1. #1
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    Jade

    Dieses Gedicht habe ich einer Freundin von mir gewidmet die eine schwere Zeit durch macht.

    Jade

    Während deine Welt in Scherben liegt,
    find ich täglich neue Freunde.
    Ich bin kein Verräter, keiner Zecke.
    Ich hab nur Spaß ohne dass ich mich verleugne.

    Der Lack ist ab, das Boot ist voll.
    Deutschland ist ja so am Ende.
    Deine Probleme versteh ich nicht.
    Wie ich mich auch dreh und wende.

    Wer nicht bleiben will, der geht.
    Nur der bleibt, dem es hier gefällt.
    Wer schreibt mir vor, wo dein Land anfängt.
    Ich scheiß auf Grenzen dieser Welt.

    Ihr teilt alles wie ihr wollt.
    Wenn ich euch seh ihr solltet laufen.
    Denn diese Welt gehört euch nicht
    und ist nicht zu verkaufen!
    Geändert von Ribero (18.03.2016 um 10:03 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Ribero,

    ich habe das eine oder andere Problemchen mit deinem Text:
    Es fängt schon damit an, dass ich keinen Zusammenhang von Titel und Inhalt hinbekomme. Das kann allerdings auch damit zusammenhängen, dass ich mir die Wirkung oder Bedeutung von Mineralien und Edelsteinen nicht wirklich geläufig ist.

    Du verwendest halbe Kreuzreime. Passt mehr oder weniger zum Thema. Allerdings ist gerade in der ersten Strophe, die recht prägend für den Leser ist, ein seeehr unreinen Reim. Vielleicht findest du da ja noch etwas besseres. Es muss ja nicht zu einem der bereits verwendeten Wörter sein.
    Ich bin kein Verräter, keiner Zecke.
    Meintest du "keine Zecke"? So wie es dasteht würde das lI eine Zecke verraten. Dann wäre allerdings das Komma zu viel.
    Ich hab nur Spaß ohne dass ich mich verleugne.
    Nach Spaß ein Komma.
    Hier habe ich auch mit dem Inhalt ein Problem. Spaß ohne sich zu verleugnen. Wenn ich etwas tue, das ich nicht bin, dann habe ich da keinen Spaß dabei. Der Inhalt scheint für mich also dem Reim untergeordnet zu sein. Vielleicht könntest du bei der Suche nach einem neuen Reim dort ansetzen. "Ich habe Spaß und bleib mir treu" würde bspw. gehen. Durch das "und" würden die beiden Bedingungen geketten und nicht voneinander abhängig gemacht. Und "eu" finden sich auch sicherlich ein paar Reime, von denen du bestimmt einen verwenden kannst.

    Der Lack ist ab, das Boot ist voll.
    Deutschland ist ja so am Ende.
    Deine Probleme versteh ich nicht.
    Wie ich mich auch dreh und wende.
    Hier ist ein besonderes Beispiel, bei dem die Zusammenhänge für mich fehlen. (etwas mehr dazu später, wenn ich es nicht vergessen. XD) Abgesehen davon, dass Deutschland nicht am Ende und das Boot noch lange nicht wirklich voll, kommen die Probleme des lD etwas abrupt. Ich frage mich, woher der Sprung von der Feststellung von der (unbelegten/ungenannten) Problematik in Deutschland zu dem Unverständnis gegenüber den Problemen des lDs kommt. Was haben die miteinander zu tun? Versteht das lD weshalb der Lack ab ist? Das wäre für mich die einzig mögliche Brücke zwischen den Versen.
    Der dritte Vers macht mir auch mit der Betonung Probleme. Wenn du "dein Problem" schreibst, wäre das erledigt und ich würde dort nicht mehr stolpern.

    Wer nicht bleiben will, der geht.
    Nur der bleibt, dem es hier gefällt.
    Wer schreibt mir, wo dein Land anfängt.
    Ich scheiß auf Grenzen dieser Welt.
    Hier habe ich die Kommas in Rot eingefügt, weil es mir zu viele waren, um sie in Textform anzumerken.
    Auch hier fehlt mir der direkte Zusammenhang zum Rest des Gedichts. Außerdem kann ich auch hier dem Inhalt nicht zustimmen. Es gibt für viele Menschen Beweggründe, trotz Missfallens an einem Ort zu bleiben. Wenn sich die Verse auf das lacklose Deutsche Boot, könnten das Kinder sein, mit denen man aufgrund einer Sorgerechtsvereinbarung, die einen daran hindert, das Land zu verlassen, eine pflegebedürftige Mutter oder einfach fehlende Sprachkenntnis und ein nicht erteiltes Visum. Sollte es sich auf die Probleme des lD beziehen, wird es schon schwerer für mich, weil ich sie nicht kenne, aber selbst wenn man nur eine Party verlassen will, kann das daran scheitern, dass der Fahrer und die drei Mitfahrer bleiben wollen und es auf anderem Weg nicht geht.
    Warum schreibst du in Vers 3 "schreibt"? Das ist schon recht... speziell. "Sagt" hätte es ja auch getan und die Möglichkeiten nicht eingeschränkt. Allerdings: warum beschwert sich das lI über die fehlende Information, wenn sie ihm eh egal ist. Wenn es allgemein auf Grenzen keinen Wert legt, dann ist der Zusatz "dieser Welt" sprachlich störend. Warum etwas extra auf alles beziehen, wenn es eh dadurch, dass es nicht beschränkt ist, eh schon auf alles bezogen ist. Oder du fügst einen Artikel oder Numeral hinzu. Am besten "alle" als unbestimmten Numeral. Dann sind die Grenzen nicht unbestimmtes mehr und können sprachlich mit der Welt verbunden werden.

    Ihr teilt alles wie ihr wollt.
    Wenn ich euch seh ihr solltet laufen.
    Denn diese Welt gehört euch nicht
    und ist nicht zu verkaufen!
    Ich schätze mal, die Strophe bezieht sich auf die Grenzen? "Ihr teile alles ein, wir ihr (es) wollt" wäre dann deutlich besser.
    Der nächste Vers wirkt auch mich wieder so, als sei er des Reimes wegen da. Liege ich richtig? Nichtsdestotrotz fehlt auch hier wieder ein Komma. (seh, ihr) Oder es ist ein Satzverdreher und "wenn ich euch seh solltet ihr laufen" wäre richtig.
    Der Vers spricht irgendjemanden direkt an. Nur wen wird nicht wirklich ersichtlich. Ich habe jedenfalls keine Grenzen gezogen...

    Du hast sehr viele Kommafehler. Die erschweren das Lesen enorm, da bei manchen Formulierungen der Sinn völlig umgekehrt werden kann oder zumindest extrem verändert. Vielleicht ließt du dir das nächste Mal, wenn du ein Gedicht geschrieben hast, dieses noch einmal explizit daraufhin durch.

    Nun noch, wie oben versprochen, etwas zu den Zusammenhängen:
    Bis auf die ersten und letzten beiden Verse enden alle mit Punkten, also harten Abschlüssen. Da zerbricht das Gedicht sehr schnell. Das fällt bei deinem Gedicht extrem auf und stört mich beim Verbinden der Inhalte. Lies dir dein Gedicht mal daraufhin durch. Es wird dir sicher auffallen.
    Inhaltlich hatte ich das Gefühl, hat dich irgendwas geritten und du hast einfach runtergeschrieben, was dir eingefallen ist. Dadurch fehlt mir der rote Faden. Es beginnt mit den Scherben in der die Welt liegt, geht dann auf den Grund ein, weswegen du es geschrieben hast (die Probleme der erwähnten Freundin) und ist dann plötzlich bei den Grenzen. Und das halt mit, aus meiner Sicht, schlechten oder unvorhandenen Übergängen. Das springt mir zu sehr von einem Punkt zu einem anderen, ohne dass ich erkennen könnte, warum und wie das alles zusammen gehört.

    ABER du sagst, das sei dein erstes Gedicht. Ich glaube, aus meinem Kommentar kann man herauslesen, dass man das merkt. Da noch nie ein Meister vom Himmel gefallen ist, kann das bei anderen Gedichten also noch besser werden.

    Ich hoffe, mein Kommentar konnte dir helfen, den Blick auf den Gedicht zu verändern und du kannst meine Kritik nachvollziehen.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    PS: Eine Freundin, die schwer Zeiten durchmacht, will nicht unbedingt Unverständnis darüber hören, sondern aufgemuntert werden, Ratschläge und Verständnis.
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  3. #3
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    Danke erstmal dafür, dass du dir soviel Mühe gemacht hast dieses Gedicht in seinem Detail zu analysieren.

    Über dir Grammatik brauchen wir nicht reden. Ich bin in dieser Hinsicht definitiv nicht das Gelbe vom Ei.

    In all diese Verse sollen eher als eine Kritik an Islamophoben, Pegida usw. Leuten sein..
    Sicher gibt es für einen Selbst immer Gründe die Heimat nicht verlassen zu wollen aber ich möchte eher zum Ausdruck bringen, dass kein Anderer über deine Örtlichkeit bestimmen sollte. In Vers 3 ist mir ein Übertragungsfehler passiert. Es sollte eigentlich heißen : "wer schreibt mir
    vor"

    Ich muss dir trotzdem Recht geben. Dass Gedicht wirkt wenn ich darauf achte sehr zerrissen. Das liegt vermutlich tatsächlich daran dass ich es in einem Anfall von steigenden Emotionen schrieb. Dabei versuch ich immer darauf zu achten dass meine Gedichte von Anfang bis Ende schlüssig sind.

    Ich bin sehr Froh über deine Kritik. Denn genau deshalb hab ich mich hier angemeldet. Ich wollte Feedback, das nicht nur von meinen Freunden stammt. (da die mich eh für alles loben)

  4. #4
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    huhu ribero...
    au backe au backe ... ich hoffe dass du kein flsches bild von den schreiberlingen hier hast. mein letztes werk, welches du ja sicher gesehen hast weil du es überpostet hast, ist selbstverständlich NICHT die ansicht des verfassers. es soll so etwas wie ein spiegel sein, in dem sich der ein oder andere vieleicht von gedankenansätzen wiedererkennt. wir sind hier ein auf gar keinen fall rechts gerichtetes forum und wenn es in diese richtung rutscht wird zu meisst hart kommentiert und diskutiert. ich wollte keine diskusion aufkommen lassen ob mein werk rechts ausgerichtet ist... denke das sieht man schon im 2.vers... mir ging es darum zu zeigen wie gefährlich und dumm haltlos und eben falsch dieses gruppendenken ist. wer in den zeilen seine herzensbotschaft erkennt ist irgendwie eh nicht mehr zu retten denke ich.

    also...ich möchte dich dann hier unter deinem erstlingswerk erstmal recht herzlich begrüssen und dir viel spass bei uns wünschen. hoffe du bist nicht vom hocker gefallen war mein erstes werk in diese richtung.
    jetzt noch ein bisschen zu deinem werk...

    der gute kai uwe hat ja schon zerlegt ... muss dir dann aber auch sagen, dass die grammatik oftmals recht wichtig ist. sie blockiert wenn sie falsch angewendet wird den transport deines inhalts. man ist als leser zu sehr damit beschäftigt rauszufinden wies gemeint war. auch der rote faden ist wichtig. das ist praktisch so, als wuerdest du rotkäppchen erzählen und den bösen wolf raus lassen ...hoffe du verstehst was ich meine. auf jeden fall hab ich eben vorher dein 2. werk gelesen und kommentiert. ich persönlich finde, dass es dir um einiges besser gelungen ist als dieses hier.
    allerdings hast du das hier ja auch für jemand besonderes geschrieben...also ei gewidmetes werk. diese werke wirken oftmals icht so auf andere leser, weil ihnen gaz einfach das interne wissen fehlt welches den verfasser mit der angeschriebenen person verbindet.
    dieses hat auch für mich inhaltlich und auch vom lesefluss her zu viele stolpersteinchen, dass ich es in sich aufnehmen und mitfühlen kann.
    metrisch und und und... denke du kannst hier schnell und einfach schön viele kleine tips sammeln und deine werke werden noch besser

    freu mich jedes mal wenn jemand auftaucht der die ehrliche meinung icht nur verträgt sondern auch danach fragt. wirst denk ich selbst überrascht sein wie gut deine werke werden. ich selbst seh schon wunderbare teilchen die nur zusammengepusselt werden müssen.
    das gedicht fängt im kopf an.

    also dann hoffentlich bis zu deinem nächsten werk.
    lieben gruss
    federich


    unter dem n in meiner tastatur sind zu viele hundehaare... ich reiche mal welche nach
    nnnnnnnnnnnnn ( sollte reichen und sorry dafür )
    Geändert von heimlicheFeder (18.03.2016 um 21:11 Uhr)
    wissen zerstört... denken befreit

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    Meine Lesetips quer durchs Forum Sehnsucht,Mondlicht,Winterwind,Morgenstille,Wasserspiele
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    alle meine werke bekommen von mir ( nicht ohne grund ) ein copyright aufgedrückt! wer eins kopieren möchte, BITTE FRAGEN!!

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