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    Video Gedichtband/Poetry Slam KonsumKritik/Sinnsuche

    Hallo alle zusammen,
    vielleicht gefällt euch ja mein konsumkritischer Text "Lebenswert" ich hab ein Video dazu gemacht:


    Herzlich, Eure Hanife

    Wo leben wir? Im Jetzt und hier! Doch wie? So ignorant wie nie! Wir schmeißen weg, wir fressen Dreck...und werden faul, bequem und fett.
    Das klingt jetzt hart, doch: Lösung naht! Ran an den Speck! Mit Pillen, Pülverchen und Creme, geht alles weg und zwar bequem! Das will ich sehen! Schnell her damit! Dann bin ich endlich sexy, schlank und fit! Und kann auch weiter rauchen und saufen und am Besten: Noch mehr Klamotten kaufen...die ich nicht brauche, doch trotzdem kaufe und kaufe ich immer mehr und mehr und fühle mich dennoch immer mehr leer..Da muss doch eine Lösung her! Na klar: ein „wie werde ich eins mit mir und endlich wieder glücklich-Seminar“. Und schon bin ich wieder ein paar hundert Euro los, blos, kümmert es mich nicht, denn Geld schmeiß ich gern raus, für Dinge, die nicht helfen – darauf läuft es hinaus- Konsum, Konsum, los, konsumiere! Einst als intelligente Wesen deklarierte Menschen verhalten sich wie dressierte Tiere, laufen Rüssel an Schwanz (an dieser Stelle möchte ich mich bei den tatsächlich sehr intelligenten Elefanten und allen anderen Tieren für dieses Bild und weitere Vergleiche mit Tieren, entschuldigen ) wir schwimmen mit dem Strom, ich mach es ja selbst! Lebe monoton und schaffe mir Abweschlung durch Geld, dass mich hält, absichert und doch fesselt. Klein ist meine Welt, trotzdem, dass ich alles hab und von dem viel zu viel, viel zu viel.
    Doch ich komme ab vom Thema, mit dem ich augetaktet habe und zwar unserer Ignoranz, unserem
    sinnfreien Getue und Gehabe...Es wird Zeit etwas zu ändern, denke ich und schon ist es nicht mehr nötig denn die Zeiten ändern sich, ganz von selbst..ändern dich...ändern mich und kaum hab ich mich umgesehen sieht alles schon ganz anders aus, keiner schmeißt sein Geld mehr raus, denn plötzlich stehn wir da im Nichts... mit Nichts und merken, das ist ganz und gar nicht witzig so ohne was zu haben..nicht mehr teil zu haben an Exzessivem Shopping, All-You can eat und all dem shit, der viele von uns anzutreiben scheint, kommen wir ohne Geld denn weit? Vielleicht ja sogar weiter?
    Und seltsam, unerwartet wird es heiter in mir...in meinem Karussell der Gedanken da fällt mir ein, da war doch was, mit haben und sein... Ist haben denn auch sein? Oder kann ich mehr sein wenn ich weniger habe? Welche ist die richtige Frage?
    Jetzt, wo ich ohne Mittel unsicher im Dunkeln umherirre, schwerelos ins Leere greife und dabei fast verzweifle, begreife ich auf einmal oder glaube zu begreifen, was wirklich zählt, und, dass man, wenn auch manchmal nur ein Stück, sein Schicksal und Glück selber wählt. Nicht Geld, nicht Macht, nicht Haus noch Ruhm, nicht unbedingt das, was wir tun, doch, dass wir echt sind und auch ehrlich, dass wir lachen, auch wenn der Weg beschwerlich sein mag, dass wir leben, jeden Tag, einander geben auch wenn wir denken, dass wir nichts haben, denn das, was wir sind genügt. Wir sollten gerade dann,wenn der Schein oft trügt und uns die Werbung immer wieder belügt und uns das Neue wieder nicht genügt einfach abschalten, uns treiben lassen in eine völlig neue Welt, Zulassen, Ketten zu sprengen und nicht immer alles verdrängen, uns retten lassen, von dem Rest in uns selbst der uns zurecht als intelligente Wesen bezeichnen lässt. Ich schreibe diese acht Buchstaben als Erinnerung in rot an die Wand: V.E.R.S.T.A.N.D. (Na, wer hats erkannt?)
    Verstand.

    Das letzte Seminar ist um, es hieß: „Tu dir was Gutes!“. Ich habe mich daran gehalten und bin nicht hingegangen. Stattdessen war ich draußen ( und zwar das draußen abseits von Einkaufsstraßen und Fressbuden), Es war Recht schwer zu finden doch ich war geduldig und schon bald war ich dort, im Wald. Dort hab ich mich bewegt und ganz ohne ein Pülverchen den Fettstoffwechsel angeregt. Und es passierte noch viel mehr, denn plötzlich fühlte ich mich gar nicht mehr so leer, fast eins mit der Natur, klingt kitschig aber glaubt mir: das ist Freiheit pur! Ganz ohne Geld gehört mir nun die Welt... ich schenk sie Dir! Und dir! Und dir! Denn: wir müssen sie nicht kaufen, nur einfach: zu ihr hinaus laufen!
    Geändert von Hanife (13.07.2016 um 16:27 Uhr)

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