1. #1
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    Im Wartezimmer

    Haut um Haut, Seide für Seide,
    verloren zwischen Sehnsucht und Scham,
    rette ich mich in Monets Sonnenaufgang,
    um ihren triumphierenden Blicken
    zu entkommen

    während sie meine Hand führt
    und mich fühlen lässt -
    wie töricht ich bin
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  2. #2
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    Eben noch hast du mit grossen Worten die Kultur des Abendlandes retten wollen,
    und nun setzt du uns einen morgenländischen Leckerbissen vor.
    Hauptsache Diwan.
    Tut mir Leid, mehr kann ich nicht sagen. Ich find's genau so gut, wie es ist.
    Schönen Tag
    w27

  3. #3
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    Hallo AD!
    Wunderbar eine Stimmung und ein Geschehen jenseits von allem Ratio eingefangen.
    Einzig beim Titel mußte ich stutzen...doch wenns dort (auch in Mehrfachbedeutendem Sinne) passiert...ok,
    Bestens gelungen
    gitano
    "Die Deutlichkeit ist die Höflichkeit in der Kritik."
    feiner Satz von M. Reich-Ranicki

  4. #4
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    Hallo wilma27,
    Hallo gitano,

    ich hatte nicht wirklich mit positiven Rückmeldungen gerechnet - wollte mich viel mehr nur nicht aus der Verantwortung stehlen und mit auf die Anklagebank setzen. Nun denn, umso mehr freuen mich dann natürlich eure Kommentare.

    Danke und Grüße
    A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Hallo, liebe A.D.,
    Dein Wartezimmer füllt sich: Ich warte auf eine Audienz, um Dir mein großes Gefallen auszudrücken. Den vorangegangenen Beiträgen habe ich kaum etwas hinzu zu fügen, nur der Titel gefällt mir nicht. Wäre "Im Boudoir" nicht hübscher?
    Liebe Grüße,
    Festival

  6. #6
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    Hallo AD,
    mir gefällt beides, Titel und Text. Danke für diesen Beitrag
    Sonnige Grüße, H.
    Worte sind meine Musik..

  7. #7
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    Lieber A.D.,

    dem Lob meiner Vorredner stimme ich zu, wenn auch nicht ganz so enthusiastisch. Ich bleibe immer an dem Gleichklang „Scham“ und „Sonnenaufgang“ hängen und muss mich hüten, nicht "Sonnenaufgaaang“ zu lesen, einen anderen Gleichklang gibt es ja: führt – fühlen.

    Überhaupt, wie kommt der Monet hier rein? Und muss es dann ausgerechnet sein „Sonnenaufgang“ sein? Weil auch da eine „Stimmung jenseits von aller ratio eingefangen ist“ (gitano) ?
    O.k., wir sind in einem „Wartezimmer“, vielleicht dem eines Arztes, da hängt ja sowas. Nein, in solcher Öffentlichkeit könnte es nicht zu solcher Intimität kommen. Also vielleicht doch ein „Boudoir“, wie Festival vorschlägt?

    Sehr schön aber die zarte Bewegung von der Bedrohung durch die triumphierenden Blicke hin zur Verführung. „Verführung geschieht, wenn ein Individuum ursprünglich x gegenüber j bevorzugt, aber nachdem es gezwungen wurde, j zu tun, j gegenüber x vorzieht.“ (Jon Elster)

    Michael

  8. #8
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    Hallo Festival,
    Hallo Hanife,
    Hallo Michael Domas,

    ich versuche das mal zusammenzufassen.

    Es kommen u.a. die Fragen "warum Wartezimmer?", "warum Monets Sonnenaufgang?". Ich könnte es mir einfach machen...und sagen "weil es so war". Das wäre dann auch die Antwort auf:

    Zitat Michael Domas

    O.k., wir sind in einem „Wartezimmer“, vielleicht dem eines Arztes, da hängt ja sowas. Nein, in solcher Öffentlichkeit könnte es nicht zu solcher Intimität kommen.
    wer sagt das? Da könnte ich dir noch ganz andere Geschichten erzählen...die Du dann erst recht für unmöglich halten würdest...wenn du dir die obige schon nicht vorstellen kannst.

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen und Gruß
    A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  9. #9
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    Da wird mit Innerem jongliert in einer Geschwindigkeit die weder Distanz noch Zeit kennt. Gewisse Eckpunkte scheinen zu bestehen aber dazwischen sind dann die Zustände gefragt welche ungefragt kommen. Pure Assoziation im Selbsttest dessen was nicht nur dazu hergibt sondern dafür geschaffen wurde. Wie Monets Kunstwerke z. Bsp aber auch das was durch sie peripher entschlüsselt wird.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  10. #10
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    Ja, so kann man das sagen, Terrorist. Die Geschichte steht mit sich selbst im Dialog, sodass man die Geschichte hinter der Geschichte nicht mehr verstehen kann. Auf diese Weise liegt sie im Vergangenen...obwohl sie in keiner Gegenwart jemals existierte. Man muss ja nicht immer nach symbolischen Inhalten suchen, kann auch die Sache als solche akzeptieren...ohne sie auch verstehen zu müssen.

    Danke für deine Gedanken zu meinem Text!

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  11. #11
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    Ja, so kann man das sagen, Terrorist. Die Geschichte steht mit sich selbst im Dialog, sodass man die Geschichte hinter der Geschichte nicht mehr verstehen kann.
    Du stehst aber immer noch mit Dir und Deiner Lebenswirklichkeit im Dialog, lieber Adi?
    Die Vergeblichkeit des Lebens mit Lebendigkeit beschämen. Aron Manfeld

  12. #12
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    Die einen sagen so, die anderen schweigen, Aron. Vermutlich aber schon. Wobei es schon seinen Reiz hätte auf einen solchen Dialog zu verzichten...immerhin lockt die Freiheit. Der Gegenentwurf von sich aufgeben ist sich selbst abgeben - vorausgesetzt man findet jemanden...der einen nimmt.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  13. #13
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    Der Gegenentwurf von sich aufgeben ist sich selbst abgeben - vorausgesetzt man findet jemanden...der einen nimmt.
    Ich hab schon drei uneheliche Kinder - da werd ich Dich bestimmt nicht auch noch adoptieren.
    Die Vergeblichkeit des Lebens mit Lebendigkeit beschämen. Aron Manfeld

  14. #14
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    Ich hab schon drei uneheliche Kinder
    will ich doch hoffen - Kinderheirat ist schließlich verboten

    da werd ich Dich bestimmt nicht auch noch adoptieren
    domestizieren würde mir erst mal genügen
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  15. #15
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    da
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    Hallo A.D.,
    mir gefällt Dein Opus auch! Besonders,
    "rette ich mich in Monets Sonnenaufgang," ist eine gute Wahl.
    Danach könnte man befreit in den "Seerosenteich"abtauchen.
    Schön ist, dabei, "bei sich bleiben" zu können/dürfen- mglw..
    Nicht jedem ist dies vergönnt, leider.
    Beste Grüße
    lautmaler

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