1. #1
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    Die Pflichten als Mensch



    Oder sehe ich das falsch?

  2. #2
    cheeny Guest
    Lieber Roy_Busch,
    dieser Vortrag entspricht sehr den Gedanken, die seit Jahren in mir umgehen.
    Und die für mich kaum auszuhalten sind.
    - Da es mir nicht gelingt, die Welt zu retten. -

    Ich kann dir in vielen Punkten zustimmen, aber ...

    wenn ganz offensichtlich das Falsche, das Unmoralische, das rein Machtsuchende
    an der Macht ist und damit die Gewalt hat und das Stärkere ist, glaube ich
    nicht an das Ende der Fahnenstange.
    Ich bin ein heilloser Optimist und glaube an das Märchen vom Hasen und vom Igel.

    Ich glaube daran, das auch Menschen mit einem IQ weit über dem Durchschnitt
    struntzdumm sein können und eine Putzfrau mehr Verstand haben kann als gewichtige
    Politker. Die Ausgewogenheit von Verstand und Herz macht die Erkenntnis.
    Intellekt allein neigt zur Grausamkeit, Herz allein zur Dummheit.

    Nimm einen Mann wie Ghandi, er hat sich gegen die Massen durchgesetzt und am Ende
    gewonnen. Er war nicht der Stärkere der Macht sondern der Stärkere im Geiste. (Nur als
    Beispiel)

    Zeigt uns das nicht, dass wir nicht allem machtlos ausgeliefert sind, auch nicht einer
    dummen, gröllenden Masse, die einem demokratischen Irrsinn oder einer faschistischen
    Diktatur hinterherstapft.

    Noch eine Anmerkung zu dem Video. Falls du das selbst bist, der da spricht. Bitte nicht so rumhampeln.

    Mit vielen, lieben Grüßen
    cheeny
    Geändert von cheeny (15.08.2016 um 10:57 Uhr)

  3. #3
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    Hi RoyBusch,

    Es ist wie ein gordischer Knoten- Demokratie oder Diktatur der Moral ? Ich habe darüber Gedanken in eine andere Richtung. Kein Mensch darf Entscheidungen über einen anderen fällen, den er nicht persönlich kennt, für den er nicht persönlich erreichbar ist. Moralische Entscheidungen werden von qualitativ empathischen zu quantitativ antipathischeren Resultaten führen, je kleiner der persönliche Bekanntheitsgrad ist. Über eine Gemeinschaft von sagen wir 200 Menschen hinaus sind diese als Gesellschaft nicht mehr in der Lage, hundertprozentig empathische Entscheidungen zu treffen. Aus bspw der Perspektive des Politikers gilt der Aphorismus: Der Wolf ist dem Mensch Mensch, kein Mensch, wenn er ihn nicht kennt. Nun muss man differenzieren: Es gibt Menschen, die durchaus diesen Käfig verlassen und dem Unbekannten Empathie durch Leidens-Imagination zukommen lassen können. Das ist keine biolog. Anlage im Sinne von Automatismus, sondern elterliche Liebe, die dieser Mensch in der Kindheit ausreichend erfahren hat. Man könnte also diesen Widerspruch von grenzenloser Demokratie und Moral nur in den Kinderstuben auflösen. Da entsteht auch die Konditionierung zum Machtstreben. Da aber erzieherisch nie ein Ideal erreicht werden wird, halte ich die Proportionalität von Empathie- und Bekanntheitsgrad für relativ gültig. Der charakterliche Habitus des Menschen ist immer noch der des Mitgliedes einer Horde, dem Mimik oder andere körperliche Reaktionen des Gegenüber greifbarer erscheinen, als seine reine Imagination von menschl. Leid.
    Wollen wir bspw am nationalstaatlichen Prinzip festhalten, müsste als Kompromiss zur empathischen Kausalität ein Machtabbau im den höheren gesellschaftl. Strukturen stattfinden. Ein ethisch- moralisches Regelwerk, eine Verfassung, die den Namen verdient, deckelt einen super-kleinteiligen Föderalismus. Dazu fällt mir die Räterepublik ein, die der individuellen Mitsprache im Sinne positiver Demokratie am ehesten Rechnung trägt.
    Zu Der Mensch muss für all sein Handeln Verantwortung tragen, sei bemerkt: Wenn er sich ihrer nur bewusst würde. Falsch konditionierte Menschen hinsichtlich ihres Mit- und Verantwortungsgefühls sind leere Fässer und ihnen Schuld nahe zu bringen, ist wie dem Blinden Farben zu erklären. Des weiteren ist das Streben nach Macht eine Folge dieser von Ermangelung an elterlicher Liebe geprägten Kindheit. Bedingte Liebe, verknüpft mit Leistungserbringung ist die Konditionierung zur Macht. Umso mehr das eigene Fass mit Liebe gefüllt ist, desto unglaublicher erscheint der vorher beschriebene Umstand zu sein. Dies begreifen kann man nur, wenn man die Ebene der Schuld verlässt und die Metaebene der nahezu unabänderlichen Prägung des Kindes betritt. Da liegt der Lösungsansatz. Die Umsetzung bedarf einer schon fast utopischen Phantasie, die ich für die größte Aufgabe der Menschheit halte.

    LG Arkadier
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  4. #4
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    Hey cheeny,
    vielen Dank für deine Antwort! Die Krux mit dem ,Guten und Bösen' ist ja eben immer der Sichtwinkel (...).
    Bzgl des Hasen und des Igels: Ich habe die schreckliche Vermutung dass der Hase hunderte Häschen gezeugt hat bevor er zusammenbricht
    Die Hoffnung stirbt zuletzt - ein bisschen hat dein Beispiel und dein vorletzter Absatz selbige in mir erweckt.
    Bzgl des letzten Satzes: Ja das bin ich - das Zappeln werd' ich wohl nie los - aber probieren werde ich es


    uuuund:

    Hi Arkadier,
    auch dir danke ich erstmal für deine ausführliche Antwort die ich inhaltlich als bemerkenswert scharf empfunden habe!
    Hut ab! Gleichzeitig nimmt sie mir direkt wieder etwas der Hoffnung.
    Ich muss zugeben die Gründe all des Übels für mich persönlich noch nicht in der Tiefe ausgemacht zu haben (...)
    Ob diese rein in der kindlichen Konditionierung liegen - darüber werde ich noch viel nachdenken müssen.
    Im Grunde hält man sich nämlich in jeder Version nur an eigene moralische Vorstellungen (und darauf zielt das Video ja auch etwas ab):
    Es gibt keinen ,unumstößlichen Beweis' dafür dass zB Empathie, Nächstenliebe, Menschenrechte (...) gut seien. Es sind die Schlüsse zu denen wir mit unseren (entsprechend) konditionierten Gehirnen gelangen - oder eben nicht.
    Ich reibe mich daran dass es so ist - du erklärst die Gründe.
    (.....) Ich merke dass ich für eine Antwort auf deinen Post wirklich noch ein paar Gedanken fassen muss - aber ganz kommentarlos wollte ich deine tolle Antwort auch für den Moment nicht lassen.

    Mir geistert gerade ein Satz von Timothy Leary durch den Kopf - den ich aber nicht ganz zusammen bringe. Er wäre aber zweifelsfrei davon überzeugt noch einen weiteren Lösungsansatz auch für die Menschen zu kennen welche frühkindlich ,,,falsch''' konditioniert wurden.

    Aber über diesen haben auch schon Leute für uns entschieden die heute wahrscheinlich gar nicht mehr auf Erden wandeln.
    Driftet auch ab....

    Ich melde mich wenn ich schlauer bin

    Liebe Grüße

    Roy_Busch

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