunde korrekt, dass ein jeder alles (mit Einschränkungen) sagen darf, was er möchte. Man sieht aber, dass Menschen, die keine Ahnung haben, wie ich oben schon ausführte, dazu neigen, verbalen Müll als ein Urteil zu verstecken.
    Wenn man dein Beispiel mit der Bahn fortführt, ist die Meinung eines hypothetischen LKW-Fahrers zum Bahnstreik "sollen die nur machen, stört doch keinen", zwar durch die Redefreiheit "genehmigt", dennoch trägt sie zur Diskussion zu ebenjenem Streik weniger als gar nichts bei.

    Genau so verhält es sich mit deinen Aussagen zu Studenten. Um sich ein halbwegs vernünftiges Urteil bilden zu können, muss man sich zumindest mit der Materie beschäftigt haben. Du jedoch nimmst ein paar Beispiele, mit denen du eine ganze Bevölkerungsgruppe stigmatisierst und generalisierst. Eine Diskussion ist, ausgehend von deinen Beschuldigungen, denen absolut jede Grundlage fehlt, somit redundant.

  12. #12
    Registriert seit
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    Und genau mit dieser Aussage hast du eindrucksvoll bewiesen, dass deine Behauptung, ein jeder dürfe seine Meinung ausdrücken, Müll ist
    So ein Quatsch! Warum musst Du, obwohl du (inhaltlich) nichts zu sagen hast, dennoch überall deinen Senf dazu geben?
    Wenn man eine Meinung hat, dann darf und sollte man die selbstverständlich auch vertreten. Auf BLA BLA lässt sich allerdings auch gut verzichten.

    Nachteule hatte, dein Beispiel betreffend, keine Meinung geäußert, sondern eine Ausrede formuliert. Es hat im übertragenen Sinne nichts anderes gesagt als: "Früher hatten die Studenten wohl nicht so viel zu lernen und mehr Zeit um sich auf der Straße rumzutreiben." "Zeit, die ich nicht habe."

    Eine entlarvende Aussage, die meine Frage mehr als nur legitimiert.
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  13. #13
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    Hallo AndereDimension,

    das war reine Interpretation. Ich sagte lediglich, dass du von Außen betrachtet zu wissen glaubst, das Innere zu kennen. Wenn du lediglich High-School-Musical 1 und 3 gesehen hast kannst du genauso wenig wissen, wie das Studentenleben ist, wie du auch nur durch Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer wissen kannst, mit was sich Lokführer herumschlagen müssen. Du kannst dir zwar eine Meinung bilden, aber sie sehr invalide.
    Zudem siehst du nur die Stellenausschreibungen und nicht, wie viele Studenten Nebenjobs haben. Ebenso vergisst du, dass Studenten Gedichteforen moderieren, im Sportverein Jugendgruppen trainieren und sich auch um Flüchtlinge kümmern. Alles ehrenamtlich. Von Egoismus kann auch keine Rede sein.
    Deine Argumente werden immer dünner. Das sieht man spätestens aber der von Taras Bulba zitierten Stelle.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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  14. #14
    Dr. Üppig Guest
    @ AndereDimension:

    Ich habe inhaltlich mehr gesagt als du.
    Hier nochmal ne Auflistung:
    1. "Auf BLA BLA lässt sich allerdings auch gut verzichten."
    2. Dein Eingangspost ist BLA BLA.
    3. Du redest von Dingen, die du nicht verstehst/kennst.
    4. Du pauschaliserst, was mich allerdings nicht überrascht.

    Noch ne Frage: An was sind denn die Studenten deiner Meinung nach schuld? Klimawandel? Die Flüchtlinge? Die Ukraine-Krise? Der Tod von Bruce Waynes Eltern?

  15. #15
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    Das sagt, neben so mancher Antwort hier, alles - und macht meine These zu einer traurigen Wahrheit:

    Zitat die Welt (Autor Oliver Jeges, freier Journalist in Berlin und Autor des Buches Generation Maybe)

    Die Unis produzieren Theorietrottel und Langweiler, die beim Abfassen von Bewerbungsschreiben oft in eine schwere Legasthenie verfallen. Ein Studium hilft zwar, macht aber aus einem Taugenichts kein Talent.
    ......

    Überhaupt, die eloquentesten, intelligentesten und gleichzeitig humorvollsten Menschen, denen ich begegnet bin, hatten sehr oft eines gemeinsam: Sie haben entweder gar nicht studiert oder ihr Studium nicht abgeschlossen.

    Zitat FAZ (Autor Thomas Thiel, Redaktion)

    Unkritische Studenten Geist der Lethargie
    Diskussionen beschränken sich auf Fragen nach Prüfungsrelevanz und Credit-Point-Vergabe, erst bei der Notengebung erwacht das Temperament: Die Studenten von heute gelten als unkritisch und leidenschaftslos. Und jetzt?

    Schwund studentischer Leidenschaft
    An Vorschriften hält man sich willig, man fordert sie sogar, um frei für die Wahl des Mobilfunktarifs zu sein. Politisches Interesse hat man an dem, was in emotionaler Nähe zum Alltag liegt oder was sich - Stichwort nachhaltiger Konsum - mit Lifestyle-Aspekten verbinden lässt. Schon lange vor Berufseintritt sind diese Studenten perfekte Angestellte, wie sie sich Arbeitgeberverbände nicht besser wünschen können

    Zitat Rp_online Autor Florian Rinke, Wirtschaftsressort der Rheinischen Post)

    Analyse
    Studenten ist die Politik egal


    Berlin. Die heutige Generation der Studierenden hat keine Lust mehr, sich politisch zu engagieren. Das zeigt eine neue Studie. Die Welt verbessern will sie trotzdem - ohne dabei auf Geld und Karriere verzichten zu müssen. Von Florian Rinke

    Im 25. Jahr nach dem Mauerfall scheint die Studenten in Deutschland eine politische Lethargie befallen zu haben, wie es sie bislang in der Geschichte der Bundesrepublik nicht gegeben hat. Zum zwölften Mal seit 1982 befragten Forscher der Universität Konstanz bereits im Auftrag des Bildungsministeriums Studenten, aber so desinteressiert an der Politik zeigte sich die Jugend bislang noch nie.

    Langwierige Parteitagssitzungen, das Kleben von Wahlplakaten oder Diskussionen im Studierendenparlament passen anscheinend nicht mehr ins Weltbild der auf Effizienz getrimmten Generation von Bachelor- und Master-Studenten. Für eine politische Haltung gibt es eben keine Credit Points, Leistungspunkte, die es inzwischen für jede Vorlesung und jedes Seminar gibt.

    Zitat taz.de

    Unpolitische Studierende
    Heute mal nicht die Welt retten

    Die Studierenden sind unpolitisch geworden, sagen zwei neue Studien.
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